Lautschrift

In diesem Abschnitt erfolgt eine phonetische Beschreibung der Frankfurter Laute, insbesondere im Vergleich mit dem Hochdeutschen.

Untersucht wird das sogenannte Lautinventar: Welche Laute hatte das Frankfurterische? Und: Wie spricht bzw. sprach man sie aus? Wie unterscheiden sie sich von den hochdeutschen Lauten? Vorerst wird noch keine phonologische Erklärung geliefert, also warum welches Wort einen gegebenenfalls vom Hochdeutschen abweichenden Klang hat. Das erfolgt dann im im Nachgang weiter unten auf dieser Seite.

Um die Merkmale des Frankfurterischen deutlich beschreiben zu können, bedarf es einer sogenannten Lautschrift, die die Aussprache der Wörter sauber umschreibt bzw. bezeichnet. Hier soll einmal die in der Wissenschaft/Phonetik übliche Lautschrift der International Phonetic Association (IPA) verwendet werden, die für das Frankfurterische angepasst wurde [IPA 1999; Keil 2017, S. S. 268-270]. In der präzisen IPA-Form beschreibt man z.B. das deutsche Verb sagen hochsprachlich mit [zaːgən], wobei das [z] für das stimmhafte S steht, das [ə] schwaches unbetontes E repräsentiert und das [aː] beschreibt das lange neutrale A und der Doppelpunkt [ː] zeigt dessen Vokallänge an. Zum anderen bietet es sich aber auch an, eine allgemeinverständliche und einfache Umschrift anzusetzen, die an die hochdeutsche Aussprache und Schrift angelehnt ist. Hier würden wir für sagen einfach [saagen] schreiben, wobei mit der Doppel-A angezeigt wird, dass das A lang ist (ein kurzes A würde entsprechend durch Verdopplung des nachfolgenden Konsonanten markiert werden, so etwa [sakk] für Sack – diese Schreibung kann auch an ungewohnter Stelle auftreten, so z. B. in [appfel] für Apfel mit kurzem A). Insbesondere im Frankfurter Aussprachewörterbuch sind die Lautschriften farblich unterschiedlich markiert. Die hochdeutsche Aussprache, die zum Vergleich auf dieser Webseite in einigen Fällen angegeben ist, folgt der Deutschen Bühnenaussprache nach Siebs (1912). Die Notation wurde auf IPA umgeschrieben und gegebenenfalls behutsam aktualisiert – insbesondere wird hier postvokalisches R und abschließendes „-er” hier vokalisiert als [ɐ] bzw. [(a)] ‚zugelassen‘. Die Aussprache der deutschen Diphthonge wird in der Literatur höchst unterschiedlich notiert bzw. unterliegt erheblichen Schwankungen [Herrgen/Lameli/Schmidt 2001, S. 3] und weicht auch zwischen Siebs (1912, S. 56–58) und Mangold (2005, S. 35–36) ab – hier wird letzterer gefolgt.

Die wissenschaftliche Lautschrift

Diese Webseite dokumentiert zum einen die Frankfurter Aussprache in der modernen phonetischen Notationen der IPA als auch in der - insbesondere in der deutschen Dialektologie üblichen - Notation der Teuthonista. Letztere ist die originale und folgt Rauh, IPA ist eine Rücktranskription aus Teuthonista.

Die einfache Lautschrift

Diese Onlinedokumentation notiert zum anderen die Frankfurter Aussprache in einer einfachen Lautumschrift. Die wichtigsten Regeln zur einfachen Umschrift, die im Wesentlichen der Schreibung bzw. Aussprache des Hochdeutschen folgt, sollen hier kurz wiederholt werden: Ein doppelter Vokal wird lang gesprochen, aa ist z. B. langes A, etwa in Frankfurter Mundart fraa für Frau. Folgt einem Vokal ein doppelter Konsonant, wird der Vokal kurz gesprochen, so hat z. B. Sack, sakk, ein kurzes A. Bei den Konsonantengruppen NG, CH und SCH ist insbesondere auf den Vokal zu achten: Der Igel, ischll, hat kurzes I, der Kegel, kẹẹschl, langes E. Diese Schreibung weicht natürlich von der üblichen Duden-Schreibung ab.