Wörterbuch

Das große historische Frankfurter Aussprachewörterbuch (FAWB), dessen Online-Version hier entsteht, hat sich zu Aufgabe gestellt, insbesondere die bisher wenig beachteten handschriftlichen phonetisch-phonologischen Aufzeichnungen der Frankfurter Mundartforscher Hans Ludwig Rauh und Johann Joseph Oppel zu editieren und umfänglich sowie kontextualisiert zu publizieren. So ergänzt es das Frankfurter Wörterbuch (FWB), das ja seinen Fokus auf den historisch-soziologischen Hintergrund des Frankfurterischen setzt. Das FAWB liefert somit ein volles, buntes Bild der Aussprache der Frankfurter Mundart – etwa von 1800 bis 1945 – und wie der Frankfurter Dialekt sich in dieser Zeit entwickelte.

Die frankfurterische Aussprache, wie im FAWB gedruckt, entspricht, falls nicht anders angegeben, dem des klassischen Frankfurterisch um 1920,  so wie in Rauh (1921a) beschrieben. Jüngeres Frankfurterisch aus den 1930-ern ist entweder die Jugendsprache aus Rauh (1921a) oder folgt Rauh/Bodensohn (1939–1945). Proben des Frankfurter Dialekts aus dem 19. Jahrhundert basieren auf Oppel (1839-1894) oder Wülcker (1877). Einer von mir erschlossenen Frankfurter Aussprache ist ein „*” vorangestellt.

Das Online-FAWB dokumentiert die Frankfurter Aussprache in der einfachen Lautumschrift (Erläuterungen zur Lautschrift sind in den Einträgen Die Vokale und Die Konsonanten sowie unter dem Menüpunkt Die Laute zu finden). Zur vollständigen wissenschaftlichen IPA-Notation, den originalen Belegen bzw. Lautschreibungen von Oppel, Wülcker und Rauh sowie insbesondere zu den phonetisch-phonologischen Erläuterungen sei vorerst noch auf Keil (2017, S. 283-426) verwiesen. Das in Keil (2017) gedruckte kleine Frankfurter Aussprachewörterbuch ist hier als Online-PDF-Leseprobe verfügbar.

Die wichtigsten Regeln zur einfachen Umschrift sollen hier kurz wiederholt werden: Ein doppelter Vokal wird lang gesprochen, aa ist z. B. langes A, etwa in frankfurterisch fraa für Frau. Folgt einem Vokal ein doppelter Konsonant, wird der Vokal kurz gesprochen, so hat z. B. Sack, sakk, ein kurzes A. Bei den Konsonantengruppen NG, CH und SCH ist insbesondere auf den Vokal zu achten: Der Igel, ischll, hat kurzes I, der Kegel, keeschl, langes E. Das Zeichen å steht für das dunkle O-ähnliche A des Dialekts, folgt das Zeichen (n), so wird es nasal ausgesprochen. Dann gibt es noch das helle , etwa wie französisch Paris. Das Frankfurterische hatte mindestens zwei O-Laute, ein offeneres ǫ (etwa wie in rotten) und ein geschlossenes o (etwa wie in roten). Bei den E-Lauten ist zwischen dem offenen ä wie in sääen und dem geschlossenen wie in Klee zu unterscheiden. Rund geklammertes A, ehemaliges R, (a) wird nur schwach gesprochen.

Das Wörterbuch enthält Audiobeispiele, die der Frankfurter Aufnahme des „Lautdenkmals reichsdeutscher Mundarten” von 1937 entnommen wurden [Purschke 2014 f.]. Christoph Purschke stellte das Material zur Verfügung und der Deutsche Sprachatlas, Marburg, genehmigte die Internetpublikation auf dieser Webseite (Danke!).

Das normalisierte mittelhochdeutsche Referenzlemma ist mit Mhd. eingeleitet (entsprechend Ahd. für Althochdeutsch und Wsg. für Westgermanisch). Die in einigen Fällen gedruckte hochdeutsche Aussprache folgt im Wesentlichen der Deutschen Bühnensprache nach Siebs (1912).

Zitation: Carsten Keil (2017), Frankfurter Aussprachewörterbuch (FAWB). Erstellt nach den Aufzeichnungen Hans Ludwig Rauhs, Joseph Oppels und Anderer. Onlineversion, frankfurterisch.org.


Carsten Keil (2017)

Frankfurter Aussprachewörterbuch (FAWB)

Erstellt nach den Aufzeichnungen Hans Ludwig Rauhs, Joseph Oppels und Anderer

Einträge (Stand 25.11.2017) : 1307

 

A

  • ♥Neu!♥ Aal. Mhd. âl. Frankfurterisch: åål (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: ǫǫl (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • ♥Neu!♥ Aas. Mhd. âs. Frankfurterisch: oos; auch: åås (Rauh, 1921a, §109.4, S. 119).
  • ab. Frankfurterisch: app; auch: apph (Rauh, 1921a, §67, S. 76: schwach behauchte Fortis im Auslaut).
  • acheln. Aus hebräisch ākh’al. Essen (Verb). Frankfurterisch: achelle (Rauh, 1921a, §92, S. 99: A in Fremdwörtern).
  • Achse. Mhd. ahse. Frankfurterisch: åkks (Rauh, 1921a, §90.2.b, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor altem -HT und -HS). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: ǫkks (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: akks (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • Achsel. Mhd. ahsel. Frankfurterisch: åkksl (Rauh, 1921a, §90.2.b, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor altem -HT und -HS). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: ǫkksl (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: akksl (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • acht. Mhd. ahte. Frankfurterisch: åchtt (Rauh, 1921a, §90.2.b, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor altem -HT und -HS). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: ǫchtt (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: achtt (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • Acker. Mhd. acker. Frankfurterisch: aggä (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten). → Äcker (Plural). Frankfurterisch: äggä (Rauh, 1921a, §98.1, S. 104: Mhd. Ä, kurz geblieben).
  • Adler. Mhd. adelar. Frankfurterisch: åådlä (Rauh, 1921a, §208, S. 241).
  • Affe. Mhd. affe. Frankfurterisch: aff (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • ähnlich. Frankfurterisch: äänlisch (Rauh, 1921a, §98.2, S. 105: Mhd. Ä vor Nasal, gedehnt).
  • Ähre. Mhd. eher. Frankfurterisch: ää(a) (Rauh, 1921a, §97.2, S. 104: Mhd. E vor R).
  • alt. Mhd. alt. Frankfurterisch: åål; auch: aal (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 4, S. 99). → älter (Komparativ). Hochdeutsch: ällt(a). Frankfurterisch: älldä.
  • Amboss. Mhd. anebo𝔷. Frankfurterisch: åmmbos (Rauh, 1921a, §208, S. 241).
  • Ameise. Frankfurterisch: ååmais (Rauh, 1921a, §216.8, S. 254).
  • an. Mhd. ane. Frankfurterisch: aa(n) (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung).
  • anders. → anderen. Mhd. anderen. Frankfurterisch: ånnänn (Rauh, 1921a, §216.14, S. 256: Alte Endung -EREN).
  • Angst. Mhd. angest. Frankfurterisch: ångst (Rauh, 1921a, §217.15, S. 259: Alte Endung -EST).
  • Anke. Mhd. anke. Genick. Frankfurterisch: ångkk (Rauh, 1921a, §90.2.a, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor Nasal).
  • Apfel. Frankfurterisch: abbl. → Äpfel (Plural). Frankfurterisch: äbbl (Rauh, 1921a, §98.1, S. 104: Mhd. Ä, kurz geblieben).
  • äpsch. Mhd. äbech. Linkisch. Frankfurterisch: ääpscht (Rauh, 1921a, §207, S. 240: Langer Stammvokal vor synkopiertem Endsilbenvokal).
  • Arbeit. Mhd. areweit. Frankfurterisch: awwait (Rauh, 1921a, §208, S. 241). → arbeiten. Frankfurterisch: awwaide (Rauh, 1921a, §216.8, S. 254).
  • arg. Mhd. arc. Frankfurterisch: åsch (Rauh, 1921a, §90.2.c, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor R und Konsonant). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: ǫsch (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: asch (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • Ärger. → geärgert. Frankfurterisch: geää(a)jät (Rauh, 1921a, §215.1.a, S. 252: Vorsilbe GE-).
  • arm. Mhd. arm. Frankfurterisch: ååm (Rauh, 1921a, §211.2.a, S. 244: In der Regel Dehnung altkurzer Vokale vor altem A und R plus Konsonant). → Armut. Mhd. armuote. Frankfurterisch: ååmuut (Rauh, 1921a, §216.7, S. 254: Alte Endung -UOTE).
  • der Arm. Mhd. arm. Frankfurterisch: ååm (Rauh, 1921a, §90.3, S. 99: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: ǫǫm (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). → Ärmchen (Diminutiv). Frankfurterisch: ää(a)msche (Rauh, 1921a, §98.2, S. 105: Mhd. Ä vor R, kurz geblieben). → Ärmel. Mhd. ermel. Frankfurterisch: ää(a)ml (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • Arsch (Körperteil). Mhd. ars. Frankfurterisch: ååsch (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 4, S. 99). → Arsch (Schimpfwort). Frankfurterisch: aasch (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 4, S. 99). → Arschloch (Schimpfwort). Frankfurterisch: aaschloch (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 4, S. 99). → leck mich am Arsch. Frankfurterisch: läkk misch m aasch (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 4, S. 99).
  • Arte. Mhd. narde. Fleischmulde. Frankfurterisch: ååde (Rauh, 1921a, §211.2.a, S. 244: In der Regel Dehnung altkurzer Vokale vor altem A und R plus Konsonant).
  • Arzt. Mhd. arzet. Frankfurterisch: ååtst (Rauh, 1921a, §211.2.a, S. 244: In der Regel Dehnung altkurzer Vokale vor altem A und R plus Konsonant).
  • Asche. Frankfurterisch: äsch; auch: asch (Rauh, 1921a, §99, S. 105: SCH-Umlaut).
  • Auge. Mhd. ouge. Frankfurterisch: aach (Rauh, 1921a, §217.21.a, S. 260: Auslautendes altes -E). Augenblick im Frankfurter Lautdenkmal (1937):
    . → ♥Neu!♥ Augenbraue. Mhd. brâwe. Frankfurterisch: aachepraune (Rauh, 1921a, §109.6, S. 119).
  • Axt. Mhd. ackes. Frankfurterisch: åkks (Rauh, 1921a, §90.1, Anm. 1, S. 97: Analogieverdunklung mhd. A).

B

  • Bach. Mhd. bach. Frankfurterisch: bach (Rauh, 1921a, §66.2.a, S. 74: Verschlusslaut vor Vokal als Lenes).
  • Backe. Mhd. backe-n. Frankfurterisch: bagge (Rauh, 1921a, §217.21.a.Anm. 2, S. 260: Auslautendes altes -E).
  • backen. Mhd. backen. Frankfurterisch: bagge (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • baden. → gebadet. Frankfurterisch: gebååt (Rauh, 1921a, §217.16, S. 259: Alte Endung -ET). → Bad. Mhd. bat. Frankfurterisch: bååt (Rauh, 1921a, §210.a, S. 242: Analogdehung altkurzer Vokale vor auslautendem Konsonanten).
  • Bagage. Aus französisch bagage. Gepäck. Frankfurterisch: bagååsch (Rauh, 1921a, §92, S. 100: A in Fremdwörtern).
  • Balg. Mhd. balc. Frankfurterisch: balldsch (Rauh, 1921a, §209, S. 241: Altkurzer Vokal vor mehreren Konsonanten bleibt kurz bzw. wurde rückverkürzt). → Bälge (Plural). Mhd. belge. Auch: Unartige Kinder. Frankfurterisch: bẹlldsch (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • Ball. Mhd. balle-n. Frankfurterisch: balle (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • Balkon. Aus französisch balcon. Frankfurterisch: ballgong (Rauh, 1921a, §104, S. 112: Auslautendes französisches O).
  • Ballon. Aus französisch ballon. Frankfurterisch: ballong (Rauh, 1921a, §104, S. 112: Auslautendes französisches O).
  • bammeln. Mhd. bammelen. Herunterhängen. Frankfurterisch: båmmele (Rauh, 1921a, §216.11, S. 255: Alte Endung -ELEN).
  • Bankert. Mhd. banchart. Uneheliches Kind. Frankfurterisch: banggätt (Rauh, 1921a, §218.2, S. 262).
  • bar. Mhd. bar. Frankfurterisch: båå (Rauh, 1921a, §213, S. 246).
  • Bär. Mhd. bër. Frankfurterisch: bää(a) (Rauh, 1921a, §100.2, S. 107: Germanisches Ë vor R, gedehnt).
  • Bärbel. Frankfurterisch: bää(a)wl (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • Bart. Mhd. bart. Frankfurterisch: bååt (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: bǫǫt (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation).
  • ♥Neu!♥ Bärtsel. Hintern. Frankfurterisch: bä(a)tsl (Rauh, 1921a, §108.3, S. 117: Mhd. Ü vor R erscheint als kurzes Ä).
  • Baum. Frankfurterisch: baam.
  • begegnen. Frankfurterisch: begääschene (Rauh, 1921a, §216.12, S. 256: Alte Endung -ENEN).
  • Beichte. Ahd. bigiht. Mhd. bîhte. Frankfurterisch: baischt (Rauh, 1921a, §101.3, S. 109: Ahd. IGI).
  • Bein. Frankfurterisch: baa(n). → Schienbein. Mhd. schinebein. Frankfurterisch: schii(n)baa(n) (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, gedehnt).
  • Bembel (Bämpel). „“Bedeutungen: [1] Glocken- oder Brunnenschwengel; also hier Ableitung von bampeln. Das E in Bembel ist dann Umlaut-Ä. [2] Apfelweinkrug; mögliche Ableitung von Bombe bzw. dem Diminutiv Bömbchen, hier in der ursprünglichen Bedeutung Flasche oder Gefäß (aus: franz. bombe; ital. bomba). Das E in Bembel ist dann frankfurterisch entrundetes Ö.““ Frankfurterisch: bẹmmbl. Ab etwa 1925 zunehmend dann: bämmbl.
  • Bengel. Mhd. bengel. Frankfurterisch: bẹngl (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • Berg. Mhd. bërc. Frankfurterisch: bä(a)sch; auch: bää(a)sch (Rauh, 1921a, §100.2, S. 106: Germanisches Ë vor R, gedehnt). Ab etwa 1925 zunehmend dann: bä(a)sch (Rauh, 1921a, §211.2.a.Anm, S. 245: Rückverkürzungen).
  • Besen. Mhd. bësem. Frankfurterisch: bääsm (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, gedehnt).
  • besser. Frankfurterisch: bẹssä. → besste (Superlativ). Mhd. be𝔷𝔷este. Frankfurterisch: bẹssde (Rauh, 1921a, §216.15, S. 256: Alte Endung -ESTE).
  • beten. Mhd. bëten. Frankfurterisch: bääde (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • betrachten. Mhd. betrahten. Frankfurterisch: betråchdde (Rauh, 1921a, §90.2.b, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor altem -HT und -HS). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: betrǫchdde (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: betrachdde (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • Bett. Mhd. bet. Frankfurterisch: bẹtt (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben). Ab etwa 1925 zunehmend dann: bätt.
  • betteln. Frankfurterisch: bäddele (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 236: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • bieten. → geboten (Partizip). Mhd. geboten. Frankfurterisch: gebodde (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • Band. → Bändel. Schnur. Frankfurterisch: bẹnnl (Rauh, 1921a, §217.17, S. 259: Alte Endung -EL).
  • Beil. Mhd. bîhel. Frankfurterisch: bail (Rauh, 1921a, §217.17, S. 260: Alte Endung -EL).
  • bibbern. Mhd. aus: biben. Hastig beben oder in Angst sein. Frankfurterisch: biwwänn (Rauh, 1921a, §101.1, S. 107: Mhd. I, kurz geblieben).
  • ♥Neu!♥ Bimmsstein. Mhd. büme𝔷. Frankfurterisch: bimmschdaa(n) (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I).
  • Birne. Mhd. bir. Frankfurterisch: bii(a) (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, gedehnt). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: bii(a) (Rauh, 1921a, §101.2, Anm. 1, S. 108: Mhd. I, gedehnt). → Birnen (Plural). Mhd. birnen. Frankfurterisch: bä(a)nn (Rauh, 1921a, §101.2, S. 108: Mhd. I, gedehnt). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: bii(a)nn (Rauh, 1921a, §101.2, Anm. 1, S. 108: Mhd. I, gedehnt).
  • ♥Neu!♥ Blase. Mhd. blâse. Frankfurterisch: plåås (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: plǫǫs (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • blitzeblau. Mhd. blâ. Frankfurterisch: plittseploo (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Halbfortis vor L, R, M, N und W). Ab etwa 1925 zunehmend dann: plau (Rauh, 1921a, §110, S. 120). → ♥Neu!♥ Blaumale. Blaue Flecken auf der Haut. Frankfurterisch: ploomẹẹlä (Rauh, 1921a, §109.2, S. 118: Mhd. Â wird langes O).
  • Blatt. Mhd. blat. Frankfurterisch: platt (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • Blech. Mhd. blëch. Frankfurterisch: pläsch (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben).
  • bleiben. Mhd. belîben. Frankfurterisch: plaiwe (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Halbfortis vor L, R, M, N und W). → geblieben (Part. Prät.). Mhd. beliben. Frankfurterisch: gepliwwe (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • blitzen. Mhd. blickezen. Frankfurterisch: plittse (Rauh, 1921a, §216.18, S. 256: Alte Endung -EZEN).
  • Blume. Mhd. pluome. Frankfurterisch: plumm (Rauh, 1921a, §214.1.b, S. 249: Kürzung von alten UO).
  • Bockenheim. Frankfurterisch: boggennm (Rauh, 1921a, §218.2, S. 262).
  • Boden. Mhd. bodem. Frankfurterisch: boddm (Rauh, 1921a, §68.1, S. 76: Verschlusslaute als Lenis zwischen Vokalen). → Böden (Plural). Frankfurterisch: bẹddm (Rauh, 1921a, §105.1, S. 112: Mhd. Ö, kurz geblieben).
  • Bogen. Mhd. bogen. Frankfurterisch: booche (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, gedehnt).
  • bohren. Mhd. boren. Frankfurterisch: boo(a)n (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • bollern. Mhd. boln. dröhnen. Frankfurterisch: bollän (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, kurz geblieben).
  • bon. Aus französisch bon. Gut. Frankfurterisch: bong (Rauh, 1921a, §104, S. 112: Auslautendes französisches O).
  • Bornheim. Frankfurterisch: bä(a)nnm (Rauh, 1921a, §218.2, S. 262).
  • Borste. → Borsten (Plural). Mhd. borsten. Frankfurterisch: bǫ(a)schdde (Rauh, 1921a, §103.4, S. 111: Mhd. O vor R und Konsonant, kurz geblieben).
  • Bottich. Mhd. botech. Frankfurterisch: boddisch (Rauh, 1921a, §206, S. 240: Kurzer Vokal vor alten -ECH, -ICH, -EC und -IGE).
  • Boutique. Aus französisch boutique. Kränerladen oder kleine, ärmliche, unordentliche Behausung. Frankfurterisch: buddikk (Rauh, 1921a, §107.1, S. 115: U für französisch OU).
  • ♥Neu!♥ Braten. Mhd. brâte-n. Frankfurterisch: prååde (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: prǫǫde (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • brechen. → Bruch. Mhd. bruoch. Frankfurterisch: pruch (Rauh, 1921a, §214.1.a, S. 248: Kürzung von alten UO vor CH, SCH, G, K). pruchschtråås (Rauh, 1921a, §214.1.a, S. 248: Kürzung von alten UO vor CH, SCH, G, K).
  • Bremse. Mhd. brëme. Frankfurterisch: prẹmms (Rauh, 1921a, §100.3, S. 107: Germanisches Ë vor Nasal, kurz geblieben).
  • Brett. Frankfurterisch: prätt. → Bretter (Plural). Mhd. brëter. Frankfurterisch: präddä; auch: präädä (Rauh, 1921a, §204.2.b, S. 237: Langer Vokal vor -ER).
  • Brille. Frankfurterisch: prill. → Brillenhannes. Spottname für einen Brillenträger. Hannes aus Johannes. Frankfurterisch: prillehannes. „A was will dann der Prillenhannes? A ich schlache-n-em sein Prill in die Ache enei, daßer hinne widder eraus fehrt” (Oppel, 1839−1894; aus: FWB, Bd. I, S. 386).
  • bringen. Mhd. bringen. Frankfurterisch: pringe (Rauh, 1921a, §101.3, S. 109: Mhd. I). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: prẹnge (Rauh, 1921a, §101.3, S. 109: Mhd. I). → ♥Neu!♥ gebracht. Mhd. gebrâht. Frankfurterisch: gepråcht (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â, gekürzt zu kurzem dunklen A). Ab etwa 1925 zunehmend dann: gepracht (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • Brocken. → Bröckchen (Diminutiv). Frankfurterisch: prẹgglsche (Rauh, 1921a, §105.1, S. 112: Mhd. Ö, kurz geblieben).
  • ♥Neu!♥ Broddem. Mhd. brâdem. Dicker Wasserdunst. Frankfurterisch: proddm (Rauh, 1921a, §109.2, S. 118: Mhd. Â wird langes O). → Broddeme (Plural). Mhd. brâdemen. Frankfurterisch: proddeme (Rauh, 1921a, §216.13, S. 256: Alte Endung -EMEN).
  • ♥Neu!♥ Brombeere. Frankfurterisch: br (Rauh, 1921a, §109.2, S. 118: Mhd. Â wird langes O).
  • Brücke. Hochdeutsch: brükke. Frankfurterisch: prikk (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I).
  • Bruder. Frankfurterisch: pruudä. ⊙Frankfurter Vororte: prǫure (Rauh, 1921a, §7, S. 11: Wandlung T und D zu R zwischen Vokalen). → Brüder (Plural). Frankfurterisch: priidä. Brüder im Frankfurter Lautdenkmal (1937):
    .
  • Buch. Mhd. buoch. Frankfurterisch: buch (Rauh, 1921a, §214.1.a, S. 248: Kürzung von alten UO vor CH, SCH, G, K).
  • Buche. → Buchen (Plural). Mhd. buochen. Frankfurterisch: buche (Rauh, 1921a, §214.1.a, S. 248: Kürzung von alten UO vor CH, SCH, G, K).
  • ♥Neu!♥ Büchse. Mhd. bühse. Frankfurterisch: bikks (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I).
  • Buckel. Mhd. buckel. Frankfurterisch: buggl (Rauh, 1921a, §68.1, S. 76: Verschlusslaute als Lenis zwischen Vokalen).
  • bügeln. Frankfurterisch: bischelle (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 236: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • ♥Neu!♥ Bündel. Mhd. bündel. Frankfurterisch: binnl (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I).
  • Burg. Mhd. burc. Frankfurterisch: bǫ(a)sch (Rauh, 1921a, §106.4, S. 114: Mhd. U vor r plus Konsonant als kurzes offenes O).
  • Bürger. Mhd. burgære. Frankfurterisch: bǫǫ(a)jä; auch: bää(a)jä (Rauh, 1921a, §106.4, S. 115: Mhd. U vor r plus Konsonant als langes offenes O). → Bürgermeister und Bürgerkrieg im Frankfurter Lautdenkmal (1937):
    .
  • ♥Neu!♥ Büerste. Mhd. bürste. Frankfurterisch: bä(a)scht (Rauh, 1921a, §108.3, S. 117: Mhd. Ü vor R erscheint als kurzes Ä). → er bürstet. Frankfurterisch: bä(a)schtt (Rauh, 1921a, §217.16, S. 259: Alte Endung -ET).
  • Bursche. Mhd. burse. Frankfurterisch: bǫ(a)sch (Rauh, 1921a, §211.2.b, S. 246: Bewahrte alte Kürze vor R plus Konsonant).
  • Buddel. Aus französisch bouteille. Flasche. Frankfurterisch: buddl (Rauh, 1921a, §107.1, S. 115: U für französisch OU).
  • ♥Neu!♥ Bütte. Mhd. büte. Frankfurterisch: bitt (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I). → Bütten (Plural). Mhd. büten. Frankfurterisch: bidde (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • Büttel. Mhd. bütel. Frankfurterisch: biddl (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 236: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • Butter. Mhd. buter. Frankfurterisch: buddä (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, kurz geblieben).

C

  • Chaussee. Aus französisch chauss’ee. Landstraße. Frankfurterisch: schossẹẹ (Rauh, 1921a, §103.1, Anm. 1, S. 110: O in Fremdwörtern).

D

  • ♥Neu!♥ da. Mhd. dâ. Frankfurterisch: dåå (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: dǫǫ (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • Dach. → Dächer (Plural). Frankfurterisch: däschä (Rauh, 1921a, §98.1, S. 104: Mhd. Ä, kurz geblieben).
  • danken. → Dank. Mhd. danc. Frankfurterisch: dånk (Rauh, 1921a, §209, S. 241: Altkurzer Vokal vor mehreren Konsonanten bleibt kurz bzw. wurde rückverkürzt).
  • Darm. Mhd. darm. Frankfurterisch: dååm (Rauh, 1921a, §211.2.a, S. 244: In der Regel Dehnung altkurzer Vokale vor altem A und R plus Konsonant). → Gedärm. Mhd. gedärm. Frankfurterisch: gedää(a)m (Rauh, 1921a, §211.2.a.Anm, S. 245: In der Regel Dehnung altkurzer Vokale vor altem E, Ä oder Ë und R plus Konsonant).
  • daroben. Mhd. daroben. Frankfurterisch: trowwe (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, kurz geblieben).
  • das. Frankfurterisch: däss (Rauh, 1921a, §212, S. 246: Einsilbige Pronominalformen).
  • dehnen. Mhd. denen. Frankfurterisch: dẹẹne (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, gedehnt).
  • Deichsel. Mhd. dîhsel. Frankfurterisch: daiksl (Rauh, 1921a, §217.12, S. 259: Alte Endung -SEL).
  • Delle. Mhd. delle. Frankfurterisch: dẹll (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • denken. → ♥Neu!♥ gedacht. Mhd. gedâht. Frankfurterisch: gedåcht (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â, gekürzt zu kurzem dunklen A). Ab etwa 1925 zunehmend dann: gedacht (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • der (betont). Frankfurterisch: dää(a) (Rauh, 1921a, §213, S. 246). → der (unbetont). Frankfurterisch: de (Rauh, 1921a, §213, S. 246).
  • desto. Mhd. dëste. Frankfurterisch: dẹssde (Rauh, 1921a, §100.4, S. 107: Germanisches Ë ST).
  • deutsch. Mhd. diutsch. Frankfurterisch: doitsch (Rauh, 1921a, §217.10, S. 258: Alte Endungen -ESCH und -ISCH).
  • dich. Mhd. dich. Frankfurterisch: disch (Rauh, 1921a, §212, S. 246: Einsilbige Pronominalformen).
  • Diele. Mhd. dille. Frankfurterisch: diil (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, gedehnt).
  • Dienst. Mhd. dienst. Frankfurterisch: dinnst (Rauh, 1921a, §214.1.b, S. 249: Kürzung von alten IE).
  • Dienstag. Frankfurterisch: dinnsdååch (Rauh, 1921a, §214.1.b, S. 249: Kürzung von alten IE).
  • Ding. → Gedings. Mhd. gedingeze. Frankfurterisch: gedings (Rauh, 1921a, §217.14.a, S. 259: Alte Endung -EZE).
  • Distel. Mhd. distel. Frankfurterisch: dissdl (Rauh, 1921a, §101.1, S. 107: Mhd. I, kurz geblieben).
  • dir. Mhd. dir. Frankfurterisch: dii(a) (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, gedehnt). → dir es. Mhd. dir e𝔷. Frankfurterisch: däss (Rauh, 1921a, §217.14.a, S. 259: Alte Endung -EZE).
  • ♥Neu!♥ Docht. Mhd. tâht. Frankfurterisch: docht (Rauh, 1921a, §109.2, S. 118: Mhd. Â wird langes O).
  • Donner. Mhd. doner. Frankfurterisch: donnä (Rauh, 1921a, §103.2, S. 111: Mhd. O). Vor 1825 wohl gesprochen als: dunnä (Rauh, 1921a, §103.2, S. 111: Mhd. O). → donneren. Mhd. donern. Frankfurterisch: donnän (Rauh, 1921a, §103.2, S. 111: Mhd. O). Vor 1825 wohl gesprochen als: dunnän (Rauh, 1921a, §103.2, S. 111: Mhd. O). → Donnerwetter. Frankfurterisch: dunnäwäddä (Rauh, 1921a, §103.2, S. 111: Mhd. O). → Donnerkeil. Frankfurterisch: dunnäkhail (Rauh, 1921a, §103.2, S. 111: Mhd. O).
  • Dorf. Mhd. dorf. Frankfurterisch: dǫ(a)ff (Rauh, 1921a, §103.4, S. 111: Mhd. O vor R und Konsonant, kurz geblieben). → Dörfer (Plural). Frankfurterisch: dä(a)vvä (Rauh, 1921a, §105.2, S. 112: Mhd. Ö vor R, kurz geblieben).
  • Dorn. Mhd. dorn. Frankfurterisch: dǫ(a)nn (Rauh, 1921a, §211.2.b, S. 246: Bewahrte alte Kürze vor R plus Konsonant).
  • Dotter. Mhd. toter. Frankfurterisch: doddä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER).
  • ♥Neu!♥ Draht. Mhd. drât. Frankfurterisch: trååt (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: trǫǫt (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • Dreck. Mhd. drëc. Frankfurterisch: träkk (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben).
  • drei. → Drittel. Mhd. dritteil. Frankfurterisch: triddl (Rauh, 1921a, §218.2, S. 262).
  • drücken. Mhd. drücken. Frankfurterisch: trigge (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Halbfortis vor L, R, M, N und W).
  • du. Mhd. du. Frankfurterisch: duu (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, gedehnt).
  • dumm. Mhd. tumb. Frankfurterisch: dumm (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, kurz geblieben). → Dummheit. Frankfurterisch: dummhaat (Rauh, 1921a, §217.3, S. 257: Alte Endung -HEIT).
  • ♥Neu!♥ dünn. Mhd. dünne. Frankfurterisch: dinn (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I).
  • Dunst. Ahd. dunist. Mhd. dunst. Frankfurterisch: dunndst (Rauh, 1921a, §217.15, S. 259: Alte Endung -EST).
  • durch. Ahd. durich. Mhd. durch. Frankfurterisch: dǫ(a)sch (Rauh, 1921a, §207, S. 240: Kurzer Stammvokal vor synkopiertem Endsilbenvokal).
  • ♥Neu!♥ dürfen. Mhd. dürfen. Frankfurterisch: dä(a)ve (Rauh, 1921a, §108.3, S. 117: Mhd. Ü vor R erscheint als kurzes Ä).
  • ♥Neu!♥ dürr. Mhd. dürre. Frankfurterisch: dä(a) (Rauh, 1921a, §108.3, S. 117: Mhd. Ü vor R erscheint als kurzes Ä).
  • Durst. Mhd. durst. Frankfurterisch: dǫ(a)schtt (Rauh, 1921a, §66.2.a, S. 74: Verschlusslaut vor Vokal als Lenes). Ab etwa 1925 zunehmend dann: dạschtt (Rauh, 1921a, §106.4, Anm. 3, S. 115: Mhd. U vor r plus Konsonant als helles A). → durstig. Frankfurterisch: dǫ(a)schdisch (Rauh, 1921a, §217.11.a, S. 258: Alte Endungen -EC und -IC).
  • Dusche. Aus französisch douche. Damals auch Wasserleitung. Frankfurterisch: dusch (Rauh, 1921a, §107.1, S. 115: U für französisch OU).
  • Dussel. Gedankenloser Mensch. Frankfurterisch: dussl (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).

E

  • eben. Mhd. ëben. Frankfurterisch: ääwe (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, gedehnt).
  • Eber. Mhd. ëber. Frankfurterisch: äwwä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER).
  • Eiche. → eichern. Mhd. eichîn. Aus Eiche. Frankfurterisch: aasche (Rauh, 1921a, §217.5, S. 257: Alte Adjektivsuffixe -ÎN und -IN).
  • ein. → Einigkeit. Frankfurterisch: aanischkhaat (Rauh, 1921a, §217.3, S. 257: Alte Endung -HEIT).
  • ♥Neu!♥ einmal. Mhd. mâl. Frankfurterisch: emool; auch: emåål (Rauh, 1921a, §109.4, S. 119).
  • elf. Mhd. eilif, elf. Frankfurterisch: ällf (Rauh, 1921a, §207, S. 240: Kurzer Stammvokal vor synkopiertem Endsilbenvokal).
  • Elster. Mhd. atzel. Auch: Perrücke. Frankfurterisch: attsl (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • eng. Mhd. eng. Frankfurterisch: ẹng (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • Ente. Mhd. enete. Frankfurterisch: ẹnnt (Rauh, 1921a, §216.17, S. 256: Alte Endung -ETE).
  • er (betont). Frankfurterisch: ää(a) (Rauh, 1921a, §213, S. 246). → er (unbetont). Frankfurterisch: ä (Rauh, 1921a, §213, S. 246).
  • erben. Mhd. ërben. Frankfurterisch: ää(a)we (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M). → geeerbt. Frankfurterisch: geä(a)bbt (Rauh, 1921a, §215.1.a, S. 252: Vorsilbe GE-).
  • Erde. Mhd. ërde. Frankfurterisch: ää(a)t (Rauh, 1921a, §211.2.a.Anm, S. 245: In der Regel Dehnung altkurzer Vokale vor altem E, Ä oder Ë und R plus Konsonant). → irden. Mhd. irdîn. Aus Erde. Frankfurterisch: ä(a)dde (Rauh, 1921a, §217.5, S. 257: Alte Adjektivsuffixe -ÎN und -IN).
  • ernst. Mhd. ërnest. Frankfurterisch: ä(a)nnst (Rauh, 1921a, §100.2, S. 106: Germanisches Ë vor R, kurz geblieben).
  • erst. Mhd. êrst. Frankfurterisch: ää(a)scht (Rauh, 1921a, §214.4, S. 250: Kürzung von altlangem Ê). Ab etwa 1925 zunehmend dann: ä(a)scht (Rauh, 1921a, §214.4, S. 250: Kürzung von altlangem Ê).
  • Erz. → Erzgauner. Mhd. erz-. Frankfurterisch: ä(a)tsgaunä (Rauh, 1921a, §97.2, S. 104: Mhd. E vor R).
  • erzählen. Mhd. erzellen. Frankfurterisch: fätsẹẹle (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, gedehnt).
  • Esel. Mhd. esel. Frankfurterisch: ẹẹsl (Rauh, 1921a, §204.1.b, S. 237: Langer bzw. gedehnter Vokal vor -EL).
  • essen. Mhd. ë𝔷𝔷en. Frankfurterisch: ẹsse (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben). → gegessen. Mhd. gëzzen, gegë𝔷𝔷en. Frankfurterisch: gässe (Rauh, 1921a, §215.Anm. 1, S. 252: e).
  • Essig. Mhd. e𝔷𝔷îch. Frankfurterisch: ässisch (Rauh, 1921a, §217.9.b, S. 258).
  • etwas. Mhd. etewa𝔷. Frankfurterisch: ẹbbes (Rauh, 1921a, §97.Anm. 1, S. 103).
  • Eule. Mhd. iule. Frankfurterisch: oil (Rauh, 1921a, §103.4, Anm. 3, S. 112). Vor 1825 wohl gesprochen als: ail. → Volleule (Betrunkener). Frankfurterisch: folloil. „Der hot die Leit … Volleile gehääe” (Malß; aus: FWB, Bd. VI, S. 3436).

F

  • Fackel. Mhd. vackel. Frankfurterisch: faggl (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • Faden. Mhd. vadem. Frankfurterisch: fåddm (Rauh, 1921a, §66.1, S. 74: Reibelaut als Fortes im Anlaut). → Fäden. Mhd. vademe. Frankfurterisch: fädm (Rauh, 1921a, §216.13, S. 256: Alte Endung -EME). → fädeln. Mhd. vedemen. Frankfurterisch: fäddeme (Rauh, 1921a, §216.13, S. 256: Alte Endung -EMEN).
  • Fahne. Mhd. vane. Frankfurterisch: fåån (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: fǫǫn (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation).
  • fahren. → du fährst. Frankfurterisch: fää(a)scht (Rauh, 1921a, §217.15, S. 259: Alte Endung -EST). &rare; er fährt. Mhd. vert. Frankfurterisch: fää(a)t (Rauh, 1921a, §97.2, S. 104: Mhd. E vor R). → Fahrt. Mhd. vart. Frankfurterisch: fååt (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: fǫǫt (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation).
  • fallen. Mhd. vallen. Frankfurterisch: falle (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten). → gefallen. Mhd. gevallen. Frankfurterisch: kfalle; auch: gefalle (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Verschlusslaut vor Reibelaut als Fortes).
  • fangen. → Gefängnis. Frankfurterisch: gefẹngniss (Rauh, 1921a, §216.2, S. 254: Alte Endung -NISSE).
  • Farbe. Mhd. varwe. Frankfurterisch: fåpp (Rauh, 1921a, §90.2.c, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor R und Konsonant). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: fǫpp (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: fapp (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation). → Farben (Plural). Mhd. varwen. Frankfurterisch: fååwe (Rauh, 1921a, §211.1, S. 244: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M). → färben. Mhd. verwen. Frankfurterisch: fää(a)we (Rauh, 1921a, §211.1, S. 244: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • Faser. Mhd. vaser. Frankfurterisch: fååsä (Rauh, 1921a, §204.2.b, S. 237: Langer Vokal vor -ER).
  • Fass. Mhd. va𝔷. Frankfurterisch: fass (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • Fasson. Aus französisch facon. Form. Frankfurterisch: fassong (Rauh, 1921a, §104, S. 112: Auslautendes französisches O).
  • Feder. Mhd. vëder. Frankfurterisch: fäddä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER).
  • Feind. → Feindin. Mhd. vîendinne. Frankfurterisch: fåindinn (Rauh, 1921a, §216.1.a, S. 253: Alte Endung -INNE).
  • Feld. Mhd. vëlt. Frankfurterisch: fällt (Rauh, 1921a, §67, S. 76: Fortis im Auslaut).
  • Felsen. Mhd. felis. Frankfurterisch: fẹllds (Rauh, 1921a, §207, S. 240: Kurzer Stammvokal vor synkopiertem Endsilbenvokal).
  • Fenster. Mhd. vënster. Frankfurterisch: fẹnnsdä (Rauh, 1921a, §100.3, S. 107: Germanisches Ë vor Nasal, kurz geblieben).
  • Ferse. Mhd. vërsen. Frankfurterisch: fää(a)s (Rauh, 1921a, §211.2.a.Anm, S. 245: In der Regel Dehnung altkurzer Vokale vor altem E, Ä oder Ë und R plus Konsonant). Ab etwa 1925 zunehmend dann: fä(a)ss (Rauh, 1921a, §211.2.a.Anm, S. 245: Rückverkürzungen).
  • fertig. Mhd. vertec. Frankfurterisch: fä(a)ddisch (Rauh, 1921a, §217.11.a, S. 258: Alte Endungen -EC und -IC).
  • fest. Mhd. veste. Frankfurterisch: fẹsst (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • Fest das. Mhd. vëst. Frankfurterisch: fẹsst (Rauh, 1921a, §100.4, S. 107: Germanisches Ë ST).
  • Fichte. Mhd. fiehte. Frankfurterisch: fischtt (Rauh, 1921a, §214.Anm. 1, S. 248: Kürzung von alten IE vor CH, SCH, G, K).
  • Figur. Aus lateinisch figura. Gestalt. Frankfurterisch: fischuu(a) (Rauh, 1921a, §107.2, S. 115: U für lateinisch U).
  • finden. Mhd. vinden. Frankfurterisch: finne (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, kurz geblieben). → gefunden. Frankfurterisch: gefunnä (Rauh, 1921a, §215.1.a, S. 252: Vorsilbe GE-).
  • Finger. Mhd. vinger. Frankfurterisch: fingä (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, kurz geblieben).
  • Fink. Mhd. vinke. Frankfurterisch: fingk (Rauh, 1921a, §67, S. 76: Fortis im Auslaut).
  • Fisch. Mhd. visch. Frankfurterisch: fisch (Rauh, 1921a, §101.1, S. 107: Mhd. I, kurz geblieben).
  • Fissel. Fädchen. Frankfurterisch: fissl (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • Flasche. Mhd. vlasche. Frankfurterisch: flasch (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • flicken. Mhd. vlicken. Frankfurterisch: fligge (Rauh, 1921a, §101.1, S. 107: Mhd. I, kurz geblieben).
  • fliegen. Frankfurterisch: fliije.
  • Floß. Mhd. vlô𝔷. Frankfurterisch: floss (Rauh, 1921a, §214.5, S. 250: Kürzung von altlangem Ô).
  • fluchen. Mhd. fluochen. Frankfurterisch: fluche (Rauh, 1921a, §214.1.a, S. 248: Kürzung von alten UO vor CH, SCH, G, K).
  • fort. Mhd. vort. Frankfurterisch: fǫ(a)tt (Rauh, 1921a, §103.4, S. 111: Mhd. O vor R und Konsonant, kurz geblieben). Ab etwa 1925 zunehmend dann: fạtt (Rauh, 1921a, §103.4, Anm. 4, S. 112).
  • fragen. → er fragt. Frankfurterisch: frääscht (Rauh, 1921a, §98.1, S. 104: Mhd. Ä, gedehnt).
  • Frankfurt. → Frankfurterin. Frankfurterisch: frångfǫ(a)ddänn (Rauh, 1921a, §216.1.b, S. 254: Alte Endung -INNE). → frankfurterisch. Frankfurterisch: frångfǫ(a)däsch; auch: frångfǫ(a)derisch (Rauh, 1921a, §217.10, S. 258: Alte Endungen -ESCH und -ISCH).
  • Franzose. → französisch. Frankfurterisch: franntsẹẹsch (Rauh, 1921a, §217.10, S. 258: Alte Endungen -ESCH und -ISCH).
  • Frau. Frankfurterisch: fraa. → Fräulein. Auch: Lehrerin. Frankfurterisch: frollåin (Rauh, 1921a, §217.4, S. 257: Altes Diminutivsuffix -LÎN, der Schriftsprache entlehnt).
  • frech. Mhd. vrëch. Frankfurterisch: fräsch (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben).
  • frei. → freilich. Mhd. vrîliche. Frankfurterisch: frailisch (Rauh, 1921a, §216.5, S. 254: Alte Endung -LÎCHE).
  • fressen. Mhd. vrë𝔷𝔷en. Frankfurterisch: frässe (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben). → gefressen. Frankfurterisch: gefrässe (Rauh, 1921a, §215.1.a, S. 252: Vorsilbe GE-).
  • fremd. Mhd. vremde. Frankfurterisch: frẹmmt (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • freuen. Frankfurterisch: fraae. Ab etwa 1925 zunehmend dann: froie. → Freude. Mhd. vröuwede. Frankfurterisch: fraat (Rauh, 1921a, §216.17, S. 256: Alte Endung -EDE).
  • Freund. → Freundin. Mhd. vriundinne. Frankfurterisch: froindinn (Rauh, 1921a, §216.1.a, S. 253: Alte Endung -INNE).
  • Friedrich. Frankfurterisch: fridderisch (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER).
  • fromm. Mhd. vrum. Frankfurterisch: fromm (Rauh, 1921a, §106.2, S. 114: Mhd. U vor Nasalen).
  • Frosch. Mhd. vrosch. Frankfurterisch: frosch (Rauh, 1921a, §209, S. 241: Altkurzer Vokal vor mehreren Konsonanten bleibt kurz bzw. wurde rückverkürzt).
  • Fuchs. Mhd. vuhs. Frankfurterisch: fukks (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, kurz geblieben).
  • fühlen. → einfühlig. Frankfurterisch: aa(n)fällisch (Rauh, 1921a, §217.11.a, S. 258: Alte Endungen -EC und -IC).
  • füllen. → Füllsel. Frankfurterisch: filssl (Rauh, 1921a, §217.12, S. 259: Alte Endung -SEL).
  • Furche. Ahd. furuk. Mhd. vurch. Frankfurterisch: fǫ(a)sch (Rauh, 1921a, §207, S. 240: Kurzer Stammvokal vor synkopiertem Endsilbenvokal).
  • ♥Neu!♥ fürchten. Mhd. vürhten. Frankfurterisch: fä(a)schde (Rauh, 1921a, §108.3, S. 117: Mhd. Ü vor R erscheint als kurzes Ä).
  • ♥Neu!♥ Fürst. Mhd. vürste. Frankfurterisch: får(a)scht (Rauh, 1921a, §108.3, S. 117: Mhd. Ü vor R erscheint als kurzes Ä).
  • Fussel. Fädchen. Frankfurterisch: fussl (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • Futter. Mhd. vuoter. Frankfurterisch: fuddä (Rauh, 1921a, §214.1.b, S. 249: Kürzung von alten UO).

G

  • Gabel. Mhd. gabel. Frankfurterisch: gåwwl (Rauh, 1921a, §90.2.d, S. 98: Mhd. A ist rückverkürzt und verdunkelt in offener Silbe vor Sonorsilben). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: gǫwwl (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: gawwl (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation). → gabeln. Mhd. gabelen. Frankfurterisch: gåwwele (Rauh, 1921a, §216.11, S. 255: Alte Endung -ELEN).
  • Galgen. Mhd. galge-n. Frankfurterisch: gallje (Rauh, 1921a, §217.21.a.Anm. 2, S. 260: Auslautendes altes -E).
  • Gampel. Mhd. gampel. Unverständliche Rede, Gejammer. Frankfurterisch: gåmml (Rauh, 1921a, §90.2.a, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor Nasal).
  • Gans. Mhd. gans. Frankfurterisch: gånnds (Rauh, 1921a, §66.2.a, S. 74: Verschlusslaut vor Vokal als Lenes). → Gänsi (Diminutiv). Frankfurterisch: gẹnnsi.
  • gar. Mhd. gar. Frankfurterisch: gåå (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: gǫǫ (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation).
  • Garn. Mhd. garn. Frankfurterisch: gåån (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Ab etwa 1925 zunehmend dann: gånn (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 5, S. 99: Rückverkürzungen).
  • Garnison. Aus französisch garnison. Frankfurterisch: gannissoon; auch: gannissong (Rauh, 1921a, §104.Anm., S. 112: Auslautendes französisches O).
  • Garten. Mhd. garten. Frankfurterisch: gååde (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: gǫǫde (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ebenso um 1920: gådde (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 5, S. 99: Rückverkürzungen). Ab etwa 1925 zunehmend dann: gadde (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 5, S. 99: Rückverkürzungen). → Gärtner. Frankfurterisch: gää(a)dnä (Rauh, 1921a, §211.2.a.Anm, S. 245: In der Regel Dehnung altkurzer Vokale vor altem E, Ä oder Ë und R plus Konsonant). Ab etwa 1925 zunehmend dann: gä(a)ddnä (Rauh, 1921a, §211.2.a.Anm, S. 245: Rückverkürzungen).
  • Gasse. Mhd. ga𝔷𝔷e. Frankfurterisch: gass (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • Gast. → Gäste (Plural). Mhd. geste. Frankfurterisch: gẹsst (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • Gaul. → Gäulchen (Diminutiv). Frankfurterisch: goilsche (Rauh, 1921a, §216.19.a, S. 256: Alte Endung -ECHEN).
  • geben. Mhd. gëben. Frankfurterisch: gäwe (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben). → gegeben (Partizip). Frankfurterisch: gäwwä (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN). → ich gebe. Frankfurterisch: schgäpp (Rauh, 1921a, §219.1.a, S. 263: Schwächung des ICH Pronomens). → der gibt sich keine Mühe. Frankfurterisch: dä gibbtsch khaa(n) mii (Rauh, 1921a, §219.1.a, S. 263: Schwächung des SICH Pronomens). → gib mir. Frankfurterisch: gäbbmä (Rauh, 1921a, §219.1.b, S. 263: Schwächung des MIR Pronomens). → gib ihm. Frankfurterisch: gäbbm (Rauh, 1921a, §219.1.e, S. 263: Schwächung des IHM Pronomens).
  • geboren. Mhd. geboren. Frankfurterisch: gẹboo(a)n (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • Geburt. Mhd. geburt. Frankfurterisch: gebǫ(a)tt (Rauh, 1921a, §211.2.b, S. 245: Bewahrte alte Kürze vor R plus Konsonant).
  • gegen. Mhd. gegen. Frankfurterisch: gääsche (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • gehen. → Gang. Mhd. ganc. Frankfurterisch: gång (Rauh, 1921a, §209, S. 241: Altkurzer Vokal vor mehreren Konsonanten bleibt kurz bzw. wurde rückverkürzt).
  • Geheimnis. Frankfurterisch: gehaamniss (Rauh, 1921a, §216.2, S. 254: Alte Endung -NISSE).
  • Gelärsch. Ahd. gilârihha. altes baufälliges Haus oder Gerümpel. Frankfurterisch: gelä(a)sch (Rauh, 1921a, §214.3, S. 250: Kürzung von altlangem æ).
  • gelb. Mhd. gëlb. Frankfurterisch: gääl (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, gedehnt).
  • gemütlich. Frankfurterisch: gemiitlisch. → gemütlichen (Akk. Plural) im Frankfurter Lautdenkmal (1937): [gəmiːdliʒə] bzw. gemiidlische,
    .
  • Genick. Mhd. genic. Frankfurterisch: knikk (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Halbfortis vor L, R, M, N und W).
  • genug. Mhd. genouc. Frankfurterisch: gennuch (Rauh, 1921a, §214.1.a, S. 248: Kürzung von alten UO vor CH, SCH, G, K).
  • gerade. Mhd. gerad. Frankfurterisch: krååt (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Halbfortis vor L, R, M, N und W).
  • gerben. Mhd. gerwen. Frankfurterisch: gää(a)we (Rauh, 1921a, §211.1, S. 244: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M). → gegerbt. Frankfurterisch: gegä(a)bbt (Rauh, 1921a, §217.16, S. 259: Alte Endung -ET).
  • Gerte. Mhd. gerte. Frankfurterisch: gä(a)t; auch: gää(a)t (Rauh, 1921a, §97.2, S. 104: Mhd. E vor R). Ab etwa 1925 zunehmend dann: gä(a)tt (Rauh, 1921a, §211.2.a.Anm, S. 245: Rückverkürzungen).
  • gerinnen. → geronnen. Mhd. gerunnen. Frankfurterisch: geronne (Rauh, 1921a, §106.2, S. 113: Mhd. U vor Nasalen).
  • gescheit. Frankfurterisch: kschait (Rauh, 1921a, §215.1.b, S. 252).
  • Geschichte. Mhd. geschiht. Frankfurterisch: kschischtt (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Verschlusslaut vor Reibelaut als Fortes).
  • Geschirr. Frankfurterisch: kschä(a) (Rauh, 1921a, §215.1.b, S. 252).
  • Geselle. Mhd. geselle. Frankfurterisch: ksẹll (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Verschlusslaut vor Reibelaut als Fortes).
  • gestern. Mhd. gëster. Frankfurterisch: gẹssdät; auch: gẹssdän (Rauh, 1921a, §100.4, S. 107: Germanisches Ë ST).
  • gesund. Frankfurterisch: ksunnt (Rauh, 1921a, §215.1.b, S. 252).
  • gewahr. Mhd. gewar. Frankfurterisch: gewåå (Rauh, 1921a, §213, S. 246).
  • ♥Neu!♥ Gewäerzel. Gewürzkräuter. Frankfurterisch: gewä(a)tsl (Rauh, 1921a, §108.3, S. 117: Mhd. Ü vor R erscheint als kurzes Ä).
  • Gewehr. Mhd. gewer. Frankfurterisch: gewää(a) (Rauh, 1921a, §213, S. 246).
  • gewinnen. → gewonnen. Mhd. gewunnen. Frankfurterisch: gewonne (Rauh, 1921a, §106.2, S. 113: Mhd. U vor Nasalen).
  • Gewitter. Frankfurterisch: gewiddä (Rauh, 1921a, §215.1.a, S. 252: Vorsilbe GE-).
  • gewöhnen. Mhd. gewenen. Frankfurterisch: gewẹẹne (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, gedehnt).
  • Gift. Mhd. gift. Frankfurterisch: gifft (Rauh, 1921a, §101.1, S. 107: Mhd. I, kurz geblieben).
  • Gitter. Mhd. geter. Frankfurterisch: giddä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER).
  • Glas. Mhd. glas. Frankfurterisch: klåås (Rauh, 1921a, §210.a, S. 242: Analogdehung altkurzer Vokale vor auslautendem Konsonanten).
  • glauben. Frankfurterisch: klaawe. → glaubst du es im Frankfurter Lautdenkmal (1937):
    .
  • glatt. Mhd. glat. Frankfurterisch: klatt (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • Glied. Mhd. gelid. Frankfurterisch: klitt; auch: kliit (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Halbfortis vor L, R, M, N und W). → Glieder (Plural). Mhd. gelider. Frankfurterisch: kliddä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER).
  • Glück. Mhd. gelücke. Frankfurterisch: klikk (Rauh, 1921a, §217.21.a, S. 260: Auslautendes altes -E).
  • Glucke. Mhd. klucke. Legehenne oder übertragen gebraucht: dicke unbeholfene Frauen. Frankfurterisch: klukk (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, kurz geblieben).
  • Gold. Mhd. golt. Frankfurterisch: gollt (Rauh, 1921a, §209, S. 241: Altkurzer Vokal vor mehreren Konsonanten bleibt kurz bzw. wurde rückverkürzt). → golden. Mhd. guldîn. Aus Gold. Frankfurterisch: gollde (Rauh, 1921a, §217.5, S. 257: Alte Adjektivsuffixe -ÎN und -IN).
  • göennen. Mhd. gunnen. Frankfurterisch: gẹnne (Rauh, 1921a, §106.2, Anm. 1, S. 114: Mhd. U vor Nasalen, ehemalig erhaltenes U). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: gunne (Rauh, 1921a, §106.2, Anm. 1, S. 114: Mhd. U vor Nasalen, ehemalig erhaltenes U).
  • Gote. Mhd. gote. Frankfurterisch: goot (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • graben. → Grab. Mhd. grap. Frankfurterisch: krååp (Rauh, 1921a, §210.a, S. 242: Analogdehung altkurzer Vokale vor auslautendem Konsonanten). → Gräber (Plural). Frankfurterisch: krääwä (Rauh, 1921a, §98.1, S. 104: Mhd. Ä, gedehnt).
  • Gras. Mhd. gras. Frankfurterisch: kråås (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: krǫǫs (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation).
  • ♥Neu!♥ grau. Mhd. grâ. Frankfurterisch: kroo (Rauh, 1921a, §109.2, S. 118: Mhd. Â wird langes O). Ab etwa 1925 zunehmend dann: krau (Rauh, 1921a, §110, S. 120).
  • Gravenbruch. Frankfurterisch: krååvepruch (Rauh, 1921a, §214.1.a, S. 248: Kürzung von alten UO vor CH, SCH, G, K).
  • Griffel. Mhd. griffel. Frankfurterisch: krivvl (Rauh, 1921a, §202, S. 235).
  • Grießheim. Frankfurterisch: kriism (Rauh, 1921a, §218.2, S. 262).
  • grob. Mhd. grob. Frankfurterisch: kropp (Rauh, 1921a, §210.b, S. 242). → Grobheit. Frankfurterisch: kropphaat (Rauh, 1921a, §217.3, S. 257: Alte Endung -HEIT).
  • grosz. → am größten (Superlativ) im Frankfurter Lautdenkmal (1937): [kreːstə] bzw. krẹẹste,
    .
  • grunzen. Mhd. grunzen. Frankfurterisch: krunnse (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, kurz geblieben).
  • ♥Neu!♥ Grütze. Mhd. grütze. Frankfurterisch: kritts (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I).
  • gucken. Ahd. guckan. Sehen. Frankfurterisch: gugge (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, kurz geblieben).
  • Gurgel. Mhd. gurgel. Frankfurterisch: gǫǫil (Rauh, 1921a, §106.4, S. 115: Mhd. U vor r plus Konsonant als langes offenes O). → gurgeln. Mhd. gurgeln. Frankfurterisch: gǫǫile (Rauh, 1921a, §106.4, S. 115: Mhd. U vor r plus Konsonant als langes offenes O).
  • Gurt. Mhd. gurt. Frankfurterisch: gǫ(a)tt (Rauh, 1921a, §211.2.b, S. 245: Bewahrte alte Kürze vor R plus Konsonant). → Gürtel. Mhd. gürtel. Frankfurterisch: gä(a)ddl (Rauh, 1921a, §211.2.b, S. 245: Bewahrte alte Kürze vor R plus Konsonant).
  • guschen. Aus französisch coucher. Zu Bett legen. Frankfurterisch: gusche (Rauh, 1921a, §107.1, S. 115: U für französisch OU).

H

  • ♥Neu!♥ Haar. Mhd. hâr. Frankfurterisch: håå (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: hǫǫ (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • haben. Mhd. haben. Frankfurterisch: håwwe (Rauh, 1921a, §90.2.d, S. 98: Mhd. A ist rückverkürzt und verdunkelt in offener Silbe vor Sonorsilben). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: hǫwwe (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: hawwe (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation). → ich habe. Mhd. habe. Frankfurterisch: håpp (Rauh, 1921a, §90.2.d, Anm. 3, S. 98). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: hǫpp (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: happ (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation). → ich habe dich nicht gefragt. Frankfurterisch: sch håpptsch nẹ kfrååcht (Rauh, 1921a, §219.1.a, S. 263: Schwächung des DICH Pronomens). → du hast. Mhd. hâst. Frankfurterisch: håsst (Rauh, 1921a, §90.2.d, Anm. 3, S. 98). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: hǫsst (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: hasst (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation). → du hast. Frankfurterisch: de håsst (Rauh, 1921a, §219.1.d, S. 263: Schwächung des DU Pronomens). → er hat. Mhd. hât. Frankfurterisch: hått (Rauh, 1921a, §90.2.d, Anm. 3, S. 98). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: hǫtt (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: hatt (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation). → hat er. Frankfurterisch: håddä (Rauh, 1921a, §219.1.b, S. 263: Schwächung des ER Pronomens). → haben wir. Frankfurterisch: håmmä (Rauh, 1921a, §219.1.b, S. 263: Schwächung des WIR Pronomens). → ♥Neu!♥ gehabt. Mhd. gehât. Frankfurterisch: gehott; auch: gehått (Rauh, 1921a, §109.4, S. 119).
  • Hafer. Mhd. haber. Frankfurterisch: håwwä (Rauh, 1921a, §90.2.d, S. 98: Mhd. A ist rückverkürzt und verdunkelt in offener Silbe vor Sonorsilben). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: hǫwwä (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: hawwä (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • Hagel. Mhd. hagel. Frankfurterisch: hååchl (Rauh, 1921a, §204.1.b, S. 237: Langer bzw. gedehnter Vokal vor -EL).
  • ♥Neu!♥ Haken. Mhd. hâke-n. Frankfurterisch: hååge (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: hǫǫge (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • Hals. Mhd. hals. Frankfurterisch: hallds (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • halten. → du hältst. Mhd. heldest. Frankfurterisch: hẹlldst (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben). → halt ihn. Frankfurterisch: halldn (Rauh, 1921a, §219.1.e, S. 263: Schwächung des IHN Pronomens). → behalten. Frankfurterisch: behallde (Rauh, 1921a, §215.1.a, S. 252: Vorsilbe BE-).
  • Hammel. Frankfurterisch: håmml (Rauh, 1921a, §204.Anm. 1, S. 237: Rückverkürzung vor -EL). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: hǫǫml (Rauh, 1921a, §204.Anm. 1, S. 237: Rückverkürzung vor -EL).
  • Hammer. Mhd. hamer. Frankfurterisch: håmmä (Rauh, 1921a, §90.2.a, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor Nasal). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: hǫǫmä (Rauh, 1921a, §204.Anm. 2, S. 237). → häemmern. Mhd. hemeren. Frankfurterisch: hẹmmänn (Rauh, 1921a, §216.14, S. 256: Alte Endung -EREN).
  • Hand. → Handschuh. Mhd. hendeschuoh. Frankfurterisch: hẹnnsche (Rauh, 1921a, §218.2, S. 262).
  • handeln. Mhd. handelen. Frankfurterisch: hånngele (Rauh, 1921a, §216.11, S. 255: Alte Endung -ELEN). → Handel. Mhd. handel. Frankfurterisch: hånnl (Rauh, 1921a, §90.2.a, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor Nasal).
  • Hanf. Mhd. hanef. Frankfurterisch: håmmf; auch: håmmft (Rauh, 1921a, §207, S. 240: Kurzer Stammvokal vor synkopiertem Endsilbenvokal).
  • hart. Mhd. hart. Frankfurterisch: hått (Rauh, 1921a, §90.2.c, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor R und Konsonant). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: hǫtt (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: hatt (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • Harz. Mhd. harz. Frankfurterisch: hååts (Rauh, 1921a, §211.2.a, S. 244: In der Regel Dehnung altkurzer Vokale vor altem A und R plus Konsonant).
  • Hase. Mhd. hase. Frankfurterisch: håås (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: hǫǫs (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation).
  • Haspel. Mhd. haspel. Frankfurterisch: hassbl (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • Haus. → Häuschen (Diminutiv). Frankfurterisch: hoisii (Rauh, 1921a, §216.19.b, S. 257: Alte Endung -ECHEN). Ab etwa 1925 zunehmend dann: hoisje: (Rauh, 1921a, §216.19.a.Anm, S. 257: Alte Endung -ECHEN).
  • heben. Mhd. heben. Frankfurterisch: hẹẹwe (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, gedehnt). → gehoben (Partizip). Mhd. gehoben. Frankfurterisch: gehowwe (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • Heimat. Mhd. heimuote. Frankfurterisch: haamååt (Rauh, 1921a, §216.7, S. 254: Alte Endung -UOTE).
  • heimlich. Mhd. heimlîche. Frankfurterisch: haamlisch (Rauh, 1921a, §216.5, S. 254: Alte Endung -LÎCHE).
  • Heirat. Mhd. hîrât. Frankfurterisch: hairååt; auch: hoirååt (Rauh, 1921a, §217.1, S. 257: Alte Endung -AT). → heiraten. Frankfurterisch: hairååde; auch: hoirååde (Rauh, 1921a, §217.1, S. 257: Alte Endung -AT).
  • helfen. Mhd. hëlfen. Frankfurterisch: hällve (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben). → Hilfe. Mhd. hilfe. Frankfurterisch: hillf (Rauh, 1921a, §101.1, S. 107: Mhd. I, kurz geblieben).
  • Helm. Mhd. helm. Frankfurterisch: hẹllm (Rauh, 1921a, §97.Anm. 1, S. 103).
  • Hemd. Mhd. hemde. Frankfurterisch: hẹmmt (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • her (betont). Frankfurterisch: hää(a) (Rauh, 1921a, §213, S. 246). → her (unbetont). Frankfurterisch: ; auch: e (Rauh, 1921a, §213, S. 246).
  • Herbst. Mhd. herbest. Frankfurterisch: hä(a)ppst (Rauh, 1921a, §217.15, S. 259: Alte Endung -EST).
  • Herd. Mhd. hërt. Frankfurterisch: hää(a)t (Rauh, 1921a, §100.2, S. 106: Germanisches Ë vor R, gedehnt).
  • Hering. Mhd. hærinc. Frankfurterisch: hääring (Rauh, 1921a, §217.6, S. 257: Alte Endung und -INC).
  • Herr. Ahd. hêrro. Mhd. herre. Frankfurterisch: hä(a) (Rauh, 1921a, §214.4, S. 250: Kürzung von altlangem Ê). → Herrschaft. Mhd. hêrschaft. Frankfurterisch: hä(a)schaft (Rauh, 1921a, §214.4, S. 250: Kürzung von altlangem Ê).
  • Herz. Mhd. hërz. Frankfurterisch: hä(a)tts (Rauh, 1921a, §100.2, S. 106: Germanisches Ë vor R, kurz geblieben).
  • Himmel. Mhd. himel. Frankfurterisch: himml (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, kurz geblieben).
  • hin. Mhd. hin. Frankfurterisch: hii(n) (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, gedehnt).
  • hindern. Mhd. hinderen. Frankfurterisch: hinnänn (Rauh, 1921a, §216.14, S. 256: Alte Endung -EREN).
  • hinken. Mhd. hinken. Frankfurterisch: hinggge (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, kurz geblieben).
  • hinten. Mhd. hinden. Frankfurterisch: hinne (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, kurz geblieben).
  • Hirn. Mhd. hirn. Frankfurterisch: hä(a)nn (Rauh, 1921a, §101.2, S. 108: Mhd. I, gedehnt).
  • Hirsch. Mhd. hir𝔷, hire𝔷. Frankfurterisch: hä(a)sch (Rauh, 1921a, §207, S. 240: Kurzer Stammvokal vor synkopiertem Endsilbenvokal).
  • Hirte. Mhd. hirt. Frankfurterisch: hä(a)tt (Rauh, 1921a, §211.2.b, S. 245: Bewahrte alte Kürze vor R plus Konsonant).
  • Hitze. Mhd. hitze. Frankfurterisch: hitts (Rauh, 1921a, §101.1, S. 107: Mhd. I, kurz geblieben).
  • hoch. → höchst (Superlativ). Mhd. hœhest. Frankfurterisch: hẹkkst; auch: hẹẹkst (Rauh, 1921a, §214.6, S. 250: Kürzung von altlangem œ).
  • Hochzeit. Mhd. hôchgezît. Frankfurterisch: hochtsait (Rauh, 1921a, §214.5, S. 250: Kürzung von altlangem Ô).
  • Hof. Mhd. hof. Frankfurterisch: hoof (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, gedehnt). → Höfchen (Diminutiv). Frankfurterisch: hẹẹfsche (Rauh, 1921a, §105.1, S. 112: Mhd. Ö, gedehnt).
  • hoffen. Mhd. hoffen. Frankfurterisch: hovve (Rauh, 1921a, §202, S. 235).
  • hohl. Mhd. hol. Frankfurterisch: hool (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, gedehnt).
  • Höhle. Frankfurterisch: hẹẹl (Rauh, 1921a, §105.1, S. 112: Mhd. Ö, gedehnt).
  • Hölle. Mhd. helle. Frankfurterisch: hẹll (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • holen. Mhd. holen. Frankfurterisch: hoole (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, gedehnt). → du holst. Frankfurterisch: hẹẹldst (Rauh, 1921a, §105.1, Anm., S. 112: Mhd. Ö als Analogieumlaut). → er holt. Frankfurterisch: hẹẹlt (Rauh, 1921a, §105.1, Anm., S. 112: Mhd. Ö als Analogieumlaut).
  • Holz. Mhd. holz. Frankfurterisch: hollds (Rauh, 1921a, §209, S. 241: Altkurzer Vokal vor mehreren Konsonanten bleibt kurz bzw. wurde rückverkürzt). → Hölzer. Mhd. hölzer. Frankfurterisch: hẹllsä (Rauh, 1921a, §105.1, S. 112: Mhd. Ö, kurz geblieben).
  • Honig. Mhd. honec. Frankfurterisch: hoonisch (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • horchen. Mhd. hôrechen. Frankfurterisch: hǫ(a)sche (Rauh, 1921a, §214.5, S. 250: Kürzung von altlangem Ô).
  • hören. Mhd. hœren. Frankfurterisch: hää(a)n (Rauh, 1921a, §217.19.Anm. 1, S. 260: Alte Endung -EN).
  • Horn. Mhd. horn. Frankfurterisch: hǫ(a)nn (Rauh, 1921a, §103.4, S. 111: Mhd. O vor R und Konsonant, kurz geblieben).
  • Hose. Mhd. hose. Frankfurterisch: hoos (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, gedehnt).
  • Hubbel. Mhd. hübel. Frankfurterisch: hiwwl (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 236: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • Huddel. Etwas oberflächlich Gemachtes. Frankfurterisch: huddl (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 236: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • ♥Neu!♥ Hügel. Frankfurterisch: hiischl (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, gededehnt erscheint als langes I).

I

  • ich. Mhd. ich. Frankfurterisch: isch (Rauh, 1921a, §212, S. 246: Einsilbige Pronominalformen).
  • Igel. Mhd. igel. Frankfurterisch: ischll (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 236: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • ihr (betont). Frankfurterisch: ii(a) (Rauh, 1921a, §213, S. 246). → ihr (unbetont). Frankfurterisch: ä (Rauh, 1921a, §213, S. 246).
  • immer. Mhd. iemer. Frankfurterisch: immä (Rauh, 1921a, §214.1.b, S. 249: Kürzung von alten IE).
  • Innung. Mhd. innunge. Frankfurterisch: innung (Rauh, 1921a, §216.4, S. 254: Alte Endung -UNG).
  • irgend. Mhd. iergen. Frankfurterisch: ääint (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • irr. Mhd. irr. Frankfurterisch: ä(a) (Rauh, 1921a, §101.2, S. 108: Mhd. I, gedehnt). → irren. Mhd. irren. Frankfurterisch: ä(a)nn (Rauh, 1921a, §217.19.Anm. 1, S. 260: Alte Endung -EN).

J

  • jagen. → Jagd. Mhd. jaget. Frankfurterisch: jåchtt (Rauh, 1921a, §90.2.d, S. 98: Mhd. A ist rückverkürzt und verdunkelt in offener Silbe vor Sonorsilben). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: jǫchtt (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: jachtt (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • ♥Neu!♥ Jahr. Mhd. jâr. Frankfurterisch: jåå (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: jǫǫ (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • Jammer. Mhd. jâmer. Frankfurterisch: jåmmä (Rauh, 1921a, §214.3, S. 249: Kürzung von altlangem Â).
  • Jude. Frankfurterisch: jutt; auch: jutth (Rauh, 1921a, §67, S. 76: schwach behauchte Fortis im Auslaut). → Juden (Plural). Mhd. juden. Frankfurterisch: judde (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • Jugend. Mhd. jugend. Frankfurterisch: juuchnt (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, gedehnt).
  • Jungfer. Mhd. juncfrouwe. Frankfurterisch: jummvä (Rauh, 1921a, §218.2, S. 262).

K

  • Käfer. Mhd. këver. Frankfurterisch: khäwwä (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben).
  • Kalb. → Kälber (Plural). Mhd. kelber. Frankfurterisch: khẹllwä (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • Kalk. Mhd. kalc. Frankfurterisch: kallk (Rauh, 1921a, §67, S. 76: Fortis im Auslaut).
  • kalt. Mhd. kalt. Frankfurterisch: khåål; auch: khaal (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 4, S. 99).
  • Kammer. Mhd. kamer. Frankfurterisch: khåmmä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER).
  • Kanne. Mhd. kanne. Frankfurterisch: khånn (Rauh, 1921a, §217.21.a, S. 260: Auslautendes altes -E).
  • Karton. Aus französisch carton. Frankfurterisch: khaddong (Rauh, 1921a, §92, S. 100: A in Fremdwörtern).
  • Karren. Mhd. karre-n. Frankfurterisch: khånn (Rauh, 1921a, §90.2.a, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor Nasal).
  • Karte. Mhd. Karte. Frankfurterisch: khååt (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: khǫǫt (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ebenso um 1920: khått (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 5, S. 99: Rückverkürzungen). Ab etwa 1925 zunehmend dann: khatt (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 5, S. 99: Rückverkürzungen).
  • Käse. Mhd. kæse. Frankfurterisch: khẹẹs (Rauh, 1921a, §217.21.a, S. 260: Auslautendes altes -E).
  • Katze. Mhd. katze. Frankfurterisch: khatts (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • Kehrschel (Kehricht). Was mit dem Besen fortgekehrt wird, vermutlich aus altem kerach, später dann kerich [DWB, Bd. 11, Sp. 426]. Frankfurterisch: khääschl. → Kehrschelhannes. Angestellter der Müllabfuhr. Zusammengesetzt aus Kehrschel und Hannes (aus Johannes). Frankfurterisch: khääschlhannes. „Du bist der Kerschelhannes/ Un stehst so sittsam hier/ Un kehrst de Dreck/ dagtäglich/ Vor annern ihre Dier” (Lachhannes, 1902). Kehrschelhannes im übertragenen Sinn für ungepflegter Mann. „Bei dem hat der Kehrschelhannes Gevatter gestanne” (F. Stoltze; aus: Hase 1938). Vgl. auch FWB, Bd. III, S. 1433−1435. → Kehrschelkäthe. Auch: Kehrschelkathrine. Übertragen für: ungepflegte Frau. Frankfurterisch: khääschlkätt.
  • kein. Frankfurterisch: kaa(n). kein im Frankfurter Lautdenkmal (1937):
    .
  • Kegel. Mhd. kegel. Frankfurterisch: kẹẹschl (Rauh, 1921a, §204.1.b, S. 237: Langer bzw. gedehnter Vokal vor -EL).
  • Keller. Mhd. këller. Frankfurterisch: khällä (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben).
  • kennen. Mhd. kennen. Frankfurterisch: khẹnne (Rauh, 1921a, §202, S. 235).
  • Kerl. Frankfurterisch: khä(a)ll (Rauh, 1921a, §211.2.a.Anm, S. 245: Kurzer Vokal vor altem E, Ä oder Ë und R plus Konsonant).
  • Kern. Mhd. kërne. Frankfurterisch: khä(a)nn (Rauh, 1921a, §100.2, S. 106: Germanisches Ë vor R, kurz geblieben).
  • Kerze. Mhd. kerze. Frankfurterisch: khä(a)tts (Rauh, 1921a, §211.2.a.Anm, S. 245: Kurzer Vokal vor altem E, Ä oder Ë und R plus Konsonant).
  • Karst. Mhd. karst. Ein Hacke mit zwei Zähnen. Frankfurterisch: khååscht (Rauh, 1921a, §211.2.a, S. 244: In der Regel Dehnung altkurzer Vokale vor altem A und R plus Konsonant).
  • Kiesel. Mhd. kisel. Frankfurterisch: khissl (Rauh, 1921a, §101.1, S. 107: Mhd. I, kurz geblieben).
  • Kelch. Mhd. kelch. Frankfurterisch: khẹllsch (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • Kerb. Mhd. kirwe. Kirchweih. Frankfurterisch: khä(a)pp (Rauh, 1921a, §211.2.b, S. 246: Bewahrte alte Kürze vor R plus Konsonant). → Kerben (Plural). Mhd. kirwen. Frankfurterisch: khää(a)we (Rauh, 1921a, §211.1, S. 244: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • Kessel. Mhd. ke𝔷𝔷el. Frankfurterisch: khẹssl (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • Kiefer. Mhd. kienfarte. Frankfurterisch: khiivä (Rauh, 1921a, §218.2, S. 262).
  • Kind. → kindisch. Mhd. kindisc. Frankfurterisch: khinnisch (Rauh, 1921a, §102.1, S. 108: Mhd. I in betonter Nebensilbe). → Kindchen (Diminutiv). Frankfurterisch: khinnsche (Rauh, 1921a, §216.19.a, S. 256: Alte Endung -ECHEN).
  • Kirche. Mhd. kirche. Frankfurterisch: khä(a)sch (Rauh, 1921a, §101.2, S. 108: Mhd. I, gedehnt).
  • Kirsche. Mhd. kirse. Frankfurterisch: khä(a)sch (Rauh, 1921a, §101.2, S. 108: Mhd. I, gedehnt).
  • ♥Neu!♥ Kissen. Mhd. küssen. Frankfurterisch: khisse (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I).
  • Kiste. Mhd. kiste. Frankfurterisch: khisst (Rauh, 1921a, §209, S. 241: Altkurzer Vokal vor mehreren Konsonanten bleibt kurz bzw. wurde rückverkürzt).
  • Klafter. Mhd. klâfter. Frankfurterisch: klåffdä (Rauh, 1921a, §214.3, S. 250: Kürzung von altlangem Â).
  • Klage. → beklagen. Frankfurterisch: beklååche (Rauh, 1921a, §215.1.a, S. 252: Vorsilbe BE-).
  • Klammer. Mhd. klamer. Frankfurterisch: klåmmä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER). → klammern. Mhd. klameren. Frankfurterisch: klåmmänn (Rauh, 1921a, §216.14, S. 256: Alte Endung -EREN).
  • ♥Neu!♥ klar. Mhd. klâr. Frankfurterisch: klåå (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: klǫǫ (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • Kleber. Mhd. klëber. Frankfurterisch: kläwwä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER). → klebrig. Mhd. aus: klëben. Frankfurterisch: kläwwerisch (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben).
  • Klee. Mhd. klê. Frankfurterisch: klẹẹ (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Halbfortis vor L, R, M, N und W).
  • klein. → Kleinigkeit. Frankfurterisch: klaanischkhaat (Rauh, 1921a, §217.3, S. 257: Alte Endung -HEIT).
  • klopfen. Mhd. klopfen. Frankfurterisch: klobbe (Rauh, 1921a, §217.19, S. 260: Alte Endung -EN).
  • ♥Neu!♥ Klotze. Mhd. klâ. Hände, Klauen. In Anlehnung zu Tatze gebildet;. Frankfurterisch: klootsche (Rauh, 1921a, §109.2, S. 118: Mhd. Â wird langes O).
  • knacken. Mhd. knacken. Frankfurterisch: knagge (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • Knebel. Mhd. knebel. Frankfurterisch: knäwwl (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 236: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • ♥Neu!♥ Knirps. Mhd. knürbes. Kleiner Mensch. Frankfurterisch: knä(a)ps (Rauh, 1921a, §108.3, S. 117: Mhd. Ü vor R erscheint als kurzes Ä).
  • Knochen. Mhd. knoche-n. Frankfurterisch: knoche (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, kurz geblieben). → Knöchel. Mhd. knöchel. Frankfurterisch: knẹschl (Rauh, 1921a, §105.1, S. 112: Mhd. Ö, kurz geblieben).
  • Knoddel. Mhd. knote. kleiner Mensch. Frankfurterisch: knoddl (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 236: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • Knorpel. Mhd. knorbel. Frankfurterisch: knǫǫ(a)wl (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • Knoten. Mhd. knoten. Frankfurterisch: knoode (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • Knöttel. Mhd. knödel. Tierkot. Frankfurterisch: knẹddl (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 236: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • Kolter. Der Begriff, etwa in der Bedeutung Decke, ging in die deutsche Sprache und möglicherweise so auch in das Frankfurterische schon sehr früh ein. Er geht auf urfranzösisch coultre in gleicher Bedeutung zurück, welches wiederum auf lateinischem culcitra, etwa Polster, basiert. Das Französische verlor später das L, die Steppdecke ist neufranzösisch courte-pointe – eben ohne das L. In alten deutschen Quellen erscheint kolter oder kulter, also auch mit U aber vor allem noch mit einem L. So kann das Eindringen in das Deutsche im 13. Jahrhundert angesetzt werden, somit lange vor Beginn der hugenottischen Auswanderung im 16. Jahrhundert. Der Begriff zieht sich durch alle mitteldeutschen Dialekte. Frankfurterisch: kolldä. „Vil manigen kolter spaehe” (Nibelungenlied, Hs. B: Stanza 1822.1). „Vff einen kulter rosenvar” (Diu Crone: Zeile 29245). „die Kolter (Steppdecke)” (Kehrein/Hammeran, 1900; aus: FWB, Bd. III, S. 1544).
  • kommen. Mhd. kumen. Frankfurterisch: khomme (Rauh, 1921a, §106.2, S. 114: Mhd. U vor Nasalen). Vor 1825 wohl gesprochen als: khumme (Rauh, 1921a, §106.2, Anm. 1, S. 114: Mhd. U vor Nasalen, ehemalig erhaltenes U). „kumme” (Malß: 2. Aufz., 2. Auft.; aus: Rauh 1921, 106.2). ⊙Sachsenhausen: Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: khumme (Rauh, 1921a, §106.2, Anm. 1, S. 114: Mhd. U vor Nasalen, ehemalig erhaltenes U). → ♥Neu!♥ du kommst. Frankfurterisch: khimmst; auch: khẹmmst (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I). → kommst du. Frankfurterisch: khimmsde (Rauh, 1921a, §219.1.d, S. 263: Schwächung des DU Pronomens). → ♥Neu!♥ er kommt. Mhd. cümet. Frankfurterisch: khimmt; auch: khẹmmt (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I). → gekommen (Partizip). Mhd. kumen. Frankfurterisch: khomme (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN). → wenn ich komme. Frankfurterisch: wẹnndsch khomm (Rauh, 1921a, §219.1.a, S. 263: Schwächung des ICH Pronomens).
  • ♥Neu!♥ können. Mhd. künnen. Frankfurterisch: khẹnne (Rauh, 1921a, §108.2, S. 117: Mhd. Ü, als E bei hochdeutscher Ö-Entsprechung). → ich oder er kann. Mhd. kan. Frankfurterisch: khånn (Rauh, 1921a, §212, S. 246: Einsilbige Verbalformen). → der kann mich am Arsch lecken. Frankfurterisch: dä khåmmsch m aasch lägge (Rauh, 1921a, §219.1.a, S. 263: Schwächung des MICH Pronomens). → könnten (Konjunktiv Plural). Frankfurterisch: khẹnnte. könnten im Frankfurter Lautdenkmal (1937):
    .
  • ♥Neu!♥ König. Mhd. künec. Frankfurterisch: khẹẹnisch (Rauh, 1921a, §108.2, S. 117: Mhd. Ü, als E bei hochdeutscher Ö-Entsprechung).
  • Kopf. Frankfurterisch: khopp; auch: khopph (Rauh, 1921a, §67, S. 76: schwach behauchte Fortis im Auslaut). → Köpfe (Plural). Frankfurterisch: khẹpp (Rauh, 1921a, §105.1, S. 112: Mhd. Ö, kurz geblieben). Köpfe im Frankfurter Lautdenkmal (1937):
    .
  • Korn. Mhd. korn. Frankfurterisch: khǫ(a)nn (Rauh, 1921a, §103.4, S. 111: Mhd. O vor R und Konsonant, kurz geblieben).
  • Koller. Mhd. koler. Wutanfall. Frankfurterisch: khollä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER).
  • Korb. → Körbe (Plural). Mhd. körbe. Frankfurterisch: khä(a)pp (Rauh, 1921a, §211.2.b, S. 246: Bewahrte alte Kürze vor R plus Konsonant). → Köerbchen (Diminutiv). Frankfurterisch: kä(a)ppsche (Rauh, 1921a, §105.2, S. 113: Mhd. Ö vor R, kurz geblieben).
  • kotzen. Frühes Nhd. koppezen. Frankfurterisch: kottse (Rauh, 1921a, §216.18, S. 256: Alte Endung -EZEN).
  • krachen. Mhd. krachen. Frankfurterisch: krache (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Halbfortis vor L, R, M, N und W).
  • Kraft. Mhd. kraft. Frankfurterisch: krafft (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • Kragen. Mhd. kragen. Frankfurterisch: krååche (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale). → Krägen (Plural). Frankfurterisch: krääsche (Rauh, 1921a, §98.1, S. 104: Mhd. Ä, gedehnt).
  • ♥Neu!♥ Kram. Mhd. krâm. Frankfurterisch: krååm (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: krǫǫm (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • Kranz. Frankfurterisch: krånnds. → Kränze (Plural). Frankfurterisch: krẹnnds.
  • Krebs. Mhd. krëbe𝔷. Frankfurterisch: kräpps (Rauh, 1921a, §207, S. 240: Kurzer Stammvokal vor synkopiertem Endsilbenvokal).
  • kreischen. → gekrischen. Frankfurterisch: gekrische (Rauh, 1921a, §215.1.a, S. 252: Vorsilbe GE-).
  • Krieg. Frankfurterisch: kriisch. Bürgerkrieg im Frankfurter Lautdenkmal (1937):
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  • kriegen. Mhd. kriegen. bekommen. Frankfurterisch: kriije; auch: krische (Rauh, 1921a, §214.Anm. 1, S. 248: Kürzung von alten IE vor CH, SCH, G, K).
  • Kröte. Mhd. krote. Auch: kleines Mädchen. Frankfurterisch: kroto (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, kurz geblieben). → Kröten (Plural). Mhd. kroten. Kleine Mädchen. Frankfurterisch: krodde (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • ♥Neu!♥ Kübel. Mhd. Kübel. Frankfurterisch: khiwwl (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I).
  • ♥Neu!♥ Küche. Mhd. küche. Frankfurterisch: kisch (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I).
  • Kuchen. Mhd. kuochen. Frankfurterisch: khuche (Rauh, 1921a, §214.1.a, S. 248: Kürzung von alten UO vor CH, SCH, G, K). → Lebkuchen. Mhd. lëbekuochen. Frankfurterisch: läppkhuche (Rauh, 1921a, §208, S. 241).
  • küssen. Mhd. küssen. Frankfurterisch: khisse (Rauh, 1921a, §202, S. 235).
  • Kugel. Mhd. kugel. Frankfurterisch: khuchll (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 236: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • ♥Neu!♥ Kümmel. Mhd. kümel. Frankfurterisch: khimml (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I).
  • Kumpf. Mhd. kumpf. Schlüssel mit runden Bach. Frankfurterisch: khummbe (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, kurz geblieben).
  • Kunst. Frankfurterisch: kunnst. Kunststücke im Frankfurter Lautdenkmal (1937): [kunstʃtigæ] bzw. kunnstschtiggä,
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  • Kürbis. Mhd. kürbiz. Frankfurterisch: khää(a)wes (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • kurz. Mhd. kurz. Frankfurterisch: kho(a)tts (Rauh, 1921a, §106.4, S. 114: Mhd. U vor r plus Konsonant als kurzes offenes O). Ab etwa 1925 zunehmend dann: kạtts (Rauh, 1921a, §106.4, Anm. 3, S. 115: Mhd. U vor r plus Konsonant als helles A).

L

  • lachen. Mhd. lachen. Frankfurterisch: lache (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • Laden. Mhd. laden. Frankfurterisch: lååde (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale). → Läden (Plural). Frankfurterisch: lääde (Rauh, 1921a, §98.1, S. 104: Mhd. Ä, gedehnt).
  • Lager. Mhd. lager. Frankfurterisch: lååchä (Rauh, 1921a, §204.2.b, S. 237: Langer Vokal vor -ER).
  • lahm. Mhd. lam. Frankfurterisch: lååm (Rauh, 1921a, §210.a, S. 242: Analogdehung altkurzer Vokale vor auslautendem Konsonanten).
  • lang. → längst. Mhd. lenges. Frankfurterisch: lẹngss (Rauh, 1921a, §217.15, S. 259: Alte Endung -ES).
  • ♥Neu!♥ lassen. Mhd. lâ𝔷en. Frankfurterisch: losse; auch: låsse (Rauh, 1921a, §109.4, S. 119).
  • Latte. Mhd. latte. Frankfurterisch: latt (Rauh, 1921a, §217.21.a, S. 260: Auslautendes altes -E).
  • ♥Neu!♥ lau. Mhd. lâ flektiert lâuwer. Frankfurterisch: lau (Rauh, 1921a, §109.6, S. 119).
  • leben. Mhd. lëben. Frankfurterisch: lääwe (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, gedehnt).
  • Leber. Mhd. lëber. Frankfurterisch: läwwä (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben).
  • Leder. Mhd. lëder. Frankfurterisch: läddä (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben).
  • ledig. Mhd. ledic. Frankfurterisch: lẹddisch (Rauh, 1921a, §97.Anm. 1, S. 103).
  • leiden. → gelitten (Part. Prät.). Mhd. geliten. Frankfurterisch: gelidde (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • ledig. Mhd. ledic. Frankfurterisch: lẹddisch (Rauh, 1921a, §97.Anm. 1, S. 103).
  • Lehne. Mhd. lëne. Frankfurterisch: lẹẹn (Rauh, 1921a, §100.3, S. 107: Germanisches Ë vor Nasal, gedehnt).
  • Lerche. Mhd. lêreche. Frankfurterisch: lä(a)sch (Rauh, 1921a, §214.4, S. 250: Kürzung von altlangem Ê).
  • lernen. Mhd. lërnen. Frankfurterisch: lä(a)nne (Rauh, 1921a, §100.2, S. 106: Germanisches Ë vor R, kurz geblieben).
  • lesen. Mhd. lësen. Frankfurterisch: lääse (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, gedehnt).
  • Licht. Mhd. lieht. Frankfurterisch: lischtt (Rauh, 1921a, §214.Anm. 1, S. 248: Kürzung von alten IE vor CH, SCH, G, K).
  • liefern. Mhd. liebern. Frankfurterisch: liwwän (Rauh, 1921a, §214.1.b, S. 249: Kürzung von alten IE).
  • liegen. → du liegts. Ahd. ligis. Mhd. lîst. Frankfurterisch: laist (Rauh, 1921a, §101.3, S. 109: Ahd. IGI). → er liegt. Ahd. ligit. Mhd. li&tcirc;. Frankfurterisch: lait (Rauh, 1921a, §101.3, S. 109: Ahd. IGI).
  • loben. Mhd. loben. Frankfurterisch: loowe (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • Loch. Mhd. loch. Frankfurterisch: loch (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, kurz geblieben). → Löcher (Plural). Hochdeutsch: löch(a). Frankfurterisch: lẹschä (Rauh, 1921a, §105.1, S. 112: Mhd. Ö, kurz geblieben).
  • Löffel. Mhd. leffel. Frankfurterisch: lẹvvl (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • Lorber. Mhd. lôrber. Frankfurterisch: lǫ(a)bää(a) (Rauh, 1921a, §214.5, S. 250: Kürzung von altlangem Ô).
  • löschen. Mhd. leschen. Frankfurterisch: lẹsche (Rauh, 1921a, §97.Anm. 1, S. 103).
  • Löwe. Mhd. lewe. Frankfurterisch: lẹẹp (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, gedehnt).
  • lüderlich. Mhd. liederlich. Frankfurterisch: liddälisch (Rauh, 1921a, §214.1.b, S. 249: Kürzung von alten IE).
  • gelogen. Mhd. gelogen. Frankfurterisch: gelooche (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale). → gelogen. Mhd. gelogen. Frankfurterisch: gelooche (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, gedehnt).

M

  • machen. → gemacht. Mhd. gemaht. Frankfurterisch: gemåcht(t (Rauh, 1921a, §90.2.b, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor altem -HT und -HS). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: gemǫcht(t (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: gemacht(t (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • Mädchen. Ahd. megidi. Mhd. meit. Frankfurterisch: maat (Rauh, 1921a, §97.3, S. 104: Altes -EGI).
  • Magen. Mhd. mage-n. Frankfurterisch: mååche (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: mǫǫche (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation).
  • mager. Mhd. mager. Frankfurterisch: mååchä (Rauh, 1921a, §204.2.b, S. 237: Langer Vokal vor -ER).
  • mahlen. Mhd. malen. Frankfurterisch: mååle (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: mǫǫle (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation).
  • ♥Neu!♥ malen. Mhd. mâlen. Frankfurterisch: måålẹ (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: mǫǫlẹ (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • Marbel. Mhd. marbel. Große Kugel beim Klickerspiel. Frankfurterisch: måå(a)wl (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • Mark, Rücken. Mhd. marc. Frankfurterisch: mååk (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: mǫǫk (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ebenso um 1920: måkk (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 5, S. 99: Rückverkürzungen). Ab etwa 1925 zunehmend dann: makk (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 5, S. 99: Rückverkürzungen).
  • Markt. Mhd. market. Frankfurterisch: makk (Rauh, 1921a, §90.2.c, Anm. 2, S. 98: Wsg. A ist kurz und neutral vor R und Konsonant als Ausnahme).
  • ♥Neu!♥ Maß. Mhd. mâ𝔷. Frankfurterisch: måås (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: mǫǫs (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • Massel. Aus hebräisch mazzāl. Glück. Frankfurterisch: massl (Rauh, 1921a, §92, S. 99: A in Fremdwörtern).
  • Mehl. Mhd. mël. Frankfurterisch: määl (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, gedehnt).
  • meinen. → Meinung. Mhd. meinunge. Frankfurterisch: maanung (Rauh, 1921a, §216.4, S. 254: Alte Endung -UNG).
  • Meister. Frankfurterisch: maasdä. Bürgermeister im Frankfurter Lautdenkmal (1937):
    .
  • Mensch. Mhd. mensch. Frankfurterisch: mẹnndsch (Rauh, 1921a, §209, S. 241: Altkurzer Vokal vor mehreren Konsonanten bleibt kurz bzw. wurde rückverkürzt).
  • Messing. Mhd. messinc. Frankfurterisch: mẹssing (Rauh, 1921a, §217.6, S. 257: Alte Endung und -INC).
  • mich. Mhd. mich. Frankfurterisch: misch (Rauh, 1921a, §212, S. 246: Einsilbige Pronominalformen).
  • mir (betont). Frankfurterisch: mii(a) (Rauh, 1921a, §213, S. 246). → mir (unbetont). Frankfurterisch: (Rauh, 1921a, §213, S. 246). → mir es. Mhd. mir e𝔷. Frankfurterisch: mäss (Rauh, 1921a, §217.14.a, S. 259: Alte Endung -EZE).
  • mit. Mhd. mit. Frankfurterisch: mit (Rauh, 1921a, §101.3, S. 109: Mhd. I). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: mẹt (Rauh, 1921a, §101.3, S. 109: Mhd. I). → mit ihm. Frankfurterisch: mimm (Rauh, 1921a, §219.1.e, S. 263: Schwächung des IHM Pronomens).
  • mögen. → ich oder er mag. Mhd. mac. Frankfurterisch: mååch (Rauh, 1921a, §212, S. 246: Einsilbige Verbalformen).
  • ♥Neu!♥ Mohn. Mhd. mân. Frankfurterisch: moon; auch: moont (Rauh, 1921a, §109.2, Anm. 1, S. 118: Mhd. Â wird langes O).
  • Molch. Mhd. mol. Frankfurterisch: molldsch (Rauh, 1921a, §217.9.a, S. 258).
  • ♥Neu!♥ Monat. Mhd. mânot. Frankfurterisch: moonått (Rauh, 1921a, §109.2, S. 118: Mhd. Â wird langes O).
  • ♥Neu!♥ Mond. Mhd. mâne. Frankfurterisch: moont (Rauh, 1921a, §109.2, S. 118: Mhd. Â wird langes O).
  • ♥Neu!♥ Montag. Mhd. mântac. Frankfurterisch: moondååch (Rauh, 1921a, §109.2, S. 118: Mhd. Â wird langes O).
  • Mord. → Mörder. Mhd. mordære. Frankfurterisch: mä(a)ddä (Rauh, 1921a, §211.2.b, S. 246: Bewahrte alte Kürze vor R plus Konsonant).
  • morgen. Mhd. morgen. Frankfurterisch: mǫǫ(a)je; auch: mǫǫint (Rauh, 1921a, §103.4, S. 111: Mhd. O vor R und Konsonant, kurz geblieben). Ab etwa 1925 zunehmend dann: mooint; auch: moint (Rauh, 1921a, §103.4, Anm. 3, S. 112).
  • motzen. Mhd. muckzen. Unfreundlich oder unverdrießlich sein. Frankfurterisch: mottse (Rauh, 1921a, §106.3, S. 114: Mhd. U als O).
  • mürbe. → Mürbes. Mhd. mürwe. Mürbegebäck. Frankfurterisch: mää(a)wes (Rauh, 1921a, §211.1, S. 244: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • mucksen. Mhd. muckzen. Sich rühren. Frankfurterisch: mukkse (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, kurz geblieben).
  • murksen. Mhd. murksen. Töten oder an ewtas herumarbeiten. Frankfurterisch: mǫ(a)kkse (Rauh, 1921a, §106.4, S. 115: Mhd. U vor r plus Konsonant als kurzes offenes O).
  • müssen. Mhd. üe𝔷en. Frankfurterisch: misse (Rauh, 1921a, §214.1.b, S. 249: Kürzung von alten ÜE). → ich oder er muss. Mhd. muo𝔷. Frankfurterisch: muss (Rauh, 1921a, §214.1.b, S. 249: Kürzung von alten UO).
  • Mutter. Mhd. muoter. Frankfurterisch: muddä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER). schwischämuddä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER).

N

  • Nabel. Mhd. nabel. Frankfurterisch: nåwwl (Rauh, 1921a, §90.2.d, S. 98: Mhd. A ist rückverkürzt und verdunkelt in offener Silbe vor Sonorsilben). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: nǫwwl (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: nawwl (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • ♥Neu!♥ nach. Mhd. nâch. Frankfurterisch: nååch (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: nǫǫch (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • ♥Neu!♥ Nachbar. Mhd. nâchgebûr. Frankfurterisch: nåchbä (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â, gekürzt zu kurzem dunklen A). Ab etwa 1925 zunehmend dann: nachbä (Rauh, 1921a, §110, S. 118). → Nachbarschaft. Frankfurterisch: nåchbäschafft (Rauh, 1921a, §217.7, S. 258: Alte Endung und -SCHAFT).
  • Nacht. Mhd. naht. Frankfurterisch: nåchtt (Rauh, 1921a, §90.2.b, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor altem -HT und -HS). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: nǫchtt (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: nachtt (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • ♥Neu!♥ Nadel. Mhd. nâdel. Frankfurterisch: nåådl (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: nǫǫdl (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • Nagel. Mhd. nagel. Frankfurterisch: nååchl (Rauh, 1921a, §204.1.b, S. 237: Langer bzw. gedehnter Vokal vor -EL). → Nägel (Plural). Mhd. nägele. Frankfurterisch: nääschl (Rauh, 1921a, §216.11, S. 255: Alte Endung -ELE).
  • nagen. Mhd. nagen. Frankfurterisch: nååche (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: nǫǫche (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation).
  • nah. → nächst. Mhd. næhest. Frankfurterisch: nẹkkst (Rauh, 1921a, §214.3, S. 250: Kürzung von altlangem æ). → Nächste. Frankfurterisch: näschtt (Rauh, 1921a, §98.1, S. 104: Mhd. Ä, kurz geblieben).
  • nähen. → Näherin. Mhd. næherinne. Frankfurterisch: nẹẹdänn (Rauh, 1921a, §216.1.b, S. 254: Alte Endung -INNE). → ♥Neu!♥ Naht. Mhd. nât. Frankfurterisch: nååt (Rauh, 1921a, §109.1, S. 117: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: nǫǫt (Rauh, 1921a, §110, S. 119).
  • Name. Mhd. name-n. Frankfurterisch: nåme (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: nåme (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation).
  • nämlich. Frankfurterisch: näämlisch (Rauh, 1921a, §98.2, S. 105: Mhd. Ä vor Nasal, gedehnt).
  • Narr. → närrisch. Frankfurterisch: nä(a)sch; auch: narrisch (Rauh, 1921a, §217.10, S. 258: Alte Endungen -ESCH und -ISCH).
  • Nase. Mhd. nase. Frankfurterisch: nåås (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: nǫǫs (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation).
  • nass. Mhd. na𝔷. Frankfurterisch: nass (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • ♥Neu!♥ Natter. Mhd. nâtere. Frankfurterisch: nåddä (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â, gekürzt zu kurzem dunklen A). Ab etwa 1925 zunehmend dann: naddä (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • natürlich. Frankfurterisch: nååtii(a)lisch. natürlich im Frankfurter Lautdenkmal (1937):
    .
  • Nebel. Mhd. nëbel. Frankfurterisch: näwwl (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 236: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • neben. Mhd. nëben. Frankfurterisch: nääwe (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, gedehnt). → neben ihn. Frankfurterisch: nääwänn (Rauh, 1921a, §219.1.e, S. 263: Schwächung des IHN Pronomens).
  • nehmen. Mhd. nëmen. Frankfurterisch: nẹmme (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN). → er nimmt. Frankfurterisch: nimmt (Rauh, 1921a, §217.16, S. 259: Alte Endung -ET). → nimm es ihnen. Frankfurterisch: nẹmmsn (Rauh, 1921a, §219.1.e, S. 263: Schwächung des IHN Pronomens). → genommen. Frankfurterisch: genomme (Rauh, 1921a, §106.2, S. 114: Mhd. U vor Nasalen). Vor 1825 wohl gesprochen als: genumme (Rauh, 1921a, §106.2, Anm. 1, S. 114: Mhd. U vor Nasalen, ehemalig erhaltenes U). „mitgenumme” (Malß: 2. Aufz., 7. Auft.; aus: Rauh 1921, 106.2). ⊙Sachsenhausen: Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: genumme (Rauh, 1921a, §106.2, Anm. 1, S. 114: Mhd. U vor Nasalen, ehemalig erhaltenes U).
  • Nest. Mhd. nëst. Frankfurterisch: nẹsst (Rauh, 1921a, §100.4, S. 107: Germanisches Ë ST).
  • Netz. Mhd. netze. Frankfurterisch: nẹtts (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • nichts. Mhd. nihtes. Frankfurterisch: nikks (Rauh, 1921a, §217.15, S. 259: Alte Endung -ES). → nicht. Mhd. niht. Frankfurterisch: nẹtt (Rauh, 1921a, §101.3, S. 109: Mhd. I).
  • nieder. → niedrig. Mhd. nideric. Frankfurterisch: nidderisch (Rauh, 1921a, §217.11.b, S. 258: Alte Endungen -ELIC und -ERIC).
  • Niederrad. Frankfurterisch: nidderååt (Rauh, 1921a, §103.1, Anm. 2, S. 110). ⊙Niederrad, Sachsenhausen: nidderoot (Rauh, 1921a, §103.1, Anm. 2, S. 110).
  • nirgends. Mhd. nirgen. Frankfurterisch: nääinds (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • nörgeln. Frankfurterisch: nääile (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • nüchtern. Mhd. nüechtern. Frankfurterisch: nischddän (Rauh, 1921a, §214.1.a, S. 248: Kürzung von alten UO vor CH, SCH, G, K).
  • Nudel. Frankfurterisch: nuudl (Rauh, 1921a, §204.1.b, S. 237: Langer bzw. gedehnter Vokal vor -EL).
  • ♥Neu!♥ nur. Mhd. newâre. Frankfurterisch: noo(a) (Rauh, 1921a, §109.3, S. 119: Mhd. Â vor R wird langes offenes O). Ab etwa 1925 zunehmend dann: nuu(a) (Rauh, 1921a, §110, S. 120). → ♥Neu!♥ tu es nur nicht. Frankfurterisch: duus nǫ nẹtt (Rauh, 1921a, §109.3, S. 119: Mhd. Â vor R wird langes offenes O).
  • Nutzen. → benützen. Frankfurterisch: benittse (Rauh, 1921a, §215.1.a, S. 252: Vorsilbe BE-).

O

  • Obacht. Frankfurterisch: oowåchtt (Rauh, 1921a, §91, S. 99).
  • Oberrad. Frankfurterisch: ǫwwerååt (Rauh, 1921a, §103.1, Anm. 2, S. 110). ⊙Oberrad, Sachsenhausen: ǫwweroot (Rauh, 1921a, §103.1, Anm. 2, S. 110).
  • Obst. Mhd. obez. Frankfurterisch: oppst (Rauh, 1921a, §217.14.a, S. 259: Alte Endung -EZE).
  • Ochse. Mhd. ohse. Frankfurterisch: okks (Rauh, 1921a, §217.21.a, S. 260: Auslautendes altes -E).
  • oder. Mhd. oder. Frankfurterisch: oddä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER).
  • Ofen. Mhd. oven. Frankfurterisch: oowe (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, gedehnt).
  • Oel. Mhd. Öl. Frankfurterisch: ẹẹl (Rauh, 1921a, §105.1, S. 112: Mhd. Ö, gedehnt).
  • Olwel. Frankfurterisch: [olvḷ] bzw. [olwl]. Im Lautdenkmal (1937), du Olwel:
    . Im 19. Jahrhundert bei Stoltze unter anderem in der Bedeutung eines dummen oder tappsigen bzw. ungeschickten Menschen [FLR, 1861], bei Oppel auch albern [OpR I, 21, 9], im 20. Jahrhundert dann auch nach Rauh (1941, S. 58) zunehmend noch negativ konnotiert, etwa Rüpel oder unhöflich. Bei Rauh (ibid.) ist Olwel das „Allerweltsschimpfwort, das der Frankfurter stets bereit hat, um einen Menschen zu bezeichnen, der ihn belästigt hat oder ihm in irgend einer Weise unangenehm ist”. Vgl. auch FWB (Bd. IV, S. 2229–2231).
    Verwandt ist das Adjektiv olwerig in der entsprechenden Bedeutung. Frankfurterisch: [*olværiʃ] bzw. [*olwärisch].
    Die Herkunft des Wortes Olwel ist unklar. In gleicher Bedeutung taucht es auch im Südhessischen [SHWB, Bd. 1, Sp. 177-178], im Hessischen [Pfister 1896, S. 197], im Pfälzischen [PfWb, Bd. 1, Sp. 159] und sogar im Elsässischen auf [ElsWB, B. 1, Sp. 35a]. Sicher scheint es auf altes mhd. alwære/alwâre (albern) zurückzugehen (z. B. „du bist vil alwære” im armen Heinrich von 1195; BMZ Bd. I, Sp. 27a). In albern hatte sich im Hochdeutschen der ursprüngliche Konsonant W ab dem 16. Jahrhundert in ein B verwandelt, was aber dann im Frankfurterischen erhalten geblieben sein müsste [DWB, Bd. 1, Sp. 201].
    Der Übergang von kurzem A zu O vor L will allerdings für Frankfurt und Umgebung des 19. Jahrhunderts nicht als Regel passen, auch wenn in alten Frankfurter Urkunden des Mittelalters öfter das O-Zeichen an solchen Stellen vorkam [Wülcker 1877, S. 19; Moser 1929, S. 117]. In keinem anderen Frankfurter Wort steht O für A vor L. So ist eher anzunehmen, dass eine Vermischung mit einem anderen ähnlich lautenden Wort gleicher Bedeutung vorliegt. Kehrein (1891, S. 299), der Olwel für Sachsenhausen belegt, schlägt vor, die alte Form von Kamel anzusetzen, da ja auch Kamel in der Bezeichnung von dummen oder ungeschickten Menschen verwendet wird. Die alte und mittlerweile verschollene Form von Kamel aus der Zeit vor den Kreuzzügen ist nämlich Olbent, das möglicherweise auf semitische Wurzeln zurückgeht und unserem Olwel sehr ähnlich geht (der olbenten, daʒ walhe heiʒent camelum nach BMZ, Bd. 2, Sp. 437a; DWB Bd. 11, Sp. 95). Hier hätte sich das B in Olbent in ein W wandeln müssen, was ein auch für das Frankfurterische durchaus üblicher Vorgang ist, werden doch beide Konsonanten an der Lippe gesprochen.
  • ♥Neu!♥ ohne. Mhd. âne. Frankfurterisch: oone (Rauh, 1921a, §109.2, Anm. 1, S. 118: Mhd. Â wird langes O).
  • Ohnmacht. Mhd. âmaht. Frankfurterisch: oomåchtt (Rauh, 1921a, §91, S. 99).
  • Ohr. Mhd. ôre. Frankfurterisch: oo(a) (Rauh, 1921a, §217.21.a, S. 260: Auslautendes altes -E).
  • ordnen. → ordentlich. Frankfurterisch: ǫ(a)ndlisch; auch: ǫǫ(a)ndlisch (Rauh, 1921a, §216.5, S. 254: Alte Endung -LÎCHE).
  • Orgel. Mhd. orgel. Frankfurterisch: ǫǫil (Rauh, 1921a, §103.4, S. 111: Mhd. O vor R und Konsonant, kurz geblieben). Ab etwa 1925 zunehmend dann: oil (Rauh, 1921a, §103.4, Anm. 3, S. 111).
  • Osten. Mhd. ôsten. Frankfurterisch: ossde (Rauh, 1921a, §214.5, S. 250: Kürzung von altlangem Ô).

P

  • Pardon. Aus französisch pardon. Verzeihung. Frankfurterisch: baddong (Rauh, 1921a, §104, S. 112: Auslautendes französisches O).
  • Pech. Mhd. pëch. Frankfurterisch: bäsch (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben).
  • Pelz. Mhd. belliz. Frankfurterisch: bẹllds (Rauh, 1921a, §97.Anm. 1, S. 103).
  • Pfad. Mhd. pfat. Frankfurterisch: phååt (Rauh, 1921a, §210.a, S. 242: Analogdehung altkurzer Vokale vor auslautendem Konsonanten).
  • Pfarrer. Mhd. pfarrære. Frankfurterisch: pharrä (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten). → Pfarrturm. Frankfurter Domturm. Frankfurterisch: phathǫ(a)nn (Rauh, 1921a, §211.2.b, S. 246: Bewahrte alte Kürze vor R plus Konsonant).
  • ♥Neu!♥ Pfau. Mhd. pfâwe. Frankfurterisch: fau (Rauh, 1921a, §109.6, S. 119).
  • Pfeffer. Mhd. pfëffer. Frankfurterisch: phävvä (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben).
  • Pferd. Mhd. phärit. Frankfurterisch: fää(a)t (Rauh, 1921a, §98.2, S. 105: Mhd. Ä vor R, kurz geblieben).
  • Pflanze. Mhd. pflanze. Frankfurterisch: plånnds (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Halbfortis vor L, R, M, N und W). → Pflänzchen (Diminutiv). Frankfurterisch: plẹnnsii (Rauh, 1921a, §98.2, S. 105: Mhd. Ä vor Nasal, kurz geblieben).
  • pfeifen. → gepfiffen. Frankfurterisch: gephivvẹ (Rauh, 1921a, §215.1.a, S. 252: Vorsilbe GE-). → pfiffig. Frankfurterisch: phivvisch (Rauh, 1921a, §217.11.a, S. 258: Alte Endungen -EC und -IC).
  • Pfennig. Mhd. phenic. Frankfurterisch: phẹnning (Rauh, 1921a, §217.6, S. 257: Alte Endung und -INC).
  • Pfirsich. Frankfurterisch: phä(a)sching (Rauh, 1921a, §217.6, S. 257: Alte Endung und -INC).
  • Pfropfen. Mhd. pfropfen. Frankfurterisch: probbe (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Halbfortis vor L, R, M, N und W).
  • Pfund. Mhd. pfunt. Frankfurterisch: phunnt (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, kurz geblieben).
  • ♥Neu!♥ Pfütze. Mhd. pfütze. Frankfurterisch: phitts (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I).
  • plärren. Mhd. blêren. Frankfurterisch: plärre (Rauh, 1921a, §214.4, S. 250: Kürzung von altlangem Ê).
  • Pinsel. Mhd. pënsel oder pinsel und mglw. aus altfranzösisch pincel. Frankfurterisch: bẹnnsl (Rauh, 1921a, §100.3, Anm. 4, S. 107: Germanisches Ë vor Nasal, gedehnt). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: bẹnnsl (Rauh, 1921a, §101.3, S. 109: Mhd. I).
  • ♥Neu!♥ plagen. Mhd. plâgen. Frankfurterisch: plååche (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: plǫǫche (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • platt. Mhd. plat. Frankfurterisch: platt (Rauh, 1921a, §210.b, S. 242: Erhaltene Kürze altkurzer Vokale vor T). → Platten (Plural). Mhd. blaten. Frankfurterisch: pladde (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • Postillion. Aus französisch postillion. Frankfurterisch: phossdljoon; auch: phossdljong (Rauh, 1921a, §104.Anm., S. 112: Auslautendes französisches O).
  • predigen. Mhd. bredigen. Frankfurterisch: prẹddische (Rauh, 1921a, §206, S. 240: Kurzer Vokal vor alten -ECH, -ICH, -EC und -IGE). → Predigt. Mhd. bredige. Frankfurterisch: prẹddisch (Rauh, 1921a, §206, S. 240: Kurzer Vokal vor alten -ECH, -ICH, -EC und -IGE).
  • proper. Aus französisch propre. sauber. Frankfurterisch: probbä (Rauh, 1921a, §103.1, Anm. 1, S. 110: O in Fremdwörtern).
  • ♥Neu!♥ Prügel. Mhd. brügel. Frankfurterisch: prischl (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I).
  • Puppe. Mhd. puppe. Frankfurterisch: bopp (Rauh, 1921a, §106.3, S. 114: Mhd. U als O).
  • purzeln. Mhd. buzzen. Fallen oder sich überschlagen. Frankfurterisch: bǫ(a)ttselle (Rauh, 1921a, §106.4, S. 114: Mhd. U vor r plus Konsonant als kurzes offenes O). → Purzel. Mhd. buzzen. Kleines Kind. Frankfurterisch: bǫ(a)ttsl (Rauh, 1921a, §106.4, S. 114: Mhd. U vor r plus Konsonant als kurzes offenes O).

Q

  • ♥Neu!♥ Qual. Mhd. quâl. Frankfurterisch: kwåål (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: kwǫǫl (Rauh, 1921a, §110, S. 118). → quälen. Mhd. quelen. Frankfurterisch: kwẹẹle (Rauh, 1921a, §217.19, S. 260: Alte Endung -EN).
  • quer. Mhd. twër. Frankfurterisch: kwää(a) (Rauh, 1921a, §213, S. 246).

R

  • Rad. Mhd. rat. Frankfurterisch: rååt (Rauh, 1921a, §210.a, S. 242: Analogdehung altkurzer Vokale vor auslautendem Konsonanten). → Räder (Plural). Frankfurterisch: räädä (Rauh, 1921a, §98.1, S. 104: Mhd. Ä, gedehnt). → Rädchen (Diminutiv). Frankfurterisch: räätsche (Rauh, 1921a, §98.1, S. 104: Mhd. Ä, gedehnt).
  • rasch. Mhd. rasch. Frankfurterisch: rasch (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • ♥Neu!♥ Rat. Mhd. rât. Frankfurterisch: rååt (Rauh, 1921a, §109.1, S. 117: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: rǫǫt (Rauh, 1921a, §110, S. 119).
  • Ratte. Frankfurterisch: ratt; auch: ratth (Rauh, 1921a, §67, S. 76: schwach behauchte Fortis im Auslaut).
  • rechnen. Mhd. rëchenen. Frankfurterisch: rääschene (Rauh, 1921a, §216.12, S. 255: Alte Endung -ENEN).
  • Recht. ⊙Frankfurter Vororte: rääscht (Rauh, 1921a, §209, S. 242).
  • reden. Mhd. reden. Frankfurterisch: rẹdde (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN). → Reden (Plural). Mhd. reden. Frankfurterisch: rẹdde (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • Reff. Mhd. r&fuml;. Gestell zum Tragen auf dem Rücken. Frankfurterisch: räff (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben). → Reffchen. Der Name einer bekannten Sachsenhüser Apfelweinwirtschaft. Frankfurterisch: räffsche (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben).
  • Regel. Mhd. rëgel. Frankfurterisch: rääschl (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, gedehnt).
  • Regen. Hochdeutsch: rẹẹgen. Frankfurterisch: rääsche (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, gedehnt).
  • reiben. → gerieben (Part. Prät.). Mhd. geriben. Frankfurterisch: geriwwe (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • reißen. → Riß. Mhd. ri𝔷. Frankfurterisch: ris (Rauh, 1921a, §101.1, S. 107: Mhd. I, kurz geblieben).
  • reiten. → geritten (Part. Prät.). Mhd. geriten. Frankfurterisch: geridde (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • retour. Aus französisch retour. Zurück. Frankfurterisch: redduu(a) (Rauh, 1921a, §107.1, S. 115: U für französisch OU).
  • Rettich. Mhd. rætîch. Frankfurterisch: rẹddisch (Rauh, 1921a, §217.9.b, S. 258).
  • riechen. Mhd. riechen. Frankfurterisch: rische (Rauh, 1921a, §214.Anm. 1, S. 248: Kürzung von alten IE vor CH, SCH, G, K).
  • Riegel. Mhd. rigel. Frankfurterisch: rischll (Rauh, 1921a, §101.1, S. 107: Mhd. I, kurz geblieben). → riegeln. Frankfurterisch: rischelle (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 236: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • Ritz. Mhd. riz. Frankfurterisch: ritss (Rauh, 1921a, §101.1, S. 107: Mhd. I, kurz geblieben).
  • Roches. Aus hebräisch roges. Zorn. Frankfurterisch: roochess (Rauh, 1921a, §103.1, Anm. 1, S. 110: O in Fremdwörtern).
  • Rock. Frankfurterisch: rokk; auch: rokkh (Rauh, 1921a, §67, S. 76: schwach behauchte Fortis im Auslaut).
  • Rost. Mhd. rost. Frankfurterisch: rosst (Rauh, 1921a, §209, S. 241: Altkurzer Vokal vor mehreren Konsonanten bleibt kurz bzw. wurde rückverkürzt).
  • Rotz. Mhd. rotz. Frankfurterisch: rotts (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, kurz geblieben).
  • Rübe. Mhd. rüebe. Frankfurterisch: riip (Rauh, 1921a, §217.21.a, S. 260: Auslautendes altes -E).
  • Rücken. Mhd. hucke. Frankfurterisch: hukk (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, kurz geblieben).
  • Ruhe. → ruhig. Frankfurterisch: ruisch (Rauh, 1921a, §217.11.a, S. 258: Alte Endungen -EC und -IC).
  • rupfen. Mhd. rupfen. Frankfurterisch: robbe (Rauh, 1921a, §106.3, S. 114: Mhd. U als O).
  • Rüssel. Mhd. rue𝔷el. Frankfurterisch: rissl (Rauh, 1921a, §214.1.b, S. 249: Kürzung von alten ÜE).
  • rüsten. → Gerüst. Mhd. gerüste. Frankfurterisch: gerisst (Rauh, 1921a, §209, S. 241: Altkurzer Vokal vor mehreren Konsonanten bleibt kurz bzw. wurde rückverkürzt).
  • ♥Neu!♥ rutschen. Mhd. rütschen. Frankfurterisch: rittsche (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I).

SCH

  • ♥Neu!♥ Schaf. Mhd. schâf. Frankfurterisch: schååf (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schǫǫf (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • scharf. Mhd. scharf. Frankfurterisch: schåff (Rauh, 1921a, §90.2.c, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor R und Konsonant). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schǫff (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: schaff (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • Scharte. Mhd. scharte. Frankfurterisch: schååt (Rauh, 1921a, §211.2.a, S. 244: In der Regel Dehnung altkurzer Vokale vor altem A und R plus Konsonant).
  • Schaden. Mhd. schaden. Frankfurterisch: schådde (Rauh, 1921a, §90.2.d, S. 98: Mhd. A ist rückverkürzt und verdunkelt in offener Silbe vor Sonorsilben). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schǫdde (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: schadde (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • schaden. → es schadet nichts. Frankfurterisch: s schått nikks (Rauh, 1921a, §219.1.f, S. 263).
  • schaffen. Mhd. schaffen. Frankfurterisch: schavve (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • schaukeln. Mhd. aus: schocken. Frankfurterisch: schoggele (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, kurz geblieben). → Schaukelpferd. Frankfurterisch: schogglgaul (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, kurz geblieben).
  • Schatten. Mhd. schate-n. Frankfurterisch: schådde (Rauh, 1921a, §90.2.d, S. 98: Mhd. A ist rückverkürzt und verdunkelt in offener Silbe vor Sonorsilben). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schǫdde (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: schadde (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation). → Schattenbembel. Zusammengesetzt aus Schatten und Bämpel, hier in der Bedeutung Brunenschwengel. Spöttisch für einen sehr schlanken Menschen. Frankfurterisch: schåddebẹmmbl.
  • scheel. Mhd. schël. Frankfurterisch: schääl (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, gedehnt).
  • Scheiße. → bescheißen. Betrügen. Frankfurterisch: pschaise (Rauh, 1921a, §215.1.b, S. 252). → beschissen. Mhd. beschi𝔷en. Frankfurterisch: pschisse (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Verschlusslaut vor Reibelaut als Fortes).
  • schenden. Mhd. schenden. Schimpfen. Frankfurterisch: schẹnne (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • schenken. Mhd. schenken. Frankfurterisch: schẹngge (Rauh, 1921a, §68.1, S. 76: Verschlusslaute als Lenis zwischen Vokalen).
  • schepp. Mhd. schëp. schief. Frankfurterisch: schäpp (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, kurz geblieben).
  • Scherbe. → Scherben. Mhd. schërben. Frankfurterisch: schää(a)we (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • scheren. Mhd. schëren. Frankfurterisch: schää(a)n (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • schieben. → geschoben. Mhd. geschoben. Frankfurterisch: kschoowe (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, gedehnt).
  • Schiefer. Mhd. schiver. Frankfurterisch: schiwwä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER).
  • schielen. Mhd. schiln. Frankfurterisch: schiile (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, gedehnt).
  • Schimmel. → schimmelig. Frankfurterisch: schimmelisch (Rauh, 1921a, §217.11.b, S. 258: Alte Endungen -ELIC und -ERIC).
  • ♥Neu!♥ schlafen. Mhd. slâfen. Frankfurterisch: schlååve (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schlǫǫve (Rauh, 1921a, §110, S. 118). → Schlaf. Frankfurterisch: schlååf.
  • schlagen. → Schlag. Mhd. slac. Frankfurterisch: schlååch (Rauh, 1921a, §210.a, S. 242: Analogdehung altkurzer Vokale vor auslautendem Konsonanten). → Schläge (Plural). Mhd. slege. Frankfurterisch: schlẹẹsch (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, gedehnt).
  • schlecht. Mhd. slëht. Auch: einfältig. Frankfurterisch: schlääscht; auch: schläät (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, gedehnt).
  • schlenkern. Mhd. slenkern. Frankfurterisch: schlẹnggän (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • ♥Neu!♥ Schlot. Mhd. slât. Frankfurterisch: schloot (Rauh, 1921a, §109.2, Anm. 1, S. 119: Mhd. Â wird langes O).
  • schlummbisch. Unordentlich. Frankfurterisch: schlummbisch (Rauh, 1921a, §217.11.b, S. 258: Alte Endungen -ELIC und -ERIC).
  • ♥Neu!♥ Schlüssel. Mhd. slü𝔷𝔷el. Frankfurterisch: schlissl (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I).
  • schmal. Mhd. smal. Frankfurterisch: schmåål (Rauh, 1921a, §210.a, S. 242: Analogdehung altkurzer Vokale vor auslautendem Konsonanten).
  • schmatzen. Mhd. smackezen. Frankfurterisch: schmattse (Rauh, 1921a, §216.18, S. 256: Alte Endung -EZEN).
  • Schmied. Mhd. smit. Frankfurterisch: schmitt (Rauh, 1921a, §210.b, S. 242: Erhaltene Kürze altkurzer Vokale vor T). → Schmiede. Mhd. schmitte. Frankfurterisch: schmitt (Rauh, 1921a, §202, S. 234).
  • schmieren. Mhd. smirn. Frankfurterisch: schmii(a)n (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, gedehnt).
  • Schmirgel. Mhd. smirgel. Frankfurterisch: schmääil (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • Schmuhs. Aus hebräisch schemn’ōth. Leeres Geschwätz. Frankfurterisch: schmuus (Rauh, 1921a, §66.1, S. 74: Reibelaut als Fortes im Anlaut).
  • Schnabel. Mhd. snabel. Frankfurterisch: schnåwwl (Rauh, 1921a, §90.2.d, S. 98: Mhd. A ist rückverkürzt und verdunkelt in offener Silbe vor Sonorsilben). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schnǫwwl (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: schnawwl (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation). → Schnäbel (Plural). Mhd. snabele. Frankfurterisch: schnäwwl (Rauh, 1921a, §216.11, S. 255: Alte Endung -ELE).
  • Schnalle. Mhd. snalle. Frankfurterisch: schnall (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • ♥Neu!♥ Schärsch. Mhd. snürche. Schwiegertocheter. Frankfurterisch: schnä(a)sch (Rauh, 1921a, §108.3, S. 117: Mhd. Ü vor R erscheint als kurzes Ä).
  • Schnitt. Mhd. snit. Frankfurterisch: schnitt (Rauh, 1921a, §210.b, S. 242: Erhaltene Kürze altkurzer Vokale vor T).
  • schnorren. Mhd. snurren. Frankfurterisch: schnǫ(a)nn (Rauh, 1921a, §217.19.Anm. 1, S. 260: Alte Endung -EN).
  • schnuffeln. Mhd. snuffelen. Beriechen, mehrer Male geräuschvoll Atmen durch die Nase. Frankfurterisch: schnuvvelle (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, kurz geblieben).
  • Schnupfen. Mhd. snupfe-n. Frankfurterisch: schnubbe (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, kurz geblieben).
  • Schnur. → schnüren. Mhd. snüeren. Frankfurterisch: schnii(a)n (Rauh, 1921a, §217.19.Anm. 1, S. 260: Alte Endung -EN).
  • Schnur. Mhd. snur. Schiegermutter. Frankfurterisch: schnuu(a) (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, gedehnt).
  • schnurren. Mhd. snurren. Frankfurterisch: schnǫrre; auch: schnǫ(a)nn (Rauh, 1921a, §106.4, S. 115: Mhd. U vor r plus Konsonant als kurzes offenes O).
  • schocken. Mhd. schocken. werfen. Frankfurterisch: schogge (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, kurz geblieben).
  • schon. Mhd. schône. Frankfurterisch: schonnt (Rauh, 1921a, §214.5, S. 250: Kürzung von altlangem Ô).
  • schoen. → schöner (Komparativ). Mhd. schœner. Frankfurterisch: schẹnnä (Rauh, 1921a, §214.6, S. 250: Kürzung von altlangem œ). → schönste (Superlativ). Mhd. schœneste. Frankfurterisch: schẹnnsde (Rauh, 1921a, §214.6, S. 250: Kürzung von altlangem œ).
  • schöpfen. Mhd. schepfen. Frankfurterisch: schẹbbe (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • schreiben. → Geschreibsel. Frankfurterisch: kschrippsl (Rauh, 1921a, §217.12, S. 259: Alte Endung -SEL).
  • Schreiner. Mhd. schrînære. Frankfurterisch: schråinä (Rauh, 1921a, §216.9, S. 254: Alte Endung -æRE).
  • schuckeln. Mhd. schockelen. Frankfurterisch: schoggele (Rauh, 1921a, §216.11, S. 255: Alte Endung -ELEN).
  • Schuh. Mhd. schuoh. Frankfurterisch: schukk (Rauh, 1921a, §214.1.a, S. 248: Kürzung von alten UO vor CH, SCH, G, K). Ab etwa 1925 zunehmend dann: schuu (Rauh, 1921a, §214.Anm. 1, S. 248: Einfluss der Schriftsprache). → Schühchen (Dimunitiv). Frankfurterisch: schigglsche (Rauh, 1921a, §214.1.a, S. 248: Kürzung von alten UO vor CH, SCH, G, K). → Schuster. Mhd. schuosutære. Frankfurterisch: schussdä (Rauh, 1921a, §214.1.a, S. 248: Kürzung von alten UO vor CH, SCH, G, K).
  • Schuld. → unschuldig. Frankfurterisch: uu(n)schullisch (Rauh, 1921a, §217.11.a, S. 258: Alte Endungen -EC und -IC).
  • ♥Neu!♥ schüren. Mhd. schüren. Frankfurterisch: schii(a)n (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, gededehnt erscheint als langes I).
  • ♥Neu!♥ Schürze. Frankfurterisch: schä(a)ts (Rauh, 1921a, §108.3, S. 117: Mhd. Ü vor R erscheint als kurzes Ä).
  • Schüssel. Mhd. schü𝔷𝔷el. Frankfurterisch: schissl (Rauh, 1921a, §66.1, S. 74: Reibelaut als Fortes im Anlaut).
  • schütten. Mhd. schütten. Frankfurterisch: schidde (Rauh, 1921a, §68.1, S. 76: Verschlusslaute als Lenis zwischen Vokalen).
  • schütteln. Frankfurterisch: schiddele (Rauh, 1921a, §216.11, S. 255: Alte Endung -ELEN).
  • Schulter. Mhd. schulter. Frankfurterisch: schulldä (Rauh, 1921a, §68.1, S. 76: Verschlusslaute als Lenis zwischen Vokalen).
  • Schurz. Mhd. schurz. Frankfurterisch: schǫ(a)tss (Rauh, 1921a, §106.4, S. 114: Mhd. U vor r plus Konsonant als kurzes offenes O).
  • schutten. Mhd. schutten. Mit dem Fuß wegstoßen. Frankfurterisch: schudde (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, kurz geblieben).
  • Schwabe. → schwäbisch. Mhd. swæbise. Frankfurterisch: schwẹẹbisch (Rauh, 1921a, §102.1, S. 108: Mhd. I in betonter Nebensilbe).
  • Schwade. Mhd. swadem. Frankfurterisch: schwåddm (Rauh, 1921a, §90.2.d, S. 98: Mhd. A ist rückverkürzt und verdunkelt in offener Silbe vor Sonorsilben). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schwǫddm (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: schwaddm (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation). → Schwaden (Plural). Mhd. swademen. Frankfurterisch: schwaddeme (Rauh, 1921a, §216.13, S. 256: Alte Endung -EMEN).
  • ♥Neu!♥ Schwager. Mhd. swâger. Frankfurterisch: schwååchä (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schwǫǫchä (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • Schwan. Mhd. swane. Frankfurterisch: schwåån (Rauh, 1921a, §90.3, S. 99: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schwǫǫn (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation).
  • Schwanheim. Frankfurterisch: schwåånm (Rauh, 1921a, §218.2, S. 262).
  • Schwanz. → Schwänzchen (Diminutiv). Frankfurterisch: schwẹnnsii (Rauh, 1921a, §216.19.b, S. 257: Alte Endung -ECHEN).
  • Schwarte. Mhd. swarte. Frankfurterisch: schwååt (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schwǫǫt (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation).
  • schwarz. Mhd. swarz. Frankfurterisch: schwåtts (Rauh, 1921a, §90.2.c, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor R und Konsonant). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schwǫtts (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: schwatts (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • schweigen. → geschwiegen (Part. Prät.). Mhd. geswigen. Frankfurterisch: kschwische (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • schwimmen. Mhd. swimmen. Frankfurterisch: schwimme (Rauh, 1921a, §101.3, S. 109: Mhd. I). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schwẹmme (Rauh, 1921a, §101.3, S. 109: Mhd. I). → geschwommen. Mhd. geswommen. Frankfurterisch: kschwomme (Rauh, 1921a, §106.2, S. 113: Mhd. U vor Nasalen).
  • Schwefel. Mhd. swëvel. Frankfurterisch: schwäwwl (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 236: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • Schwengel. Mhd. swengel. Hebearm einer Pumpe. Frankfurterisch: schwẹngl (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • Schwester. Mhd. swëster. Frankfurterisch: swẹssdä (Rauh, 1921a, §100.4, S. 107: Germanisches Ë ST).

SP

  • ♥Neu!♥ Span. Mhd. spân. Frankfurterisch: schbåå(n) (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schbOO(n) (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • Spanien. → spanisch. Mhd. spânise. Frankfurterisch: schbånnisch (Rauh, 1921a, §102.1, S. 108: Mhd. I in betonter Nebensilbe).
  • Spargel. Mhd. spargen. Frankfurterisch: schbååil; auch: schbǫǫ(a)je (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • Spatz. → Spätzlein (Diminutiv). Frankfurterisch: schbättsii (Rauh, 1921a, §216.19.b, S. 257: Alte Endung -ECHEN).
  • Speck. Mhd. spëc. Frankfurterisch: schbäkk (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben).
  • Sperber. Mhd. sperwære. Frankfurterisch: schbää(a)wä (Rauh, 1921a, §211.1, S. 244: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • Spiegel. Mhd. spiegel. Frankfurterisch: schbischll (Rauh, 1921a, §214.Anm. 1, S. 248: Kürzung von alten IE vor CH, SCH, G, K).
  • spielen. Mhd. spilen. Frankfurterisch: schbiile (Rauh, 1921a, §66.2.a, S. 74: Verschlusslaut vor Vokal als Lenes).
  • spinnen. → Spinnerin. Frankfurterisch: schbinnänn (Rauh, 1921a, §216.1.b, S. 254: Alte Endung -INNE).
  • ♥Neu!♥ Sprache. Mhd. sprâche. Frankfurterisch: schprååch (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schprǫǫch (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • spuelen. Hochdeutsch: schpüülen. Frankfurterisch: schbiile.
  • Spur. Mhd. spur. Frankfurterisch: schbuu(a) (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, gedehnt).
  • ♥Neu!♥ spüren. Mhd. spüren. Frankfurterisch: schbii(a)n (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, gededehnt erscheint als langes I).
  • springen. Mhd. springen. Frankfurterisch: schpringe (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Halbfortis vor L, R, M, N und W).
  • spritzen. Mhd. sprützen. Frankfurterisch: schprittse (Rauh, 1921a, §66.1, S. 74: Reibelaut als Fortes im Anlaut).

ST

  • Stab. Mhd. stab. Frankfurterisch: schdååp (Rauh, 1921a, §210.a, S. 242: Analogdehung altkurzer Vokale vor auslautendem Konsonanten).
  • Stall. Mhd. stahel. Frankfurterisch: schdåål (Rauh, 1921a, §204.1.b, S. 237: Langer bzw. gedehnter Vokal vor -EL).
  • Stamm. Mhd. stam. Frankfurterisch: schdåmm (Rauh, 1921a, §90.2.a, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor Nasal).
  • Stange. Mhd. stange. Frankfurterisch: schdång (Rauh, 1921a, §90.2.a, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor Nasal).
  • stark. Mhd. stark. Frankfurterisch: schdåkk (Rauh, 1921a, §90.2.c, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor R und Konsonant). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schdǫkk (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: schdakk (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • starren. → anstarren. Frankfurterisch: åå(n)schduu(a)n (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, gedehnt).
  • stechen. → er sticht. Frankfurterisch: schdischtt (Rauh, 1921a, §217.16, S. 259: Alte Endung -ET).
  • stehen. → Ständchen (Diminutiv). Frankfurterisch: schdẹnnsche (Rauh, 1921a, §216.19.a, S. 256: Alte Endung -ECHEN). → Ständer. Frankfurterisch: schdẹnnä (Rauh, 1921a, §98.2, S. 105: Mhd. Ä vor Nasal, kurz geblieben).
  • stehlen. Mhd. stëlen. Frankfurterisch: schdääle (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • steigen. → gestiegen (Part. Prät.). Mhd. gestiegen. Frankfurterisch: kschdische (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • sterben. Mhd. sterben. Frankfurterisch: schdää(a)we (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M). → er stirbt. Mhd. stirbt. Frankfurterisch: schdä(a)bbt (Rauh, 1921a, §101.2, S. 108: Mhd. I, gedehnt). → gestorben. Frankfurterisch: kschdǫǫ(a)we (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • Stern. Mhd. stërn. Frankfurterisch: schdä(a)nn (Rauh, 1921a, §100.2, S. 106: Germanisches Ë vor R, kurz geblieben).
  • Stiel. Mhd. stil. Frankfurterisch: schdiil (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, gedehnt).
  • Stimme. Mhd. stimme. Frankfurterisch: schdimm (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, kurz geblieben).
  • stinken. Mhd. stinken. Frankfurterisch: schdinggge (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, kurz geblieben).
  • Stirn. Mhd. stirne. Frankfurterisch: schdä(a)nn (Rauh, 1921a, §101.2, S. 108: Mhd. I, gedehnt).
  • Storch. Ahd. storak. Mhd. storch. Frankfurterisch: schdǫ(a)sch (Rauh, 1921a, §207, S. 240: Kurzer Stammvokal vor synkopiertem Endsilbenvokal).
  • ♥Neu!♥ Strafe. Mhd. strâfe. Frankfurterisch: schtrååf (Rauh, 1921a, §109.1, S. 117: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schtrǫǫf (Rauh, 1921a, §110, S. 119).
  • Strähne. Mhd. strën. Frankfurterisch: schtrẹẹn (Rauh, 1921a, §100.3, S. 107: Germanisches Ë vor Nasal, gedehnt).
  • Straße. Mhd. strâ𝔷e. Frankfurterisch: schtråås (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Halbfortis vor L, R, M, N und W). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schtrǫǫs (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • strubbelig. Frankfurterisch: schtruwwelisch (Rauh, 1921a, §217.11.b, S. 258: Alte Endungen -ELIC und -ERIC).
  • Strumpf. Mhd. strumpf. Frankfurterisch: schtrummp (Rauh, 1921a, §67, S. 76: Fortis im Auslaut).
  • ♥Neu!♥ stürzen. Mhd. stürzen. Frankfurterisch: schdä(a)tse (Rauh, 1921a, §108.3, S. 117: Mhd. Ü vor R erscheint als kurzes Ä).
  • Stutz. Mhd. stutz. Auf einen Stoß, auf einmal. Frankfurterisch: uvnn schdutts (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, kurz geblieben).
  • stechen. Mhd. stëchen. Frankfurterisch: schdäsche (Rauh, 1921a, §202, S. 234).
  • Stecken. Mhd. stëcke-n. Frankfurterisch: schdägge (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben).
  • Steg. Mhd. stëc. Frankfurterisch: schdääsch (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, gedehnt).
  • Stiefel. Mhd. stivel. Frankfurterisch: schdiwwl (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 236: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • Stock. → Stöcke (Plural). Frankfurterisch: schdẹkk (Rauh, 1921a, §105.1, S. 112: Mhd. Ö, kurz geblieben).
  • Stöpfel. Mhd. stopfen. Kleiner Mensch. Frankfurterisch: schdẹbbl (Rauh, 1921a, §105.1, S. 112: Mhd. Ö, kurz geblieben).
  • Stöppsel. Auch: kleiner dicker Mann. Frankfurterisch: schdẹppsl (Rauh, 1921a, §217.12, S. 259: Alte Endung -SEL).
  • Storch. Ahd. storak. Mhd. storch. Frankfurterisch: schdǫ(a)sch (Rauh, 1921a, §207, S. 240: Kurzer Stammvokal vor synkopiertem Endsilbenvokal).
  • stören. → stör ihn. Frankfurterisch: schdää(a)n (Rauh, 1921a, §219.1.e, S. 263: Schwächung des IHN Pronomens).
  • Stück. Frankfurterisch: schtikk. Kunststücke (Plural) im Frankfurter Lautdenkmal (1937):
    .
  • Stummel. Mhd. stummel. Endstück. Frankfurterisch: schdumml (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, kurz geblieben).
  • stumpen. Frankfurterisch: schdummbn (Rauh, 1921a, §68.1, S. 76: Verschlusslaute als Lenis zwischen Vokalen).
  • Stuppel. Mhd. stupfel. Frankfurterisch: schdobbl (Rauh, 1921a, §106.3, S. 114: Mhd. U als O).
  • Sturm. Mhd. strum. Frankfurterisch: schdǫ(a)mm (Rauh, 1921a, §211.2.b, S. 246: Bewahrte alte Kürze vor R plus Konsonant).

S

  • Sachsenhausen. → sachsenhäuserisch. Frankfurterisch: sakksehoisäsch; auch: sakksehoiserisch (Rauh, 1921a, §217.10, S. 258: Alte Endungen -ESCH und -ISCH).
  • Sack. Mhd. sac. Frankfurterisch: sakk (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • Saft. Mhd. saft. Frankfurterisch: safft (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • Säge. Mhd. säge. Frankfurterisch: sääsch (Rauh, 1921a, §66.1, S. 74: Reibelaut als Fortes im Anlaut). → säegen. Mhd. sëgen. Frankfurterisch: schääsche (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, gedehnt).
  • sagen. Hochdeutsch: saagen. Frankfurterisch: sååche (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: s:che (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). → du sagst. Frankfurterisch: sääschst (Rauh, 1921a, §207, S. 240: Langer Stammvokal vor synkopiertem Endsilbenvokal). Ab etwa 1925 zunehmend dann: säschsst (Rauh, 1921a, §207, S. 240: Rückverürzung). → er sagt. Frankfurterisch: sääscht (Rauh, 1921a, §98.1, S. 104: Mhd. Ä, gedehnt). Ab etwa 1925 zunehmend dann: säschtt (Rauh, 1921a, §207, S. 240: Rückverürzung). → sag ihnen. Frankfurterisch: sååchn (Rauh, 1921a, §219.1.e, S. 263: Schwächung des IHN Pronomens). → gesagt. Mhd. gesaget. Frankfurterisch: ksåchtt (Rauh, 1921a, §90.2.d, S. 98: Mhd. A ist rückverkürzt und verdunkelt in offener Silbe vor Sonorsilben). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: ksǫchtt (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: ksachtt (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • Salz. Mhd. salz. Frankfurterisch: sallss (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • ♥Neu!♥ Samen. Mhd. sâme-n. Frankfurterisch: sååme (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: sǫǫme (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • sammeln. Mhd. samelen. Frankfurterisch: såmmele (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • satt. Mhd. sat. Frankfurterisch: satt (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • saufen. → gesoffen. Mhd. gesoffen. Frankfurterisch: ksovve (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, kurz geblieben).
  • Segel. Mhd. sëgel. Frankfurterisch: sääschl (Rauh, 1921a, §204.1.b, S. 237: Langer bzw. gedehnter Vokal vor -EL).
  • segnen. Mhd. sëgenen. Frankfurterisch: sääschene (Rauh, 1921a, §216.12, S. 255: Alte Endung -ENEN).
  • sehen. Mhd. sëhen. Frankfurterisch: sääe (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, gedehnt).
  • Seide. → seiden. Mhd. sîdîn. Aus Seide. Frankfurterisch: saide (Rauh, 1921a, §217.5, S. 257: Alte Adjektivsuffixe -ÎN und -IN).
  • sein. → ich bin. Mhd. bin. Frankfurterisch: binn (Rauh, 1921a, §212, S. 246: Einsilbige Verbalformen). → ich bin es. Frankfurterisch: sch binnds (Rauh, 1921a, §219.1.f, S. 263). → du bist. Mhd. bist. Frankfurterisch: bisst (Rauh, 1921a, §209, S. 241: Altkurzer Vokal vor mehreren Konsonanten bleibt kurz bzw. wurde rückverkürzt). → er ist. Mhd. is. Frankfurterisch: iss (Rauh, 1921a, §212, S. 246: Einsilbige Verbalformen). → wir sind. Mhd. sind. Frankfurterisch: sinn (Rauh, 1921a, §209, S. 241: Altkurzer Vokal vor mehreren Konsonanten bleibt kurz bzw. wurde rückverkürzt). → werden. Mhd. wërden. Frankfurterisch: wä(a)nn; auch: wää(a)n (Rauh, 1921a, §100.2, S. 106: Germanisches Ë vor R, kurz geblieben). → er wird. Mhd. wird. Frankfurterisch: wår(a)dd (Rauh, 1921a, §101.2, S. 108: Mhd. I, gedehnt). → ich oder er war. Frankfurterisch: wåå (Rauh, 1921a, §213, S. 246). → geworden. Mhd. worden. Frankfurterisch: wǫ(a)nn (Rauh, 1921a, §103.4, S. 111: Mhd. O vor R und Konsonant, kurz geblieben). → gewesen. Mhd. gewësen. Frankfurterisch: gewääse (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, gedehnt).
  • Senf. Mhd. sënef. Frankfurterisch: sẹmmf; auch: sẹmmft (Rauh, 1921a, §207, S. 240: Kurzer Stammvokal vor synkopiertem Endsilbenvokal).
  • Sehne. Mhd. sëne. Frankfurterisch: sẹẹn (Rauh, 1921a, §100.3, S. 107: Germanisches Ë vor Nasal, gedehnt).
  • sich. Mhd. sich. Frankfurterisch: sisch (Rauh, 1921a, §212, S. 246: Einsilbige Pronominalformen).
  • sieden. → gesotten (Partizip). Mhd. gesoten. Frankfurterisch: ksodde (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • singen. Mhd. singen. Frankfurterisch: singe (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, kurz geblieben).
  • Sims. Mhd. simez. Frankfurterisch: simms (Rauh, 1921a, §217.14.a, S. 259: Alte Endung -EZE).
  • Sippe. → Sippschaft. Frankfurterisch: sippschafft (Rauh, 1921a, §217.7, S. 258: Alte Endung und -SCHAFT).
  • Sohn. Mhd. sun. Frankfurterisch: soo(n) (Rauh, 1921a, §106.2, S. 114: Mhd. U vor Nasalen).
  • sollen. → ich oder er soll. Mhd. sol. Frankfurterisch: soll (Rauh, 1921a, §212, S. 246: Einsilbige Verbalformen).
  • Sommer. Mhd. sumer. Frankfurterisch: sommä (Rauh, 1921a, §106.2, S. 113: Mhd. U vor Nasalen).
  • Sonne. Mhd. sunne. Frankfurterisch: sonn (Rauh, 1921a, §106.2, S. 113: Mhd. U vor Nasalen). Vor 1825 wohl gesprochen als: sunn (Rauh, 1921a, §106.2, Anm. 1, S. 114: Mhd. U vor Nasalen, ehemalig erhaltenes U). „Sunntag” (Malß: 1. Aufz., 1. Auft. ; aus: Rauh 1921, 106.𝔷). ⊙Sachsenhausen: Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: sunn (Rauh, 1921a, §106.2, Anm. 1, S. 114: Mhd. U vor Nasalen, ehemalig erhaltenes U).
  • sonst. Mhd. sunst. Frankfurterisch: sonndst (Rauh, 1921a, §106.2, S. 114: Mhd. U vor Nasalen). Vor 1825 wohl gesprochen als: sunndst (Rauh, 1921a, §106.2, Anm. 1, S. 114: Mhd. U vor Nasalen, ehemalig erhaltenes U). „sunst” (Malß: 2. Aufz., 2. Auft.; aus: Rauh 1921, 106.2). ⊙Sachsenhausen: Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: sunndst (Rauh, 1921a, §106.2, Anm. 1, S. 114: Mhd. U vor Nasalen, ehemalig erhaltenes U).
  • sorgen. Mhd. sorgen. Frankfurterisch: sǫǫ(a)jä (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M). → Sorge. Mhd. sorge. Frankfurterisch: sǫ(a)sch (Rauh, 1921a, §211.2.b, S. 246: Bewahrte alte Kürze vor R plus Konsonant). → Sorgen (Plural). Mhd. sorgen. Frankfurterisch: sǫǫ(a)je (Rauh, 1921a, §103.4, S. 111: Mhd. O vor R und Konsonant, kurz geblieben).
  • Sorte. Aus französisch sorte. Frankfurterisch: schǫ(a)tt (Rauh, 1921a, §103.4, S. 111: Mhd. O vor R und Konsonant, kurz geblieben).
  • Statur. Aus lateinisch statura. Gestalt. Frankfurterisch: schdadduu(a) (Rauh, 1921a, §107.2, S. 115: U für lateinisch U).
  • suchen. Mhd. suochen. Frankfurterisch: suche (Rauh, 1921a, §214.1.a, S. 248: Kürzung von alten UO vor CH, SCH, G, K).
  • ♥Neu!♥ Sünde. Mhd. sünde. Frankfurterisch: sinn (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I).

T

  • Tafel. Mhd. tavel. Frankfurterisch: dååvl (Rauh, 1921a, §66.2.a, S. 74: Verschlusslaut vor Vokal als Lenes).
  • Tag. Mhd. tac. Frankfurterisch: dååch (Rauh, 1921a, §66.2.a, S. 74: Verschlusslaut vor Vokal als Lenes). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: dǫǫch (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation).
  • Tasche. Frankfurterisch: dasch. Im Mittelalter wohl gesprochen als: däsch.
  • taub. Mhd. toup. Frankfurterisch: daap (Rauh, 1921a, §67, S. 76: Fortis im Auslaut).
  • taumeln. Mhd. turmeln. Frankfurterisch: dǫǫ(a)melle (Rauh, 1921a, §106.4, S. 115: Mhd. U vor r plus Konsonant als langes offenes O). &rar; Turmel. Mhd. turmel. Schwächlicher Mensch. Frankfurterisch: dǫǫ(a)ml (Rauh, 1921a, §106.4, S. 115: Mhd. U vor r plus Konsonant als langes offenes O).
  • Teppich. Mhd. teppîche. Frankfurterisch: dẹbbisch (Rauh, 1921a, §217.9.b, S. 258).
  • teuer. → teuerst. Mhd. tiureste. Frankfurterisch: dojjäschtt (Rauh, 1921a, §216.15, S. 256: Alte Endung -ESTE).
  • Teufel. Hochdeutsch: tǫüfel. Frankfurterisch: daiwl.
  • Tisch. Mhd. tisch. Frankfurterisch: disch (Rauh, 1921a, §209, S. 241: Altkurzer Vokal vor mehreren Konsonanten bleibt kurz bzw. wurde rückverkürzt). → Tischchen (Diminutiv). Frankfurterisch: dischii (Rauh, 1921a, §216.19.b, S. 257: Alte Endung -ECHEN). Ab etwa 1925 zunehmend dann: dischje (Rauh, 1921a, §216.19.a.Anm, S. 257: Alte Endung -ECHEN).
  • ♥Neu!♥ Tonerde. Mhd. tâhe. Frankfurterisch: thoon (Rauh, 1921a, §109.2, Anm. 1, S. 118: Mhd. Â wird langes O).
  • Tor. Mhd. tor. Frankfurterisch: doo(a) (Rauh, 1921a, §103.3, S. 111: Mhd. O vor intervokalischem oder auslautenden R).
  • Torte. Aus italienisch torta. Frankfurterisch: tǫ(a)tt (Rauh, 1921a, §103.4, S. 111: Mhd. O vor R und Konsonant, kurz geblieben).
  • tot. Mhd. tôt. Frankfurterisch: doot (Rauh, 1921a, §67, S. 76: Fortis im Auslaut).
  • toute de suite. Aus französisch tout de suite. sogleich. Frankfurterisch: duttswitt (Rauh, 1921a, §107.1, S. 115: U für französisch OU).
  • Tracht. Mhd. traht. Frankfurterisch: tråchtt (Rauh, 1921a, §90.2.b, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor altem -HT und -HS). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: trǫchtt (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: trachtt (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • tragen. Mhd. tragen. Frankfurterisch: trååche (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: trǫǫche (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). → getragen. Frankfurterisch: getrååche (Rauh, 1921a, §215.1.a, S. 252: Vorsilbe GE-). → Träeger. Frankfurterisch: trääsche (Rauh, 1921a, §98.1, S. 104: Mhd. Ä, gedehnt).
  • Träne. Frankfurterisch: trääne (Rauh, 1921a, §98.2, S. 105: Mhd. Ä vor Nasal, gedehnt).
  • Traufe. Mhd. troufe. Frankfurterisch: traaf (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Halbfortis vor L, R, M, N und W).
  • treten. Mhd. trëten. Frankfurterisch: trääde (Rauh, 1921a, §68.1, S. 76: Verschlusslaute als Lenis zwischen Vokalen).
  • treiben. → getrieben (Part. Prät.). Mhd. getriben. Frankfurterisch: getriwwe (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • Trommel. Mhd. trumel. Frankfurterisch: tromml (Rauh, 1921a, §106.2, S. 114: Mhd. U vor Nasalen). Vor 1825 wohl gesprochen als: trumml (Rauh, 1921a, §106.2, Anm. 1, S. 114: Mhd. U vor Nasalen, ehemalig erhaltenes U). ⊙Sachsenhausen: Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: trumml (Rauh, 1921a, §106.2, Anm. 1, S. 114: Mhd. U vor Nasalen, ehemalig erhaltenes U). → „trummeln” (Malß: 1. Aufz., 16. Auft. ; aus: Rauh 1921, 106.2).
  • Tropfen. Mhd. tropfe-n. Frankfurterisch: trobbe (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, kurz geblieben). → tröpfeln. Frankfurterisch: trẹbbelle (Rauh, 1921a, §105.1, S. 112: Mhd. Ö, kurz geblieben).
  • Trottoir. Aus französisch trottoir. Bürgersteig. Frankfurterisch: troddwåå (Rauh, 1921a, §103.1, Anm. 1, S. 110: O in Fremdwörtern).
  • Trubel. Aus französisch trouble. Aufregung. Frankfurterisch: truuwl (Rauh, 1921a, §107.1, S. 115: U für französisch OU).
  • Tuch. Mhd. tuoch. Frankfurterisch: duch (Rauh, 1921a, §214.1.a, S. 248: Kürzung von alten UO vor CH, SCH, G, K). → Tüchlein (Diminutiv). Frankfurterisch: dischlsche (Rauh, 1921a, §214.1.a, S. 248: Kürzung von alten UO vor CH, SCH, G, K).
  • Tupfen. → getüpfelt. Frankfurterisch: gedibblt (Rauh, 1921a, §215.1.a, S. 252: Vorsilbe GE-).
  • Tuppee. Aus französisch toupet. Der Scheitel des Kopfes. Frankfurterisch: dubbẹẹ (Rauh, 1921a, §107.1, S. 115: U für französisch OU).
  • ♥Neu!♥ Tür. Mhd. tür. Frankfurterisch: dii(a) (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, gededehnt erscheint als langes I).
  • tun. Frankfurterisch: duun. → ♥Neu!♥ tun. Mhd. geân. Frankfurterisch: gedåå(n) (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: gedOO(n) (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • Turm. Mhd. turm. Frankfurterisch: thǫ(a)mm (Rauh, 1921a, §106.4, S. 115: Mhd. U vor r plus Konsonant als kurzes offenes O). → Pfarrturm. Frankfurter Domturm. Frankfurterisch: phathǫ(a)nn (Rauh, 1921a, §211.2.b, S. 246: Bewahrte alte Kürze vor R plus Konsonant). → ♥Neu!♥ Türme (Plural). Mhd. türme. Frankfurterisch: thä(a)mm (Rauh, 1921a, §108.3, S. 117: Mhd. Ü vor R erscheint als kurzes Ä).

U

  • ♥Neu!♥ übel. Mhd. übel. Frankfurterisch: iwwl (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I).
  • üben. → Übung. Mhd. üebunge. Frankfurterisch: iiwung (Rauh, 1921a, §216.4, S. 254: Alte Endung -UNG).
  • ♥Neu!♥ über. Mhd. über. Frankfurterisch: iwwä (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I). triwwä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER). vorüber im Frankfurter Lautdenkmal (1937): [forivæ] bzw. forriwwä,
    . → übrig. Mhd. überic. Frankfurterisch: iwwerisch (Rauh, 1921a, §217.11.b, S. 258: Alte Endungen -ELIC und -ERIC).
  • Ungeziefer. Mhd. ungeziber. Frankfurterisch: uu(n)getsiwwä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER).
  • unter. → unter ihnen. Frankfurterisch: unnänn (Rauh, 1921a, §219.1.e, S. 263: Schwächung des IHN Pronomens).
  • Urteil. Mhd. urteil. Frankfurterisch: ǫ(a)ddaal (Rauh, 1921a, §211.2.b, S. 245: Bewahrte alte Kürze vor R plus Konsonant).
  • Urlaub. Mhd. urloub. Frankfurterisch: ǫ(a)llaap (Rauh, 1921a, §211.2.b, S. 246: Bewahrte alte Kürze vor R plus Konsonant).
  • Ursula. Einfältiges auch ungezogenes Mädchen. Frankfurterisch: ǫ(a)schll (Rauh, 1921a, §211.2.b, S. 246: Bewahrte alte Kürze vor R plus Konsonant).
  • Urteil. Mhd. urteil. Frankfurterisch: ǫ(a)ddaal (Rauh, 1921a, §211.2.b, S. 245: Bewahrte alte Kürze vor R plus Konsonant).

V

  • Vater. Mhd. vater. Frankfurterisch: fåddä (Rauh, 1921a, §90.2.d, S. 98: Mhd. A ist rückverkürzt und verdunkelt in offener Silbe vor Sonorsilben). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: fǫddä (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: faddä (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • verbieten. → verboten (Partizip). Frankfurterisch: fäbodde (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • verderben. Mhd. verdërben. Frankfurterisch: fädää(a)we (Rauh, 1921a, §100.2, S. 106: Germanisches Ë vor R, gedehnt). → verdorben. Frankfurterisch: fädǫǫ(a)we (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • verloren. Mhd. verloren. Frankfurterisch: fäloo(a)n (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • Vetter. Mhd. veter. Frankfurterisch: fẹddä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER).
  • Viech. Mhd. vich. Frankfurterisch: fiisch (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, gedehnt).
  • viel. → soviel. Frankfurterisch: soovl (Rauh, 1921a, §218.2, S. 262). → wieviel. Frankfurterisch: wivvl (Rauh, 1921a, §218.2, S. 262).
  • vielleicht. Mhd. villîhte. Frankfurterisch: felaischt (Rauh, 1921a, §102.2, S. 108: Mhd. I in unbetonter Nebensilbe).
  • vier. → der Vierte. Mhd. viert. Frankfurterisch: fä(a)tt (Rauh, 1921a, §214.1.b, S. 249: Kürzung von alten IE). → vierzig. Mhd. vierzec. Frankfurterisch: fä(a)ttsisch (Rauh, 1921a, §214.1.b, S. 249: Kürzung von alten IE). → Viertel. Mhd. vierteil. Frankfurterisch: fä(a)ddl (Rauh, 1921a, §218.2, S. 262).
  • Vogel. Mhd. vogel. Frankfurterisch: foochl (Rauh, 1921a, §66.1, S. 74: Reibelaut als Fortes im Anlaut). → Vögel (Plural). Mhd. vogele. Frankfurterisch: fẹẹschl (Rauh, 1921a, §216.11, S. 255: Alte Endung -ELE).
  • vor (betont). Frankfurterisch: foo(a) (Rauh, 1921a, §213, S. 246). → vor (unbetont). Frankfurterisch: (Rauh, 1921a, §213, S. 246).
  • Vorteil. Frankfurterisch: fǫ(a)daal (Rauh, 1921a, §218.1, S. 262).

W

  • ♥Neu!♥ Waage. Mhd. wâge. Frankfurterisch: wååch (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: wǫǫch (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • Wade. Mhd. wade. Frankfurterisch: wååt (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • Wabe. Mhd. wabe. Frankfurterisch: wååp (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • wachen. → Wacht. Mhd. wahte. Frankfurterisch: wåchtt (Rauh, 1921a, §90.2.b, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor altem -HT und -HS). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: wǫchtt (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: wachtt (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • Wachs. Mhd. wahs. Frankfurterisch: wåkks (Rauh, 1921a, §90.1, Anm. 1, S. 97: Analogieverdunklung mhd. A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: wǫkks (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: wakks (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • wachsen. Mhd. wahsen. Frankfurterisch: wåkkse (Rauh, 1921a, §90.2.b, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor altem -HT und -HS). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: wǫkkse (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: wakkse (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • wägen. Mhd. wëgen. Frankfurterisch: wääsche (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • wälken. Mhd. wëlken. Frankfurterisch: wällge (Rauh, 1921a, §68.1, S. 76: Verschlusslaute als Lenis zwischen Vokalen).
  • wagen. Mhd. wagen. Frankfurterisch: wååche (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • Wagen. Mhd. wagen. Frankfurterisch: wååche (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: wǫǫche (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). → Wägelchen (Diminutiv). Frankfurterisch: wäschlsche (Rauh, 1921a, §98.1, S. 104: Mhd. Ä, gedehnt).
  • ♥Neu!♥ wahr. Mhd. wâr. Frankfurterisch: wåå (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: wǫǫ (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • Wald. Mhd. walt. Frankfurterisch: walt (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • Walze. Mhd. walze. Frankfurterisch: walds (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • Wand. Mhd. want. Frankfurterisch: wånnt (Rauh, 1921a, §67, S. 76: Fortis im Auslaut).
  • Ware. Mhd. ware. Frankfurterisch: wåå (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • warm. Mhd. warm. Frankfurterisch: wååm (Rauh, 1921a, §90.3, S. 99: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: wǫǫm (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). → wärmen. Mhd. wermen. Frankfurterisch: wää(a)me (Rauh, 1921a, §97.2, S. 104: Mhd. E vor R). → Wärme. Mhd. werme. Frankfurterisch: wää(a)m (Rauh, 1921a, §211.2.a.Anm, S. 245: In der Regel Dehnung altkurzer Vokale vor altem E, Ä oder Ë und R plus Konsonant).
  • Warte. Mhd. warte. Frankfurterisch: wååt (Rauh, 1921a, §211.2.a, S. 244: In der Regel Dehnung altkurzer Vokale vor altem A und R plus Konsonant). Ebenso um 1920: wått (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 5, S. 99: Rückverkürzungen). Ab etwa 1925 zunehmend dann: watt (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 5, S. 99: Rückverkürzungen). → Wärter. Frankfurterisch: wää(a)dä (Rauh, 1921a, §211.2.a.Anm, S. 245: In der Regel Dehnung altkurzer Vokale vor altem E, Ä oder Ë und R plus Konsonant). Ab etwa 1925 zunehmend dann: wä(a)ddä (Rauh, 1921a, §211.2.a.Anm, S. 245: Rückverkürzungen).
  • warten. Mhd. warten. Frankfurterisch: wååde (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: wǫǫde (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ebenso um 1920: wådde (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 5, S. 99: Rückverkürzungen). Ab etwa 1925 zunehmend dann: wadde (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 5, S. 99: Rückverkürzungen).
  • was. Mhd. wa𝔷. Frankfurterisch: wåssch (Rauh, 1921a, §91, S. 99).
  • waschen. Frankfurterisch: wäsche (Rauh, 1921a, §99, S. 105: SCH-Umlaut). → Wäsche. Frankfurterisch: wäsch (Rauh, 1921a, §99, S. 105: SCH-Umlaut).
  • Wasen. Mhd. wase. Rasen. Frankfurterisch: wåssm (Rauh, 1921a, §90.2.d, S. 98: Mhd. A ist rückverkürzt und verdunkelt in offener Silbe vor Sonorsilben). Rasen. Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: wǫssm (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Rasen. Ab etwa 1925 zunehmend dann: wassm (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • Wasser. Mhd. wa𝔷𝔷er. Frankfurterisch: wassä (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • weben. Mhd. wëben. Frankfurterisch: wääwe (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • Wechsel. Mhd. wëhsel. Frankfurterisch: wäkksl (Rauh, 1921a, §217.12, S. 259: Alte Endung -SEL).
  • Weide (Baum). Frankfurterisch: waid.
  • Weide (Wiese). Frankfurterisch: waad.
  • Weilholz. Mhd. würgen. Holz zum Glätten des Teigs. Frankfurterisch: wääilhollds (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • Weg. Mhd. wëc. Frankfurterisch: wääsch (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, gedehnt). Ab etwa 1925 zunehmend dann: wẹẹsch.
  • weisen. → gewiesen (Part. Prät.). Mhd. gewisen. Frankfurterisch: gewisse (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • weit. Mhd. wît. Frankfurterisch: wait (Rauh, 1921a, §67, S. 76: Fortis im Auslaut).
  • welgen. Mhd. welgen. Den Teig mit einem Holz glätten. Frankfurterisch: wẹlljän (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • wem. Mhd. wëme. Frankfurterisch: wẹẹm (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • wenn. → wenn du. Frankfurterisch: wẹnndsde (Rauh, 1921a, §219.1.d, S. 263: Schwächung des DU Pronomens). → wenn er. Frankfurterisch: wẹnnä (Rauh, 1921a, §219.1.b, S. 263: Schwächung des ER Pronomens).
  • wer (betont). Frankfurterisch: wää(a) (Rauh, 1921a, §213, S. 246). → wer (unbetont). Frankfurterisch: (Rauh, 1921a, §213, S. 246).
  • werfen. Mhd. wërfen. Frankfurterisch: wär(a)vve (Rauh, 1921a, §100.2, S. 106: Germanisches Ë vor R, kurz geblieben). → er wirft. Mhd. wirft. Frankfurterisch: wä(a)fft (Rauh, 1921a, §101.2, S. 108: Mhd. I, gedehnt). → geworfen. Frankfurterisch: gewo(a)vve.
  • Werk. Mhd. wërak. Frankfurterisch: wä(a)sch (Rauh, 1921a, §207, S. 240: Kurzer Stammvokal vor synkopiertem Endsilbenvokal).
  • Wert. Mhd. wërt. Frankfurterisch: wää(a)t (Rauh, 1921a, §100.2, S. 106: Germanisches Ë vor R, gedehnt).
  • Wetter. Mhd. wëter. Frankfurterisch: wäddä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER).
  • wickeln. Mhd. wickelen. Frankfurterisch: wiggele (Rauh, 1921a, §216.11, S. 255: Alte Endung -ELEN).
  • wieder. Mhd. wider. Frankfurterisch: widdä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER).
  • wider. Mhd. wider. Frankfurterisch: wẹdaä (Rauh, 1921a, §101.3, S. 109: Mhd. I).
  • Wiese. → Wiesen (Plural). Mhd. wisen. Frankfurterisch: wisse (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • Wiesel. Mhd. wisel. Frankfurterisch: wissl (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 236: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • Wimper. Mhd. wintbrâ. Frankfurterisch: wimmbä (Rauh, 1921a, §218.2, S. 262).
  • windeln. Mhd. windelen. Frankfurterisch: winnele (Rauh, 1921a, §216.11, S. 255: Alte Endung -ELEN).
  • Wirbel. Mhd. wirbel. Frankfurterisch: wää(a)wl (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • Wirsing. Mhd. wirsing. Frankfurterisch: wä(a)sching (Rauh, 1921a, §101.2, S. 108: Mhd. I, gedehnt).
  • Wirt. Mhd. wirt. Frankfurterisch: wä(a)tt (Rauh, 1921a, §211.2.b, S. 245: Bewahrte alte Kürze vor R plus Konsonant). → Wirtschaft. Frankfurterisch: wär(a)ttschafft (Rauh, 1921a, §217.7, S. 258: Alte Endung und -SCHAFT).
  • wischen. Frankfurterisch: wische (Rauh, 1921a, §202, S. 235).
  • wohnen. Mhd. wonen. Frankfurterisch: woone (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • wollen. → wir wollen. Frankfurterisch: me wolle (Rauh, 1921a, §219.1.b, S. 263: Schwächung des WIR Pronomens).
  • Wolle. → wollen. Mhd. wollîn. Aus Wolle. Frankfurterisch: wolle (Rauh, 1921a, §217.5, S. 257: Alte Adjektivsuffixe -ÎN und -IN).
  • Wort. Mhd. wort. Frankfurterisch: wǫ(a)tt (Rauh, 1921a, §103.4, S. 111: Mhd. O vor R und Konsonant, kurz geblieben). → Wörter (Plural). Frankfurterisch: wä(a)ddä (Rauh, 1921a, §105.2, S. 112: Mhd. Ö vor R, kurz geblieben).
  • Wucher. Mhd. wuocher. Frankfurterisch: wuchä (Rauh, 1921a, §214.1.a, S. 248: Kürzung von alten UO vor CH, SCH, G, K).
  • Wunder. → bewundern. Frankfurterisch: bewunnän (Rauh, 1921a, §215.1.a, S. 252: Vorsilbe BE-).
  • Wurm. Mhd. wurm. Frankfurterisch: wǫ(a)mm (Rauh, 1921a, §106.4, S. 115: Mhd. U vor r plus Konsonant als kurzes offenes O). → ♥Neu!♥ Wüermer (Plural). Mhd. würme. Frankfurterisch: wä(a)mm (Rauh, 1921a, §108.3, S. 117: Mhd. Ü vor R erscheint als kurzes Ä).
  • Würfel. Mhd. würfel. Frankfurterisch: wä(a)vvl (Rauh, 1921a, §217.17, S. 260: Alte Endung -EL).
  • Wurst. Mhd. wurst. Frankfurterisch: wǫ(a)schtt (Rauh, 1921a, §106.4, S. 114: Mhd. U vor r plus Konsonant als kurzes offenes O). Ab etwa 1925 zunehmend dann: wạschtt (Rauh, 1921a, §106.4, Anm. 3, S. 115: Mhd. U vor r plus Konsonant als helles A).
  • wuselig. Lebhaft flink in der Bewegung. Frankfurterisch: wusselisch (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).

Z

  • zahlen. Mhd. zalen. Frankfurterisch: tsååle (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • Zahn. Mhd. zan. Frankfurterisch: tsaa(n) (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). → Zähne (Plural). Mhd. zene. Frankfurterisch: tsẹẹ; auch: tsee(n) (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, gedehnt). Ab etwa 1925 zunehmend dann: tsää(n) (Rauh, 1921a, §97.Anm. 2, S. 104: Halbmundart).
  • Zapfen. Mhd. zapfen. Frankfurterisch: tsabbe (Rauh, 1921a, §68.1, S. 76: Verschlusslaute als Lenis zwischen Vokalen).
  • zart. Mhd. zart. Frankfurterisch: tsååt (Rauh, 1921a, §211.2.a, S. 244: In der Regel Dehnung altkurzer Vokale vor altem A und R plus Konsonant).
  • zeichnen. Frankfurterisch: tsaaschene (Rauh, 1921a, §216.12, S. 256: Alte Endung -ENEN).
  • Zeile. Mhd. zile. Genauso in der Frankfurter Einkaufsstraße. Frankfurterisch: tsail (Rauh, 1921a, §217.21.a, S. 260: Auslautendes altes -E).
  • Zeitung. Mhd. zîtunge. Frankfurterisch: tsaidung (Rauh, 1921a, §216.4, S. 254: Alte Endung -UNG).
  • zeugen. → Zeugnis. Frankfurterisch: tsoischniss (Rauh, 1921a, §216.2, S. 254: Alte Endung -NISSE).
  • Ziegel. Mhd. ziegel. Frankfurterisch: tsischll (Rauh, 1921a, §214.Anm. 1, S. 248: Kürzung von alten IE vor CH, SCH, G, K).
  • Zipfel. Mhd. zipfel. Frankfurterisch: tsibbl (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Verschlusslaut vor Reibelaut als Fortes).
  • Zimt. Mhd. zimënt. Frankfurterisch: tsimmt (Rauh, 1921a, §67, S. 76: Fortis im Auslaut).
  • zirka. Aus lateinisch circa. ungefähr. Frankfurterisch: tsä(a)ggåå (Rauh, 1921a, §101.2, Anm. 2, S. 108: I in Fremnwörtern).
  • Zirkel. Aus lateinisch circulus. Frankfurterisch: tsä(a)ggl (Rauh, 1921a, §101.2, Anm. 2, S. 108: I in Fremnwörtern).
  • zirkulieren. Aus lateinisch circulare. Frankfurterisch: tsä(a)ggelii(a)n (Rauh, 1921a, §101.2, Anm. 2, S. 108: I in Fremnwörtern).
  • Zirkus. Aus lateinisch circus. Frankfurterisch: tsä(a)ggus (Rauh, 1921a, §101.2, Anm. 2, S. 108: I in Fremnwörtern).
  • Zorn. Mhd. zorn. Frankfurterisch: tsǫ(a)nn (Rauh, 1921a, §103.4, S. 111: Mhd. O vor R und Konsonant, kurz geblieben).
  • Zuber. Mhd. zuber. Frankfurterisch: tsuwwä (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, kurz geblieben).
  • Zug. Mhd. zuc. Frankfurterisch: tsuuch (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, gedehnt). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: tsukk (Wülcker, 1877, S. 34).
  • Zügel. Mhd. zügel. Frankfurterisch: tsischll (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 236: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • zufrieden. Mhd. aus: vride. Frankfurterisch: tsefridde (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, kurz geblieben).
  • zupfen. Frankfurterisch: tsobbe; auch: tsobbelle (Rauh, 1921a, §106.3, S. 114: Mhd. U als O).
  • zwanzig. Mhd. zweinzec. Frankfurterisch: tswannsisch (Rauh, 1921a, §214.2, S. 249).
  • zwei. Frankfurterisch: tswaa. → zweit. Mhd. zweit. Frankfurterisch: tswatt; auch: tswaat (Rauh, 1921a, §214.2, S. 249).
  • Zwetschge. Frankfurterisch: kwẹttsch (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Halbfortis vor L, R, M, N und W).
  • Zwiebel. Mhd. zwibolle. Frankfurterisch: tswiwwl (Rauh, 1921a, §218.2, S. 262).
  • Zwirn. Mhd. zwirn. Frankfurterisch: tswä(a)nn (Rauh, 1921a, §101.2, S. 108: Mhd. I, gedehnt).
  • zöelf. Mhd. 2welf. Frankfurterisch: tswẹllf (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).

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Das wissenschaftliche Buch zum Frankfurter Stadtdialekt: Der VokalJäger (Deutsche Dialektgeographie, Band 122)