Carsten Keil (2017–2020)

Frankfurter Aussprachewörterbuch (FAWB)

Erstellt nach den Aufzeichnungen Hans Ludwig Rauhs, Joseph Oppels und anderer.


Einführung

Das große historische Frankfurter Aussprachewörterbuch (FAWB), dessen Online-Version hier entsteht, hat sich zu Aufgabe gestellt, insbesondere die bisher wenig beachteten handschriftlichen phonetisch-phonologischen Aufzeichnungen der Frankfurter Mundartforscher Hans Ludwig Rauh und Johann Joseph Oppel zu editieren und umfänglich sowie kontextualisiert zu publizieren. So ergänzt es das Frankfurter Wörterbuch (FWB), das ja seinen Fokus auf den historisch-soziologischen Hintergrund des Frankfurter Stadtdialekts setzt. Das FAWB liefert somit ein volles, buntes und wissenschaftlich solides Bild der Aussprache der Frankfurter Mundart – etwa von 1800 bis 1945 – und wie der Frankfurter Dialekt sich in dieser Zeit entwickelte.

Die Frankfurter Dialektaussprache des FAWB entspricht, falls nicht anders angegeben, dem des klassischen Frankfurterisch um 1920,  so wie in der Handschrift Rauh (1921a) beschrieben. Jüngeres Frankfurterisch aus den 1930-ern ist entweder die Jugendsprache aus Rauh (1921a) oder folgt Rauh/Bodensohn (1939–1945). Proben des Frankfurter Dialekts aus dem 19. Jahrhundert basieren auf Oppel (1839-1894) handschriftlichen Aufzeichnungen oder dem Artikel Wülcker (1877). Einer von mir erschlossenen Frankfurter Aussprache ist ein „*” vorangestellt.  Zu phonetisch-phonologischen Erläuterungen sei vorerst noch auf Keil (2017, S. 283-426) verwiesen. Das in Keil (2017) gedruckte kleine Frankfurter Aussprachewörterbuch ist hier als Online-PDF-Leseprobe verfügbar.

Das Wörterbuch enthält Audiobeispiele, die der Frankfurter Aufnahme des „Lautdenkmals reichsdeutscher Mundarten” von 1937 entnommen wurden [Purschke 2014 f.]. Christoph Purschke stellte das Material zur Verfügung und der Deutsche Sprachatlas, Marburg, genehmigte die Internetpublikation auf dieser Webseite (Danke!).

Das normalisierte mittelhochdeutsche Referenzlemma ist mit Mhd. eingeleitet (entsprechend Ahd. für Althochdeutsch und Wsg. für Westgermanisch). Die in einigen Fällen gedruckte hochdeutsche Aussprache folgt im Wesentlichen der Deutschen Bühnensprache nach Siebs (1912).


Stand Oktober 2020

Folgende Quellen sind mittlerweile eingearbeitet:

Quelle Typ Belegzahl Abdeckung
Rauh, Hans Ludwig (1921a). Die Lautlehre der Frankfurter Mundart Ortsgrammatik über 3000 ca. 90%
Purschke, Christoph (2014 f.). Das Lautdenkmal reichsdeutscher Mundarten: Frankfurt (1937) Tonaufnahme über 100 ca. 50%