Wörterbuch

Das große historische Frankfurter Aussprachewörterbuch (FAWB), dessen Online-Version hier entsteht, hat sich zu Aufgabe gestellt, insbesondere die bisher wenig beachteten handschriftlichen phonetisch-phonologischen Aufzeichnungen der Frankfurter Mundartforscher Hans Ludwig Rauh und Johann Joseph Oppel zu editieren und umfänglich sowie kontextualisiert zu publizieren. So ergänzt es das Frankfurter Wörterbuch (FWB), das ja seinen Fokus auf den historisch-soziologischen Hintergrund des Frankfurter Stadtdialekts setzt. Das FAWB liefert somit ein volles, buntes und wissenschaftlich solides Bild der Aussprache der Frankfurter Mundart – etwa von 1800 bis 1945 – und wie der Frankfurter Dialekt sich in dieser Zeit entwickelte.

Die Frankfurter Dialektaussprache des FAWB entspricht, falls nicht anders angegeben, dem des klassischen Frankfurterisch um 1920,  so wie in Rauh (1921a) beschrieben. Jüngeres Frankfurterisch aus den 1930-ern ist entweder die Jugendsprache aus Rauh (1921a) oder folgt Rauh/Bodensohn (1939–1945). Proben des Frankfurter Dialekts aus dem 19. Jahrhundert basieren auf Oppel (1839-1894) oder Wülcker (1877). Einer von mir erschlossenen Frankfurter Aussprache ist ein „*” vorangestellt.  Zur vollständigen wissenschaftlichen IPA-Notation, den originalen Belegen bzw. Lautschreibungen von Oppel, Wülcker und Rauh sowie insbesondere zu den phonetisch-phonologischen Erläuterungen sei vorerst noch auf Keil (2017, S. 283-426) verwiesen. Das in Keil (2017) gedruckte kleine Frankfurter Aussprachewörterbuch ist hier als Online-PDF-Leseprobe verfügbar.

Das Wörterbuch enthält Audiobeispiele, die der Frankfurter Aufnahme des „Lautdenkmals reichsdeutscher Mundarten” von 1937 entnommen wurden [Purschke 2014 f.]. Christoph Purschke stellte das Material zur Verfügung und der Deutsche Sprachatlas, Marburg, genehmigte die Internetpublikation auf dieser Webseite (Danke!).

Das normalisierte mittelhochdeutsche Referenzlemma ist mit Mhd. eingeleitet (entsprechend Ahd. für Althochdeutsch und Wsg. für Westgermanisch). Die in einigen Fällen gedruckte hochdeutsche Aussprache folgt im Wesentlichen der Deutschen Bühnensprache nach Siebs (1912).

Die einfache Lautschrift des Online-FAWB

Das Online-FAWB dokumentiert die Frankfurter Aussprache in der einfachen Lautumschrift (Erläuterungen zur Lautschrift sind in den Einträgen Die Vokale und Die Konsonanten sowie unter dem Menüpunkt Die Laute zu finden; siehe auch das zusammenfassende Schaubild unten für die Vokalzeichen). Die wichtigsten Regeln zur einfachen Umschrift, die im Wesentlichen der Schreibung bzw. Aussprache des Hochdeutschen folgt, sollen hier kurz wiederholt werden: Ein doppelter Vokal wird lang gesprochen, aa ist z. B. langes A, etwa in Frankfurter Mundart fraa für Frau. Folgt einem Vokal ein doppelter Konsonant, wird der Vokal kurz gesprochen, so hat z. B. Sack, sakk, ein kurzes A. Bei den Konsonantengruppen NG, CH und SCH ist insbesondere auf den Vokal zu achten: Der Igel, ischll, hat kurzes I, der Kegel, kẹẹschl, langes E.


Carsten Keil (2017–2018)

Frankfurter Aussprachewörterbuch (FAWB)

Erstellt nach den Aufzeichnungen Hans Ludwig Rauhs, Joseph Oppels und Anderer

Einträge (Stand 1.1.2018) : 1738

Zitation: Carsten Keil (2017–2018), Frankfurter Aussprachewörterbuch (FAWB). Erstellt nach den Aufzeichnungen Hans Ludwig Rauhs, Joseph Oppels und Anderer. Onlineversion, frankfurterisch.org.

A

  • Aal. Mhd. âl. Frankfurterisch: åål (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: ǫǫl (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • Aas. Mhd. âs. Frankfurterisch: oos; auch: åås (Rauh, 1921a, §109.4, S. 119).
  • ab. Frankfurterisch: app; auch: apph (Rauh, 1921a, §67, S. 76: schwach behauchte Fortis im Auslaut).
  • acheln. Aus hebräisch ākh’al. Essen (Verb). Frankfurterisch: achěllě (Rauh, 1921a, §92, S. 99: A in Fremdwörtern).
  • Achse. Mhd. ahse. Frankfurterisch: åkks (Rauh, 1921a, §90.2.b, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor altem -HT und -HS). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: ǫkks (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: akks (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • Achsel. Mhd. ahsel. Frankfurterisch: åkksl (Rauh, 1921a, §90.2.b, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor altem -HT und -HS). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: ǫkksl (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: akksl (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • acht. Mhd. ahte. Frankfurterisch: åchtt (Rauh, 1921a, §90.2.b, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor altem -HT und -HS). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: ǫchtt (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: achtt (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • Acker. Mhd. acker. Frankfurterisch: aggä (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten). → Äcker (Plural). Frankfurterisch: äggä (Rauh, 1921a, §98.1, S. 104: Mhd. Ä, kurz geblieben).
  • Adler. Mhd. adelar. Frankfurterisch: åådlä (Rauh, 1921a, §208, S. 241).
  • Affe. Mhd. affe. Frankfurterisch: aff (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • ähnlich. Frankfurterisch: äänlisch (Rauh, 1921a, §98.2, S. 105: Mhd. Ä vor Nasal, gedehnt).
  • Ähre. Mhd. eher. Frankfurterisch: ȁȁǎ (Rauh, 1921a, §97.2, S. 104: Mhd. E vor R).
  • alt. Mhd. alt. Frankfurterisch: åål; auch: aal (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 4, S. 99). → älter (Komparativ). Hochdeutsch: älltǎ. Frankfurterisch: älldä.
  • Amboss. Mhd. anebo𝔷. Frankfurterisch: åmmbos (Rauh, 1921a, §208, S. 241).
  • Ameise. Mhd. âmeize. Frankfurterisch: ååmais (Rauh, 1921a, §123.3, S. 130).
  • an. Mhd. ane. Frankfurterisch: aañ (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung).
  • anders. → anderen. Mhd. anderen. Frankfurterisch: ånnänn (Rauh, 1921a, §216.14, S. 256: Alte Endung -EREN).
  • Angst. Mhd. angest. Frankfurterisch: ångst (Rauh, 1921a, §217.15, S. 259: Alte Endung -EST).
  • Anke. Mhd. anke. Genick. Frankfurterisch: ångkk (Rauh, 1921a, §90.2.a, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor Nasal).
  • Apfel. Frankfurterisch: abbl. → Äpfel (Plural). Frankfurterisch: äbbl (Rauh, 1921a, §98.1, S. 104: Mhd. Ä, kurz geblieben). ⊙Sachsenhausen: äbblwoiñ (Rauh, 1921a, §115.3. Anm. 4, S. 123).
  • äpsch. Mhd. äbech. Linkisch. Frankfurterisch: ääpscht (Rauh, 1921a, §207, S. 240: Langer Stammvokal vor synkopiertem Endsilbenvokal).
  • Arbeit. Mhd. arebeit. Frankfurterisch: awwait (Rauh, 1921a, §123.3, S. 130). → arbeiten. Mhd. arebeiten. Frankfurterisch: awwaidě (Rauh, 1921a, §123.3, S. 130).
  • arg. Mhd. arc. Frankfurterisch: åsch (Rauh, 1921a, §90.2.c, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor R und Konsonant). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: ǫsch (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: asch (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • Ärger. → geärgert. Frankfurterisch: gěȁȁǎjät (Rauh, 1921a, §215.1.a, S. 252: Vorsilbe GE-).
  • arm. Mhd. arm. Frankfurterisch: ååm (Rauh, 1921a, §211.2.a, S. 244: In der Regel Dehnung altkurzer Vokale vor altem A und R plus Konsonant). → Armut. Mhd. armuote. Frankfurterisch: ååmuut (Rauh, 1921a, §216.7, S. 254: Alte Endung -UOTE).
  • der Arm. Mhd. arm. Frankfurterisch: ååm (Rauh, 1921a, §90.3, S. 99: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: ǫǫm (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). → Ärmchen (Diminutiv). Frankfurterisch: ȁȁǎmschě (Rauh, 1921a, §98.2, S. 105: Mhd. Ä vor R, kurz geblieben). → Ärmel. Mhd. ermel. Frankfurterisch: ȁȁǎml (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • Arsch (Körperteil). Mhd. ars. Frankfurterisch: ååsch (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 4, S. 99). → Arsch (Schimpfwort). Frankfurterisch: aasch (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 4, S. 99). → Arschloch (Schimpfwort). Frankfurterisch: aaschloch (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 4, S. 99). → leck mich am Arsch. Frankfurterisch: läkk misch m aasch (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 4, S. 99).
  • Arte. Mhd. narde. Fleischmulde. Frankfurterisch: åådě (Rauh, 1921a, §211.2.a, S. 244: In der Regel Dehnung altkurzer Vokale vor altem A und R plus Konsonant).
  • Arzt. Mhd. arzet. Frankfurterisch: ååtst (Rauh, 1921a, §211.2.a, S. 244: In der Regel Dehnung altkurzer Vokale vor altem A und R plus Konsonant).
  • Asche. Frankfurterisch: äsch; auch: asch (Rauh, 1921a, §99, S. 105: SCH-Umlaut).
  • auch. Mhd. ouch. Frankfurterisch: aach (Rauh, 1921a, §126.1, S. 233: Mhd. OU erscheint als langes A).
  • auf. Mhd. uf. Ruf herauf. Frankfurterisch: uff (Rauh, 1921a, §119.Anm. 4, S. 127).
  • Auge. Mhd. ouge. Frankfurterisch: aach (Rauh, 1921a, §126.1, S. 233: Mhd. OU erscheint als langes A). Augenblick im Frankfurter Lautdenkmal (1937):
    . → Augenbraue. Mhd. brâwe. Frankfurterisch: aachěprauně (Rauh, 1921a, §109.6, S. 119).
  • aus (unbetont). Mhd. û𝔷. Frankfurterisch: ǎs (Rauh, 1921a, §120, S. 127).
  • Axt. Mhd. ackes. Frankfurterisch: åkks (Rauh, 1921a, §90.1, Anm. 1, S. 97: Analogieverdunklung mhd. A).

B

  • Bach. Mhd. bach. Frankfurterisch: bach (Rauh, 1921a, §66.2.a, S. 74: Verschlusslaut vor Vokal als Lenes).
  • Backe. Mhd. backe-n. Frankfurterisch: baggě (Rauh, 1921a, §217.21.a.Anm. 2, S. 260: Auslautendes altes -E).
  • backen. Mhd. backen. Frankfurterisch: baggě (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • baden. → gebadet. Frankfurterisch: gěbååt (Rauh, 1921a, §217.16, S. 259: Alte Endung -ET). → Bad. Mhd. bat. Frankfurterisch: bååt (Rauh, 1921a, §210.a, S. 242: Analogdehung altkurzer Vokale vor auslautendem Konsonanten).
  • Bagage. Aus französisch bagage. Gepäck. Frankfurterisch: bǎgååsch (Rauh, 1921a, §92, S. 100: A in Fremdwörtern).
  • Balg. Mhd. balc. Frankfurterisch: balldsch (Rauh, 1921a, §209, S. 241: Altkurzer Vokal vor mehreren Konsonanten bleibt kurz bzw. wurde rückverkürzt). → Bälge (Plural). Mhd. belge. Auch: Unartige Kinder. Frankfurterisch: bẹlldsch (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • Ball. Mhd. balle-n. Frankfurterisch: ballě (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • Balkon. Aus französisch balcon. Frankfurterisch: bǎllgong (Rauh, 1921a, §104, S. 112: Auslautendes französisches O).
  • Ballon. Aus französisch ballon. Frankfurterisch: bǎllong (Rauh, 1921a, §104, S. 112: Auslautendes französisches O).
  • bammeln. Mhd. bammelen. Herunterhängen. Frankfurterisch: båmmělě (Rauh, 1921a, §216.11, S. 255: Alte Endung -ELEN).
  • Bankert. Mhd. banchart. Uneheliches Kind. Frankfurterisch: banggätt (Rauh, 1921a, §218.2, S. 262).
  • bar. Mhd. bar. Frankfurterisch: båå (Rauh, 1921a, §213, S. 246).
  • Bär. Mhd. bër. Frankfurterisch: bȁȁǎ (Rauh, 1921a, §100.2, S. 107: Germanisches Ë vor R, gedehnt).
  • Bärbel. Frankfurterisch: bȁȁǎwl (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • Bart. Mhd. bart. Frankfurterisch: bååt (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: bǫǫt (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation).
  • Bärtsel. Hintern. Frankfurterisch: bȁǎtsl (Rauh, 1921a, §108.3, S. 117: Mhd. Ü vor R erscheint als kurzes Ä).
  • Baum. Mhd. boum. Frankfurterisch: baam (Rauh, 1921a, §126.1, S. 233: Mhd. OU erscheint als langes A). → Bäeume. Frankfurterisch: boim (Rauh, 1921a, §128.1. Anm. 3, S. 134: Analogumlaut zu mhd. OU erscheint neuerdings als OI). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: bääm; auch: bẹẹm (Rauh, 1921a, §128.1, S. 134: Analogumlaut zu mhd. OU erscheint als langes Ä oder E). ⊙Sachsenhausen: bȁȁm; auch: bẹẹm (Rauh, 1921a, §128.1. Anm. 2, S. 134: Analogumlaut zu mhd. OU erscheint als überoffenes Ä oder E).
  • begegnen. Frankfurterisch: běgääschěně (Rauh, 1921a, §216.12, S. 256: Alte Endung -ENEN).
  • Beichte. Ahd. bigiht. Mhd. bîhte. Frankfurterisch: baischt (Rauh, 1921a, §101.3, S. 109: Ahd. IGI).
  • beide. Mhd. beide. Frankfurterisch: baat (Rauh, 1921a, §122.1, S. 129: Mhd. EI erscheint als langes A).
  • Beil. Mhd. bîhel. Frankfurterisch: bail; auch: baal (Rauh, 1921a, §115.1, S. 122: Mhd. altlanges Î wird zu AI diphthongiert). → Hackebeil. Frankfurterisch: haggbaal (Rauh, 1921a, §115.5, S. 124: Mhd. altlanges Î wird zu langem A analogmonophthongiert).
  • Bein. Mhd. bein. Frankfurterisch: baañ (Rauh, 1921a, §122.1, S. 129: Mhd. EI erscheint als langes A). → Schienbein. Mhd. schinebein. Frankfurterisch: schiiñbaañ (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, gedehnt).
  • Bembel (Bämpel). Bedeutungen: [1] Glocken- oder Brunnenschwengel; also hier Ableitung von bampeln. Das E in Bembel ist dann Umlaut-Ä. [2] Apfelweinkrug; mögliche Ableitung von Bombe bzw. dem Diminutiv Bömbchen, hier in der ursprünglichen Bedeutung Flasche oder Gefäß (aus: franz. bombe; ital. bomba). Das E in Bembel ist dann frankfurterisch entrundetes Ö. Frankfurterisch: bẹmmbl. Ab etwa 1925 zunehmend dann: bämmbl.
  • Bengel. Mhd. bengel. Frankfurterisch: bẹngl (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • Berg. Mhd. bërc. Frankfurterisch: bȁǎsch; auch: bȁȁǎsch (Rauh, 1921a, §100.2, S. 106: Germanisches Ë vor R, gedehnt). Ab etwa 1925 zunehmend dann: bȁǎsch (Rauh, 1921a, §211.2.a.Anm, S. 245: Rückverkürzungen).
  • Besen. Mhd. bësem. Frankfurterisch: bääsm (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, gedehnt).
  • besser. Frankfurterisch: bẹssä. → besste (Superlativ). Mhd. be𝔷𝔷este. Frankfurterisch: bẹssdě (Rauh, 1921a, §216.15, S. 256: Alte Endung -ESTE).
  • beten. Mhd. bëten. Frankfurterisch: bäädě (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • betrachten. Mhd. betrahten. Frankfurterisch: bětråchddě (Rauh, 1921a, §90.2.b, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor altem -HT und -HS). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: bětrǫchddě (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: bětrachddě (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • Bett. Mhd. bet. Frankfurterisch: bẹtt (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben). Ab etwa 1925 zunehmend dann: bätt.
  • betteln. Frankfurterisch: bäddělě (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 236: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • Beule. Mhd. biule. Frankfurterisch: boil (Rauh, 1921a, §121.1, S. 127: Mhd. IU erscheint als OI).
  • Beutel. Mhd. biutel. Frankfurterisch: boidl (Rauh, 1921a, §121.1, S. 127: Mhd. IU erscheint als OI).
  • biegen. Mhd. biegen. Frankfurterisch: biischě (Rauh, 1921a, §132.1, S. 138: Mhd. IE erscheint als langes I).
  • bieten. → geboten (Partizip). Mhd. geboten. Frankfurterisch: gěboddě (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • Band. → Bändel. Schnur. Frankfurterisch: bẹnnl (Rauh, 1921a, §217.17, S. 259: Alte Endung -EL).
  • Bauer. Mhd. bûwære. Frankfurterisch: bauä (Rauh, 1921a, §119, S. 126: Mhd. Û erscheint als AU).
  • Bauch. Mhd. bûch. Frankfurterisch: bauch (Rauh, 1921a, §119, S. 126: Mhd. Û erscheint als AU).
  • Beil. Mhd. bîhel. Frankfurterisch: bail; auch: baal (Rauh, 1921a, §115.1, S. 122: Mhd. altlanges Î wird zu AI diphthongiert).
  • bibbern. Mhd. aus: biben. Hastig beben oder in Angst sein. Frankfurterisch: biwwänn (Rauh, 1921a, §101.1, S. 107: Mhd. I, kurz geblieben).
  • bieten. Mhd. bieten. Frankfurterisch: biidě (Rauh, 1921a, §132.1, S. 137: Mhd. IE erscheint als langes I).
  • Bimmsstein. Mhd. büme𝔷. Frankfurterisch: bimmschdaañ (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I).
  • Birne. Mhd. bir. Frankfurterisch: biiǎ (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, gedehnt). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: biiǎ (Rauh, 1921a, §101.2, Anm. 1, S. 108: Mhd. I, gedehnt). → Birnen (Plural). Mhd. birnen. Frankfurterisch: bȁǎnn (Rauh, 1921a, §101.2, S. 108: Mhd. I, gedehnt). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: biiǎnn (Rauh, 1921a, §101.2, Anm. 1, S. 108: Mhd. I, gedehnt).
  • blähen. Mhd. blæjen. Frankfurterisch: plẹẹịjě (Rauh, 1921a, §113.1, S. 120: Mhd. æ wird langes geschlossenes E). → Blähungen. Frankfurterisch: plẹẹịjungě (Rauh, 1921a, §113.1, S. 120: Mhd. æ wird langes geschlossenes E).
  • Blase. Mhd. blâse. Frankfurterisch: plåås (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: plǫǫs (Rauh, 1921a, §110, S. 118). ⊙Sachsenhausen: Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: ploos (Rauh, 1921a, §111, S. 120).
  • blass. Frankfurterisch: plass (Rauh, 1921a, §122.2, S. 128).
  • blitzeblau. Mhd. blâ. Frankfurterisch: plittsěploo (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Halbfortis vor L, R, M, N und W). Ab etwa 1925 zunehmend dann: plau (Rauh, 1921a, §110, S. 120). → Blaumale. Blaue Flecken auf der Haut. Frankfurterisch: ploomẹẹlä (Rauh, 1921a, §109.2, S. 118: Mhd. Â wird langes O). → bläuen. Frankfurterisch: plẹẹịjě (Rauh, 1921a, §113.1, S. 121: Mhd. æ wird langes geschlossenes E). → Waschbläue. Frankfurterisch: wäschplẹẹ (Rauh, 1921a, §113.1, S. 121: Mhd. æ wird langes geschlossenes E).
  • Blatt. Mhd. blat. Frankfurterisch: platt (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • Blech. Mhd. blëch. Frankfurterisch: pläsch (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben).
  • bleiben. Mhd. belîben. Frankfurterisch: plaiwě (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Halbfortis vor L, R, M, N und W). → geblieben (Part. Prät.). Mhd. beliben. Frankfurterisch: gěpliwwě (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • bleich. Mhd. bleich. Frankfurterisch: plaisch (Rauh, 1921a, §122.2, S. 128: Der Schriftsprache entnommen). → Bleiche. Mhd. bleiche. Frankfurterisch: plaasch (Rauh, 1921a, §122.1, S. 129: Mhd. EI erscheint als langes A).
  • blitzen. Mhd. blickezen. Frankfurterisch: plittsě (Rauh, 1921a, §216.18, S. 256: Alte Endung -EZEN).
  • blöd. Mhd. blœde. Frankfurterisch: plẹẹt (Rauh, 1921a, §130.1, S. 136: Mhd. œ erscheint als langes geschlossenes E).
  • bloß. Mhd. blô𝔷. Frankfurterisch: ploos (Rauh, 1921a, §129.1, S. 135: Mhd. Ô erscheint als langes geschlossenes O).
  • blühen. Mhd. blüejen. Frankfurterisch: pliiịjě (Rauh, 1921a, §118, S. 125: Mhd. ÜE erscheint als langes I). → Blüten. Mhd. blüeten. Frankfurterisch: pliidě (Rauh, 1921a, §118, S. 125: Mhd. ÜE erscheint als langes I).
  • Blume. Mhd. bluome. Frankfurterisch: plumm (Rauh, 1921a, §117, S. 125: Mhd. UO gek“urzt zu geschlossenem U). → geblümt. Mhd. geblüemet. Frankfurterisch: gěplimmt (Rauh, 1921a, §118, S. 125: Mhd. ÜE gekürzt als kurzes geschlossenes I). → Blümchen. Frankfurterisch: plimmschě (Rauh, 1921a, §118, S. 125: Mhd. ÜE gekürzt als kurzes geschlossenes I).
  • Bockenheim. Frankfurterisch: boggěnm (Rauh, 1921a, §123.4.a, S. 131: Mhd. EI in -HEIM wird zu silbischem M).
  • Boden. Mhd. bodem. Frankfurterisch: boddm (Rauh, 1921a, §68.1, S. 76: Verschlusslaute als Lenis zwischen Vokalen). → Böden (Plural). Frankfurterisch: bẹddm (Rauh, 1921a, §105.1, S. 112: Mhd. Ö, kurz geblieben).
  • Bogen. Mhd. bogen. Frankfurterisch: boochě (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, gedehnt).
  • Bohne. Mhd. bône. Frankfurterisch: booñn (Rauh, 1921a, §129.1, S. 135: Mhd. Ô erscheint als langes geschlossenes O).
  • bohren. Mhd. boren. Frankfurterisch: bơơǎn (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • bollern. Mhd. boln. dröhnen. Frankfurterisch: bollän (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, kurz geblieben).
  • bon. Aus französisch bon. Gut. Frankfurterisch: bong (Rauh, 1921a, §104, S. 112: Auslautendes französisches O).
  • Bornheim. Frankfurterisch: bȁǎnnm (Rauh, 1921a, §123.4.a, S. 131: Mhd. EI in -HEIM wird zu silbischem M).
  • Borste. → Borsten (Plural). Mhd. borsten. Frankfurterisch: bǫǎschddě (Rauh, 1921a, §103.4, S. 111: Mhd. O vor R und Konsonant, kurz geblieben).
  • böse. Mhd. bœse. Frankfurterisch: bẹẹs (Rauh, 1921a, §130.1, S. 136: Mhd. œ erscheint als langes geschlossenes E).
  • Bottich. Mhd. botech. Frankfurterisch: boddisch (Rauh, 1921a, §206, S. 240: Kurzer Vokal vor alten -ECH, -ICH, -EC und -IGE).
  • Boutique. Aus französisch boutique. Kränerladen oder kleine, ärmliche, unordentliche Behausung. Frankfurterisch: buddikk (Rauh, 1921a, §107.1, S. 115: U für französisch OU).
  • Braten. Mhd. brâte-n. Frankfurterisch: pråådě (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: prǫǫdě (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • brauchen. Mhd. brûchen. Frankfurterisch: prauchě; auch: praachě (Rauh, 1921a, §119, S. 126: Mhd. Û erscheint als AU).
  • braun. Mhd. brûn. Frankfurterisch: prauñ (Rauh, 1921a, §119, S. 127: Mhd. Û erscheint als AU).
  • brechen. → Bruch. Mhd. bruoch. Frankfurterisch: pruch (Rauh, 1921a, §214.1.a, S. 248: Kürzung von alten UO vor CH, SCH, G, K). pruchschtråås (Rauh, 1921a, §214.1.a, S. 248: Kürzung von alten UO vor CH, SCH, G, K).
  • breit. Mhd. breit. Frankfurterisch: praat (Rauh, 1921a, §122.1, S. 128: Mhd. EI erscheint als langes A).
  • Bremse. Mhd. brëme. Frankfurterisch: prẹmms (Rauh, 1921a, §100.3, S. 107: Germanisches Ë vor Nasal, kurz geblieben).
  • Brett. Frankfurterisch: prätt. → Bretter (Plural). Mhd. brëter. Frankfurterisch: präddä; auch: präädä (Rauh, 1921a, §204.2.b, S. 237: Langer Vokal vor -ER).
  • Brief. Mhd. brief. Frankfurterisch: priif (Rauh, 1921a, §114, S. 122).
  • Brille. Frankfurterisch: prill. → Brillenhannes. Spottname für einen Brillenträger. Hannes aus Johannes. Frankfurterisch: prillěhanněs. „A was will dann der Prillenhannes? A ich schlache-n-em sein Prill in die Ache enei, daßer hinne widder eraus fehrt” (Oppel, 1839−1894; aus: FWB, Bd. I, S. 386).
  • bringen. Mhd. bringen. Frankfurterisch: pringě (Rauh, 1921a, §101.3, S. 109: Mhd. I). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: prẹngě (Rauh, 1921a, §101.3, S. 109: Mhd. I). → gebracht. Mhd. gebrâht. Frankfurterisch: gěpråcht (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â, gekürzt zu kurzem dunklen A). Ab etwa 1925 zunehmend dann: gěpracht (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • Brocken. → Bröckchen (Diminutiv). Frankfurterisch: prẹgglschě (Rauh, 1921a, §105.1, S. 112: Mhd. Ö, kurz geblieben).
  • Broddem. Mhd. brâdem. Dicker Wasserdunst. Frankfurterisch: proddm (Rauh, 1921a, §109.2, S. 118: Mhd. Â wird langes O). → Broddeme (Plural). Mhd. brâdemen. Frankfurterisch: prodděmě (Rauh, 1921a, §216.13, S. 256: Alte Endung -EMEN).
  • Brombeere. Frankfurterisch: br (Rauh, 1921a, §109.2, S. 118: Mhd. Â wird langes O).
  • Brot. Mhd. brôt. Frankfurterisch: proot (Rauh, 1921a, §129.1, S. 134: Mhd. Ô erscheint als langes geschlossenes O). → Brötchen. Frankfurterisch: prẹẹtschě (Rauh, 1921a, §130.1, S. 136: Mhd. œ erscheint als langes geschlossenes E).
  • Bruch. Sumpfbuche. Frankfurterisch: pruch (Rauh, 1921a, §117, S. 125: Mhd. UO erscheint als langes U). → Bruchstraße. Frankfurterisch: pruchstråås (Rauh, 1921a, §117, S. 125: Mhd. UO erscheint als langes U). → Grafenbruch. Frankfurterisch: krååvěpruch (Rauh, 1921a, §117, S. 125: Mhd. UO erscheint als langes U). → Metzgerbruch. Frankfurterisch: mẹttsjäpruch (Rauh, 1921a, §117, S. 125: Mhd. UO erscheint als langes U).
  • Brücke. Hochdeutsch: brükkě. Frankfurterisch: prikk (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I).
  • Bruder. Mhd. bruoder. Frankfurterisch: pruudä (Rauh, 1921a, §117, S. 124: Mhd. UO erscheint als langes U). ⊙Frankfurter Vororte: prǫurě (Rauh, 1921a, §7, S. 11: Wandlung T und D zu R zwischen Vokalen). → Brüder (Plural). Frankfurterisch: priidä. Brüder im Frankfurter Lautdenkmal (1937):
    .
  • brühen. Mhd. brüejen. Frankfurterisch: priiịjě (Rauh, 1921a, §118, S. 125: Mhd. ÜE erscheint als langes I). → Brühe. Mhd. brüeje. Frankfurterisch: prii (Rauh, 1921a, §118, S. 125: Mhd. ÜE erscheint als langes I).
  • Brut. Mhd. bruot. Frankfurterisch: pruut (Rauh, 1921a, §117, S. 124: Mhd. UO erscheint als langes U). → brüten. Mhd. brüeten. Frankfurterisch: priidě (Rauh, 1921a, §118, S. 125: Mhd. ÜE erscheint als langes I).
  • brüllen. Mhd. brüellen. Frankfurterisch: prillě (Rauh, 1921a, §118, S. 125: Mhd. ÜE gekürzt als kurzes geschlossenes I).
  • Buch. Mhd. buoch. Frankfurterisch: buch (Rauh, 1921a, §117, S. 125: Mhd. UO gek“urzt zu geschlossenem U). → Büchlein. Frankfurterisch: bischllschě (Rauh, 1921a, §118, S. 126: Mhd. ÜE gekürzt als kurzes geschlossenes I).
  • Buche. → Buchen (Plural). Mhd. buochen. Frankfurterisch: buchě (Rauh, 1921a, §214.1.a, S. 248: Kürzung von alten UO vor CH, SCH, G, K).
  • Büchse. Mhd. bühse. Frankfurterisch: bikks (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I).
  • Buckel. Mhd. buckel. Frankfurterisch: buggl (Rauh, 1921a, §68.1, S. 76: Verschlusslaute als Lenis zwischen Vokalen).
  • Bude. Mhd. buode. Frankfurterisch: buut (Rauh, 1921a, §117, S. 124: Mhd. UO erscheint als langes U).
  • bügeln. Frankfurterisch: bischěllě (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 236: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • Bündel. Mhd. bündel. Frankfurterisch: binnl (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I).
  • Burg. Mhd. burc. Frankfurterisch: bǫǎsch (Rauh, 1921a, §106.4, S. 114: Mhd. U vor r plus Konsonant als kurzes offenes O).
  • Bürger. Mhd. burgære. Frankfurterisch: bǫǫǎjä; auch: bȁȁǎjä (Rauh, 1921a, §106.4, S. 115: Mhd. U vor r plus Konsonant als langes offenes O). → Bürgermeister und Bürgerkrieg im Frankfurter Lautdenkmal (1937):
    .
  • Büerste. Mhd. bürste. Frankfurterisch: bȁǎscht (Rauh, 1921a, §108.3, S. 117: Mhd. Ü vor R erscheint als kurzes Ä). → er bürstet. Frankfurterisch: bȁǎschtt (Rauh, 1921a, §217.16, S. 259: Alte Endung -ET).
  • Bursche. Mhd. burse. Frankfurterisch: bǫǎsch (Rauh, 1921a, §211.2.b, S. 246: Bewahrte alte Kürze vor R plus Konsonant).
  • Buddel. Aus französisch bouteille. Flasche. Frankfurterisch: buddl (Rauh, 1921a, §107.1, S. 115: U für französisch OU).
  • Bütte. Mhd. büte. Frankfurterisch: bitt (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I). → Bütten (Plural). Mhd. büten. Frankfurterisch: biddě (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • Büttel. Mhd. bütel. Frankfurterisch: biddl (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 236: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • Butter. Mhd. buter. Frankfurterisch: buddä (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, kurz geblieben).

C

  • Chaussee. Aus französisch chaussée. Landstraße. Frankfurterisch: schossẹẹ (Rauh, 1921a, §103.1, Anm. 1, S. 110: O in Fremdwörtern).

D

  • da. Mhd. dâ. Frankfurterisch: dåå (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: dǫǫ (Rauh, 1921a, §110, S. 118). ⊙Sachsenhausen: Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: doo (Rauh, 1921a, §111, S. 120).
  • Dach. → Dächer (Plural). Frankfurterisch: däschä (Rauh, 1921a, §98.1, S. 104: Mhd. Ä, kurz geblieben).
  • danken. → Dank. Mhd. danc. Frankfurterisch: dånk (Rauh, 1921a, §209, S. 241: Altkurzer Vokal vor mehreren Konsonanten bleibt kurz bzw. wurde rückverkürzt).
  • Darm. Mhd. darm. Frankfurterisch: dååm (Rauh, 1921a, §211.2.a, S. 244: In der Regel Dehnung altkurzer Vokale vor altem A und R plus Konsonant). → Gedärm. Mhd. gedärm. Frankfurterisch: gědȁȁǎm (Rauh, 1921a, §211.2.a.Anm, S. 245: In der Regel Dehnung altkurzer Vokale vor altem E, Ä oder Ë und R plus Konsonant).
  • daroben. Mhd. daroben. Frankfurterisch: trowwě (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, kurz geblieben).
  • das. Frankfurterisch: däss (Rauh, 1921a, §212, S. 246: Einsilbige Pronominalformen).
  • Daumen. Mhd. dûmen. Frankfurterisch: daumě; auch: daamě (Rauh, 1921a, §119, S. 127: Mhd. Û erscheint als AU). → Däumchen. Frankfurterisch: doimschě (Rauh, 1921a, §121.1, S. 128: Mhd. IU erscheint als OI).
  • dehnen. Mhd. denen. Frankfurterisch: dẹẹně (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, gedehnt).
  • Deichsel. Mhd. dîhsel. Frankfurterisch: daiksl (Rauh, 1921a, §217.12, S. 259: Alte Endung -SEL).
  • dein. Mhd. dîn. Frankfurterisch: dåiñ; auch: daañ (Rauh, 1921a, §115.5, S. 123). ⊙Sachsenhausen: doiñ; auch: daañ (Rauh, 1921a, §115.5, S. 123).
  • Delle. Mhd. delle. Frankfurterisch: dẹll (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • denken. → gedacht. Mhd. gedâht. Frankfurterisch: gědåcht (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â, gekürzt zu kurzem dunklen A). Ab etwa 1925 zunehmend dann: gědacht (Rauh, 1921a, §110, S. 118). ⊙Sachsenhausen: Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: gědoocht (Rauh, 1921a, §111, S. 120).
  • der (betont). Frankfurterisch: dȁȁǎ (Rauh, 1921a, §213, S. 246). → der (unbetont). Frankfurterisch: (Rauh, 1921a, §213, S. 246).
  • desto. Mhd. dëste. Frankfurterisch: dẹssdě (Rauh, 1921a, §100.4, S. 107: Germanisches Ë ST).
  • deuten. Mhd. diuten. Frankfurterisch: doidě (Rauh, 1921a, §133.1, S. 138: Mhd. IU erscheint als OI).
  • deutsch. Mhd. diutesc. Frankfurterisch: doitsch (Rauh, 1921a, §133.1, S. 138: Mhd. IU erscheint als OI).
  • dich. Mhd. dich. Frankfurterisch: disch (Rauh, 1921a, §212, S. 246: Einsilbige Pronominalformen).
  • Diele. Mhd. dille. Frankfurterisch: diil (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, gedehnt).
  • Dienst. Mhd. dienst. Frankfurterisch: dinnst (Rauh, 1921a, §132.1, S. 138: Mhd. IE gekürzt zu I). → dienen. Mhd. dienen. Frankfurterisch: diině (Rauh, 1921a, §132.1, S. 138: Mhd. IE erscheint als langes I).
  • Dienstag. Frankfurterisch: dinnsdååch (Rauh, 1921a, §214.1.b, S. 249: Kürzung von alten IE).
  • Ding. → Gedings. Mhd. gedingeze. Frankfurterisch: gědings (Rauh, 1921a, §217.14.a, S. 259: Alte Endung -EZE).
  • Distel. Mhd. distel. Frankfurterisch: dissdl (Rauh, 1921a, §101.1, S. 107: Mhd. I, kurz geblieben).
  • dir. Mhd. dir. Frankfurterisch: diiǎ (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, gedehnt). → dir es. Mhd. dir e𝔷. Frankfurterisch: däss (Rauh, 1921a, §217.14.a, S. 259: Alte Endung -EZE).
  • Docht. Mhd. tâht. Frankfurterisch: docht (Rauh, 1921a, §109.2, S. 118: Mhd. Â wird langes O).
  • Donner. Mhd. doner. Frankfurterisch: donnä (Rauh, 1921a, §103.2, S. 111: Mhd. O). Vor 1825 wohl gesprochen als: dunnä (Rauh, 1921a, §103.2, S. 111: Mhd. O). → donneren. Mhd. donern. Frankfurterisch: donnän (Rauh, 1921a, §103.2, S. 111: Mhd. O). Vor 1825 wohl gesprochen als: dunnän (Rauh, 1921a, §103.2, S. 111: Mhd. O). → Donnerwetter. Frankfurterisch: dunnäwäddä (Rauh, 1921a, §103.2, S. 111: Mhd. O). → Donnerkeil. Frankfurterisch: dunnäkhail (Rauh, 1921a, §103.2, S. 111: Mhd. O).
  • Dorf. Mhd. dorf. Frankfurterisch: dǫǎff (Rauh, 1921a, §103.4, S. 111: Mhd. O vor R und Konsonant, kurz geblieben). → Dörfer (Plural). Frankfurterisch: dȁǎvvä (Rauh, 1921a, §105.2, S. 112: Mhd. Ö vor R, kurz geblieben).
  • Dorn. Mhd. dorn. Frankfurterisch: dǫǎnn (Rauh, 1921a, §211.2.b, S. 246: Bewahrte alte Kürze vor R plus Konsonant).
  • Dotter. Mhd. toter. Frankfurterisch: doddä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER).
  • Draht. Mhd. drât. Frankfurterisch: trååt (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: trǫǫt (Rauh, 1921a, §110, S. 118). ⊙Sachsenhausen: Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: troot (Rauh, 1921a, §111, S. 120).
  • Dreck. Mhd. drëc. Frankfurterisch: träkk (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben).
  • Drechsler. Mhd. dræhse. Frankfurterisch: trẹkkslä (Rauh, 1921a, §113.1, S. 121: Mhd. æ wird gekürztes geschlossenes E).
  • drehen. Mhd. dræjen. Frankfurterisch: trẹẹịjě (Rauh, 1921a, §113.1, S. 120: Mhd. æ wird langes geschlossenes E).
  • drei. Mhd. drî. Frankfurterisch: trai (Rauh, 1921a, §115.1, S. 122: Mhd. altlanges Î wird zu AI diphthongiert). → dreier. Frankfurterisch: traịja (Rauh, 1921a, §115.2, S. 122: Mhd. altlanges Î wird zu A und J vor Vokal). → Drittel. Frankfurterisch: triddl (Rauh, 1921a, §123.4.b, S. 131: Mhd. EI in -TEIL wird zu silbischem L).
  • drücken. Mhd. drücken. Frankfurterisch: triggě (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Halbfortis vor L, R, M, N und W).
  • du. Mhd. du. Frankfurterisch: duu (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, gedehnt).
  • dumm. Mhd. tumb. Frankfurterisch: dumm (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, kurz geblieben). → Dummheit. Frankfurterisch: dummhait (Rauh, 1921a, §123.2, S. 130). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: dummhaat (Rauh, 1921a, §123.2, S. 130: Mhd. EI in -HEIT und -KEIT Nebensilben erscheint als langes A, neuer AI).
  • dünn. Mhd. dünne. Frankfurterisch: dinn (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I).
  • Dunst. Ahd. dunist. Mhd. dunst. Frankfurterisch: dunndst (Rauh, 1921a, §217.15, S. 259: Alte Endung -EST).
  • durch. Ahd. durich. Mhd. durch. Frankfurterisch: dǫǎsch (Rauh, 1921a, §207, S. 240: Kurzer Stammvokal vor synkopiertem Endsilbenvokal).
  • dürfen. Mhd. dürfen. Frankfurterisch: dȁǎvě (Rauh, 1921a, §108.3, S. 117: Mhd. Ü vor R erscheint als kurzes Ä).
  • dürr. Mhd. dürre. Frankfurterisch: dȁǎ (Rauh, 1921a, §108.3, S. 117: Mhd. Ü vor R erscheint als kurzes Ä).
  • Durst. Mhd. durst. Frankfurterisch: dǫǎschtt (Rauh, 1921a, §66.2.a, S. 74: Verschlusslaut vor Vokal als Lenes). Ab etwa 1925 zunehmend dann: dạschtt (Rauh, 1921a, §106.4, Anm. 3, S. 115: Mhd. U vor r plus Konsonant als helles A). → durstig. Frankfurterisch: dǫǎschdisch (Rauh, 1921a, §217.11.a, S. 258: Alte Endungen -EC und -IC).
  • Dusche. Aus französisch douche. Damals auch Wasserleitung. Frankfurterisch: dusch (Rauh, 1921a, §107.1, S. 115: U für französisch OU).
  • Dussel. Gedankenloser Mensch. Frankfurterisch: dussl (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).

E

  • eben. Mhd. ëben. Frankfurterisch: ääwě (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, gedehnt).
  • Eber. Mhd. ëber. Frankfurterisch: äwwä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER).
  • Ehre. Mhd. êre. Frankfurterisch: ȁ ǎ (Rauh, 1921a, §125.1. Anm. 2, S. 132: Mhd. Ê erscheint als langes Ä vor R).
  • Ei. → Eier. Mhd. eiger. Frankfurterisch: aịjä (Rauh, 1921a, §122.1. Anm. 3, S. 129). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: aaịjä (Rauh, 1921a, §122.1, S. 129: Mhd. EI erscheint als langes A).
  • Eiche. Mhd. eiche. Frankfurterisch: aasch (Rauh, 1921a, §122.1, S. 129: Mhd. EI erscheint als langes A). → eichern. Mhd. eichîn. Aus Eiche. Frankfurterisch: aaschě (Rauh, 1921a, §217.5, S. 257: Alte Adjektivsuffixe -ÎN und -IN).
  • Eid. Mhd. eit. Frankfurterisch: ait (Rauh, 1921a, §122.2, S. 128: Der Schriftsprache entnommen).
  • eines. Mhd. eine𝔷. Frankfurterisch: aands (Rauh, 1921a, §122.1, S. 129: Mhd. EI erscheint als langes A). → einmal. Mhd. mâl. Frankfurterisch: ěmool; auch: ěmåål (Rauh, 1921a, §109.4, S. 119).
  • Einigkeit. Frankfurterisch: aanischkhait (Rauh, 1921a, §123.2, S. 130). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: aanischkhaat (Rauh, 1921a, §123.2, S. 130: Mhd. EI in -HEIT und -KEIT Nebensilben erscheint als langes A, neuer AI).
  • einstweilen. Frankfurterisch: aandstwaalě (Rauh, 1921a, §115.5, S. 124: Mhd. altlanges Î wird zu langem A analogmonophthongiert).
  • Eisen. Mhd. îsen. Frankfurterisch: aisě (Rauh, 1921a, §115.1, S. 122: Mhd. altlanges Î wird zu AI diphthongiert). → eisern. Frankfurterisch: aasěn (Rauh, 1921a, §115.5, S. 124: Mhd. altlanges Î wird zu langem A analogmonophthongiert). → Eiserner Steg. Frankfurterisch: děaasän (Rauh, 1921a, §115.5, S. 124: Mhd. altlanges Î wird zu langem A analogmonophthongiert).
  • Eiter. Mhd. eiter. Frankfurterisch: aadä (Rauh, 1921a, §122.1, S. 128: Mhd. EI erscheint als langes A).
  • elf. Mhd. eilf aus einlif. Frankfurterisch: älf (Rauh, 1921a, §124, S. 131: Analogumlaut zu Mhd. EI erscheint gekürzt als Ä).
  • Elster. Mhd. atzel. Auch: Perrücke. Frankfurterisch: attsl (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • eng. Mhd. eng. Frankfurterisch: ẹng (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • Ente. Mhd. enete. Frankfurterisch: ẹnnt (Rauh, 1921a, §216.17, S. 256: Alte Endung -ETE).
  • er (betont). Frankfurterisch: ȁȁǎ (Rauh, 1921a, §213, S. 246). → er (unbetont). Frankfurterisch: ä (Rauh, 1921a, §213, S. 246).
  • erben. Mhd. ërben. Frankfurterisch: ȁȁǎwě (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M). → geeerbt. Frankfurterisch: gěȁǎbbt (Rauh, 1921a, §215.1.a, S. 252: Vorsilbe GE-).
  • Erde. Mhd. ërde. Frankfurterisch: ȁȁǎt (Rauh, 1921a, §211.2.a.Anm, S. 245: In der Regel Dehnung altkurzer Vokale vor altem E, Ä oder Ë und R plus Konsonant). → irden. Mhd. irdîn. Aus Erde. Frankfurterisch: ȁǎddě (Rauh, 1921a, §217.5, S. 257: Alte Adjektivsuffixe -ÎN und -IN).
  • erlauben. Mhd. erlouben. Frankfurterisch: älaawě (Rauh, 1921a, §126.1, S. 233: Mhd. OU erscheint als langes A).
  • ernst. Mhd. ërnest. Frankfurterisch: ȁǎnnst (Rauh, 1921a, §100.2, S. 106: Germanisches Ë vor R, kurz geblieben).
  • erst. Mhd. êrste. Frankfurterisch: ȁȁǎscht; auch: ȁȁscht oder: ȁǎscht (Rauh, 1921a, §125.1. Anm. 2, S. 132: Mhd. Ê erscheint als langes Ä vor R). Ab etwa 1925 zunehmend dann: ȁǎscht (Rauh, 1921a, §214.4, S. 250: Kürzung von altlangem Ê).
  • Erz. → Erzgauner. Mhd. erz-. Frankfurterisch: ȁǎtsgaunä (Rauh, 1921a, §97.2, S. 104: Mhd. E vor R).
  • erzählen. Mhd. erzellen. Frankfurterisch: fätsẹẹlě (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, gedehnt).
  • Esel. Mhd. esel. Frankfurterisch: ẹẹsl (Rauh, 1921a, §204.1.b, S. 237: Langer bzw. gedehnter Vokal vor -EL).
  • essen. Mhd. ë𝔷𝔷en. Frankfurterisch: ẹssě (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben). → gegessen. Mhd. gëzzen, gegë𝔷𝔷en. Frankfurterisch: gässě (Rauh, 1921a, §215.Anm. 1, S. 252: e).
  • Essig. Mhd. e𝔷𝔷îch. Frankfurterisch: ässisch (Rauh, 1921a, §217.9.b, S. 258).
  • etwas. Mhd. etewa𝔷. Frankfurterisch: ẹbběs (Rauh, 1921a, §97.Anm. 1, S. 103).
  • euch. Mhd. iuwich. Frankfurterisch: oisch (Rauh, 1921a, §133.1, S. 138: Mhd. IU erscheint als OI).
  • Eule. Mhd. iule. Frankfurterisch: oil (Rauh, 1921a, §103.4, Anm. 3, S. 112). Vor 1825 wohl gesprochen als: ail. → Volleule (Betrunkener). Frankfurterisch: folloil. „Der hot die Leit … Volleile gehääe” (Malß; aus: FWB, Bd. VI, S. 3436).
  • exakt. Aus französisch exact. Frankfurterisch: ẹkksaggt (Rauh, 1921a, §126.2, S. 233).
  • ewig. Mhd. êwic. Frankfurterisch: ẹẹwisch (Rauh, 1921a, §125.1, S. 132: Mhd. Ê erscheint als langes E).

F

  • Fackel. Mhd. vackel. Frankfurterisch: faggl (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • Faden. Mhd. vadem. Frankfurterisch: fåddm (Rauh, 1921a, §66.1, S. 74: Reibelaut als Fortes im Anlaut). → Fäden. Mhd. vademe. Frankfurterisch: fädm (Rauh, 1921a, §216.13, S. 256: Alte Endung -EME). → fädeln. Mhd. vedemen. Frankfurterisch: fädděmě (Rauh, 1921a, §216.13, S. 256: Alte Endung -EMEN).
  • Fahne. Mhd. vane. Frankfurterisch: fåån (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: fǫǫn (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation).
  • fahren. → du fährst. Frankfurterisch: fȁȁǎscht (Rauh, 1921a, §217.15, S. 259: Alte Endung -EST). &rare; er fährt. Mhd. vert. Frankfurterisch: fȁȁǎt (Rauh, 1921a, §97.2, S. 104: Mhd. E vor R). → Fahrt. Mhd. vart. Frankfurterisch: fååt (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: fǫǫt (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation).
  • fallen. Mhd. vallen. Frankfurterisch: fallě (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten). → gefallen. Mhd. gevallen. Frankfurterisch: kfallě; auch: gěfallě (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Verschlusslaut vor Reibelaut als Fortes).
  • fangen. → Gefängnis. Frankfurterisch: gěfẹngniss (Rauh, 1921a, §216.2, S. 254: Alte Endung -NISSE).
  • Farbe. Mhd. varwe. Frankfurterisch: fåpp (Rauh, 1921a, §90.2.c, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor R und Konsonant). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: fǫpp (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: fapp (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation). → Farben (Plural). Mhd. varwen. Frankfurterisch: fååwě (Rauh, 1921a, §211.1, S. 244: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M). → färben. Mhd. verwen. Frankfurterisch: fȁȁǎwě (Rauh, 1921a, §211.1, S. 244: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • faschee. Aus französisch facheux. Böse. Frankfurterisch: fǎschẹẹ (Rauh, 1921a, §131, S. 137).
  • Faser. Mhd. vaser. Frankfurterisch: fååsä (Rauh, 1921a, §204.2.b, S. 237: Langer Vokal vor -ER).
  • Fass. Mhd. va𝔷. Frankfurterisch: fass (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • Fasson. Aus französisch facon. Form. Frankfurterisch: fǎssong (Rauh, 1921a, §104, S. 112: Auslautendes französisches O).
  • faul. Mhd. vûl. Frankfurterisch: faul (Rauh, 1921a, §119, S. 126: Mhd. Û erscheint als AU).
  • Faust. Mhd. vûst. Frankfurterisch: faust (Rauh, 1921a, §119, S. 126: Mhd. Û erscheint als AU).
  • Feder. Mhd. vëder. Frankfurterisch: fäddä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER).
  • Feier. Mhd. vîre. Frankfurterisch: faịjä (Rauh, 1921a, §115.2, S. 122: Mhd. altlanges Î wird zu A und J vor Vokal).
  • fein. Mhd. vîn. Frankfurterisch: fåiñ (Rauh, 1921a, §115.3, S. 123: Mhd. altlanges Î wird zu AI mit dunklem A vor Nasalen).
  • Feind. → Feindin. Mhd. vîendinne. Frankfurterisch: fåindinn (Rauh, 1921a, §216.1.a, S. 253: Alte Endung -INNE).
  • Feld. Mhd. vëlt. Frankfurterisch: fällt (Rauh, 1921a, §67, S. 76: Fortis im Auslaut).
  • Felsen. Mhd. felis. Frankfurterisch: fẹllds (Rauh, 1921a, §207, S. 240: Kurzer Stammvokal vor synkopiertem Endsilbenvokal).
  • Fenster. Mhd. vënster. Frankfurterisch: fẹnnsdä (Rauh, 1921a, §100.3, S. 107: Germanisches Ë vor Nasal, kurz geblieben).
  • Ferse. Mhd. vërsen. Frankfurterisch: fȁȁǎs (Rauh, 1921a, §211.2.a.Anm, S. 245: In der Regel Dehnung altkurzer Vokale vor altem E, Ä oder Ë und R plus Konsonant). Ab etwa 1925 zunehmend dann: fȁǎss (Rauh, 1921a, §211.2.a.Anm, S. 245: Rückverkürzungen).
  • fertig. Mhd. vertec. Frankfurterisch: fȁǎddisch (Rauh, 1921a, §217.11.a, S. 258: Alte Endungen -EC und -IC).
  • fest. Mhd. veste. Frankfurterisch: fẹsst (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • Fest das. Mhd. vëst. Frankfurterisch: fẹsst (Rauh, 1921a, §100.4, S. 107: Germanisches Ë ST).
  • feucht. Mhd. viuhte. Frankfurterisch: foischt (Rauh, 1921a, §121.1, S. 127: Mhd. IU erscheint als OI).
  • Feuer. Mhd. viur. Frankfurterisch: foịjä (Rauh, 1921a, §121.2, S. 128: Mhd. IU erscheint als O mit Gleitlaut IJ vor Vokal).
  • Fichte. Mhd. viehte. Frankfurterisch: fischtt (Rauh, 1921a, §132.1, S. 138: Mhd. IE gekürzt zu I).
  • Fieber. Mhd. vieber. Frankfurterisch: fiiwä (Rauh, 1921a, §114, S. 122).
  • Figur. Aus lateinisch figura. Gestalt. Frankfurterisch: fischuuǎ (Rauh, 1921a, §107.2, S. 115: U für lateinisch U).
  • finden. Mhd. vinden. Frankfurterisch: finně (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, kurz geblieben). → gefunden. Frankfurterisch: gěfunnä (Rauh, 1921a, §215.1.a, S. 252: Vorsilbe GE-).
  • Finger. Mhd. vinger. Frankfurterisch: fingä (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, kurz geblieben).
  • Fink. Mhd. vinke. Frankfurterisch: fingk (Rauh, 1921a, §67, S. 76: Fortis im Auslaut).
  • Fisch. Mhd. visch. Frankfurterisch: fisch (Rauh, 1921a, §101.1, S. 107: Mhd. I, kurz geblieben).
  • Fissel. Fädchen. Frankfurterisch: fissl (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • Flasche. Mhd. vlasche. Frankfurterisch: flasch (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • Fleisch. Mhd. vleisch. Frankfurterisch: flaasch (Rauh, 1921a, §122.1, S. 128: Mhd. EI erscheint als langes A).
  • flennen. Frankfurterisch: flẹnně (Rauh, 1921a, §122.2, S. 128).
  • flicken. Mhd. vlicken. Frankfurterisch: fliggě (Rauh, 1921a, §101.1, S. 107: Mhd. I, kurz geblieben).
  • fliegen. Mhd. fliegen. Frankfurterisch: fliiịjě (Rauh, 1921a, §132.1, S. 137: Mhd. IE erscheint als langes I).
  • fließen. Mhd. vlie𝔷en. Frankfurterisch: fliischě (Rauh, 1921a, §132.1, S. 137: Mhd. IE erscheint als langes I).
  • Floh. Mhd. vlôch. Frankfurterisch: floo (Rauh, 1921a, §129.1, S. 135: Mhd. Ô erscheint als langes geschlossenes O). → Flöhe. Mhd. flœhe. Frankfurterisch: flẹẹ (Rauh, 1921a, §130.1, S. 136: Mhd. œ erscheint als langes geschlossenes E).
  • Floß. Mhd. vlô𝔷. Frankfurterisch: floos (Rauh, 1921a, §129.1, S. 134: Mhd. Ô erscheint als langes geschlossenes O).
  • fluchen. Mhd. vluoche. Frankfurterisch: fluchě (Rauh, 1921a, §117, S. 125: Mhd. UO gek“urzt zu geschlossenem U).
  • fort. Mhd. vort. Frankfurterisch: fǫǎtt (Rauh, 1921a, §103.4, S. 111: Mhd. O vor R und Konsonant, kurz geblieben). Ab etwa 1925 zunehmend dann: fạtt (Rauh, 1921a, §103.4, Anm. 4, S. 112).
  • fragen. → er fragt. Frankfurterisch: frääscht (Rauh, 1921a, §98.1, S. 104: Mhd. Ä, gedehnt).
  • Frankfurt. → Frankfurterin. Frankfurterisch: frångfǫǎddänn (Rauh, 1921a, §216.1.b, S. 254: Alte Endung -INNE). → frankfurterisch. Frankfurterisch: frångfǫǎdäsch; auch: frångfǫǎděrisch (Rauh, 1921a, §217.10, S. 258: Alte Endungen -ESCH und -ISCH).
  • Franzose. → französisch. Frankfurterisch: frǎnntsẹẹsch (Rauh, 1921a, §217.10, S. 258: Alte Endungen -ESCH und -ISCH).
  • Frau. Mhd. vrouwe. Frankfurterisch: fraa (Rauh, 1921a, §126.1, S. 233: Mhd. OU erscheint als langes A). → Fräulein. Frankfurterisch: froilåin (Rauh, 1921a, §128.2, S. 134). Ab etwa 1925 zunehmend dann: frolåin (Rauh, 1921a, §128.2, S. 134).
  • frech. Mhd. vrëch. Frankfurterisch: fräsch (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben).
  • frei. → freilich. Mhd. vrîliche. Frankfurterisch: frailisch (Rauh, 1921a, §216.5, S. 254: Alte Endung -LÎCHE).
  • fressen. Mhd. vrë𝔷𝔷en. Frankfurterisch: frässě (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben). → gefressen. Frankfurterisch: gěfrässě (Rauh, 1921a, §215.1.a, S. 252: Vorsilbe GE-).
  • fremd. Mhd. vremde. Frankfurterisch: frẹmmt (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • freuen. Frankfurterisch: froiě (Rauh, 1921a, §126.1. Anm. 1, S. 233: Mhd. OU erscheint neuerdings als OI). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: fraaě (Rauh, 1921a, §126.1, S. 233: Mhd. OU erscheint als langes A). → Freude. Frankfurterisch: froit (Rauh, 1921a, §126.1. Anm. 1, S. 233: Mhd. OU erscheint neuerdings als OI). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: fraat (Rauh, 1921a, §126.1, S. 233: Mhd. OU erscheint als langes A). → gefreut. Mhd. gevrouwet. Frankfurterisch: Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: gěfraat (Rauh, 1921a, §126.1, S. 233: Mhd. OU erscheint als langes A).
  • Freund. Mhd. vriunt. Frankfurterisch: froint (Rauh, 1921a, §133.1, S. 139: Mhd. IU erscheint als OI). → Freundin. Mhd. vriundinne. Frankfurterisch: froindinn (Rauh, 1921a, §216.1.a, S. 253: Alte Endung -INNE).
  • Friedrich. Frankfurterisch: fridděrisch (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER).
  • Friedhof. Mhd. vrîthof. Frankfurterisch: friithoof (Rauh, 1921a, §115.1. Anm. 1, S. 122).
  • frieren. Mhd. vriesen. Frankfurterisch: friiǎn (Rauh, 1921a, §132.1, S. 138: Mhd. IE erscheint als langes I).
  • Frisörin. Frankfurterisch: frissẹẹs (Rauh, 1921a, §131, S. 137).
  • froh. Mhd. vrô. Frankfurterisch: froo (Rauh, 1921a, §129.1. Anm. 1, S. 135: Mhd. Ô erscheint als langes geschlossenes O).
  • fromm. Mhd. vrum. Frankfurterisch: fromm (Rauh, 1921a, §106.2, S. 114: Mhd. U vor Nasalen).
  • Frosch. Mhd. vrosch. Frankfurterisch: frosch (Rauh, 1921a, §209, S. 241: Altkurzer Vokal vor mehreren Konsonanten bleibt kurz bzw. wurde rückverkürzt).
  • Fuchs. Mhd. vuhs. Frankfurterisch: fukks (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, kurz geblieben).
  • fühlen. Mhd. vüelen. Frankfurterisch: fiilě (Rauh, 1921a, §118, S. 125: Mhd. ÜE erscheint als langes I). → einfühlig. Frankfurterisch: aañfällisch (Rauh, 1921a, §217.11.a, S. 258: Alte Endungen -EC und -IC).
  • Fuhre. Mhd. vuore. Frankfurterisch: fuuǎ (Rauh, 1921a, §117, S. 124: Mhd. UO erscheint als langes U).
  • führen. Mhd. vüeren. Frankfurterisch: fiiǎn (Rauh, 1921a, §118, S. 125: Mhd. ÜE erscheint als langes I).
  • füllen. → Füllsel. Frankfurterisch: filssl (Rauh, 1921a, §217.12, S. 259: Alte Endung -SEL).
  • Furche. Ahd. furuk. Mhd. vurch. Frankfurterisch: fǫǎsch (Rauh, 1921a, §207, S. 240: Kurzer Stammvokal vor synkopiertem Endsilbenvokal).
  • fürchten. Mhd. vürhten. Frankfurterisch: fȁǎschdě (Rauh, 1921a, §108.3, S. 117: Mhd. Ü vor R erscheint als kurzes Ä).
  • Fürst. Mhd. vürste. Frankfurterisch: fårǎscht (Rauh, 1921a, §108.3, S. 117: Mhd. Ü vor R erscheint als kurzes Ä).
  • Fuß. Mhd. vuo𝔷. Frankfurterisch: fuus (Rauh, 1921a, §117, S. 124: Mhd. UO erscheint als langes U). ⊙Sachsenhausen: Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: fois (Rauh, 1921a, §118.Anm., S. 126: Mhd. ÜE gekürzt als kurzes geschlossenes I). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: fois (Rauh, 1921a, §118.Anm., S. 126: Mhd. ÜE gekürzt als kurzes geschlossenes I).
  • Fussel. Fädchen. Frankfurterisch: fussl (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • Futter. Mhd. vuoter. Frankfurterisch: fuddä (Rauh, 1921a, §117, S. 125: Mhd. UO gek“urzt zu geschlossenem U). → füttern. Mhd. vüetern. Frankfurterisch: fiddän (Rauh, 1921a, §118, S. 125: Mhd. ÜE gekürzt als kurzes geschlossenes I).

G

  • Gabel. Mhd. gabel. Frankfurterisch: gåwwl (Rauh, 1921a, §90.2.d, S. 98: Mhd. A ist rückverkürzt und verdunkelt in offener Silbe vor Sonorsilben). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: gǫwwl (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: gawwl (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation). → gabeln. Mhd. gabelen. Frankfurterisch: gåwwělě (Rauh, 1921a, §216.11, S. 255: Alte Endung -ELEN).
  • gackeln. Mhd. goukeln. Scherz treiben. Frankfurterisch: gaagěllě (Rauh, 1921a, §126.1, S. 233: Mhd. OU erscheint als langes A).
  • Galgen. Mhd. galge-n. Frankfurterisch: galljě (Rauh, 1921a, §217.21.a.Anm. 2, S. 260: Auslautendes altes -E).
  • Gampel. Mhd. gampel. Unverständliche Rede, Gejammer. Frankfurterisch: gåmml (Rauh, 1921a, §90.2.a, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor Nasal).
  • Gans. Mhd. gans. Frankfurterisch: gånnds (Rauh, 1921a, §66.2.a, S. 74: Verschlusslaut vor Vokal als Lenes). → Gänsi (Diminutiv). Frankfurterisch: gẹnnsi.
  • gar. Mhd. gar. Frankfurterisch: gåå (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: gǫǫ (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation).
  • Garn. Mhd. garn. Frankfurterisch: gåån (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Ab etwa 1925 zunehmend dann: gånn (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 5, S. 99: Rückverkürzungen).
  • Garnison. Aus französisch garnison. Frankfurterisch: gǎnnissoon; auch: gǎnnissong (Rauh, 1921a, §104.Anm., S. 112: Auslautendes französisches O).
  • Garten. Mhd. garten. Frankfurterisch: gåådě (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: gǫǫdě (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ebenso um 1920: gåddě (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 5, S. 99: Rückverkürzungen). Ab etwa 1925 zunehmend dann: gaddě (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 5, S. 99: Rückverkürzungen). → Gärtner. Frankfurterisch: gȁȁǎdnä (Rauh, 1921a, §211.2.a.Anm, S. 245: In der Regel Dehnung altkurzer Vokale vor altem E, Ä oder Ë und R plus Konsonant). Ab etwa 1925 zunehmend dann: gȁǎddnä (Rauh, 1921a, §211.2.a.Anm, S. 245: Rückverkürzungen).
  • Gasse. Mhd. ga𝔷𝔷e. Frankfurterisch: gass (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • Gast. → Gäste (Plural). Mhd. geste. Frankfurterisch: gẹsst (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • Gaul. Mhd. gûl. Frankfurterisch: gaul (Rauh, 1921a, §119, S. 126: Mhd. Û erscheint als AU). → Gäulchen (Diminutiv). Frankfurterisch: goilschě (Rauh, 1921a, §216.19.a, S. 256: Alte Endung -ECHEN).
  • geben. Mhd. gëben. Frankfurterisch: gäwě (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben). → gegeben (Partizip). Frankfurterisch: gäwwä (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN). → ich gebe. Frankfurterisch: schgäpp (Rauh, 1921a, §219.1.a, S. 263: Schwächung des ICH Pronomens). → der gibt sich keine Mühe. Frankfurterisch: dä gibbtsch khaañ mii (Rauh, 1921a, §219.1.a, S. 263: Schwächung des SICH Pronomens). → gib mir. Frankfurterisch: gäbbmä (Rauh, 1921a, §219.1.b, S. 263: Schwächung des MIR Pronomens). → gib ihm. Frankfurterisch: gäbbm (Rauh, 1921a, §219.1.e, S. 263: Schwächung des IHM Pronomens).
  • geboren. Mhd. geboren. Frankfurterisch: gẹbơơǎn (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • Geburt. Mhd. geburt. Frankfurterisch: gěbǫǎtt (Rauh, 1921a, §211.2.b, S. 245: Bewahrte alte Kürze vor R plus Konsonant).
  • gegen. Mhd. gegen. Frankfurterisch: gääschě (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • gehen. Frankfurterisch: gääñ; auch: geeñ (Rauh, 1921a, §113.1, S. 121: Mhd. æ wird als geschlossenes E oder offenes Ä). Ab etwa 1925 zunehmend dann: gääñ; auch: gẹẹ (Rauh, 1921a, §125.1. Anm. 1, S. 132). → Gang. Mhd. ganc. Frankfurterisch: gång (Rauh, 1921a, §209, S. 241: Altkurzer Vokal vor mehreren Konsonanten bleibt kurz bzw. wurde rückverkürzt).
  • Geheimnis. Frankfurterisch: gěhaamniss (Rauh, 1921a, §216.2, S. 254: Alte Endung -NISSE).
  • geheuer. Mhd. ghiure. Frankfurterisch: gěhoịjä (Rauh, 1921a, §133.2, S. 139: Mhd. IU erscheint als OIJ vor Vokal).
  • geifern. Mhd. geifern. Speichel fließen lassen. Frankfurterisch: gaawän (Rauh, 1921a, §122.1, S. 129: Mhd. EI erscheint als langes A).
  • Geige. Mhd. gîge. Frankfurterisch: gai; auch: gaisch (Rauh, 1921a, §115.1, S. 122: Mhd. altlanges Î wird zu AI diphthongiert).
  • geilen. Mhd. geilen. Übermäßig spielen. Frankfurterisch: gaalän (Rauh, 1921a, §122.1, S. 128: Mhd. EI erscheint als langes A).
  • Geiß. Mhd. gei𝔷. Frankfurterisch: gaas (Rauh, 1921a, §122.1, S. 128: Mhd. EI erscheint als langes A).
  • Gelärsch. Altes baufälliges Gerümpel oder wertloses Zeug. Frankfurterisch: gělȁǎsch (Rauh, 1921a, §113.2, S. 121: Mhd. æ wird überoffenes Ä vor R).
  • gelb. Mhd. gëlb. Frankfurterisch: gääl (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, gedehnt).
  • Gemeinde. Mhd. gemeine. Frankfurterisch: gěmaañ (Rauh, 1921a, §122.1, S. 129: Mhd. EI erscheint als langes A).
  • Gemüse. Mhd. gemüese. Frankfurterisch: gěmiis (Rauh, 1921a, §118, S. 125: Mhd. ÜE erscheint als langes I).
  • gemütlich. Frankfurterisch: gěmiitlisch. → gemütlichen (Akk. Plural) im Frankfurter Lautdenkmal (1937): [gəmiːdliʒə] bzw. gěmiidlischě,
    .
  • genau. Mhd. genouwe. Frankfurterisch: gěnau (Rauh, 1921a, §126.2, S. 233).
  • Genick. Mhd. genic. Frankfurterisch: knikk (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Halbfortis vor L, R, M, N und W).
  • genug. Mhd. genuoc. Frankfurterisch: gěnuch (Rauh, 1921a, §117, S. 125: Mhd. UO gek“urzt zu geschlossenem U).
  • gerade. Mhd. gerad. Frankfurterisch: krååt (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Halbfortis vor L, R, M, N und W).
  • gerben. Mhd. gerwen. Frankfurterisch: gȁȁǎwě (Rauh, 1921a, §211.1, S. 244: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M). → gegerbt. Frankfurterisch: gěgȁǎbbt (Rauh, 1921a, §217.16, S. 259: Alte Endung -ET).
  • Gerte. Mhd. gerte. Frankfurterisch: gȁǎt; auch: gȁȁǎt (Rauh, 1921a, §97.2, S. 104: Mhd. E vor R). Ab etwa 1925 zunehmend dann: gȁǎtt (Rauh, 1921a, §211.2.a.Anm, S. 245: Rückverkürzungen).
  • gerinnen. → geronnen. Mhd. gerunnen. Frankfurterisch: gěronně (Rauh, 1921a, §106.2, S. 113: Mhd. U vor Nasalen).
  • gescheit. Frankfurterisch: kschait (Rauh, 1921a, §215.1.b, S. 252).
  • Geschichte. Mhd. geschiht. Frankfurterisch: kschischtt (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Verschlusslaut vor Reibelaut als Fortes).
  • Geschirr. Frankfurterisch: kschȁǎ (Rauh, 1921a, §215.1.b, S. 252).
  • Geselle. Mhd. geselle. Frankfurterisch: ksẹll (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Verschlusslaut vor Reibelaut als Fortes).
  • gestern. Mhd. gëster. Frankfurterisch: gẹssdät; auch: gẹssdän (Rauh, 1921a, §100.4, S. 107: Germanisches Ë ST).
  • gesund. Frankfurterisch: ksunnt (Rauh, 1921a, §215.1.b, S. 252).
  • Getöse. Mhd. gedœ𝔷e. Frankfurterisch: gědẹẹs (Rauh, 1921a, §130.1, S. 136: Mhd. œ erscheint als langes geschlossenes E).
  • gewahr. Mhd. gewar. Frankfurterisch: gěwåå (Rauh, 1921a, §213, S. 246).
  • Gewäerzel. Gewürzkräuter. Frankfurterisch: gěwȁǎtsl (Rauh, 1921a, §108.3, S. 117: Mhd. Ü vor R erscheint als kurzes Ä).
  • Gewehr. Mhd. gewer. Frankfurterisch: gěwȁȁǎ (Rauh, 1921a, §213, S. 246).
  • gewinnen. → gewonnen. Mhd. gewunnen. Frankfurterisch: gěwonně (Rauh, 1921a, §106.2, S. 113: Mhd. U vor Nasalen).
  • Gewitter. Frankfurterisch: gěwiddä (Rauh, 1921a, §215.1.a, S. 252: Vorsilbe GE-).
  • gewöhnen. Mhd. gewenen. Frankfurterisch: gěwẹẹně (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, gedehnt).
  • gießen. Mhd. gie𝔷en. Frankfurterisch: giischě (Rauh, 1921a, §132.1, S. 137: Mhd. IE erscheint als langes I).
  • Gift. Mhd. gift. Frankfurterisch: gifft (Rauh, 1921a, §101.1, S. 107: Mhd. I, kurz geblieben).
  • Gitter. Mhd. geter. Frankfurterisch: giddä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER).
  • Glas. Mhd. glas. Frankfurterisch: klåås (Rauh, 1921a, §210.a, S. 242: Analogdehung altkurzer Vokale vor auslautendem Konsonanten).
  • glauben. Mhd. gelouben. Frankfurterisch: klaawě (Rauh, 1921a, §126.1, S. 233: Mhd. OU erscheint als langes A). → glaubst du es im Frankfurter Lautdenkmal (1937):
    .
  • glatt. Mhd. glat. Frankfurterisch: klatt (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • glauben. Mhd. gelouben. Frankfurterisch: klaawě (Rauh, 1921a, §126.1, S. 233: Mhd. OU erscheint als langes A).
  • gleich. Mhd. gelîh. Frankfurterisch: klaisch (Rauh, 1921a, §115.1, S. 122: Mhd. altlanges Î wird zu AI diphthongiert).
  • Glied. Mhd. gelid. Frankfurterisch: klitt; auch: kliit (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Halbfortis vor L, R, M, N und W). → Glieder (Plural). Mhd. gelider. Frankfurterisch: kliddä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER).
  • Glück. Mhd. gelücke. Frankfurterisch: klikk (Rauh, 1921a, §217.21.a, S. 260: Auslautendes altes -E).
  • Glucke. Mhd. klucke. Legehenne oder übertragen gebraucht: dicke unbeholfene Frauen. Frankfurterisch: klukk (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, kurz geblieben).
  • glühen. Mhd. glüejen. Frankfurterisch: kliiịjě (Rauh, 1921a, §118, S. 125: Mhd. ÜE erscheint als langes I).
  • Gold. Mhd. golt. Frankfurterisch: gollt (Rauh, 1921a, §209, S. 241: Altkurzer Vokal vor mehreren Konsonanten bleibt kurz bzw. wurde rückverkürzt). → golden. Mhd. guldîn. Aus Gold. Frankfurterisch: golldě (Rauh, 1921a, §217.5, S. 257: Alte Adjektivsuffixe -ÎN und -IN).
  • göennen. Mhd. gunnen. Frankfurterisch: gẹnně (Rauh, 1921a, §106.2, Anm. 1, S. 114: Mhd. U vor Nasalen, ehemalig erhaltenes U). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: gunně (Rauh, 1921a, §106.2, Anm. 1, S. 114: Mhd. U vor Nasalen, ehemalig erhaltenes U).
  • Gote. Mhd. gote. Frankfurterisch: goot (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • graben. → Grab. Mhd. grap. Frankfurterisch: krååp (Rauh, 1921a, §210.a, S. 242: Analogdehung altkurzer Vokale vor auslautendem Konsonanten). → Gräber (Plural). Frankfurterisch: krääwä (Rauh, 1921a, §98.1, S. 104: Mhd. Ä, gedehnt).
  • Gras. Mhd. gras. Frankfurterisch: kråås (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: krǫǫs (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation).
  • Gräte. Mhd. græte. Frankfurterisch: krẹẹt (Rauh, 1921a, §113.1, S. 121: Mhd. æ wird langes geschlossenes E).
  • grau. Mhd. grâ. Frankfurterisch: kroo (Rauh, 1921a, §109.2, S. 118: Mhd. Â wird langes O). Ab etwa 1925 zunehmend dann: krau (Rauh, 1921a, §110, S. 120).
  • Gravenbruch. Frankfurterisch: krååvěpruch (Rauh, 1921a, §214.1.a, S. 248: Kürzung von alten UO vor CH, SCH, G, K).
  • Grieß. Mhd. grie𝔷. Frankfurterisch: kriis (Rauh, 1921a, §132.1, S. 137: Mhd. IE erscheint als langes I).
  • Griffel. Mhd. griffel. Frankfurterisch: krivvl (Rauh, 1921a, §202, S. 235).
  • Grieszheim. Frankfurterisch: kriism (Rauh, 1921a, §123.4.a, S. 131: Mhd. EI in -HEIM wird zu silbischem M).
  • grob. Mhd. grob. Frankfurterisch: kropp (Rauh, 1921a, §210.b, S. 242). → Grobheit. Frankfurterisch: kropphait (Rauh, 1921a, §123.2, S. 130). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: kropphaat (Rauh, 1921a, §123.2, S. 130: Mhd. EI in -HEIT und -KEIT Nebensilben erscheint als langes A, neuer AI).
  • groß. Mhd. grô𝔷. Frankfurterisch: kroos (Rauh, 1921a, §129.1, S. 134: Mhd. Ô erscheint als langes geschlossenes O). → größer. Mhd. grœzer. Frankfurterisch: krẹẹsä (Rauh, 1921a, §130.1, S. 136: Mhd. œ erscheint als langes geschlossenes E). → am größten (Superlativ) im Frankfurter Lautdenkmal (1937): [kreːstə] bzw. krẹẹstě,
    .
  • grün. Mhd. grüene. Frankfurterisch: kriiñ (Rauh, 1921a, §118, S. 125: Mhd. ÜE erscheint als langes I). → Grünspan. Mhd. grüenspân. Frankfurterisch: kriiñschbååñ (Rauh, 1921a, §118, S. 125: Mhd. ÜE erscheint als langes I).
  • grunzen. Mhd. grunzen. Frankfurterisch: krunnsě (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, kurz geblieben).
  • Gruß. Mhd. gruo𝔷. Frankfurterisch: kruus (Rauh, 1921a, §117, S. 124: Mhd. UO erscheint als langes U).
  • Grütze. Mhd. grütze. Frankfurterisch: kritts (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I).
  • gucken. Ahd. guckan. Sehen. Frankfurterisch: guggě (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, kurz geblieben).
  • Gurgel. Mhd. gurgel. Frankfurterisch: gǫǫil (Rauh, 1921a, §106.4, S. 115: Mhd. U vor r plus Konsonant als langes offenes O). → gurgeln. Mhd. gurgeln. Frankfurterisch: gǫǫilě (Rauh, 1921a, §106.4, S. 115: Mhd. U vor r plus Konsonant als langes offenes O).
  • Gurt. Mhd. gurt. Frankfurterisch: gǫǎtt (Rauh, 1921a, §211.2.b, S. 245: Bewahrte alte Kürze vor R plus Konsonant). → Gürtel. Mhd. gürtel. Frankfurterisch: gȁǎddl (Rauh, 1921a, §211.2.b, S. 245: Bewahrte alte Kürze vor R plus Konsonant).
  • guschen. Aus französisch coucher. Zu Bett legen. Frankfurterisch: guschě (Rauh, 1921a, §107.1, S. 115: U für französisch OU).
  • gut. Mhd. guot. Frankfurterisch: guut (Rauh, 1921a, §117, S. 124: Mhd. UO erscheint als langes U).

H

  • Haar. Mhd. hâr. Frankfurterisch: håå (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: hǫǫ (Rauh, 1921a, §110, S. 118). ⊙Sachsenhausen: Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: hooǎ (Rauh, 1921a, §111, S. 120).
  • haben. Mhd. haben. Frankfurterisch: håwwě (Rauh, 1921a, §90.2.d, S. 98: Mhd. A ist rückverkürzt und verdunkelt in offener Silbe vor Sonorsilben). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: hǫwwě (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: hawwě (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation). → ich habe. Mhd. habe. Frankfurterisch: håpp (Rauh, 1921a, §90.2.d, Anm. 3, S. 98). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: hǫpp (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: happ (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation). → ich habe dich nicht gefragt. Frankfurterisch: sch håpptsch nẹ kfrååcht (Rauh, 1921a, §219.1.a, S. 263: Schwächung des DICH Pronomens). → du hast. Mhd. hâst. Frankfurterisch: håsst (Rauh, 1921a, §90.2.d, Anm. 3, S. 98). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: hǫsst (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: hasst (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation). → du hast. Frankfurterisch: dě håsst (Rauh, 1921a, §219.1.d, S. 263: Schwächung des DU Pronomens). → er hat. Mhd. hât. Frankfurterisch: hått (Rauh, 1921a, §90.2.d, Anm. 3, S. 98). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: hǫtt (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: hatt (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation). → hat er. Frankfurterisch: håddä (Rauh, 1921a, §219.1.b, S. 263: Schwächung des ER Pronomens). → haben wir. Frankfurterisch: håmmä (Rauh, 1921a, §219.1.b, S. 263: Schwächung des WIR Pronomens). → gehabt. Mhd. gehât. Frankfurterisch: gěhott; auch: gěhått (Rauh, 1921a, §109.4, S. 119).
  • Hafer. Mhd. haber. Frankfurterisch: håwwä (Rauh, 1921a, §90.2.d, S. 98: Mhd. A ist rückverkürzt und verdunkelt in offener Silbe vor Sonorsilben). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: hǫwwä (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: hawwä (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • Hagel. Mhd. hagel. Frankfurterisch: hååchl (Rauh, 1921a, §204.1.b, S. 237: Langer bzw. gedehnter Vokal vor -EL).
  • Haken. Mhd. hâke-n. Frankfurterisch: håågě (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: hǫǫgě (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • Hals. Mhd. hals. Frankfurterisch: hallds (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • halten. → du hältst. Mhd. heldest. Frankfurterisch: hẹlldst (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben). → halt ihn. Frankfurterisch: halldn (Rauh, 1921a, §219.1.e, S. 263: Schwächung des IHN Pronomens). → behalten. Frankfurterisch: běhalldě (Rauh, 1921a, §215.1.a, S. 252: Vorsilbe BE-).
  • Hammel. Frankfurterisch: håmml (Rauh, 1921a, §204.Anm. 1, S. 237: Rückverkürzung vor -EL). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: hǫǫml (Rauh, 1921a, §204.Anm. 1, S. 237: Rückverkürzung vor -EL).
  • Hammer. Mhd. hamer. Frankfurterisch: håmmä (Rauh, 1921a, §90.2.a, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor Nasal). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: hǫǫmä (Rauh, 1921a, §204.Anm. 2, S. 237). → häemmern. Mhd. hemeren. Frankfurterisch: hẹmmänn (Rauh, 1921a, §216.14, S. 256: Alte Endung -EREN).
  • Hand. → Handschuh. Mhd. henteschuoch. Frankfurterisch: hẹnnschě (Rauh, 1921a, §117.1. Anm. 2, S. 125: Mhd. UO gek“urzt zu geschlossenem U).
  • handeln. Mhd. handelen. Frankfurterisch: hånngělě (Rauh, 1921a, §216.11, S. 255: Alte Endung -ELEN). → Handel. Mhd. handel. Frankfurterisch: hånnl (Rauh, 1921a, §90.2.a, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor Nasal).
  • Hanf. Mhd. hanef. Frankfurterisch: håmmf; auch: håmmft (Rauh, 1921a, §207, S. 240: Kurzer Stammvokal vor synkopiertem Endsilbenvokal).
  • hart. Mhd. hart. Frankfurterisch: hått (Rauh, 1921a, §90.2.c, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor R und Konsonant). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: hǫtt (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: hatt (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • Harz. Mhd. harz. Frankfurterisch: hååts (Rauh, 1921a, §211.2.a, S. 244: In der Regel Dehnung altkurzer Vokale vor altem A und R plus Konsonant).
  • Hase. Mhd. hase. Frankfurterisch: håås (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: hǫǫs (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation).
  • Haspel. Mhd. haspel. Frankfurterisch: hassbl (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • hauchen. Mhd. hûchen. Frankfurterisch: hauchě; auch: haachě (Rauh, 1921a, §119, S. 126: Mhd. Û erscheint als AU).
  • hauen. Mhd. houwen. Frankfurterisch: haachě (Rauh, 1921a, §126.1, S. 233: Mhd. OU erscheint als langes A). → er haut. Frankfurterisch: hääscht; auch: hẹẹscht (Rauh, 1921a, §128.1, S. 134: Analogumlaut zu mhd. OU erscheint als langes Ä oder E). ⊙Sachsenhausen: hȁȁscht; auch: hẹẹscht (Rauh, 1921a, §128.1. Anm. 2, S. 134: Analogumlaut zu mhd. OU erscheint als überoffenes Ä oder E).
  • Haufen. Mhd. hûfe-n. Frankfurterisch: hauvě (Rauh, 1921a, §119, S. 126: Mhd. Û erscheint als AU).
  • Haus. Mhd. hûs. Frankfurterisch: haus (Rauh, 1921a, §119, S. 126: Mhd. Û erscheint als AU). → Häuser. Frankfurterisch: hoisä (Rauh, 1921a, §121.1, S. 128: Mhd. IU erscheint als OI). → Häuschen (Diminutiv). Frankfurterisch: hoisii (Rauh, 1921a, §216.19.b, S. 257: Alte Endung -ECHEN). Ab etwa 1925 zunehmend dann: hoisjě: (Rauh, 1921a, §216.19.a.Anm, S. 257: Alte Endung -ECHEN).
  • Haut. Mhd. hût. Frankfurterisch: haut (Rauh, 1921a, §119, S. 126: Mhd. Û erscheint als AU).
  • heben. Mhd. heben. Frankfurterisch: hẹẹwě (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, gedehnt). → gehoben (Partizip). Mhd. gehoben. Frankfurterisch: gěhowwě (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • Heer. Mhd. hêre. Frankfurterisch: hȁǎ (Rauh, 1921a, §125.1. Anm. 2, S. 132: Mhd. Ê erscheint gekürzt als Ä vor R).
  • Heide. Mhd. heide. Frankfurterisch: haat (Rauh, 1921a, §122.1, S. 128: Mhd. EI erscheint als langes A). → Bornheimer Heide. Frankfurterisch: bȁǎněmä haat (Rauh, 1921a, §122.1, S. 128: Mhd. EI erscheint als langes A).
  • heilen. Mhd. heilen. Frankfurterisch: haalě (Rauh, 1921a, §122.1, S. 128: Mhd. EI erscheint als langes A).
  • heilig. Mhd. heilic. Frankfurterisch: hailisch (Rauh, 1921a, §122.2, S. 128: Der Schriftsprache entnommen).
  • heim. Mhd. heim. Frankfurterisch: haam (Rauh, 1921a, §122.1, S. 129: Mhd. EI erscheint als langes A). → Heimat. Mhd. heimuote. Frankfurterisch: haamååt (Rauh, 1921a, §216.7, S. 254: Alte Endung -UOTE).
  • heimlich. Mhd. heimlîche. Frankfurterisch: haamlisch (Rauh, 1921a, §116.1, S. 124).
  • Heirat. Mhd. hîrât. Frankfurterisch: hairååt; auch: hoirååt (Rauh, 1921a, §115.4, S. 123). → heiraten. Frankfurterisch: hairåådě; auch: hoiråådě (Rauh, 1921a, §217.1, S. 257: Alte Endung -AT).
  • heiß. Mhd. hei𝔷. Frankfurterisch: haas (Rauh, 1921a, §122.1, S. 128: Mhd. EI erscheint als langes A).
  • heißen. Mhd. hei𝔷en. Frankfurterisch: haasě (Rauh, 1921a, §122.1, S. 128: Mhd. EI erscheint als langes A). → ich heiße. Frankfurterisch: haas (Rauh, 1921a, §124.Anm. 2, S. 131). → du heißt. Mhd. hei𝔷𝔷est. Frankfurterisch: hääst; auch: hẹẹst oder: haast (Rauh, 1921a, §124, S. 131: Analogumlaut zu Mhd. EI erscheint als langes Ä). ⊙Sachsenhausen: hȁȁst (Rauh, 1921a, §124.Anm. 1, S. 131: Offenere Aussprache in Sachsenhausen). → er heißt. Mhd. heizzet. Frankfurterisch: hääst; auch: hẹẹst oder: haast (Rauh, 1921a, §124, S. 131: Analogumlaut zu Mhd. EI erscheint als langes Ä). ⊙Sachsenhausen: hȁȁst (Rauh, 1921a, §124.Anm. 1, S. 131: Offenere Aussprache in Sachsenhausen).
  • heiser. Mhd. heiser. Frankfurterisch: haasä (Rauh, 1921a, §122.1, S. 128: Mhd. EI erscheint als langes A).
  • heiter. Mhd. heiter. Frankfurterisch: haidä (Rauh, 1921a, §122.2, S. 128: Der Schriftsprache entnommen).
  • helfen. Mhd. hëlfen. Frankfurterisch: hällvě (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben). → Hilfe. Mhd. hilfe. Frankfurterisch: hillf (Rauh, 1921a, §101.1, S. 107: Mhd. I, kurz geblieben).
  • Helm. Mhd. helm. Frankfurterisch: hẹllm (Rauh, 1921a, §97.Anm. 1, S. 103).
  • Hemd. Mhd. hemde. Frankfurterisch: hẹmmt (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • her (betont). Frankfurterisch: hȁȁǎ (Rauh, 1921a, §213, S. 246). → her (unbetont). Frankfurterisch: ; auch: ě (Rauh, 1921a, §213, S. 246).
  • Herbst. Mhd. herbest. Frankfurterisch: hȁǎppst (Rauh, 1921a, §217.15, S. 259: Alte Endung -EST).
  • Herd. Mhd. hërt. Frankfurterisch: hȁȁǎt (Rauh, 1921a, §100.2, S. 106: Germanisches Ë vor R, gedehnt).
  • Hering. Mhd. hæring. Frankfurterisch: hȁȁring (Rauh, 1921a, §113.2, S. 121: Mhd. æ wird überoffenes Ä vor R).
  • Herr. Ahd. hêrro. Mhd. herre. Frankfurterisch: hȁǎ (Rauh, 1921a, §214.4, S. 250: Kürzung von altlangem Ê). → Herrschaft. Mhd. hêrschaft. Frankfurterisch: hȁǎschaft (Rauh, 1921a, §214.4, S. 250: Kürzung von altlangem Ê).
  • Herz. Mhd. hërz. Frankfurterisch: hȁǎtts (Rauh, 1921a, §100.2, S. 106: Germanisches Ë vor R, kurz geblieben).
  • Heu. Mhd. höu. Frankfurterisch: hoi (Rauh, 1921a, §128.2, S. 134). Etwa von 1850 bis 1875 bzw. um 1920 nicht mehr gesprochen: haa (Rauh, 1921a, §128.2, S. 134). → Heuhaufen. Reliktwort mit erhaltenem Monophthong. Frankfurterisch: haahippě (Rauh, 1921a, §128.2, S. 134).
  • heulen. Mhd. hiulen. Frankfurterisch: hoilě (Rauh, 1921a, §121.1, S. 127: Mhd. IU erscheint als OI).
  • heute. Mhd. hiute. Frankfurterisch: hoit (Rauh, 1921a, §133.1, S. 138: Mhd. IU erscheint als OI).
  • hier. Mhd. hier. Frankfurterisch: hiiǎ (Rauh, 1921a, §114, S. 121).
  • Himmel. Mhd. himel. Frankfurterisch: himml (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, kurz geblieben).
  • hin. Mhd. hin. Frankfurterisch: hiiñ (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, gedehnt). → hinaus. Frankfurterisch: ěnaas (Rauh, 1921a, §119.Anm. 1, S. 127: Mhd. Û erscheint vereinzelt als AA).
  • hindern. Mhd. hinderen. Frankfurterisch: hinnänn (Rauh, 1921a, §216.14, S. 256: Alte Endung -EREN).
  • hinein. Mhd. hinîn. Frankfurterisch: ěnåiñ (Rauh, 1921a, §115.3, S. 123: Mhd. altlanges Î wird zu AI mit dunklem A vor Nasalen).
  • Hinkel. Mhd. huonichîn. Hühnchen. Frankfurterisch: hinggl (Rauh, 1921a, §118, S. 126: Mhd. ÜE gekürzt als kurzes geschlossenes I).
  • hinken. Mhd. hinken. Frankfurterisch: hingggě (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, kurz geblieben).
  • hinten. Mhd. hinden. Frankfurterisch: hinně (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, kurz geblieben).
  • Hirn. Mhd. hirn. Frankfurterisch: hȁǎnn (Rauh, 1921a, §101.2, S. 108: Mhd. I, gedehnt).
  • Hirsch. Mhd. hir𝔷, hire𝔷. Frankfurterisch: hȁǎsch (Rauh, 1921a, §207, S. 240: Kurzer Stammvokal vor synkopiertem Endsilbenvokal).
  • Hirte. Mhd. hirt. Frankfurterisch: hȁǎtt (Rauh, 1921a, §211.2.b, S. 245: Bewahrte alte Kürze vor R plus Konsonant).
  • Hitze. Mhd. hitze. Frankfurterisch: hitts (Rauh, 1921a, §101.1, S. 107: Mhd. I, kurz geblieben).
  • hoch. Mhd. hôch. Frankfurterisch: hooch (Rauh, 1921a, §129.1, S. 135: Mhd. Ô erscheint als langes geschlossenes O). → höher. Mhd. hœher. Frankfurterisch: hẹẹschä (Rauh, 1921a, §130.1, S. 136: Mhd. œ erscheint als langes geschlossenes E). → höchst (Superlativ). Mhd. hœhest. Frankfurterisch: hẹkkst; auch: hẹẹkst (Rauh, 1921a, §214.6, S. 250: Kürzung von altlangem œ).
  • Hochzeit. Mhd. hôchgezît. Frankfurterisch: hochtsait (Rauh, 1921a, §214.5, S. 250: Kürzung von altlangem Ô).
  • Hof. Mhd. hof. Frankfurterisch: hoof (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, gedehnt). → Höfchen (Diminutiv). Frankfurterisch: hẹẹfschě (Rauh, 1921a, §105.1, S. 112: Mhd. Ö, gedehnt).
  • hoffen. Mhd. hoffen. Frankfurterisch: hovvě (Rauh, 1921a, §202, S. 235).
  • hohl. Mhd. hol. Frankfurterisch: hool (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, gedehnt).
  • Höhle. Frankfurterisch: hẹẹl (Rauh, 1921a, §105.1, S. 112: Mhd. Ö, gedehnt).
  • Hölle. Mhd. helle. Frankfurterisch: hẹll (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • holen. Mhd. holen. Frankfurterisch: hoolě (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, gedehnt). → du holst. Frankfurterisch: hẹẹldst (Rauh, 1921a, §105.1, Anm., S. 112: Mhd. Ö als Analogieumlaut). → er holt. Frankfurterisch: hẹẹlt (Rauh, 1921a, §105.1, Anm., S. 112: Mhd. Ö als Analogieumlaut).
  • Holz. Mhd. holz. Frankfurterisch: hollds (Rauh, 1921a, §209, S. 241: Altkurzer Vokal vor mehreren Konsonanten bleibt kurz bzw. wurde rückverkürzt). → Hölzer. Mhd. hölzer. Frankfurterisch: hẹllsä (Rauh, 1921a, §105.1, S. 112: Mhd. Ö, kurz geblieben).
  • Honig. Mhd. honec. Frankfurterisch: hoonisch (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • hören. Mhd. hœren. Frankfurterisch: hȁȁǎn (Rauh, 1921a, §130.2, S. 137: Mhd. œ erscheint als Ä vor R). → Gehör. Mhd. gehœre. Frankfurterisch: gěhȁǎ (Rauh, 1921a, §130.2, S. 137: Mhd. œ erscheint als Ä vor R).
  • horchen. Mhd. hôrchen. Frankfurterisch: hǫǎschě (Rauh, 1921a, §129.3, S. 136: Mhd. Ô erscheint als geöffnetes O vor R).
  • hören. Mhd. hœren. Frankfurterisch: hȁȁǎn (Rauh, 1921a, §130.2, S. 137: Mhd. œ erscheint als Ä vor R).
  • Horn. Mhd. horn. Frankfurterisch: hǫǎnn (Rauh, 1921a, §103.4, S. 111: Mhd. O vor R und Konsonant, kurz geblieben).
  • Hose. Mhd. hose. Frankfurterisch: hoos (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, gedehnt).
  • Hubbel. Mhd. hübel. Frankfurterisch: hiwwl (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 236: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • Huddel. Etwas oberflächlich Gemachtes. Frankfurterisch: huddl (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 236: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • Hügel. Frankfurterisch: hiischl (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, gededehnt erscheint als langes I).
  • Hure. Mhd. huore. Frankfurterisch: huuǎ (Rauh, 1921a, §117, S. 124: Mhd. UO erscheint als langes U).
  • Hut. Mhd. huot. Frankfurterisch: huut (Rauh, 1921a, §117, S. 124: Mhd. UO erscheint als langes U).
  • hüten. Mhd. hüeten. Frankfurterisch: hiidě (Rauh, 1921a, §118, S. 125: Mhd. ÜE erscheint als langes I).

I

  • ich. Mhd. ich. Frankfurterisch: isch (Rauh, 1921a, §212, S. 246: Einsilbige Pronominalformen).
  • Igel. Mhd. igel. Frankfurterisch: ischll (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 236: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • ihr (betont). Frankfurterisch: iiǎ (Rauh, 1921a, §213, S. 246). → ihr (unbetont). Frankfurterisch: ä (Rauh, 1921a, §213, S. 246).
  • immer. Mhd. iemer. Frankfurterisch: immä (Rauh, 1921a, §132.1, S. 138: Mhd. IE gekürzt zu I).
  • Innung. Mhd. innunge. Frankfurterisch: innung (Rauh, 1921a, §216.4, S. 254: Alte Endung -UNG).
  • irgend. Mhd. iergen. Frankfurterisch: ȁȁinnt (Rauh, 1921a, §132.2.b, S. 138).
  • irr. Mhd. irr. Frankfurterisch: ȁǎ (Rauh, 1921a, §101.2, S. 108: Mhd. I, gedehnt). → irren. Mhd. irren. Frankfurterisch: ȁǎnn (Rauh, 1921a, §217.19.Anm. 1, S. 260: Alte Endung -EN).

J

  • jagen. → Jagd. Mhd. jaget. Frankfurterisch: jåchtt (Rauh, 1921a, §90.2.d, S. 98: Mhd. A ist rückverkürzt und verdunkelt in offener Silbe vor Sonorsilben). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: jǫchtt (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: jachtt (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • Jahr. Mhd. jâr. Frankfurterisch: jåå (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: jǫǫ (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • Jammer. Mhd. jâmer. Frankfurterisch: jåmmä (Rauh, 1921a, §214.3, S. 249: Kürzung von altlangem Â). → jaemmerlich. Mhd. jæmerlich. Frankfurterisch: jẹmmälis (Rauh, 1921a, §113.1, S. 121: Mhd. æ wird gekürztes geschlossenes E).
  • jeder. Mhd. ieder. Frankfurterisch: jẹẹdä (Rauh, 1921a, §132.1, S. 138).
  • jemand. Frankfurterisch: jẹẹmǎnt; auch: jẹmmǎnt (Rauh, 1921a, §132.1, S. 138).
  • jetzt. Mhd. ieze. Frankfurterisch: jẹtts (Rauh, 1921a, §132.1, S. 138).
  • Jude. Frankfurterisch: jutt; auch: jutth (Rauh, 1921a, §67, S. 76: schwach behauchte Fortis im Auslaut). → Juden (Plural). Mhd. juden. Frankfurterisch: juddě (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • Jugend. Mhd. jugend. Frankfurterisch: juuchnt (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, gedehnt).
  • Jungfer. Mhd. juncfrouwe. Frankfurterisch: jummvä (Rauh, 1921a, §218.2, S. 262).

K

  • Käfer. Mhd. këver. Frankfurterisch: khäwwä (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben).
  • Kalb. → Kälber (Plural). Mhd. kelber. Frankfurterisch: khẹllwä (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • Kalk. Mhd. kalc. Frankfurterisch: kallk (Rauh, 1921a, §67, S. 76: Fortis im Auslaut).
  • kalt. Mhd. kalt. Frankfurterisch: khåål; auch: khaal (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 4, S. 99).
  • Kammer. Mhd. kamer. Frankfurterisch: khåmmä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER).
  • Kanne. Mhd. kanne. Frankfurterisch: khånn (Rauh, 1921a, §217.21.a, S. 260: Auslautendes altes -E).
  • Karton. Aus französisch carton. Frankfurterisch: khaddong (Rauh, 1921a, §92, S. 100: A in Fremdwörtern).
  • Karren. Mhd. karre-n. Frankfurterisch: khånn (Rauh, 1921a, §90.2.a, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor Nasal).
  • Karte. Mhd. Karte. Frankfurterisch: khååt (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: khǫǫt (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ebenso um 1920: khått (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 5, S. 99: Rückverkürzungen). Ab etwa 1925 zunehmend dann: khatt (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 5, S. 99: Rückverkürzungen).
  • Käse. Mhd. kæse. Frankfurterisch: khẹẹs (Rauh, 1921a, §113.1, S. 120: Mhd. æ wird langes geschlossenes E).
  • kaum. Mhd. kûme. Frankfurterisch: kaum (Rauh, 1921a, §119, S. 126: Mhd. Û erscheint als AU).
  • Katze. Mhd. katze. Frankfurterisch: khatts (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • kaufen. Mhd. koufen. Frankfurterisch: khaavě (Rauh, 1921a, §126.1, S. 233: Mhd. OU erscheint als langes A). → er käuft. Frankfurterisch: khääft; auch: khẹẹft (Rauh, 1921a, §128.1, S. 134: Analogumlaut zu mhd. OU erscheint als langes Ä oder E). ⊙Sachsenhausen: khȁȁft; auch: khẹẹft (Rauh, 1921a, §128.1. Anm. 2, S. 134: Analogumlaut zu mhd. OU erscheint als überoffenes Ä oder E).
  • Kehrschel (Kehricht). Was mit dem Besen fortgekehrt wird, vermutlich aus altem kerach, später dann kerich [DWB, Bd. 11, Sp. 426]. Frankfurterisch: khȁȁschl. → Kehrschelhannes. Angestellter der Müllabfuhr. Zusammengesetzt aus Kehrschel und Hannes (aus Johannes). Frankfurterisch: khȁȁschlhanněs. „Du bist der Kerschelhannes/ Un stehst so sittsam hier/ Un kehrst de Dreck/ dagtäglich/ Vor annern ihre Dier” (Lachhannes, 1902). Kehrschelhannes im übertragenen Sinn für ungepflegter Mann. „Bei dem hat der Kehrschelhannes Gevatter gestanne” (F. Stoltze; aus: Hase 1938). Vgl. auch FWB, Bd. III, S. 1433−1435. → Kehrschelkäthe. Auch: Kehrschelkathrine. Übertragen für: ungepflegte Frau. Frankfurterisch: khȁȁschlkätt.
  • kein. Mhd. kein. Frankfurterisch: khaañ (Rauh, 1921a, §122.1, S. 129: Mhd. EI erscheint als langes A). kein im Frankfurter Lautdenkmal (1937):
    .
  • Keil. Mhd. kîl. Frankfurterisch: khail (Rauh, 1921a, §115.1, S. 122: Mhd. altlanges Î wird zu AI diphthongiert). → Donnerkeil. Frankfurterisch: dunnäkhail (Rauh, 1921a, §103.2, S. 111: Mhd. O).
  • Kegel. Mhd. kegel. Frankfurterisch: kẹẹschl (Rauh, 1921a, §204.1.b, S. 237: Langer bzw. gedehnter Vokal vor -EL).
  • Keller. Mhd. këller. Frankfurterisch: khällä (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben).
  • kennen. Mhd. kennen. Frankfurterisch: khẹnně (Rauh, 1921a, §202, S. 235).
  • Kerl. Frankfurterisch: khȁǎll (Rauh, 1921a, §211.2.a.Anm, S. 245: Kurzer Vokal vor altem E, Ä oder Ë und R plus Konsonant).
  • Kern. Mhd. kërne. Frankfurterisch: khȁǎnn (Rauh, 1921a, §100.2, S. 106: Germanisches Ë vor R, kurz geblieben).
  • Kerze. Mhd. kerze. Frankfurterisch: khȁǎtts (Rauh, 1921a, §211.2.a.Anm, S. 245: Kurzer Vokal vor altem E, Ä oder Ë und R plus Konsonant).
  • Karst. Mhd. karst. Ein Hacke mit zwei Zähnen. Frankfurterisch: khååscht (Rauh, 1921a, §211.2.a, S. 244: In der Regel Dehnung altkurzer Vokale vor altem A und R plus Konsonant).
  • Kiefer. Frankfurterisch: khiivä (Rauh, 1921a, §114, S. 121).
  • Kiesel. Mhd. kisel. Frankfurterisch: khissl (Rauh, 1921a, §101.1, S. 107: Mhd. I, kurz geblieben).
  • Kelch. Mhd. kelch. Frankfurterisch: khẹllsch (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • Kerb. Mhd. kirwe. Kirchweih. Frankfurterisch: khȁǎpp (Rauh, 1921a, §211.2.b, S. 246: Bewahrte alte Kürze vor R plus Konsonant). → Kerben (Plural). Mhd. kirwen. Frankfurterisch: khȁȁǎwě (Rauh, 1921a, §211.1, S. 244: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • Kessel. Mhd. ke𝔷𝔷el. Frankfurterisch: khẹssl (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • Kiefer. Frankfurterisch: khiivä (Rauh, 1921a, §114, S. 121).
  • Kind. → kindisch. Mhd. kindisc. Frankfurterisch: khinnisch (Rauh, 1921a, §102.1, S. 108: Mhd. I in betonter Nebensilbe). → Kindchen (Diminutiv). Frankfurterisch: khinnschě (Rauh, 1921a, §216.19.a, S. 256: Alte Endung -ECHEN).
  • Kirche. Mhd. kirche. Frankfurterisch: khȁǎsch (Rauh, 1921a, §101.2, S. 108: Mhd. I, gedehnt). → Kirchhof. Alte Bezeichnung für Friedhof. Frankfurterisch: Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: khȁǎschhoof (Rauh, 1921a, §115.1. Anm. 1, S. 122). → Peterskirchhof. Allgemein gebräuchliche Bennung des alten Friedhofs bei der Peterskirche. Frankfurterisch: pẹẹdäskhȁǎschhoof (Rauh, 1921a, §115.1. Anm. 1, S. 122).
  • Kirsche. Mhd. kirse. Frankfurterisch: khȁǎsch (Rauh, 1921a, §101.2, S. 108: Mhd. I, gedehnt).
  • Kissen. Mhd. küssen. Frankfurterisch: khissě (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I).
  • Kiste. Mhd. kiste. Frankfurterisch: khisst (Rauh, 1921a, §209, S. 241: Altkurzer Vokal vor mehreren Konsonanten bleibt kurz bzw. wurde rückverkürzt).
  • Klafter. Mhd. klâfter. Frankfurterisch: klåffdä (Rauh, 1921a, §214.3, S. 250: Kürzung von altlangem Â).
  • Klage. → beklagen. Frankfurterisch: běklååchě (Rauh, 1921a, §215.1.a, S. 252: Vorsilbe BE-).
  • Klammer. Mhd. klamer. Frankfurterisch: klåmmä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER). → klammern. Mhd. klameren. Frankfurterisch: klåmmänn (Rauh, 1921a, §216.14, S. 256: Alte Endung -EREN).
  • klar. Mhd. klâr. Frankfurterisch: klåå (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: klǫǫ (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • Kleber. Mhd. klëber. Frankfurterisch: kläwwä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER). → klebrig. Mhd. aus: klëben. Frankfurterisch: kläwwěrisch (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben).
  • Klee. Mhd. klê. Frankfurterisch: klẹẹ (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Halbfortis vor L, R, M, N und W).
  • Kleid. Mhd. kleit. Frankfurterisch: klaat (Rauh, 1921a, §122.1, S. 128: Mhd. EI erscheint als langes A).
  • klein. Mhd. kleine. Frankfurterisch: klaañ (Rauh, 1921a, §122.1, S. 129: Mhd. EI erscheint als langes A). → Kleinigkeit. Frankfurterisch: klaanischkhait (Rauh, 1921a, §123.2, S. 130). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: klaanischkhaat (Rauh, 1921a, §123.2, S. 130: Mhd. EI in -HEIT und -KEIT Nebensilben erscheint als langes A, neuer AI).
  • klopfen. Mhd. klopfen. Frankfurterisch: klobbě (Rauh, 1921a, §217.19, S. 260: Alte Endung -EN).
  • Kloß. → Klöße. Mhd. klœz. Frankfurterisch: klẹẹs (Rauh, 1921a, §130.1, S. 136: Mhd. œ erscheint als langes geschlossenes E).
  • Kloster. Mhd. klôster. Frankfurterisch: kloosdä (Rauh, 1921a, §129.1, S. 135: Mhd. Ô erscheint als langes geschlossenes O).
  • Klotze. Mhd. klâ. Hände, Klauen. In Anlehnung zu Tatze gebildet;. Frankfurterisch: klootschě (Rauh, 1921a, §109.2, S. 118: Mhd. Â wird langes O).
  • knacken. Mhd. knacken. Frankfurterisch: knaggě (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • Knäul. Mhd. kniuel. Frankfurterisch: knoil (Rauh, 1921a, §133.1, S. 138: Mhd. IU erscheint als OI).
  • Knebel. Mhd. knebel. Frankfurterisch: knäwwl (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 236: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • Knirps. Mhd. knürbes. Kleiner Mensch. Frankfurterisch: knȁǎps (Rauh, 1921a, §108.3, S. 117: Mhd. Ü vor R erscheint als kurzes Ä).
  • Knochen. Mhd. knoche-n. Frankfurterisch: knochě (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, kurz geblieben). → Knöchel. Mhd. knöchel. Frankfurterisch: knẹschl (Rauh, 1921a, §105.1, S. 112: Mhd. Ö, kurz geblieben).
  • Knoddel. Mhd. knote. kleiner Mensch. Frankfurterisch: knoddl (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 236: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • Knorpel. Mhd. knorbel. Frankfurterisch: knǫǫǎwl (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • Knoten. Mhd. knoten. Frankfurterisch: knoodě (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • Knöttel. Mhd. knödel. Tierkot. Frankfurterisch: knẹddl (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 236: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • Kohl. Mhd. kœl. Frankfurterisch: khẹẹl (Rauh, 1921a, §130.1, S. 136: Mhd. œ erscheint als langes geschlossenes E).
  • Kolter. Der Begriff, etwa in der Bedeutung Decke, ging in die deutsche Sprache und möglicherweise so auch in das Frankfurterische schon sehr früh ein. Er geht auf urfranzösisch coultre in gleicher Bedeutung zurück, welches wiederum auf lateinischem culcitra, etwa Polster, basiert. Das Französische verlor später das L, die Steppdecke ist neufranzösisch courte-pointe – eben ohne das L. In alten deutschen Quellen erscheint kolter oder kulter, also auch mit U aber vor allem noch mit einem L. So kann das Eindringen in das Deutsche im 13. Jahrhundert angesetzt werden, somit lange vor Beginn der hugenottischen Auswanderung im 16. Jahrhundert. Der Begriff zieht sich durch alle mitteldeutschen Dialekte. Frankfurterisch: kolldä. „Vil manigen kolter spaehe” (Nibelungenlied, Hs. B: Stanza 1822.1). „Vff einen kulter rosenvar” (Diu Crone: Zeile 29245). „die Kolter (Steppdecke)” (Kehrein/Hammeran, 1900; aus: FWB, Bd. III, S. 1544).
  • kommen. Mhd. kumen. Frankfurterisch: khommě (Rauh, 1921a, §106.2, S. 114: Mhd. U vor Nasalen). Vor 1825 wohl gesprochen als: khummě (Rauh, 1921a, §106.2, Anm. 1, S. 114: Mhd. U vor Nasalen, ehemalig erhaltenes U). „kumme” (Malß: 2. Aufz., 2. Auft.; aus: Rauh 1921, 106.2). ⊙Sachsenhausen: Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: khummě (Rauh, 1921a, §106.2, Anm. 1, S. 114: Mhd. U vor Nasalen, ehemalig erhaltenes U). → du kommst. Frankfurterisch: khimmst; auch: khẹmmst (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I). → kommst du. Frankfurterisch: khimmsdě (Rauh, 1921a, §219.1.d, S. 263: Schwächung des DU Pronomens). → er kommt. Mhd. cümet. Frankfurterisch: khimmt; auch: khẹmmt (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I). → gekommen (Partizip). Mhd. kumen. Frankfurterisch: khommě (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN). → wenn ich komme. Frankfurterisch: wẹnndsch khomm (Rauh, 1921a, §219.1.a, S. 263: Schwächung des ICH Pronomens).
  • können. Mhd. künnen. Frankfurterisch: khẹnně (Rauh, 1921a, §108.2, S. 117: Mhd. Ü, als E bei hochdeutscher Ö-Entsprechung). → ich oder er kann. Mhd. kan. Frankfurterisch: khånn (Rauh, 1921a, §212, S. 246: Einsilbige Verbalformen). → der kann mich am Arsch lecken. Frankfurterisch: dä khåmmsch m aasch läggě (Rauh, 1921a, §219.1.a, S. 263: Schwächung des MICH Pronomens). → könnten (Konjunktiv Plural). Frankfurterisch: khẹnntě. könnten im Frankfurter Lautdenkmal (1937):
    .
  • König. Mhd. künec. Frankfurterisch: khẹẹnisch (Rauh, 1921a, §108.2, S. 117: Mhd. Ü, als E bei hochdeutscher Ö-Entsprechung).
  • Kopf. Frankfurterisch: khopp; auch: khopph (Rauh, 1921a, §67, S. 76: schwach behauchte Fortis im Auslaut). → Köpfe (Plural). Frankfurterisch: khẹpp (Rauh, 1921a, §105.1, S. 112: Mhd. Ö, kurz geblieben). Köpfe im Frankfurter Lautdenkmal (1937):
    .
  • Korn. Mhd. korn. Frankfurterisch: khǫǎnn (Rauh, 1921a, §103.4, S. 111: Mhd. O vor R und Konsonant, kurz geblieben).
  • Koller. Mhd. koler. Wutanfall. Frankfurterisch: khollä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER).
  • Korb. → Körbe (Plural). Mhd. körbe. Frankfurterisch: khȁǎpp (Rauh, 1921a, §211.2.b, S. 246: Bewahrte alte Kürze vor R plus Konsonant). → Köerbchen (Diminutiv). Frankfurterisch: kȁǎppschě (Rauh, 1921a, §105.2, S. 113: Mhd. Ö vor R, kurz geblieben).
  • Kot. Mhd. kôt. Frankfurterisch: khoot (Rauh, 1921a, §129.1, S. 135: Mhd. Ô erscheint als langes geschlossenes O).
  • kotzen. Frühes Nhd. koppezen. Frankfurterisch: kottsě (Rauh, 1921a, §216.18, S. 256: Alte Endung -EZEN).
  • krachen. Mhd. krachen. Frankfurterisch: krachě (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Halbfortis vor L, R, M, N und W).
  • Kraft. Mhd. kraft. Frankfurterisch: krafft (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • Kragen. Mhd. kragen. Frankfurterisch: krååchě (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale). → Krägen (Plural). Frankfurterisch: krääschě (Rauh, 1921a, §98.1, S. 104: Mhd. Ä, gedehnt).
  • krähen. Mhd. kræjen. Frankfurterisch: krẹẹịjě (Rauh, 1921a, §113.1, S. 121: Mhd. æ wird langes geschlossenes E).
  • Kram. Mhd. krâm. Frankfurterisch: krååm (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: krǫǫm (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • Kranz. Frankfurterisch: krånnds. → Kränze (Plural). Frankfurterisch: krẹnnds.
  • Kraut. Mhd. krût. Frankfurterisch: kraut (Rauh, 1921a, §119, S. 126: Mhd. Û erscheint als AU).
  • Krebs. Mhd. krëbe𝔷. Frankfurterisch: kräpps (Rauh, 1921a, §207, S. 240: Kurzer Stammvokal vor synkopiertem Endsilbenvokal).
  • kreischen. Mhd. krîschen. Frankfurterisch: kraischě (Rauh, 1921a, §115.1, S. 122: Mhd. altlanges Î wird zu AI diphthongiert). → gekrischen. Frankfurterisch: gěkrischě (Rauh, 1921a, §215.1.a, S. 252: Vorsilbe GE-).
  • kriechen. Mhd. kriechen. Frankfurterisch: kriischě (Rauh, 1921a, §132.1, S. 138: Mhd. IE erscheint als langes I).
  • Krieg. Mhd. kriec. Frankfurterisch: kriisch (Rauh, 1921a, §114, S. 122). Bürgerkrieg im Frankfurter Lautdenkmal (1937):
    .
  • kriegen. Mhd. kriegen. bekommen. Frankfurterisch: kriiịjě; auch: krischě (Rauh, 1921a, §214.Anm. 1, S. 248: Kürzung von alten IE vor CH, SCH, G, K).
  • Kröte. Mhd. krote. Auch: kleines Mädchen. Frankfurterisch: kroto (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, kurz geblieben). → Kröten (Plural). Mhd. kroten. Kleine Mädchen. Frankfurterisch: kroddě (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • Krug. Mhd. kruoc. Frankfurterisch: kruuch (Rauh, 1921a, §117, S. 124: Mhd. UO erscheint als langes U).
  • Kübel. Mhd. Kübel. Frankfurterisch: khiwwl (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I).
  • Küche. Mhd. küche. Frankfurterisch: kisch (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I).
  • Kuchen. Mhd. kuochen. Frankfurterisch: khuchě (Rauh, 1921a, §117, S. 125: Mhd. UO gek“urzt zu geschlossenem U). → Küchlein. Ein kleiner Kuchen. Frankfurterisch: khischllschě (Rauh, 1921a, §118, S. 126: Mhd. ÜE gekürzt als kurzes geschlossenes I). → Lebkuchen. Mhd. lëbekuochen. Frankfurterisch: läppkhuchě (Rauh, 1921a, §208, S. 241).
  • kühl. Mhd. küele. Frankfurterisch: khiil (Rauh, 1921a, §118, S. 125: Mhd. ÜE erscheint als langes I).
  • küssen. Mhd. küssen. Frankfurterisch: khissě (Rauh, 1921a, §202, S. 235).
  • Kugel. Mhd. kugel. Frankfurterisch: khuchll (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 236: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • Kuh. Mhd. kuo. Frankfurterisch: khuu (Rauh, 1921a, §117, S. 124: Mhd. UO erscheint als langes U).
  • Kümmel. Mhd. kümel. Frankfurterisch: khimml (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I).
  • Kumpf. Mhd. kumpf. Schlüssel mit runden Bach. Frankfurterisch: khummbě (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, kurz geblieben).
  • Kunst. Frankfurterisch: kunnst. Kunststücke im Frankfurter Lautdenkmal (1937): [kunstʃtigæ] bzw. kunnstschtiggä,
    .
  • Kürbis. Mhd. kürbiz. Frankfurterisch: khȁȁǎwěs (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • kurz. Mhd. kurz. Frankfurterisch: khoǎtts (Rauh, 1921a, §106.4, S. 114: Mhd. U vor r plus Konsonant als kurzes offenes O). Ab etwa 1925 zunehmend dann: kạtts (Rauh, 1921a, §106.4, Anm. 3, S. 115: Mhd. U vor r plus Konsonant als helles A).

L

  • lachen. Mhd. lachen. Frankfurterisch: lachě (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • Laden. Mhd. laden. Frankfurterisch: låådě (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale). → Läden (Plural). Frankfurterisch: läädě (Rauh, 1921a, §98.1, S. 104: Mhd. Ä, gedehnt).
  • Lager. Mhd. lager. Frankfurterisch: lååchä (Rauh, 1921a, §204.2.b, S. 237: Langer Vokal vor -ER).
  • lahm. Mhd. lam. Frankfurterisch: lååm (Rauh, 1921a, §210.a, S. 242: Analogdehung altkurzer Vokale vor auslautendem Konsonanten).
  • Laib. Mhd. leip. Frankfurterisch: laap (Rauh, 1921a, §122.1, S. 128: Mhd. EI erscheint als langes A).
  • Laterne. Frankfurterisch: lǎdoischt (Rauh, 1921a, §133.1, S. 138: Mhd. IU erscheint als OI).
  • lang. → längst. Mhd. lenges. Frankfurterisch: lẹngss (Rauh, 1921a, §217.15, S. 259: Alte Endung -ES).
  • lassen. Mhd. lâ𝔷en. Frankfurterisch: lossě; auch: låssě (Rauh, 1921a, §109.4, S. 119).
  • Latte. Mhd. latte. Frankfurterisch: latt (Rauh, 1921a, §217.21.a, S. 260: Auslautendes altes -E).
  • lau. Mhd. lâ flektiert lâuwer. Frankfurterisch: lau (Rauh, 1921a, §109.6, S. 119).
  • Laub. Mhd. loup. Frankfurterisch: laap (Rauh, 1921a, §126.1, S. 233: Mhd. OU erscheint als langes A).
  • Lauch. Mhd. louch. Frankfurterisch: laach (Rauh, 1921a, §126.1, S. 233: Mhd. OU erscheint als langes A).
  • laufen. Mhd. loufen. Frankfurterisch: laavě (Rauh, 1921a, §126.1, S. 233: Mhd. OU erscheint als langes A). → du läufst. Frankfurterisch: lääfst; auch: lẹẹfst (Rauh, 1921a, §128.1, S. 134: Analogumlaut zu mhd. OU erscheint als langes Ä oder E). ⊙Sachsenhausen: lȁȁfst; auch: lẹẹfst (Rauh, 1921a, §128.1. Anm. 2, S. 134: Analogumlaut zu mhd. OU erscheint als überoffenes Ä oder E). → er läuft. Frankfurterisch: lääft; auch: lẹẹft (Rauh, 1921a, §128.1, S. 134: Analogumlaut zu mhd. OU erscheint als langes Ä oder E). ⊙Sachsenhausen: lȁȁft; auch: lẹẹft (Rauh, 1921a, §128.1. Anm. 2, S. 134: Analogumlaut zu mhd. OU erscheint als überoffenes Ä oder E). → Läufe. Läufe des Wilds oder Füße. Frankfurterisch: lääf (Rauh, 1921a, §128.1, S. 134: Analogumlaut zu mhd. OU erscheint als langes Ä oder E).
  • Lauge. Mhd. louge. Frankfurterisch: laach (Rauh, 1921a, §126.1, S. 233: Mhd. OU erscheint als langes A).
  • Laus. Mhd. lûs. Frankfurterisch: laus (Rauh, 1921a, §119, S. 126: Mhd. Û erscheint als AU).
  • laut. Mhd. lût. Frankfurterisch: laut (Rauh, 1921a, §119, S. 126: Mhd. Û erscheint als AU).
  • leben. Mhd. lëben. Frankfurterisch: lääwě (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, gedehnt).
  • Leber. Mhd. lëber. Frankfurterisch: läwwä (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben).
  • Leder. Mhd. lëder. Frankfurterisch: läddä (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben).
  • ledig. Mhd. ledic. Frankfurterisch: lẹddisch (Rauh, 1921a, §97.Anm. 1, S. 103).
  • Lehm. Mhd. leime-n. Frankfurterisch: laamě (Rauh, 1921a, §115.5, S. 124: Mhd. altlanges Î wird zu langem A analogmonophthongiert).
  • Leib. Mhd. lîp. Frankfurterisch: laip (Rauh, 1921a, §115.1, S. 122: Mhd. altlanges Î wird zu AI diphthongiert).
  • Leiche. Mhd. lîche. Frankfurterisch: laisch (Rauh, 1921a, §115.1, S. 122: Mhd. altlanges Î wird zu AI diphthongiert).
  • leicht. Mhd. lîhte. Frankfurterisch: laischt (Rauh, 1921a, §115.1, S. 122: Mhd. altlanges Î wird zu AI diphthongiert).
  • leiden. Mhd. lîden. Frankfurterisch: laidě (Rauh, 1921a, §115.1, S. 122: Mhd. altlanges Î wird zu AI diphthongiert). → gelitten (Part. Prät.). Mhd. geliten. Frankfurterisch: gěliddě (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • Leim. Mhd. lîm. Frankfurterisch: laam (Rauh, 1921a, §115.5, S. 124: Mhd. altlanges Î wird zu langem A analogmonophthongiert).
  • Leinwand. Mhd. lînwânt. Frankfurterisch: låiñwånnt (Rauh, 1921a, §115.3, S. 123: Mhd. altlanges Î wird zu AI mit dunklem A vor Nasalen).
  • Leiter. Mhd. leiter. Frankfurterisch: laadä (Rauh, 1921a, §122.1, S. 129: Mhd. EI erscheint als langes A).
  • ledig. Mhd. ledic. Frankfurterisch: lẹddisch (Rauh, 1921a, §97.Anm. 1, S. 103).
  • leer. Mhd. lære. Frankfurterisch: lȁȁǎ (Rauh, 1921a, §113.2, S. 121: Mhd. æ wird überoffenes Ä vor R).
  • Lehne. Mhd. lëne. Frankfurterisch: lẹẹn (Rauh, 1921a, §100.3, S. 107: Germanisches Ë vor Nasal, gedehnt).
  • Lehrer. Mhd. lêrer. Frankfurterisch: lȁȁrä (Rauh, 1921a, §125.1. Anm. 2, S. 132: Mhd. Ê erscheint als langes Ä vor R).
  • leihen. Mhd. lêhenen. Frankfurterisch: lẹẹně (Rauh, 1921a, §125.1, S. 132: Mhd. Ê erscheint als langes E).
  • Leier. Mhd. lîre. Frankfurterisch: laịjä (Rauh, 1921a, §115.2, S. 122: Mhd. altlanges Î wird zu A und J vor Vokal).
  • lenken. Frankfurterisch: lẹngggě (Rauh, 1921a, §122.2, S. 128).
  • Lerche. Mhd. lêreche. Frankfurterisch: lȁǎsch (Rauh, 1921a, §214.4, S. 250: Kürzung von altlangem Ê).
  • lernen. Mhd. lërnen. Frankfurterisch: lȁǎnně (Rauh, 1921a, §100.2, S. 106: Germanisches Ë vor R, kurz geblieben).
  • lesen. Mhd. lësen. Frankfurterisch: lääsě (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, gedehnt).
  • leuchten. Mhd. liuchten. Frankfurterisch: loischdě (Rauh, 1921a, §133.1, S. 138: Mhd. IU erscheint als OI).
  • Leute. Mhd. liute. Frankfurterisch: loit (Rauh, 1921a, §133.1, S. 138: Mhd. IU erscheint als OI).
  • Licht. Mhd. lieht. Frankfurterisch: lischtt (Rauh, 1921a, §132.1, S. 138: Mhd. IE gekürzt zu I).
  • lieb. Mhd. liep. Frankfurterisch: liip (Rauh, 1921a, §132.1, S. 137: Mhd. IE erscheint als langes I).
  • liederlich. Mhd. liederlich. Frankfurterisch: liddälisch (Rauh, 1921a, §132.1, S. 138: Mhd. IE gekürzt zu I).
  • liefern. Mhd. liebern. Frankfurterisch: liwwän (Rauh, 1921a, §214.1.b, S. 249: Kürzung von alten IE).
  • liegen. → du liegts. Ahd. ligis. Mhd. lîst. Frankfurterisch: laist (Rauh, 1921a, §101.3, S. 109: Ahd. IGI). → er liegt. Ahd. ligit. Mhd. li&tcirc;. Frankfurterisch: lait (Rauh, 1921a, §101.3, S. 109: Ahd. IGI).
  • loben. Mhd. loben. Frankfurterisch: loowě (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • Loch. Mhd. loch. Frankfurterisch: loch (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, kurz geblieben). → Löcher (Plural). Hochdeutsch: löchǎ. Frankfurterisch: lẹschä (Rauh, 1921a, §105.1, S. 112: Mhd. Ö, kurz geblieben).
  • Löffel. Mhd. leffel. Frankfurterisch: lẹvvl (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • Lohn. Mhd. lôn. Frankfurterisch: looñ (Rauh, 1921a, §129.1, S. 135: Mhd. Ô erscheint als langes geschlossenes O).
  • Lorber. Mhd. lôrber. Frankfurterisch: lǫǎbȁȁǎ (Rauh, 1921a, §214.5, S. 250: Kürzung von altlangem Ô).
  • Los. Mhd. lô𝔷. Frankfurterisch: loos (Rauh, 1921a, §129.1, S. 135: Mhd. Ô erscheint als langes geschlossenes O).
  • los. Mhd. lôs. Frankfurterisch: loos (Rauh, 1921a, §129.1, S. 135: Mhd. Ô erscheint als langes geschlossenes O).
  • löschen. Mhd. leschen. Frankfurterisch: lẹschě (Rauh, 1921a, §97.Anm. 1, S. 103).
  • lösen. Mhd. lœsen. Frankfurterisch: lẹẹsě (Rauh, 1921a, §130.1, S. 136: Mhd. œ erscheint als langes geschlossenes E).
  • Lot. Mhd. lôt. Frankfurterisch: loot (Rauh, 1921a, §129.1, S. 135: Mhd. Ô erscheint als langes geschlossenes O).
  • löten. Mhd. lœten. Frankfurterisch: lẹẹdě (Rauh, 1921a, §130.1, S. 136: Mhd. œ erscheint als langes geschlossenes E).
  • Löwe. Mhd. lewe. Frankfurterisch: lẹẹp (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, gedehnt).
  • Luder. Mhd. luoder. Frankfurterisch: luudä (Rauh, 1921a, §117, S. 124: Mhd. UO erscheint als langes U). → lüderlich. Mhd. liederlich. Frankfurterisch: liddälisch (Rauh, 1921a, §214.1.b, S. 249: Kürzung von alten IE).
  • gelogen. Mhd. gelogen. Frankfurterisch: gěloochě (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale). → gelogen. Mhd. gelogen. Frankfurterisch: gěloochě (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, gedehnt).
  • lustig. Frankfurterisch: lussdisch (Rauh, 1921a, §122.2, S. 128).

M

  • machen. → gemacht. Mhd. gemaht. Frankfurterisch: gěmåcht(t (Rauh, 1921a, §90.2.b, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor altem -HT und -HS). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: gěmǫcht(t (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: gěmacht(t (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • Mädchen. Ahd. megidi. Mhd. meit. Frankfurterisch: maat (Rauh, 1921a, §97.3, S. 104: Altes -EGI). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: maat (Rauh, 1921a, §122.1. Anm. 2, S. 129).
  • Mäerchen. Frankfurterisch: mȁȁǎschě (Rauh, 1921a, §113.2, S. 121: Mhd. æ wird überoffenes Ä vor R).
  • Magen. Mhd. mage-n. Frankfurterisch: mååchě (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: mǫǫchě (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation).
  • mager. Mhd. mager. Frankfurterisch: mååchä (Rauh, 1921a, §204.2.b, S. 237: Langer Vokal vor -ER).
  • mahlen. Mhd. malen. Frankfurterisch: måålě (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: mǫǫlě (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation).
  • Main. Mhd. Moinus. Frankfurterisch: maañ (Rauh, 1921a, §122.1. Anm. 1, S. 129).
  • malen. Mhd. mâlen. Frankfurterisch: måålẹ (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: mǫǫlẹ (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • Malheur. Aus französisch malheure. Unglück. Frankfurterisch: mǎlȁȁǎ (Rauh, 1921a, §131, S. 137).
  • Marbel. Mhd. marbel. Große Kugel beim Klickerspiel. Frankfurterisch: mååǎwl (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • Mark, Rücken. Mhd. marc. Frankfurterisch: mååk (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: mǫǫk (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ebenso um 1920: måkk (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 5, S. 99: Rückverkürzungen). Ab etwa 1925 zunehmend dann: makk (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 5, S. 99: Rückverkürzungen).
  • Markt. Mhd. market. Frankfurterisch: makk (Rauh, 1921a, §90.2.c, Anm. 2, S. 98: Wsg. A ist kurz und neutral vor R und Konsonant als Ausnahme).
  • Maß. Mhd. mâ𝔷. Frankfurterisch: måås (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: mǫǫs (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • Massel. Aus hebräisch mazzāl. Glück. Frankfurterisch: massl (Rauh, 1921a, §92, S. 99: A in Fremdwörtern).
  • Mauer. Mhd. mûre. Frankfurterisch: mauä (Rauh, 1921a, §119, S. 126: Mhd. Û erscheint als AU).
  • Maul. Mhd. mûl. Frankfurterisch: maul (Rauh, 1921a, §119, S. 126: Mhd. Û erscheint als AU).
  • Maus. Mhd. mûs. Frankfurterisch: maus (Rauh, 1921a, §119, S. 126: Mhd. Û erscheint als AU).
  • Mehl. Mhd. mël. Frankfurterisch: määl (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, gedehnt).
  • mehr. Mhd. mêr. Frankfurterisch: mȁȁǎ (Rauh, 1921a, §125.1. Anm. 2, S. 132: Mhd. Ê erscheint als langes Ä vor R).
  • mein. Mhd. mîn. Frankfurterisch: måiñ; auch: maañ (Rauh, 1921a, §115.5, S. 123). ⊙Sachsenhausen: moiñ; auch: maañ (Rauh, 1921a, §115.5, S. 123).
  • meinen. Mhd. meinen. Frankfurterisch: maaně (Rauh, 1921a, §122.1, S. 129: Mhd. EI erscheint als langes A). → Meinung. Mhd. meinunge. Frankfurterisch: maanung (Rauh, 1921a, §216.4, S. 254: Alte Endung -UNG).
  • Meister. Mhd. meister. Frankfurterisch: maasdä (Rauh, 1921a, §122.1, S. 128: Mhd. EI erscheint als langes A). Bürgermeister im Frankfurter Lautdenkmal (1937):
    .
  • Mensch. Mhd. mensch. Frankfurterisch: mẹnndsch (Rauh, 1921a, §209, S. 241: Altkurzer Vokal vor mehreren Konsonanten bleibt kurz bzw. wurde rückverkürzt).
  • Messing. Mhd. messinc. Frankfurterisch: mẹssing (Rauh, 1921a, §217.6, S. 257: Alte Endung und -INC).
  • mich. Mhd. mich. Frankfurterisch: misch (Rauh, 1921a, §212, S. 246: Einsilbige Pronominalformen).
  • Miete. Mhd. miete. Frankfurterisch: miit (Rauh, 1921a, §114, S. 121). → mieten. Mhd. mieten. Frankfurterisch: miidě (Rauh, 1921a, §114, S. 121).
  • mir (betont). Frankfurterisch: miiǎ (Rauh, 1921a, §213, S. 246). → mir (unbetont). Frankfurterisch: (Rauh, 1921a, §213, S. 246). → mir es. Mhd. mir e𝔷. Frankfurterisch: mäss (Rauh, 1921a, §217.14.a, S. 259: Alte Endung -EZE).
  • mit. Mhd. mit. Frankfurterisch: mit (Rauh, 1921a, §101.3, S. 109: Mhd. I). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: mẹt (Rauh, 1921a, §101.3, S. 109: Mhd. I). → mit ihm. Frankfurterisch: mimm (Rauh, 1921a, §219.1.e, S. 263: Schwächung des IHM Pronomens).
  • Möbel. Aus französisch meuble. Frankfurterisch: mẹẹwl (Rauh, 1921a, §131, S. 137).
  • mögen. → ich oder er mag. Mhd. mac. Frankfurterisch: mååch (Rauh, 1921a, §212, S. 246: Einsilbige Verbalformen).
  • Mohn. Mhd. mân. Frankfurterisch: moon; auch: moont (Rauh, 1921a, §109.2, Anm. 1, S. 118: Mhd. Â wird langes O).
  • Molch. Mhd. mol. Frankfurterisch: molldsch (Rauh, 1921a, §217.9.a, S. 258).
  • Monat. Mhd. mânot. Frankfurterisch: moonått (Rauh, 1921a, §109.2, S. 118: Mhd. Â wird langes O).
  • Mond. Mhd. mâne. Frankfurterisch: moont (Rauh, 1921a, §109.2, S. 118: Mhd. Â wird langes O).
  • Montag. Mhd. mântac. Frankfurterisch: moondååch (Rauh, 1921a, §109.2, S. 118: Mhd. Â wird langes O).
  • Mord. → Mörder. Mhd. mordære. Frankfurterisch: mȁǎddä (Rauh, 1921a, §211.2.b, S. 246: Bewahrte alte Kürze vor R plus Konsonant).
  • morgen. Mhd. morgen. Frankfurterisch: mǫǫǎjě; auch: mǫǫint (Rauh, 1921a, §103.4, S. 111: Mhd. O vor R und Konsonant, kurz geblieben). Ab etwa 1925 zunehmend dann: mooint; auch: moint (Rauh, 1921a, §103.4, Anm. 3, S. 112).
  • motzen. Mhd. muckzen. Unfreundlich oder unverdrießlich sein. Frankfurterisch: mottsě (Rauh, 1921a, §106.3, S. 114: Mhd. U als O).
  • mürbe. → Mürbes. Mhd. mürwe. Mürbegebäck. Frankfurterisch: mȁȁǎwěs (Rauh, 1921a, §211.1, S. 244: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • mucksen. Mhd. muckzen. Sich rühren. Frankfurterisch: mukksě (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, kurz geblieben).
  • Mühe. Mhd. müeje. Frankfurterisch: mii (Rauh, 1921a, §118, S. 125: Mhd. ÜE erscheint als langes I).
  • murksen. Mhd. murksen. Töten oder an ewtas herumarbeiten. Frankfurterisch: mǫǎkksě (Rauh, 1921a, §106.4, S. 115: Mhd. U vor r plus Konsonant als kurzes offenes O).
  • müssen. Mhd. üe𝔷en. Frankfurterisch: missě (Rauh, 1921a, §214.1.b, S. 249: Kürzung von alten ÜE). → ich oder er muss. Mhd. muo𝔷. Frankfurterisch: muss (Rauh, 1921a, §214.1.b, S. 249: Kürzung von alten UO).
  • Mut. Mhd. muot. Frankfurterisch: muut (Rauh, 1921a, §117, S. 124: Mhd. UO erscheint als langes U).
  • Mutter. Mhd. muoter. Frankfurterisch: muddä (Rauh, 1921a, §117, S. 125: Mhd. UO gek“urzt zu geschlossenem U). schwischämuddä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER).

N

  • Nabel. Mhd. nabel. Frankfurterisch: nåwwl (Rauh, 1921a, §90.2.d, S. 98: Mhd. A ist rückverkürzt und verdunkelt in offener Silbe vor Sonorsilben). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: nǫwwl (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: nawwl (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • nach. Mhd. nâch. Frankfurterisch: nååch (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: nǫǫch (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • Nachteil. Frankfurterisch: naachdaal (Rauh, 1921a, §123.1, S. 130: Mhd. EI in -TEIL Nebensilben erscheint als langes A).
  • Nachbar. Mhd. nâchgebûr. Frankfurterisch: nåchbä (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â, gekürzt zu kurzem dunklen A). Ab etwa 1925 zunehmend dann: nachbä (Rauh, 1921a, §110, S. 118). → Nachbarschaft. Frankfurterisch: nåchbäschafft (Rauh, 1921a, §217.7, S. 258: Alte Endung und -SCHAFT).
  • Nacht. Mhd. naht. Frankfurterisch: nåchtt (Rauh, 1921a, §90.2.b, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor altem -HT und -HS). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: nǫchtt (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: nachtt (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • Nadel. Mhd. nâdel. Frankfurterisch: nåådl (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: nǫǫdl (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • Nagel. Mhd. nagel. Frankfurterisch: nååchl (Rauh, 1921a, §204.1.b, S. 237: Langer bzw. gedehnter Vokal vor -EL). → Nägel (Plural). Mhd. nägele. Frankfurterisch: nääschl (Rauh, 1921a, §216.11, S. 255: Alte Endung -ELE).
  • nagen. Mhd. nagen. Frankfurterisch: nååchě (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: nǫǫchě (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation).
  • nah. → Nähe. Mhd. næhe. Frankfurterisch: nẹẹ (Rauh, 1921a, §113.1, S. 121: Mhd. æ wird langes geschlossenes E). → nächst. Mhd. næhest. Frankfurterisch: nẹkkst (Rauh, 1921a, §214.3, S. 250: Kürzung von altlangem æ). → Nächste. Frankfurterisch: näschtt (Rauh, 1921a, §98.1, S. 104: Mhd. Ä, kurz geblieben).
  • nähen. Mhd. næjen. Frankfurterisch: nẹẹịjě (Rauh, 1921a, §113.1, S. 121: Mhd. æ wird langes geschlossenes E). → Näherin. Mhd. næherinne. Frankfurterisch: nẹẹdänn (Rauh, 1921a, §216.1.b, S. 254: Alte Endung -INNE). → Naht. Mhd. nât. Frankfurterisch: nååt (Rauh, 1921a, §109.1, S. 117: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: nǫǫt (Rauh, 1921a, §110, S. 119).
  • Name. Mhd. name-n. Frankfurterisch: nåmě (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: nåmě (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation).
  • nämlich. Frankfurterisch: näämlisch (Rauh, 1921a, §98.2, S. 105: Mhd. Ä vor Nasal, gedehnt).
  • Narr. → närrisch. Frankfurterisch: nȁǎsch; auch: narrisch (Rauh, 1921a, §217.10, S. 258: Alte Endungen -ESCH und -ISCH).
  • Nase. Mhd. nase. Frankfurterisch: nåås (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: nǫǫs (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation).
  • nass. Mhd. na𝔷. Frankfurterisch: nass (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • Natter. Mhd. nâtere. Frankfurterisch: nåddä (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â, gekürzt zu kurzem dunklen A). Ab etwa 1925 zunehmend dann: naddä (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • natürlich. Mhd. naturlîch. Frankfurterisch: nǎdiiǎlisch (Rauh, 1921a, §116.1, S. 124). natürlich im Frankfurter Lautdenkmal (1937):
    .
  • Nebel. Mhd. nëbel. Frankfurterisch: näwwl (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 236: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • neben. Mhd. nëben. Frankfurterisch: nääwě (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, gedehnt). → neben ihn. Frankfurterisch: nääwänn (Rauh, 1921a, §219.1.e, S. 263: Schwächung des IHN Pronomens).
  • nehmen. Mhd. nëmen. Frankfurterisch: nẹmmě (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN). → er nimmt. Frankfurterisch: nimmt (Rauh, 1921a, §217.16, S. 259: Alte Endung -ET). → nimm es ihnen. Frankfurterisch: nẹmmsn (Rauh, 1921a, §219.1.e, S. 263: Schwächung des IHN Pronomens). → genommen. Frankfurterisch: gěnommě (Rauh, 1921a, §106.2, S. 114: Mhd. U vor Nasalen). Vor 1825 wohl gesprochen als: gěnummě (Rauh, 1921a, §106.2, Anm. 1, S. 114: Mhd. U vor Nasalen, ehemalig erhaltenes U). „mitgenumme” (Malß: 2. Aufz., 7. Auft.; aus: Rauh 1921, 106.2). ⊙Sachsenhausen: Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: gěnummě (Rauh, 1921a, §106.2, Anm. 1, S. 114: Mhd. U vor Nasalen, ehemalig erhaltenes U).
  • Neid. Mhd. nît. Frankfurterisch: nait (Rauh, 1921a, §115.1, S. 122: Mhd. altlanges Î wird zu AI diphthongiert).
  • nein. Mhd. nein. Frankfurterisch: naañ; auch: nääñ (Rauh, 1921a, §122.1. Anm. 4, S. 129).
  • Nest. Mhd. nëst. Frankfurterisch: nẹsst (Rauh, 1921a, §100.4, S. 107: Germanisches Ë ST).
  • Netz. Mhd. netze. Frankfurterisch: nẹtts (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • neu. Mhd. niuwe. Frankfurterisch: noi (Rauh, 1921a, §133.1, S. 139: Mhd. IU erscheint als OI).
  • neun. Mhd. niun. Frankfurterisch: noiñ (Rauh, 1921a, §133.1, S. 139: Mhd. IU erscheint als OI).
  • nie. Mhd. nie. Frankfurterisch: nii (Rauh, 1921a, §132.1, S. 138: Mhd. IE gekürzt zu I). → niemand. Mhd. nieman. Frankfurterisch: niimǎant; auch: nimmǎant (Rauh, 1921a, §132.1, S. 138: Mhd. IE gekürzt zu I).
  • nichts. Mhd. nihtes. Frankfurterisch: nikks (Rauh, 1921a, §217.15, S. 259: Alte Endung -ES). → nicht. Mhd. niht. Frankfurterisch: nẹtt (Rauh, 1921a, §101.3, S. 109: Mhd. I).
  • nieder. → niedrig. Mhd. nideric. Frankfurterisch: nidděrisch (Rauh, 1921a, §217.11.b, S. 258: Alte Endungen -ELIC und -ERIC).
  • Niederrad. Frankfurterisch: nidděrååt (Rauh, 1921a, §103.1, Anm. 2, S. 110). ⊙Niederrad, Sachsenhausen: nidděroot (Rauh, 1921a, §103.1, Anm. 2, S. 110).
  • Niere. Mhd. niere. Frankfurterisch: niiǎ (Rauh, 1921a, §132.1, S. 137: Mhd. IE erscheint als langes I).
  • niesen. Mhd. niesen. Frankfurterisch: niischě (Rauh, 1921a, §132.1, S. 137: Mhd. IE erscheint als langes I).
  • nieten. Mhd. nieten. Frankfurterisch: niidě (Rauh, 1921a, §132.1, S. 137: Mhd. IE erscheint als langes I).
  • nirgends. Mhd. niergen. Frankfurterisch: nȁȁinnds (Rauh, 1921a, §132.2.b, S. 138).
  • nörgeln. Frankfurterisch: nȁȁilě (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • Not. Mhd. nôt. Frankfurterisch: noot (Rauh, 1921a, §129.1, S. 134: Mhd. Ô erscheint als langes geschlossenes O).
  • nötig. Mhd. nœtic. Frankfurterisch: nẹẹdisch (Rauh, 1921a, §130.1, S. 136: Mhd. œ erscheint als langes geschlossenes E).
  • nüchtern. Mhd. nüechtern. Frankfurterisch: nischddän (Rauh, 1921a, §214.1.a, S. 248: Kürzung von alten UO vor CH, SCH, G, K).
  • Nudel. Frankfurterisch: nuudl (Rauh, 1921a, §204.1.b, S. 237: Langer bzw. gedehnter Vokal vor -EL).
  • nur. Mhd. newâre. Frankfurterisch: nơơǎ (Rauh, 1921a, §109.3, S. 119: Mhd. Â vor R wird langes offenes O). Ab etwa 1925 zunehmend dann: nuuǎ (Rauh, 1921a, §110, S. 120). → tu es nur nicht. Frankfurterisch: duus nǫ nẹtt (Rauh, 1921a, §109.3, S. 119: Mhd. Â vor R wird langes offenes O).
  • Nutzen. → benützen. Frankfurterisch: běnittsě (Rauh, 1921a, §215.1.a, S. 252: Vorsilbe BE-).

O

  • Obacht. Frankfurterisch: oowåchtt (Rauh, 1921a, §91, S. 99).
  • Oberrad. Frankfurterisch: ǫwwěrååt (Rauh, 1921a, §103.1, Anm. 2, S. 110). ⊙Oberrad, Sachsenhausen: ǫwwěroot (Rauh, 1921a, §103.1, Anm. 2, S. 110).
  • Obst. Mhd. obez. Frankfurterisch: oppst (Rauh, 1921a, §217.14.a, S. 259: Alte Endung -EZE).
  • Ochse. Mhd. ohse. Frankfurterisch: okks (Rauh, 1921a, §217.21.a, S. 260: Auslautendes altes -E).
  • oder. Mhd. oder. Frankfurterisch: oddä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER).
  • Öde. Mhd. œde. Frankfurterisch: ẹẹt (Rauh, 1921a, §130.1, S. 136: Mhd. œ erscheint als langes geschlossenes E).
  • Öderweg. Frankfurterisch: ẹẹdäwääsch (Rauh, 1921a, §130.1, S. 136: Mhd. œ erscheint als langes geschlossenes E).
  • Ofen. Mhd. oven. Frankfurterisch: oowě (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, gedehnt).
  • Oel. Mhd. Öl. Frankfurterisch: ẹẹl (Rauh, 1921a, §105.1, S. 112: Mhd. Ö, gedehnt).
  • ohne. Mhd. âne. Frankfurterisch: ooně (Rauh, 1921a, §109.2, Anm. 1, S. 118: Mhd. Â wird langes O).
  • Ohnmacht. Mhd. âmaht. Frankfurterisch: oomåchtt (Rauh, 1921a, §91, S. 99).
  • Ohr. Mhd. ôr. Frankfurterisch: ơơǎ (Rauh, 1921a, §129.2, S. 136: Mhd. Ô erscheint als geöffnetes O vor R).
  • ordnen. → ordentlich. Frankfurterisch: ǫǎndlisch; auch: ǫǫǎndlisch (Rauh, 1921a, §216.5, S. 254: Alte Endung -LÎCHE).
  • Orgel. Mhd. orgel. Frankfurterisch: ǫǫil (Rauh, 1921a, §103.4, S. 111: Mhd. O vor R und Konsonant, kurz geblieben). Ab etwa 1925 zunehmend dann: oil (Rauh, 1921a, §103.4, Anm. 3, S. 111).
  • Osten. Mhd. ôsten. Frankfurterisch: osddě (Rauh, 1921a, §129.1, S. 135: Mhd. Ô gekürzt zu geschlossenem O).
  • Ostern. Mhd. ôstern. Frankfurterisch: oosdänn (Rauh, 1921a, §129.1, S. 135: Mhd. Ô erscheint als langes geschlossenes O).

P

  • Pardon. Aus französisch pardon. Verzeihung. Frankfurterisch: bǎddong (Rauh, 1921a, §104, S. 112: Auslautendes französisches O).
  • Pech. Mhd. pëch. Frankfurterisch: bäsch (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben).
  • Pelz. Mhd. belliz. Frankfurterisch: bẹllds (Rauh, 1921a, §97.Anm. 1, S. 103).
  • Pfad. Mhd. pfat. Frankfurterisch: phååt (Rauh, 1921a, §210.a, S. 242: Analogdehung altkurzer Vokale vor auslautendem Konsonanten).
  • Pfarrer. Mhd. pfarrære. Frankfurterisch: pharrä (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten). → Pfarrturm. Frankfurter Domturm. Frankfurterisch: phathǫǎnn (Rauh, 1921a, §211.2.b, S. 246: Bewahrte alte Kürze vor R plus Konsonant).
  • Pfau. Mhd. pfâwe. Frankfurterisch: fau (Rauh, 1921a, §109.6, S. 119).
  • Pfeffer. Mhd. pfëffer. Frankfurterisch: phävvä (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben).
  • Pferd. Mhd. phärit. Frankfurterisch: fȁȁǎt (Rauh, 1921a, §98.2, S. 105: Mhd. Ä vor R, kurz geblieben).
  • Pflanze. Mhd. pflanze. Frankfurterisch: plånnds (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Halbfortis vor L, R, M, N und W). → Pflänzchen (Diminutiv). Frankfurterisch: plẹnnsii (Rauh, 1921a, §98.2, S. 105: Mhd. Ä vor Nasal, kurz geblieben).
  • pfeifen. → gepfiffen. Frankfurterisch: gěphivvẹ (Rauh, 1921a, §215.1.a, S. 252: Vorsilbe GE-). → pfiffig. Frankfurterisch: phivvisch (Rauh, 1921a, §217.11.a, S. 258: Alte Endungen -EC und -IC).
  • Pfennig. Mhd. phenic. Frankfurterisch: phẹnning (Rauh, 1921a, §217.6, S. 257: Alte Endung und -INC).
  • Pfirsich. Frankfurterisch: phȁǎsching (Rauh, 1921a, §217.6, S. 257: Alte Endung und -INC).
  • Pfropfen. Mhd. pfropfen. Frankfurterisch: probbě (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Halbfortis vor L, R, M, N und W).
  • Pfund. Mhd. pfunt. Frankfurterisch: phunnt (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, kurz geblieben).
  • Pfütze. Mhd. pfütze. Frankfurterisch: phitts (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I).
  • plärren. Mhd. blêren. Frankfurterisch: plȁrrě (Rauh, 1921a, §125.1. Anm. 2, S. 132: Mhd. Ê erscheint gekürzt als Ä vor R).
  • Pinsel. Mhd. pënsel oder pinsel und mglw. aus altfranzösisch pincel. Frankfurterisch: bẹnnsl (Rauh, 1921a, §100.3, Anm. 4, S. 107: Germanisches Ë vor Nasal, gedehnt). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: bẹnnsl (Rauh, 1921a, §101.3, S. 109: Mhd. I).
  • plagen. Mhd. plâgen. Frankfurterisch: plååchě (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: plǫǫchě (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • platt. Mhd. plat. Frankfurterisch: platt (Rauh, 1921a, §210.b, S. 242: Erhaltene Kürze altkurzer Vokale vor T). → Platten (Plural). Mhd. blaten. Frankfurterisch: pladdě (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • Postillion. Aus französisch postillion. Frankfurterisch: phossdljoon; auch: phossdljong (Rauh, 1921a, §104.Anm., S. 112: Auslautendes französisches O).
  • präzise. Aus französisch précis. Frankfurterisch: prättsiis (Rauh, 1921a, §126.2, S. 233).
  • predigen. Mhd. bredigen. Frankfurterisch: prẹddischě (Rauh, 1921a, §206, S. 240: Kurzer Vokal vor alten -ECH, -ICH, -EC und -IGE). → Predigt. Mhd. bredige. Frankfurterisch: prẹddisch (Rauh, 1921a, §206, S. 240: Kurzer Vokal vor alten -ECH, -ICH, -EC und -IGE).
  • proper. Aus französisch propre. sauber. Frankfurterisch: probbä (Rauh, 1921a, §103.1, Anm. 1, S. 110: O in Fremdwörtern).
  • Prügel. Mhd. brügel. Frankfurterisch: prischl (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I).
  • Puppe. Mhd. puppe. Frankfurterisch: bopp (Rauh, 1921a, §106.3, S. 114: Mhd. U als O).
  • purzeln. Mhd. buzzen. Fallen oder sich überschlagen. Frankfurterisch: bǫǎttsěllě (Rauh, 1921a, §106.4, S. 114: Mhd. U vor r plus Konsonant als kurzes offenes O). → Purzel. Mhd. buzzen. Kleines Kind. Frankfurterisch: bǫǎttsl (Rauh, 1921a, §106.4, S. 114: Mhd. U vor r plus Konsonant als kurzes offenes O).

Q

  • Qual. Mhd. quâl. Frankfurterisch: kwåål (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: kwǫǫl (Rauh, 1921a, §110, S. 118). → quälen. Mhd. quelen. Frankfurterisch: kwẹẹlě (Rauh, 1921a, §217.19, S. 260: Alte Endung -EN).
  • quer. Mhd. twër. Frankfurterisch: kwȁȁǎ (Rauh, 1921a, §213, S. 246).

R

  • Rad. Mhd. rat. Frankfurterisch: rååt (Rauh, 1921a, §210.a, S. 242: Analogdehung altkurzer Vokale vor auslautendem Konsonanten). → Räder (Plural). Frankfurterisch: räädä (Rauh, 1921a, §98.1, S. 104: Mhd. Ä, gedehnt). → Rädchen (Diminutiv). Frankfurterisch: räätschě (Rauh, 1921a, §98.1, S. 104: Mhd. Ä, gedehnt).
  • Rahm. Mhd. roum. Frankfurterisch: raam (Rauh, 1921a, §126.1, S. 233: Mhd. OU erscheint als langes A).
  • rasch. Mhd. rasch. Frankfurterisch: rasch (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • Rat. Mhd. rât. Frankfurterisch: rååt (Rauh, 1921a, §109.1, S. 117: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: rǫǫt (Rauh, 1921a, §110, S. 119).
  • Ratte. Frankfurterisch: ratt; auch: ratth (Rauh, 1921a, §67, S. 76: schwach behauchte Fortis im Auslaut).
  • Rauch. Mhd. rouch. Frankfurterisch: raach (Rauh, 1921a, §126.1, S. 233: Mhd. OU erscheint als langes A).
  • Räude. Mhd. riude. Frankfurterisch: roit (Rauh, 1921a, §121.1, S. 128: Mhd. IU erscheint als OI).
  • Raum. Mhd. rûm. Frankfurterisch: raum (Rauh, 1921a, §119, S. 126: Mhd. Û erscheint als AU).
  • räumen. Mhd. roumen. Frankfurterisch: raamě (Rauh, 1921a, §119.Anm. 1, S. 127).
  • Raupe. Frankfurterisch: raap (Rauh, 1921a, §119.Anm. 1, S. 127: Mhd. Û erscheint vereinzelt als AA).
  • rechnen. Mhd. rëchenen. Frankfurterisch: rääschěně (Rauh, 1921a, §216.12, S. 255: Alte Endung -ENEN).
  • Recht. ⊙Frankfurter Vororte: rȁȁscht (Rauh, 1921a, §209, S. 242).
  • reden. Mhd. reden. Frankfurterisch: rẹddě (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN). → Reden (Plural). Mhd. reden. Frankfurterisch: rẹddě (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • Reff. Mhd. r&fuml;. Gestell zum Tragen auf dem Rücken. Frankfurterisch: räff (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben). → Reffchen. Der Name einer bekannten Sachsenhüser Apfelweinwirtschaft. Frankfurterisch: räffschě (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben).
  • Regel. Mhd. rëgel. Frankfurterisch: rääschl (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, gedehnt).
  • Regen. Hochdeutsch: rẹẹgěn. Frankfurterisch: rääschě (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, gedehnt).
  • Reh. Mhd. rêch. Frankfurterisch: rẹẹ (Rauh, 1921a, §125.1, S. 131: Mhd. Ê erscheint als langes E).
  • reiben. → gerieben (Part. Prät.). Mhd. geriben. Frankfurterisch: gěriwwě (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • reich. Mhd. rîche. Frankfurterisch: raisch (Rauh, 1921a, §115.1, S. 122: Mhd. altlanges Î wird zu AI diphthongiert).
  • Reif. Mhd. reif. Fußreif. Frankfurterisch: raaf (Rauh, 1921a, §122.1, S. 128: Mhd. EI erscheint als langes A).
  • Reihe. Mhd. rîhe. Frankfurterisch: rai (Rauh, 1921a, §115.1, S. 122: Mhd. altlanges Î wird zu AI diphthongiert). → reihen. Mhd. rîhen. Frankfurterisch: raịjě (Rauh, 1921a, §115.2, S. 122: Mhd. altlanges Î wird zu A und J vor Vokal).
  • reißen. Mhd. rî𝔷en. Frankfurterisch: raischě (Rauh, 1921a, §115.1, S. 122: Mhd. altlanges Î wird zu AI diphthongiert). → Riß. Mhd. ri𝔷. Frankfurterisch: ris (Rauh, 1921a, §101.1, S. 107: Mhd. I, kurz geblieben).
  • reiten. Mhd. rîden. Frankfurterisch: raidě (Rauh, 1921a, §115.1, S. 122: Mhd. altlanges Î wird zu AI diphthongiert). → geritten (Part. Prät.). Mhd. geriten. Frankfurterisch: gěriddě (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • retour. Aus französisch retour. Zurück. Frankfurterisch: rědduuǎ (Rauh, 1921a, §107.1, S. 115: U für französisch OU).
  • Rettich. Mhd. rætich. Frankfurterisch: rẹddisch (Rauh, 1921a, §113.1, S. 121: Mhd. æ wird gekürztes geschlossenes E).
  • Reue. Mhd. riuwe. Frankfurterisch: roi (Rauh, 1921a, §133.1, S. 138: Mhd. IU erscheint als OI).
  • Rhein. Mhd. Rhîn. Frankfurterisch: råiñ (Rauh, 1921a, §115.3, S. 123: Mhd. altlanges Î wird zu AI mit dunklem A vor Nasalen).
  • riechen. Mhd. riechen. Frankfurterisch: rischě (Rauh, 1921a, §132.1, S. 138: Mhd. IE erscheint als langes I).
  • Riedhof. Mhd. riet. Frankfurterisch: riithof (Rauh, 1921a, §132.1, S. 138: Mhd. IE erscheint als langes I).
  • Riegel. Mhd. rigel. Frankfurterisch: rischll (Rauh, 1921a, §101.1, S. 107: Mhd. I, kurz geblieben). → riegeln. Frankfurterisch: rischěllě (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 236: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • Riemen. Mhd. riemen. Frankfurterisch: riimě (Rauh, 1921a, §132.1, S. 138: Mhd. IE erscheint als langes I).
  • Ritz. Mhd. riz. Frankfurterisch: ritss (Rauh, 1921a, §101.1, S. 107: Mhd. I, kurz geblieben).
  • Roches. Aus hebräisch roges. Zorn. Frankfurterisch: roochěss (Rauh, 1921a, §103.1, Anm. 1, S. 110: O in Fremdwörtern).
  • Rock. Frankfurterisch: rokk; auch: rokkh (Rauh, 1921a, §67, S. 76: schwach behauchte Fortis im Auslaut).
  • roh. Mhd. rô. Frankfurterisch: roo (Rauh, 1921a, §129.1. Anm. 1, S. 135: Mhd. Ô erscheint als langes geschlossenes O).
  • Rohr. Mhd. rôr. Frankfurterisch: rơơǎ (Rauh, 1921a, §129.2, S. 136: Mhd. Ô erscheint als geöffnetes O vor R). → Röhre. Mhd. rœre. Frankfurterisch: rȁȁǎ (Rauh, 1921a, §130.2, S. 137: Mhd. œ erscheint als Ä vor R).
  • Rost. Mhd. rôst. Feuerrost. Frankfurterisch: roost; auch: rosst (Rauh, 1921a, §129.1, S. 134: Mhd. Ô erscheint als langes geschlossenes O).
  • rösten. Mhd. rœsten. Frankfurterisch: rẹẹsdě (Rauh, 1921a, §130.1, S. 136: Mhd. œ erscheint als langes geschlossenes E).
  • rot. Mhd. rôt. Frankfurterisch: root (Rauh, 1921a, §129.1, S. 134: Mhd. Ô erscheint als langes geschlossenes O).
  • Rotz. Mhd. rotz. Frankfurterisch: rotts (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, kurz geblieben).
  • Rübe. Mhd. rüebe. Frankfurterisch: riip (Rauh, 1921a, §217.21.a, S. 260: Auslautendes altes -E). ⊙Sachsenhausen: Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: roiwě (Rauh, 1921a, §118.Anm., S. 126: Mhd. ÜE gekürzt als kurzes geschlossenes I).
  • Rücken. Mhd. hucke. Frankfurterisch: hukk (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, kurz geblieben).
  • Ruder. Mhd. ruoder. Frankfurterisch: ruudä (Rauh, 1921a, §117, S. 124: Mhd. UO erscheint als langes U).
  • ruffen. → rufst. Mhd. rüefest. Frankfurterisch: riifst (Rauh, 1921a, §118, S. 125: Mhd. ÜE erscheint als langes I).
  • Ruhe. Mhd. ruowe. Frankfurterisch: ruu (Rauh, 1921a, §117, S. 124: Mhd. UO erscheint als langes U). → ruhig. Mhd. ruowic. Frankfurterisch: ruisch (Rauh, 1921a, §117.1. Anm. 1, S. 125: Mhd. UO gek“urzt zu geschlossenem U).
  • rühren. Mhd. rüeren. Frankfurterisch: riiǎn (Rauh, 1921a, §118, S. 125: Mhd. ÜE erscheint als langes I).
  • rupfen. Mhd. rupfen. Frankfurterisch: robbě (Rauh, 1921a, §106.3, S. 114: Mhd. U als O).
  • Rüssel. Mhd. rue𝔷el. Frankfurterisch: rissl (Rauh, 1921a, §214.1.b, S. 249: Kürzung von alten ÜE).
  • rüsten. → Gerüst. Mhd. gerüste. Frankfurterisch: gěrisst (Rauh, 1921a, §209, S. 241: Altkurzer Vokal vor mehreren Konsonanten bleibt kurz bzw. wurde rückverkürzt).
  • rutschen. Mhd. rütschen. Frankfurterisch: rittschě (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I).

SCH

  • Schaf. Mhd. schâf. Frankfurterisch: schååf (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schǫǫf (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • scharf. Mhd. scharf. Frankfurterisch: schåff (Rauh, 1921a, §90.2.c, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor R und Konsonant). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schǫff (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: schaff (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • Scharte. Mhd. scharte. Frankfurterisch: schååt (Rauh, 1921a, §211.2.a, S. 244: In der Regel Dehnung altkurzer Vokale vor altem A und R plus Konsonant).
  • Schaden. Mhd. schaden. Frankfurterisch: schåddě (Rauh, 1921a, §90.2.d, S. 98: Mhd. A ist rückverkürzt und verdunkelt in offener Silbe vor Sonorsilben). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schǫddě (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: schaddě (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • schaden. → es schadet nichts. Frankfurterisch: s schått nikks (Rauh, 1921a, §219.1.f, S. 263).
  • schaffen. Mhd. schaffen. Frankfurterisch: schavvě (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • schaukeln. Mhd. aus: schocken. Frankfurterisch: schoggělě (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, kurz geblieben). → Schaukelpferd. Frankfurterisch: schogglgaul (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, kurz geblieben).
  • Schatten. Mhd. schate-n. Frankfurterisch: schåddě (Rauh, 1921a, §90.2.d, S. 98: Mhd. A ist rückverkürzt und verdunkelt in offener Silbe vor Sonorsilben). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schǫddě (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: schaddě (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation). → Schattenbembel. Zusammengesetzt aus Schatten und Bämpel, hier in der Bedeutung Brunenschwengel. Spöttisch für einen sehr schlanken Menschen. Frankfurterisch: schådděbẹmmbl.
  • Schaum. Mhd. schûm. Frankfurterisch: schaum (Rauh, 1921a, §119, S. 127: Mhd. Û erscheint als AU). → schäumen. Mhd. schûmen. Frankfurterisch: schaumě; auch: schaamě (Rauh, 1921a, §119, S. 127: Mhd. Û erscheint als AU).
  • scheel. Mhd. schël. Frankfurterisch: schääl (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, gedehnt).
  • Schein. Mhd. schîn. Frankfurterisch: schåiñ (Rauh, 1921a, §115.3, S. 123: Mhd. altlanges Î wird zu AI mit dunklem A vor Nasalen).
  • Scheiße. → bescheißen. Betrügen. Frankfurterisch: pschaisě (Rauh, 1921a, §215.1.b, S. 252). → beschissen. Mhd. beschi𝔷en. Frankfurterisch: pschissě (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Verschlusslaut vor Reibelaut als Fortes).
  • Scheitel. Mhd. scheitel. Frankfurterisch: schaidl (Rauh, 1921a, §122.2, S. 128: Der Schriftsprache entnommen).
  • schenden. Mhd. schenden. Schimpfen. Frankfurterisch: schẹnně (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • schenken. Mhd. schenken. Frankfurterisch: schẹnggě (Rauh, 1921a, §68.1, S. 76: Verschlusslaute als Lenis zwischen Vokalen).
  • schepp. Mhd. schëp. schief. Frankfurterisch: schäpp (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, kurz geblieben).
  • Scherbe. → Scherben. Mhd. schërben. Frankfurterisch: schȁȁǎwě (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • scheren. Mhd. schëren. Frankfurterisch: schȁȁǎn (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale). → Schere. Mhd. schære. Frankfurterisch: schȁȁǎ (Rauh, 1921a, §113.2, S. 121: Mhd. æ wird überoffenes Ä vor R).
  • scheuchen. Mhd. siuhne. Frankfurterisch: schoischě (Rauh, 1921a, §133.1, S. 139: Mhd. IU erscheint als OI).
  • scheuen. Mhd. schiuren. Frankfurterisch: schoịjě (Rauh, 1921a, §133.2, S. 139: Mhd. IU erscheint als OIJ vor Vokal).
  • Scheune. Mhd. schiure. Frankfurterisch: schoịjä (Rauh, 1921a, §121.2, S. 128: Mhd. IU erscheint als O mit Gleitlaut IJ vor Vokal).
  • schieben. Mhd. schieben. Frankfurterisch: schiiwě (Rauh, 1921a, §132.1, S. 137: Mhd. IE erscheint als langes I). → geschoben. Mhd. geschoben. Frankfurterisch: kschoowě (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, gedehnt).
  • Schiefer. Mhd. schiver. Frankfurterisch: schiwwä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER).
  • schielen. Mhd. schiln. Frankfurterisch: schiilě (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, gedehnt).
  • schießen. Mhd. schie𝔷en. Frankfurterisch: schiischě (Rauh, 1921a, §132.1, S. 137: Mhd. IE erscheint als langes I).
  • Schimmel. → schimmelig. Frankfurterisch: schimmělisch (Rauh, 1921a, §217.11.b, S. 258: Alte Endungen -ELIC und -ERIC).
  • schlafen. Mhd. slâfen. Frankfurterisch: schlååvě (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schlǫǫvě (Rauh, 1921a, §110, S. 118). → Schlaf. Frankfurterisch: schlååf.
  • schlagen. → Schlag. Mhd. slac. Frankfurterisch: schlååch (Rauh, 1921a, §210.a, S. 242: Analogdehung altkurzer Vokale vor auslautendem Konsonanten). → Schläge (Plural). Mhd. slege. Frankfurterisch: schlẹẹsch (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, gedehnt).
  • Schlauch. Mhd. slûch. Frankfurterisch: schlauch (Rauh, 1921a, §119, S. 126: Mhd. Û erscheint als AU).
  • schlecht. Mhd. slëht. Auch: einfältig. Frankfurterisch: schlääscht; auch: schläät (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, gedehnt).
  • schleichen. Mhd. slîchen. Frankfurterisch: schlaischě (Rauh, 1921a, §115.1, S. 122: Mhd. altlanges Î wird zu AI diphthongiert).
  • Schleier. Mhd. sleiger. Frankfurterisch: schlaịjä (Rauh, 1921a, §122.1. Anm. 3, S. 129). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schlaaịjä (Rauh, 1921a, §122.1, S. 129: Mhd. EI erscheint als langes A).
  • schleifen. Mhd. sloufen. Frankfurterisch: schlaavě (Rauh, 1921a, §126.1, S. 233: Mhd. OU erscheint als langes A).
  • Schleim. Mhd. slîm. Frankfurterisch: schlåim (Rauh, 1921a, §115.3, S. 123: Mhd. altlanges Î wird zu AI mit dunklem A vor Nasalen). → schleimen. Mhd. slîmen. Frankfurterisch: schlåimě (Rauh, 1921a, §115.3, S. 123: Mhd. altlanges Î wird zu AI mit dunklem A vor Nasalen). ⊙Sachsenhausen: schloimě (Rauh, 1921a, §115.3. Anm. 4, S. 123).
  • schlenkern. Mhd. slenkern. Frankfurterisch: schlẹnggän (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • schließen. Mhd. slie𝔷en. Frankfurterisch: schliisě (Rauh, 1921a, §132.1, S. 137: Mhd. IE erscheint als langes I).
  • Schloßen. Mhd. slo𝔷en. Hagelkörner. Frankfurterisch: schloosě (Rauh, 1921a, §129.1, S. 135: Mhd. Ô erscheint als langes geschlossenes O).
  • Schlot. Mhd. slât. Frankfurterisch: schloot (Rauh, 1921a, §109.2, Anm. 1, S. 119: Mhd. Â wird langes O).
  • schlummbisch. Unordentlich. Frankfurterisch: schlummbisch (Rauh, 1921a, §217.11.b, S. 258: Alte Endungen -ELIC und -ERIC).
  • Schlüssel. Mhd. slü𝔷𝔷el. Frankfurterisch: schlissl (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I).
  • schmal. Mhd. smal. Frankfurterisch: schmåål (Rauh, 1921a, §210.a, S. 242: Analogdehung altkurzer Vokale vor auslautendem Konsonanten).
  • schmatzen. Mhd. smackezen. Frankfurterisch: schmattsě (Rauh, 1921a, §216.18, S. 256: Alte Endung -EZEN).
  • schmeicheln. Mhd. smeicheln. Frankfurterisch: schmaischělě (Rauh, 1921a, §122.2, S. 128: Der Schriftsprache entnommen).
  • Schmied. Mhd. smit. Frankfurterisch: schmitt (Rauh, 1921a, §210.b, S. 242: Erhaltene Kürze altkurzer Vokale vor T). → Schmiede. Mhd. schmitte. Frankfurterisch: schmitt (Rauh, 1921a, §202, S. 234).
  • schmieren. Mhd. smirn. Frankfurterisch: schmiiǎn (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, gedehnt).
  • Schmirgel. Mhd. smirgel. Frankfurterisch: schmȁȁil (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • Schmuhs. Aus hebräisch schemn’ōth. Leeres Geschwätz. Frankfurterisch: schmuus (Rauh, 1921a, §66.1, S. 74: Reibelaut als Fortes im Anlaut).
  • schmusen. Frankfurterisch: schmuusě (Rauh, 1921a, §122.2, S. 128).
  • Schnabel. Mhd. snabel. Frankfurterisch: schnåwwl (Rauh, 1921a, §90.2.d, S. 98: Mhd. A ist rückverkürzt und verdunkelt in offener Silbe vor Sonorsilben). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schnǫwwl (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: schnawwl (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation). → Schnäbel (Plural). Mhd. snabele. Frankfurterisch: schnäwwl (Rauh, 1921a, §216.11, S. 255: Alte Endung -ELE).
  • Schnalle. Mhd. snalle. Frankfurterisch: schnall (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • Schärsch. Mhd. snürche. Schwiegertocheter. Frankfurterisch: schnȁǎsch (Rauh, 1921a, §108.3, S. 117: Mhd. Ü vor R erscheint als kurzes Ä).
  • schnaufen. Mhd. snûfen. Frankfurterisch: schnauvě (Rauh, 1921a, §119, S. 126: Mhd. Û erscheint als AU).
  • schnäuzen. Mhd. sniuzen. Frankfurterisch: schnoitsě (Rauh, 1921a, §121.1, S. 128: Mhd. IU erscheint als OI).
  • Schnee. Mhd. snê. Frankfurterisch: schnẹẹ (Rauh, 1921a, §125.1, S. 132: Mhd. Ê erscheint als langes E).
  • schneien. Mhd. snîhen. Frankfurterisch: schnaịjě (Rauh, 1921a, §115.2, S. 122: Mhd. altlanges Î wird zu A und J vor Vokal).
  • Schnitt. Mhd. snit. Frankfurterisch: schnitt (Rauh, 1921a, §210.b, S. 242: Erhaltene Kürze altkurzer Vokale vor T).
  • schnorren. Mhd. snurren. Frankfurterisch: schnǫǎnn (Rauh, 1921a, §217.19.Anm. 1, S. 260: Alte Endung -EN).
  • schnuffeln. Mhd. snuffelen. Beriechen, mehrer Male geräuschvoll Atmen durch die Nase. Frankfurterisch: schnuvvěllě (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, kurz geblieben).
  • Schnupfen. Mhd. snupfe-n. Frankfurterisch: schnubbě (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, kurz geblieben).
  • Schnur. Mhd. snuor. Frankfurterisch: schnuuǎ (Rauh, 1921a, §117, S. 124: Mhd. UO erscheint als langes U). → schnüren. Mhd. snüeren. Frankfurterisch: schniiǎn (Rauh, 1921a, §118, S. 125: Mhd. ÜE erscheint als langes I).
  • Schnur. Mhd. snur. Schiegermutter. Frankfurterisch: schnuuǎ (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, gedehnt).
  • schnurren. Mhd. snurren. Frankfurterisch: schnǫrrě; auch: schnǫǎnn (Rauh, 1921a, §106.4, S. 115: Mhd. U vor r plus Konsonant als kurzes offenes O).
  • Schnute. Mhd. snûte. Schnauze oder Mund. Frankfurterisch: schnuut (Rauh, 1921a, §119.Anm. 2, S. 127: Niederdeutsche Entlehung).
  • schocken. Mhd. schocken. werfen. Frankfurterisch: schoggě (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, kurz geblieben).
  • schon. Mhd. schôn. Frankfurterisch: schonnt; auch: schonn (Rauh, 1921a, §129.1, S. 135: Mhd. Ô gekürzt zu geschlossenem O).
  • schön. Mhd. schœne. Frankfurterisch: scheeñ (Rauh, 1921a, §130.1, S. 136: Mhd. œ erscheint als langes geschlossenes E). Ab etwa 1925 zunehmend dann: schääñ; auch: schẹẹ (Rauh, 1921a, §130.1. Anm. 1, S. 136). → schöner. Mhd. schœner. Frankfurterisch: schẹnnä (Rauh, 1921a, §130.1, S. 136: Mhd. œ gekürzt zu geschlossenem E). Ab etwa 1925 zunehmend dann: schännä (Rauh, 1921a, §130.1. Anm. 1, S. 136). → schönste. Mhd. schœnste. Frankfurterisch: schẹnnsdě (Rauh, 1921a, §130.1, S. 136: Mhd. œ gekürzt zu geschlossenem E). Ab etwa 1925 zunehmend dann: schännsdě (Rauh, 1921a, §130.1. Anm. 1, S. 136).
  • schonen. Mhd. schônen. Frankfurterisch: schooně (Rauh, 1921a, §129.1, S. 135: Mhd. Ô erscheint als langes geschlossenes O).
  • schöpfen. Mhd. schepfen. Frankfurterisch: schẹbbě (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • Schoß. Mhd. schô𝔷. Frankfurterisch: schoos (Rauh, 1921a, §129.1, S. 135: Mhd. Ô erscheint als langes geschlossenes O).
  • schreiben. → Geschreibsel. Frankfurterisch: kschrippsl (Rauh, 1921a, §217.12, S. 259: Alte Endung -SEL).
  • Schreiner. Mhd. schrîner. Frankfurterisch: schråinä (Rauh, 1921a, §115.3, S. 123: Mhd. altlanges Î wird zu AI mit dunklem A vor Nasalen).
  • schuckeln. Mhd. schockelen. Frankfurterisch: schoggělě (Rauh, 1921a, §216.11, S. 255: Alte Endung -ELEN).
  • Schuh. Mhd. schuoch. Frankfurterisch: schuu; auch: schukk (Rauh, 1921a, §117, S. 125: Mhd. UO erscheint als langes U). Ab etwa 1925 zunehmend dann: schuu (Rauh, 1921a, §214.Anm. 1, S. 248: Einfluss der Schriftsprache). → Schühchen (Dimunitiv). Frankfurterisch: schigglschě (Rauh, 1921a, §214.1.a, S. 248: Kürzung von alten UO vor CH, SCH, G, K). → Schuster. Mhd. schuosutære. Frankfurterisch: schussdä (Rauh, 1921a, §214.1.a, S. 248: Kürzung von alten UO vor CH, SCH, G, K).
  • Schuld. → unschuldig. Frankfurterisch: uuñschullisch (Rauh, 1921a, §217.11.a, S. 258: Alte Endungen -EC und -IC).
  • Schule. Mhd. schuole. Frankfurterisch: schuul (Rauh, 1921a, §117, S. 124: Mhd. UO erscheint als langes U).
  • schüren. Mhd. schüren. Frankfurterisch: schiiǎn (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, gededehnt erscheint als langes I).
  • Schürze. Frankfurterisch: schȁǎts (Rauh, 1921a, §108.3, S. 117: Mhd. Ü vor R erscheint als kurzes Ä).
  • Schüssel. Mhd. schü𝔷𝔷el. Frankfurterisch: schissl (Rauh, 1921a, §66.1, S. 74: Reibelaut als Fortes im Anlaut).
  • schütten. Mhd. schütten. Frankfurterisch: schiddě (Rauh, 1921a, §68.1, S. 76: Verschlusslaute als Lenis zwischen Vokalen).
  • schütteln. Frankfurterisch: schiddělě (Rauh, 1921a, §216.11, S. 255: Alte Endung -ELEN).
  • Schulter. Mhd. schulter. Frankfurterisch: schulldä (Rauh, 1921a, §68.1, S. 76: Verschlusslaute als Lenis zwischen Vokalen).
  • Schurz. Mhd. schurz. Frankfurterisch: schǫǎtss (Rauh, 1921a, §106.4, S. 114: Mhd. U vor r plus Konsonant als kurzes offenes O).
  • schutten. Mhd. schutten. Mit dem Fuß wegstoßen. Frankfurterisch: schuddě (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, kurz geblieben).
  • Schwabe. → schwäbisch. Mhd. swæbise. Frankfurterisch: schwẹẹbisch (Rauh, 1921a, §102.1, S. 108: Mhd. I in betonter Nebensilbe).
  • Schwade. Mhd. swadem. Frankfurterisch: schwåddm (Rauh, 1921a, §90.2.d, S. 98: Mhd. A ist rückverkürzt und verdunkelt in offener Silbe vor Sonorsilben). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schwǫddm (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: schwaddm (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation). → Schwaden (Plural). Mhd. swademen. Frankfurterisch: schwadděmě (Rauh, 1921a, §216.13, S. 256: Alte Endung -EMEN).
  • Schwager. Mhd. swâger. Frankfurterisch: schwååchä (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schwǫǫchä (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • Schwan. Mhd. swane. Frankfurterisch: schwåån (Rauh, 1921a, §90.3, S. 99: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schwǫǫn (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation).
  • Schwanheim. Frankfurterisch: schwåånm (Rauh, 1921a, §123.4.a, S. 131: Mhd. EI in -HEIM wird zu silbischem M).
  • Schwanz. → Schwänzchen (Diminutiv). Frankfurterisch: schwẹnnsii (Rauh, 1921a, §216.19.b, S. 257: Alte Endung -ECHEN).
  • Schwarte. Mhd. swarte. Frankfurterisch: schwååt (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schwǫǫt (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation).
  • schwarz. Mhd. swarz. Frankfurterisch: schwåtts (Rauh, 1921a, §90.2.c, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor R und Konsonant). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schwǫtts (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: schwatts (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • schweigen. → geschwiegen (Part. Prät.). Mhd. geswigen. Frankfurterisch: kschwischě (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • schwer. Mhd. swære. Frankfurterisch: schwȁȁǎ (Rauh, 1921a, §113.2, S. 121: Mhd. æ wird überoffenes Ä vor R).
  • schwimmen. Mhd. swimmen. Frankfurterisch: schwimmě (Rauh, 1921a, §101.3, S. 109: Mhd. I). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schwẹmmě (Rauh, 1921a, §101.3, S. 109: Mhd. I). → geschwommen. Mhd. geswommen. Frankfurterisch: kschwommě (Rauh, 1921a, §106.2, S. 113: Mhd. U vor Nasalen).
  • Schwefel. Mhd. swëvel. Frankfurterisch: schwäwwl (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 236: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • Schwengel. Mhd. swengel. Hebearm einer Pumpe. Frankfurterisch: schwẹngl (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • Schwester. Mhd. swëster. Frankfurterisch: swẹssdä (Rauh, 1921a, §100.4, S. 107: Germanisches Ë ST).

SP

  • Span. Mhd. spân. Frankfurterisch: schbååñ (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schbOOñ (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • Spanien. → spanisch. Mhd. spânise. Frankfurterisch: schbånnisch (Rauh, 1921a, §102.1, S. 108: Mhd. I in betonter Nebensilbe).
  • Spargel. Mhd. spargen. Frankfurterisch: schbååil; auch: schbǫǫǎjě (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • spät. Mhd. spæte. Frankfurterisch: schbẹẹt (Rauh, 1921a, §113.1, S. 121: Mhd. æ wird langes geschlossenes E).
  • Spatz. → Spätzlein (Diminutiv). Frankfurterisch: schbättsii (Rauh, 1921a, §216.19.b, S. 257: Alte Endung -ECHEN).
  • Speck. Mhd. spëc. Frankfurterisch: schbäkk (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben).
  • Speicher. Mhd. spîcher. Frankfurterisch: schbaischä (Rauh, 1921a, §115.1, S. 122: Mhd. altlanges Î wird zu AI diphthongiert).
  • Sperber. Mhd. sperwære. Frankfurterisch: schbȁȁǎwä (Rauh, 1921a, §211.1, S. 244: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • Spiegel. Mhd. spiegel. Frankfurterisch: schbischll (Rauh, 1921a, §114, S. 122).
  • spielen. Mhd. spilen. Frankfurterisch: schbiilě (Rauh, 1921a, §66.2.a, S. 74: Verschlusslaut vor Vokal als Lenes).
  • Spieß. Mhd. spie𝔷. Frankfurterisch: schbiis (Rauh, 1921a, §132.1, S. 137: Mhd. IE erscheint als langes I).
  • spinnen. → Spinnerin. Frankfurterisch: schbinnänn (Rauh, 1921a, §216.1.b, S. 254: Alte Endung -INNE).
  • Sprache. Mhd. sprâche. Frankfurterisch: schprååch (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schprǫǫch (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • spuelen. Hochdeutsch: schpüülěn. Frankfurterisch: schbiilě (Rauh, 1921a, §118, S. 125: Mhd. ÜE erscheint als langes I).
  • Spur. Mhd. spur. Frankfurterisch: schbuuǎ (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, gedehnt).
  • spüren. Mhd. spüren. Frankfurterisch: schbiiǎn (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, gededehnt erscheint als langes I).
  • springen. Mhd. springen. Frankfurterisch: schpringě (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Halbfortis vor L, R, M, N und W).
  • spritzen. Mhd. sprützen. Frankfurterisch: schprittsě (Rauh, 1921a, §66.1, S. 74: Reibelaut als Fortes im Anlaut).

ST

  • Stab. Mhd. stab. Frankfurterisch: schdååp (Rauh, 1921a, §210.a, S. 242: Analogdehung altkurzer Vokale vor auslautendem Konsonanten).
  • Stall. Mhd. stahel. Frankfurterisch: schdåål (Rauh, 1921a, §204.1.b, S. 237: Langer bzw. gedehnter Vokal vor -EL).
  • Stamm. Mhd. stam. Frankfurterisch: schdåmm (Rauh, 1921a, §90.2.a, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor Nasal).
  • Stange. Mhd. stange. Frankfurterisch: schdång (Rauh, 1921a, §90.2.a, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor Nasal).
  • stark. Mhd. stark. Frankfurterisch: schdåkk (Rauh, 1921a, §90.2.c, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor R und Konsonant). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schdǫkk (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: schdakk (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • starren. → anstarren. Frankfurterisch: ååñschduuǎn (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, gedehnt).
  • Staub. Mhd. stoup. Frankfurterisch: schdaap (Rauh, 1921a, §126.1, S. 233: Mhd. OU erscheint als langes A).
  • Stauchen. Mhd. stûche-n. Tuchärmel oder Pulswärmer. Frankfurterisch: schdauchě (Rauh, 1921a, §119, S. 126: Mhd. Û erscheint als AU).
  • stechen. → er sticht. Frankfurterisch: schdischtt (Rauh, 1921a, §217.16, S. 259: Alte Endung -ET).
  • stehen. Frankfurterisch: schdääñ; auch: schdeeñ (Rauh, 1921a, §113.1, S. 121: Mhd. æ wird als geschlossenes E oder offenes Ä). Ab etwa 1925 zunehmend dann: schdääñ; auch: schdẹẹ (Rauh, 1921a, §125.1. Anm. 1, S. 132). → Ständchen (Diminutiv). Frankfurterisch: schdẹnnschě (Rauh, 1921a, §216.19.a, S. 256: Alte Endung -ECHEN). → Ständer. Frankfurterisch: schdẹnnä (Rauh, 1921a, §98.2, S. 105: Mhd. Ä vor Nasal, kurz geblieben).
  • stehlen. Mhd. stëlen. Frankfurterisch: schdäälě (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • steigen. → gestiegen (Part. Prät.). Mhd. gestiegen. Frankfurterisch: kschdischě (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • sterben. Mhd. sterben. Frankfurterisch: schdȁȁǎwě (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M). → er stirbt. Mhd. stirbt. Frankfurterisch: schdȁǎbbt (Rauh, 1921a, §101.2, S. 108: Mhd. I, gedehnt). → gestorben. Frankfurterisch: kschdǫǫǎwě (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • Stern. Mhd. stërn. Frankfurterisch: schdȁǎnn (Rauh, 1921a, §100.2, S. 106: Germanisches Ë vor R, kurz geblieben).
  • stets. Mhd. stætes. Frankfurterisch: schdẹẹts (Rauh, 1921a, §113.1, S. 120: Mhd. æ wird langes geschlossenes E).
  • Stiel. Mhd. stil. Frankfurterisch: schdiil (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, gedehnt).
  • Stier. Mhd. stier. Frankfurterisch: schdiiǎ (Rauh, 1921a, §132.1, S. 137: Mhd. IE erscheint als langes I).
  • Stimme. Mhd. stimme. Frankfurterisch: schdimm (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, kurz geblieben).
  • stinken. Mhd. stinken. Frankfurterisch: schdingggě (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, kurz geblieben).
  • Stirn. Mhd. stirne. Frankfurterisch: schdȁǎnn (Rauh, 1921a, §101.2, S. 108: Mhd. I, gedehnt).
  • Storch. Ahd. storak. Mhd. storch. Frankfurterisch: schdǫǎsch (Rauh, 1921a, §207, S. 240: Kurzer Stammvokal vor synkopiertem Endsilbenvokal).
  • stören. Mhd. stœren. Frankfurterisch: schdȁȁǎn (Rauh, 1921a, §130.2, S. 137: Mhd. œ erscheint als Ä vor R).
  • Strafe. Mhd. strâfe. Frankfurterisch: schtrååf (Rauh, 1921a, §109.1, S. 117: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schtrǫǫf (Rauh, 1921a, §110, S. 119).
  • Strähne. Mhd. strën. Frankfurterisch: schtrẹẹn (Rauh, 1921a, §100.3, S. 107: Germanisches Ë vor Nasal, gedehnt).
  • Straße. Mhd. strâ𝔷e. Frankfurterisch: schtråås (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Halbfortis vor L, R, M, N und W). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schtrǫǫs (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • Strauch. Mhd. strûch. Frankfurterisch: schtrauch; auch: schtraach (Rauh, 1921a, §119, S. 126: Mhd. Û erscheint als AU).
  • Stroh. Mhd. strô. Frankfurterisch: schtroo (Rauh, 1921a, §129.1. Anm. 1, S. 135: Mhd. Ô erscheint als langes geschlossenes O).
  • strubbelig. Frankfurterisch: schtruwwělisch (Rauh, 1921a, §217.11.b, S. 258: Alte Endungen -ELIC und -ERIC).
  • Strumpf. Mhd. strumpf. Frankfurterisch: schtrummp (Rauh, 1921a, §67, S. 76: Fortis im Auslaut).
  • stürzen. Mhd. stürzen. Frankfurterisch: schdȁǎtsě (Rauh, 1921a, §108.3, S. 117: Mhd. Ü vor R erscheint als kurzes Ä).
  • Stutz. Mhd. stutz. Auf einen Stoß, auf einmal. Frankfurterisch: uvnn schdutts (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, kurz geblieben).
  • stechen. Mhd. stëchen. Frankfurterisch: schdäschě (Rauh, 1921a, §202, S. 234).
  • Stecken. Mhd. stëcke-n. Frankfurterisch: schdäggě (Rauh, 1921a, §100.1, S. 105: Germanisches Ë, kurz geblieben).
  • Steg. Mhd. stëc. Frankfurterisch: schdääsch (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, gedehnt).
  • steif. Mhd. stîf. Frankfurterisch: sdaif (Rauh, 1921a, §115.1, S. 122: Mhd. altlanges Î wird zu AI diphthongiert).
  • Stiefel. Mhd. stivel. Frankfurterisch: schdiwwl (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 236: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • Stock. → Stöcke (Plural). Frankfurterisch: schdẹkk (Rauh, 1921a, §105.1, S. 112: Mhd. Ö, kurz geblieben).
  • Stöpfel. Mhd. stopfen. Kleiner Mensch. Frankfurterisch: schdẹbbl (Rauh, 1921a, §105.1, S. 112: Mhd. Ö, kurz geblieben).
  • Stöppsel. Auch: kleiner dicker Mann. Frankfurterisch: schdẹppsl (Rauh, 1921a, §217.12, S. 259: Alte Endung -SEL).
  • Storch. Ahd. storak. Mhd. storch. Frankfurterisch: schdǫǎsch (Rauh, 1921a, §207, S. 240: Kurzer Stammvokal vor synkopiertem Endsilbenvokal).
  • stören. → stör ihn. Frankfurterisch: schdȁȁǎn (Rauh, 1921a, §219.1.e, S. 263: Schwächung des IHN Pronomens).
  • stoßen. Mhd. stô𝔷en. Frankfurterisch: schdoosě (Rauh, 1921a, §129.1, S. 134: Mhd. Ô erscheint als langes geschlossenes O).
  • streuen. Frankfurterisch: schtroịjě (Rauh, 1921a, §126.1. Anm. 1, S. 233: Mhd. OU erscheint neuerdings als OI). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schtraaě (Rauh, 1921a, §126.1, S. 233: Mhd. OU erscheint als langes A). → Streu. Frankfurterisch: schtroi (Rauh, 1921a, §126.1. Anm. 1, S. 233: Mhd. OU erscheint neuerdings als OI). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: schtraabikks (Rauh, 1921a, §126.1, S. 233: Mhd. OU erscheint als langes A).
  • Strom. Mhd. strôm. Frankfurterisch: schtroom (Rauh, 1921a, §129.1, S. 135: Mhd. Ô erscheint als langes geschlossenes O).
  • Stück. Frankfurterisch: schtikk. Kunststücke (Plural) im Frankfurter Lautdenkmal (1937):
    .
  • Stuhl. Mhd. stuol. Frankfurterisch: schduul (Rauh, 1921a, §117, S. 124: Mhd. UO erscheint als langes U).
  • Stummel. Mhd. stummel. Endstück. Frankfurterisch: schdumml (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, kurz geblieben).
  • stumpen. Frankfurterisch: schdummbn (Rauh, 1921a, §68.1, S. 76: Verschlusslaute als Lenis zwischen Vokalen).
  • Stuppel. Mhd. stupfel. Frankfurterisch: schdobbl (Rauh, 1921a, §106.3, S. 114: Mhd. U als O).
  • Sturm. Mhd. strum. Frankfurterisch: schdǫǎmm (Rauh, 1921a, §211.2.b, S. 246: Bewahrte alte Kürze vor R plus Konsonant).

S

  • Sachsenhausen. → sachsenhäuserisch. Frankfurterisch: sakksěhoisäsch; auch: sakksěhoisěrisch (Rauh, 1921a, §217.10, S. 258: Alte Endungen -ESCH und -ISCH).
  • Sack. Mhd. sac. Frankfurterisch: sakk (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • säen. Mhd. sæjen. Frankfurterisch: sẹẹịjě (Rauh, 1921a, §113.1, S. 121: Mhd. æ wird langes geschlossenes E).
  • Saft. Mhd. saft. Frankfurterisch: safft (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • Säge. Mhd. säge. Frankfurterisch: sääsch (Rauh, 1921a, §66.1, S. 74: Reibelaut als Fortes im Anlaut). → säegen. Mhd. sëgen. Frankfurterisch: schääschě (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, gedehnt).
  • sagen. Hochdeutsch: saagěn. Frankfurterisch: sååchě (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: s:chě (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). → du sagst. Frankfurterisch: sääschst (Rauh, 1921a, §207, S. 240: Langer Stammvokal vor synkopiertem Endsilbenvokal). Ab etwa 1925 zunehmend dann: säschsst (Rauh, 1921a, §207, S. 240: Rückverürzung). → er sagt. Frankfurterisch: sääscht (Rauh, 1921a, §98.1, S. 104: Mhd. Ä, gedehnt). Ab etwa 1925 zunehmend dann: säschtt (Rauh, 1921a, §207, S. 240: Rückverürzung). → sag ihnen. Frankfurterisch: sååchn (Rauh, 1921a, §219.1.e, S. 263: Schwächung des IHN Pronomens). → gesagt. Mhd. gesaget. Frankfurterisch: ksåchtt (Rauh, 1921a, §90.2.d, S. 98: Mhd. A ist rückverkürzt und verdunkelt in offener Silbe vor Sonorsilben). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: ksǫchtt (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: ksachtt (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • Salz. Mhd. salz. Frankfurterisch: sallss (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • Samen. Mhd. sâme-n. Frankfurterisch: sååmě (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: sǫǫmě (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • sämig. Mhd. seimic. Dickflüssig. Frankfurterisch: säämisch (Rauh, 1921a, §124, S. 131: Analogumlaut zu Mhd. EI erscheint als langes Ä).
  • sammeln. Mhd. samelen. Frankfurterisch: såmmělě (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • satt. Mhd. sat. Frankfurterisch: satt (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • Sau. Mhd. sû. Frankfurterisch: sau (Rauh, 1921a, §119, S. 126: Mhd. Û erscheint als AU). → Sauerei. Frankfurterisch: soịjěrai (Rauh, 1921a, §121.2, S. 128: Mhd. IU erscheint als O mit Gleitlaut IJ vor Vokal).
  • sauer. Mhd. sûr. Frankfurterisch: sauä (Rauh, 1921a, §119, S. 126: Mhd. Û erscheint als AU).
  • sauber. Mhd. sûber. Frankfurterisch: sauwä (Rauh, 1921a, §119, S. 126: Mhd. Û erscheint als AU).
  • saufen. Mhd. sûfen. Frankfurterisch: sauvě (Rauh, 1921a, §119, S. 126: Mhd. Û erscheint als AU). → gesoffen. Mhd. gesoffen. Frankfurterisch: ksovvě (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, kurz geblieben).
  • Saum. → Säumchen. Frankfurterisch: soimschě (Rauh, 1921a, §128.1. Anm. 3, S. 134: Analogumlaut zu mhd. OU erscheint neuerdings als OI). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: säämschě (Rauh, 1921a, §128.1, S. 134: Analogumlaut zu mhd. OU erscheint als langes Ä oder E).
  • See. Mhd. sê. Frankfurterisch: sẹẹ (Rauh, 1921a, §125.1, S. 131: Mhd. Ê erscheint als langes E).
  • Seele. Mhd. sêle. Frankfurterisch: sẹẹl (Rauh, 1921a, §125.1, S. 131: Mhd. Ê erscheint als langes E).
  • Segel. Mhd. sëgel. Frankfurterisch: sääschl (Rauh, 1921a, §204.1.b, S. 237: Langer bzw. gedehnter Vokal vor -EL).
  • segnen. Mhd. sëgenen. Frankfurterisch: sääschěně (Rauh, 1921a, §216.12, S. 255: Alte Endung -ENEN).
  • sehen. Mhd. sëhen. Frankfurterisch: sääě (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, gedehnt).
  • seichen. Mhd. seichen. Harnen oder Urin lassen. Frankfurterisch: saaschě (Rauh, 1921a, §122.1, S. 128: Mhd. EI erscheint als langes A).
  • Seide. → seiden. Mhd. sîdîn. Aus Seide. Frankfurterisch: saidě (Rauh, 1921a, §217.5, S. 257: Alte Adjektivsuffixe -ÎN und -IN).
  • Seil. Mhd. Seil. Frankfurterisch: saal (Rauh, 1921a, §122.1, S. 129: Mhd. EI erscheint als langes A).
  • sein (Possessivpronomen). Mhd. sîn. Frankfurterisch: såiñ; auch: saañ (Rauh, 1921a, §115.5, S. 123). ⊙Sachsenhausen: soiñ; auch: saañ (Rauh, 1921a, §115.5, S. 123).
  • sein. → ich bin. Mhd. bin. Frankfurterisch: binn (Rauh, 1921a, §212, S. 246: Einsilbige Verbalformen). → ich bin es. Frankfurterisch: sch binnds (Rauh, 1921a, §219.1.f, S. 263). → du bist. Mhd. bist. Frankfurterisch: bisst (Rauh, 1921a, §209, S. 241: Altkurzer Vokal vor mehreren Konsonanten bleibt kurz bzw. wurde rückverkürzt). → er ist. Mhd. is. Frankfurterisch: iss (Rauh, 1921a, §212, S. 246: Einsilbige Verbalformen). → wir sind. Mhd. sind. Frankfurterisch: sinn (Rauh, 1921a, §209, S. 241: Altkurzer Vokal vor mehreren Konsonanten bleibt kurz bzw. wurde rückverkürzt). → werden. Mhd. wërden. Frankfurterisch: wȁǎnn; auch: wȁȁǎn (Rauh, 1921a, §100.2, S. 106: Germanisches Ë vor R, kurz geblieben). → er wird. Mhd. wird. Frankfurterisch: wårǎdd (Rauh, 1921a, §101.2, S. 108: Mhd. I, gedehnt). → ich oder er war. Frankfurterisch: wåå (Rauh, 1921a, §213, S. 246). → wäre. Mhd. wære. Frankfurterisch: wȁȁǎ (Rauh, 1921a, §113.2, S. 121: Mhd. æ wird überoffenes Ä vor R). → geworden. Mhd. worden. Frankfurterisch: wǫǎnn (Rauh, 1921a, §103.4, S. 111: Mhd. O vor R und Konsonant, kurz geblieben). → gewesen. Mhd. gewësen. Frankfurterisch: gěwääsě (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, gedehnt).
  • Senf. Mhd. sënef. Frankfurterisch: sẹmmf; auch: sẹmmft (Rauh, 1921a, §207, S. 240: Kurzer Stammvokal vor synkopiertem Endsilbenvokal).
  • Sehne. Mhd. sëne. Frankfurterisch: sẹẹn (Rauh, 1921a, §100.3, S. 107: Germanisches Ë vor Nasal, gedehnt).
  • Seuche. Mhd. siuche. Frankfurterisch: soisch (Rauh, 1921a, §133.1, S. 138: Mhd. IU erscheint als OI).
  • sich. Mhd. sich. Frankfurterisch: sisch (Rauh, 1921a, §212, S. 246: Einsilbige Pronominalformen).
  • sieden. Mhd. sieden. Frankfurterisch: siidě (Rauh, 1921a, §132.1, S. 137: Mhd. IE erscheint als langes I). → gesotten (Partizip). Mhd. gesoten. Frankfurterisch: ksoddě (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • singen. Mhd. singen. Frankfurterisch: singě (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, kurz geblieben).
  • Sims. Mhd. simez. Frankfurterisch: simms (Rauh, 1921a, §217.14.a, S. 259: Alte Endung -EZE).
  • Sippe. → Sippschaft. Frankfurterisch: sippschafft (Rauh, 1921a, §217.7, S. 258: Alte Endung und -SCHAFT).
  • Sohn. Mhd. sun. Frankfurterisch: sooñ (Rauh, 1921a, §106.2, S. 114: Mhd. U vor Nasalen).
  • sollen. → ich oder er soll. Mhd. sol. Frankfurterisch: soll (Rauh, 1921a, §212, S. 246: Einsilbige Verbalformen).
  • Sommer. Mhd. sumer. Frankfurterisch: sommä (Rauh, 1921a, §106.2, S. 113: Mhd. U vor Nasalen).
  • Sonne. Mhd. sunne. Frankfurterisch: sonn (Rauh, 1921a, §106.2, S. 113: Mhd. U vor Nasalen). Vor 1825 wohl gesprochen als: sunn (Rauh, 1921a, §106.2, Anm. 1, S. 114: Mhd. U vor Nasalen, ehemalig erhaltenes U). „Sunntag” (Malß: 1. Aufz., 1. Auft. ; aus: Rauh 1921, 106.𝔷). ⊙Sachsenhausen: Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: sunn (Rauh, 1921a, §106.2, Anm. 1, S. 114: Mhd. U vor Nasalen, ehemalig erhaltenes U).
  • sonst. Mhd. sunst. Frankfurterisch: sonndst (Rauh, 1921a, §106.2, S. 114: Mhd. U vor Nasalen). Vor 1825 wohl gesprochen als: sunndst (Rauh, 1921a, §106.2, Anm. 1, S. 114: Mhd. U vor Nasalen, ehemalig erhaltenes U). „sunst” (Malß: 2. Aufz., 2. Auft.; aus: Rauh 1921, 106.2). ⊙Sachsenhausen: Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: sunndst (Rauh, 1921a, §106.2, Anm. 1, S. 114: Mhd. U vor Nasalen, ehemalig erhaltenes U).
  • sorgen. Mhd. sorgen. Frankfurterisch: sǫǫǎjä (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M). → Sorge. Mhd. sorge. Frankfurterisch: sǫǎsch (Rauh, 1921a, §211.2.b, S. 246: Bewahrte alte Kürze vor R plus Konsonant). → Sorgen (Plural). Mhd. sorgen. Frankfurterisch: sǫǫǎjě (Rauh, 1921a, §103.4, S. 111: Mhd. O vor R und Konsonant, kurz geblieben).
  • Sorte. Aus französisch sorte. Frankfurterisch: schǫǎtt (Rauh, 1921a, §103.4, S. 111: Mhd. O vor R und Konsonant, kurz geblieben).
  • Statur. Aus lateinisch statura. Gestalt. Frankfurterisch: schdǎdduuǎ (Rauh, 1921a, §107.2, S. 115: U für lateinisch U).
  • Steuer. Mhd. stiure. Frankfurterisch: schdoịjä (Rauh, 1921a, §133.2, S. 139: Mhd. IU erscheint als OIJ vor Vokal).
  • streichen. Mhd. strîchen. Frankfurterisch: schtraaschě (Rauh, 1921a, §115.5, S. 124: Mhd. altlanges Î wird zu langem A analogmonophthongiert). → anstreichen. Frankfurterisch: ååñschtraaschě (Rauh, 1921a, §115.5, S. 124: Mhd. altlanges Î wird zu langem A analogmonophthongiert).
  • suchen. Mhd. suochen. Frankfurterisch: suchě (Rauh, 1921a, §214.1.a, S. 248: Kürzung von alten UO vor CH, SCH, G, K).
  • Sünde. Mhd. sünde. Frankfurterisch: sinn (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I).

T

  • Tafel. Mhd. tavel. Frankfurterisch: dååvl (Rauh, 1921a, §66.2.a, S. 74: Verschlusslaut vor Vokal als Lenes).
  • Tag. Mhd. tac. Frankfurterisch: dååch (Rauh, 1921a, §66.2.a, S. 74: Verschlusslaut vor Vokal als Lenes). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: dǫǫch (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation).
  • Tasche. Frankfurterisch: dasch. Im Mittelalter wohl gesprochen als: däsch.
  • taub. Mhd. toup. Frankfurterisch: daap (Rauh, 1921a, §67, S. 76: Fortis im Auslaut).
  • Taube. Mhd. tûbe. Frankfurterisch: daup; auch: dap (Rauh, 1921a, §119, S. 126: Mhd. Û erscheint als AU).
  • tauchen. Mhd. tûchen. Frankfurterisch: dauchě; auch: dachě (Rauh, 1921a, §119, S. 126: Mhd. Û erscheint als AU).
  • tauen. Mhd. douwen. Frankfurterisch: daaě (Rauh, 1921a, §126.1, S. 233: Mhd. OU erscheint als langes A). → getaut. Mhd. gedouwet. Frankfurterisch: gědaat (Rauh, 1921a, §126.1, S. 233: Mhd. OU erscheint als langes A).
  • Taufe. Mhd. toufe. Frankfurterisch: daaf (Rauh, 1921a, §126.1, S. 233: Mhd. OU erscheint als langes A). → taufen. Mhd. toufen. Frankfurterisch: daavě (Rauh, 1921a, §126.1, S. 233: Mhd. OU erscheint als langes A).
  • taumeln. Mhd. turmeln. Frankfurterisch: dǫǫǎměllě (Rauh, 1921a, §106.4, S. 115: Mhd. U vor r plus Konsonant als langes offenes O). &rar; Turmel. Mhd. turmel. Schwächlicher Mensch. Frankfurterisch: dǫǫǎml (Rauh, 1921a, §106.4, S. 115: Mhd. U vor r plus Konsonant als langes offenes O).
  • Teig. Mhd. teic. Frankfurterisch: daasch (Rauh, 1921a, §122.1, S. 128: Mhd. EI erscheint als langes A).
  • teilen. Mhd. teilen. Frankfurterisch: daalě (Rauh, 1921a, §122.1, S. 128: Mhd. EI erscheint als langes A).
  • Teppich. Mhd. teppîche. Frankfurterisch: dẹbbisch (Rauh, 1921a, §217.9.b, S. 258).
  • teuer. Mhd. tiure. Frankfurterisch: doịjä (Rauh, 1921a, §133.2, S. 139: Mhd. IU erscheint als OIJ vor Vokal). → teuerst. Mhd. tiureste. Frankfurterisch: doịjịjäschtt (Rauh, 1921a, §216.15, S. 256: Alte Endung -ESTE).
  • Teufel. Hochdeutsch: tǫüfěl. Als Fluch. Frankfurterisch: daiwl (Rauh, 1921a, §133.2. Anm, S. 139: Mhd. IU erscheint als OI).
  • tief. Mhd. tief. Frankfurterisch: diif (Rauh, 1921a, §132.1, S. 137: Mhd. IE erscheint als langes I).
  • Tier. Mhd. tier. Frankfurterisch: diiǎ (Rauh, 1921a, §132.1, S. 137: Mhd. IE erscheint als langes I).
  • Tisch. Mhd. tisch. Frankfurterisch: disch (Rauh, 1921a, §209, S. 241: Altkurzer Vokal vor mehreren Konsonanten bleibt kurz bzw. wurde rückverkürzt). → Tischchen (Diminutiv). Frankfurterisch: dischii (Rauh, 1921a, §216.19.b, S. 257: Alte Endung -ECHEN). Ab etwa 1925 zunehmend dann: dischjě (Rauh, 1921a, §216.19.a.Anm, S. 257: Alte Endung -ECHEN).
  • Tonerde. Mhd. tâhe. Frankfurterisch: thoon (Rauh, 1921a, §109.2, Anm. 1, S. 118: Mhd. Â wird langes O).
  • Tor. Mhd. tor. Frankfurterisch: dơơǎ (Rauh, 1921a, §103.3, S. 111: Mhd. O vor intervokalischem oder auslautenden R).
  • Torte. Aus italienisch torta. Frankfurterisch: tǫǎtt (Rauh, 1921a, §103.4, S. 111: Mhd. O vor R und Konsonant, kurz geblieben).
  • tot. Mhd. tôt. Frankfurterisch: doot (Rauh, 1921a, §67, S. 76: Fortis im Auslaut).
  • toute de suite. Aus französisch tout de suite. sogleich. Frankfurterisch: duttswitt (Rauh, 1921a, §107.1, S. 115: U für französisch OU).
  • Tracht. Mhd. traht. Frankfurterisch: tråchtt (Rauh, 1921a, §90.2.b, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor altem -HT und -HS). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: trǫchtt (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: trachtt (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • tragen. Mhd. tragen. Frankfurterisch: trååchě (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: trǫǫchě (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). → getragen. Frankfurterisch: gětrååchě (Rauh, 1921a, §215.1.a, S. 252: Vorsilbe GE-). → Träeger. Frankfurterisch: trääschě (Rauh, 1921a, §98.1, S. 104: Mhd. Ä, gedehnt).
  • Träne. Frankfurterisch: trääně (Rauh, 1921a, §98.2, S. 105: Mhd. Ä vor Nasal, gedehnt).
  • Transporteur. Aus französisch transporteur. Frankfurterisch: trǎnnsbědȁȁǎ (Rauh, 1921a, §131, S. 137).
  • Traufe. Mhd. troufe. Frankfurterisch: traaf (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Halbfortis vor L, R, M, N und W).
  • Traum. Mhd. troum. Frankfurterisch: traam (Rauh, 1921a, §126.1, S. 233: Mhd. OU erscheint als langes A). → träumen. Mhd. troumen. Frankfurterisch: traamě (Rauh, 1921a, §126.1, S. 233: Mhd. OU erscheint als langes A). → geträumt. Frankfurterisch: gětraamt (Rauh, 1921a, §126.1, S. 233: Mhd. OU erscheint als langes A).
  • treten. Mhd. trëten. Frankfurterisch: träädě (Rauh, 1921a, §68.1, S. 76: Verschlusslaute als Lenis zwischen Vokalen).
  • treiben. Mhd. trîben. Frankfurterisch: traiwě (Rauh, 1921a, §115.1, S. 122: Mhd. altlanges Î wird zu AI diphthongiert). → getrieben (Part. Prät.). Mhd. getriben. Frankfurterisch: gětriwwě (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • treu. Mhd. triuwe. Frankfurterisch: troi (Rauh, 1921a, §133.1, S. 139: Mhd. IU erscheint als OI).
  • Trommel. Mhd. trumel. Frankfurterisch: tromml (Rauh, 1921a, §106.2, S. 114: Mhd. U vor Nasalen). Vor 1825 wohl gesprochen als: trumml (Rauh, 1921a, §106.2, Anm. 1, S. 114: Mhd. U vor Nasalen, ehemalig erhaltenes U). ⊙Sachsenhausen: Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: trumml (Rauh, 1921a, §106.2, Anm. 1, S. 114: Mhd. U vor Nasalen, ehemalig erhaltenes U). → „trummeln” (Malß: 1. Aufz., 16. Auft. ; aus: Rauh 1921, 106.2).
  • Tropfen. Mhd. tropfe-n. Frankfurterisch: trobbě (Rauh, 1921a, §103.1, S. 110: Mhd. O, kurz geblieben). → tröpfeln. Frankfurterisch: trẹbběllě (Rauh, 1921a, §105.1, S. 112: Mhd. Ö, kurz geblieben).
  • Trost. Mhd. trôst. Frankfurterisch: troost (Rauh, 1921a, §129.1, S. 135: Mhd. Ô erscheint als langes geschlossenes O). → trösten. Mhd. trœsten. Frankfurterisch: trẹẹsdě (Rauh, 1921a, §130.1, S. 136: Mhd. œ erscheint als langes geschlossenes E).
  • Trottoir. Aus französisch trottoir. Bürgersteig. Frankfurterisch: troddwåå (Rauh, 1921a, §103.1, Anm. 1, S. 110: O in Fremdwörtern).
  • trüb. Mhd. trüebe. Frankfurterisch: triip (Rauh, 1921a, §118, S. 125: Mhd. ÜE erscheint als langes I).
  • Trubel. Aus französisch trouble. Aufregung. Frankfurterisch: truuwl (Rauh, 1921a, §107.1, S. 115: U für französisch OU).
  • Tuch. Mhd. tuoch. Frankfurterisch: duch (Rauh, 1921a, §117, S. 125: Mhd. UO gek“urzt zu geschlossenem U). → Tüchlein (Diminutiv). Frankfurterisch: dischlschě (Rauh, 1921a, §214.1.a, S. 248: Kürzung von alten UO vor CH, SCH, G, K).
  • Tupfen. → getüpfelt. Frankfurterisch: gědibblt (Rauh, 1921a, §215.1.a, S. 252: Vorsilbe GE-).
  • Tuppee. Aus französisch toupet. Der Scheitel des Kopfes. Frankfurterisch: dubbẹẹ (Rauh, 1921a, §107.1, S. 115: U für französisch OU).
  • Tür. Mhd. tür. Frankfurterisch: diiǎ (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, gededehnt erscheint als langes I).
  • tun. Mhd. tuon. Frankfurterisch: duuñ (Rauh, 1921a, §117, S. 125: Mhd. UO erscheint als langes U). → tun. Mhd. geân. Frankfurterisch: gědååñ (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: gědOOñ (Rauh, 1921a, §110, S. 118). → täte. Mhd. tæte. Frankfurterisch: dẹẹt (Rauh, 1921a, §113.1, S. 121: Mhd. æ wird langes geschlossenes E). ⊙Sachsenhausen: Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: gědooñ (Rauh, 1921a, §111, S. 120).
  • Turm. Mhd. turm. Frankfurterisch: thǫǎmm (Rauh, 1921a, §106.4, S. 115: Mhd. U vor r plus Konsonant als kurzes offenes O). → Pfarrturm. Frankfurter Domturm. Frankfurterisch: phathǫǎnn (Rauh, 1921a, §211.2.b, S. 246: Bewahrte alte Kürze vor R plus Konsonant). → Türme (Plural). Mhd. türme. Frankfurterisch: thȁǎmm (Rauh, 1921a, §108.3, S. 117: Mhd. Ü vor R erscheint als kurzes Ä).

U

  • übel. Mhd. übel. Frankfurterisch: iwwl (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I).
  • üben. → Übung. Mhd. üebunge. Frankfurterisch: iiwung (Rauh, 1921a, §216.4, S. 254: Alte Endung -UNG).
  • über. Mhd. über. Frankfurterisch: iwwä (Rauh, 1921a, §108.1, S. 116: Mhd. Ü, kurz geblieben erscheint als I). triwwä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER). vorüber im Frankfurter Lautdenkmal (1937): [forivæ] bzw. forriwwä,
    . → übrig. Mhd. überic. Frankfurterisch: iwwěrisch (Rauh, 1921a, §217.11.b, S. 258: Alte Endungen -ELIC und -ERIC). → überhaupt. Mhd. „uber houbet. Frankfurterisch: iwwähaabt (Rauh, 1921a, §126.1, S. 233: Mhd. OU erscheint als langes A).
  • Ufer. Mhd. uover. Frankfurterisch: uuvä (Rauh, 1921a, §117, S. 124: Mhd. UO erscheint als langes U).
  • umkehren. Mhd. kêren. Frankfurterisch: umkhȁȁǎn (Rauh, 1921a, §125.1. Anm. 2, S. 132: Mhd. Ê erscheint als langes Ä vor R).
  • ungefähr. Mhd. angevære. Frankfurterisch: uuñgěfȁǎ (Rauh, 1921a, §113.2, S. 121: Mhd. æ wird überoffenes Ä vor R).
  • Ungeziefer. Mhd. ungeziber. Frankfurterisch: uuñgětsiwwä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER).
  • unter. → unter ihnen. Frankfurterisch: unnänn (Rauh, 1921a, §219.1.e, S. 263: Schwächung des IHN Pronomens).
  • Urteil. Mhd. urteil. Frankfurterisch: ǫǎdaal (Rauh, 1921a, §123.1, S. 130: Mhd. EI in -TEIL Nebensilben erscheint als langes A).
  • Urlaub. Mhd. urloup. Frankfurterisch: ǫǎlaap (Rauh, 1921a, §127, S. 133: Nebentoniges Mhd. OU erscheint als langes A).
  • Ursula. Einfältiges auch ungezogenes Mädchen. Frankfurterisch: ǫǎschll (Rauh, 1921a, §211.2.b, S. 246: Bewahrte alte Kürze vor R plus Konsonant).
  • Urteil. Mhd. urteil. Frankfurterisch: ǫǎdaal (Rauh, 1921a, §123.1, S. 130: Mhd. EI in -TEIL Nebensilben erscheint als langes A).

V

  • Vater. Mhd. vater. Frankfurterisch: fåddä (Rauh, 1921a, §90.2.d, S. 98: Mhd. A ist rückverkürzt und verdunkelt in offener Silbe vor Sonorsilben). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: fǫddä (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: faddä (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • verbieten. → verboten (Partizip). Frankfurterisch: fäboddě (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • verderben. Mhd. verdërben. Frankfurterisch: fädȁȁǎwě (Rauh, 1921a, §100.2, S. 106: Germanisches Ë vor R, gedehnt). → verdorben. Frankfurterisch: fädǫǫǎwě (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • verdächtig. Mhd. verdæhtic. Frankfurterisch: fäddẹschdisch (Rauh, 1921a, §113.1, S. 121: Mhd. æ wird gekürztes geschlossenes E).
  • verloren. Mhd. verloren. Frankfurterisch: fälơơǎn (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • verstauchen. Frankfurterisch: fäschdaachě (Rauh, 1921a, §119.Anm. 1, S. 127: Mhd. Û erscheint vereinzelt als AA).
  • Vetter. Mhd. veter. Frankfurterisch: fẹddä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER).
  • Viech. Mhd. vich. Frankfurterisch: fiisch (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, gedehnt).
  • viel. → soviel. Frankfurterisch: soovl (Rauh, 1921a, §218.2, S. 262). → wieviel. Frankfurterisch: wivvl (Rauh, 1921a, §132.1, S. 138: Mhd. IE gekürzt zu I).
  • vielleicht. Mhd. villîhte. Frankfurterisch: fělaischt (Rauh, 1921a, §102.2, S. 108: Mhd. I in unbetonter Nebensilbe).
  • vier. Mhd. vier. Frankfurterisch: fiiǎ (Rauh, 1921a, §132.1, S. 137: Mhd. IE erscheint als langes I). → der Vierte. Mhd. viert. Frankfurterisch: fȁǎtt (Rauh, 1921a, §214.1.b, S. 249: Kürzung von alten IE). → vierzig. Mhd. vierzec. Frankfurterisch: fȁǎttsisch (Rauh, 1921a, §214.1.b, S. 249: Kürzung von alten IE). → Viertel. Frankfurterisch: fȁǎddl (Rauh, 1921a, §123.4.b, S. 131: Mhd. EI in -TEIL wird zu silbischem L). → vierzehn. Frankfurterisch: fȁǎttsää (Rauh, 1921a, §132.2.a, S. 138).
  • Vogel. Mhd. vogel. Frankfurterisch: foochl (Rauh, 1921a, §66.1, S. 74: Reibelaut als Fortes im Anlaut). → Vögel (Plural). Mhd. vogele. Frankfurterisch: fẹẹschl (Rauh, 1921a, §216.11, S. 255: Alte Endung -ELE).
  • vor (betont). Frankfurterisch: fơơǎ (Rauh, 1921a, §213, S. 246). → vor (unbetont). Frankfurterisch: (Rauh, 1921a, §213, S. 246).
  • Vorteil. Mhd. vorteil. Frankfurterisch: fǫǎdaal (Rauh, 1921a, §123.1, S. 130: Mhd. EI in -TEIL Nebensilben erscheint als langes A).

W

  • Waage. Mhd. wâge. Frankfurterisch: wååch (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: wǫǫch (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • Wade. Mhd. wade. Frankfurterisch: wååt (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • Wabe. Mhd. wabe. Frankfurterisch: wååp (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • wachen. → Wacht. Mhd. wahte. Frankfurterisch: wåchtt (Rauh, 1921a, §90.2.b, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor altem -HT und -HS). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: wǫchtt (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: wachtt (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • Wachs. Mhd. wahs. Frankfurterisch: wåkks (Rauh, 1921a, §90.1, Anm. 1, S. 97: Analogieverdunklung mhd. A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: wǫkks (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: wakks (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • wachsen. Mhd. wahsen. Frankfurterisch: wåkksě (Rauh, 1921a, §90.2.b, S. 98: Mhd. A ist kurz und verdunkelt vor altem -HT und -HS). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: wǫkksě (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ab etwa 1925 zunehmend dann: wakksě (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • wägen. Mhd. wëgen. Frankfurterisch: wääschě (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • wälken. Mhd. wëlken. Frankfurterisch: wällgě (Rauh, 1921a, §68.1, S. 76: Verschlusslaute als Lenis zwischen Vokalen).
  • wagen. Mhd. wagen. Frankfurterisch: wååchě (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • Wagen. Mhd. wagen. Frankfurterisch: wååchě (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: wǫǫchě (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). → Wägelchen (Diminutiv). Frankfurterisch: wäschlschě (Rauh, 1921a, §98.1, S. 104: Mhd. Ä, gedehnt).
  • wahr. Mhd. wâr. Frankfurterisch: wåå (Rauh, 1921a, §109.1, S. 118: Mhd. Â wird langes dunkles A). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: wǫǫ (Rauh, 1921a, §110, S. 118).
  • Wald. Mhd. walt. Frankfurterisch: walt (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • Walze. Mhd. walze. Frankfurterisch: walds (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • Wand. Mhd. want. Frankfurterisch: wånnt (Rauh, 1921a, §67, S. 76: Fortis im Auslaut).
  • Ware. Mhd. ware. Frankfurterisch: wåå (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • warm. Mhd. warm. Frankfurterisch: wååm (Rauh, 1921a, §90.3, S. 99: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: wǫǫm (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). → wärmen. Mhd. wermen. Frankfurterisch: wȁȁǎmě (Rauh, 1921a, §97.2, S. 104: Mhd. E vor R). → Wärme. Mhd. werme. Frankfurterisch: wȁȁǎm (Rauh, 1921a, §211.2.a.Anm, S. 245: In der Regel Dehnung altkurzer Vokale vor altem E, Ä oder Ë und R plus Konsonant).
  • Warte. Mhd. warte. Frankfurterisch: wååt (Rauh, 1921a, §211.2.a, S. 244: In der Regel Dehnung altkurzer Vokale vor altem A und R plus Konsonant). Ebenso um 1920: wått (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 5, S. 99: Rückverkürzungen). Ab etwa 1925 zunehmend dann: watt (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 5, S. 99: Rückverkürzungen). → Wärter. Frankfurterisch: wȁȁǎdä (Rauh, 1921a, §211.2.a.Anm, S. 245: In der Regel Dehnung altkurzer Vokale vor altem E, Ä oder Ë und R plus Konsonant). Ab etwa 1925 zunehmend dann: wȁǎddä (Rauh, 1921a, §211.2.a.Anm, S. 245: Rückverkürzungen).
  • warten. Mhd. warten. Frankfurterisch: wåådě (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: wǫǫdě (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Ebenso um 1920: wåddě (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 5, S. 99: Rückverkürzungen). Ab etwa 1925 zunehmend dann: waddě (Rauh, 1921a, §90.3, Anm. 5, S. 99: Rückverkürzungen).
  • was. Mhd. wa𝔷. Frankfurterisch: wåssch (Rauh, 1921a, §91, S. 99).
  • waschen. Frankfurterisch: wäschě (Rauh, 1921a, §99, S. 105: SCH-Umlaut). → Wäsche. Frankfurterisch: wäsch (Rauh, 1921a, §99, S. 105: SCH-Umlaut).
  • Wasen. Mhd. wase. Rasen. Frankfurterisch: wåssm (Rauh, 1921a, §90.2.d, S. 98: Mhd. A ist rückverkürzt und verdunkelt in offener Silbe vor Sonorsilben). Rasen. Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: wǫssm (Rauh, 1921a, §93, S. 100: Aussprache des dunklen A als offenes O bei der älteren Generation). Rasen. Ab etwa 1925 zunehmend dann: wassm (Rauh, 1921a, §93, S. 99: Aussprache des kuzen dunklen A als neutrales A bei der jüngeren Generation).
  • Wasser. Mhd. wa𝔷𝔷er. Frankfurterisch: wassä (Rauh, 1921a, §90.1, S. 97: Mhd. A bleibt kurz und neutral vor mehreren Konsonanten).
  • weben. Mhd. wëben. Frankfurterisch: wääwě (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • Wechsel. Mhd. wëhsel. Frankfurterisch: wäkksl (Rauh, 1921a, §217.12, S. 259: Alte Endung -SEL).
  • wehen. Mhd. wæjen. Frankfurterisch: wääịjě (Rauh, 1921a, §113.1, S. 120: Mhd. æ wird langes geschlossenes E).
  • weich. Mhd. weich. Frankfurterisch: waasch (Rauh, 1921a, §122.1, S. 128: Mhd. EI erscheint als langes A).
  • Weide (Baum). Frankfurterisch: waid.
  • Weide (Wiese). Frankfurterisch: waad. → Pfingstweide. Mhd. weide. Frankfurterisch: phingstwaat (Rauh, 1921a, §122.1, S. 128: Mhd. EI erscheint als langes A).
  • Weiher. Mhd. wîwer. Frankfurterisch: waịjä (Rauh, 1921a, §115.2, S. 122: Mhd. altlanges Î wird zu A und J vor Vokal).
  • Weilholz. Mhd. würgen. Holz zum Glätten des Teigs. Frankfurterisch: wȁȁilhollds (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • Weg. Mhd. wëc. Frankfurterisch: wääsch (Rauh, 1921a, §100.1, S. 106: Germanisches Ë, gedehnt). Ab etwa 1925 zunehmend dann: wẹẹsch.
  • wehe. Mhd. wê. Frankfurterisch: wwẹ (Rauh, 1921a, §125.1, S. 131: Mhd. Ê erscheint als langes E). → oh weh. Mhd. ouwî. Frankfurterisch: o wai; auch: ou wai (Rauh, 1921a, §125.1. Anm. 2, S. 132: Unter jüdischem Einfluss).
  • wehen. Mhd. wæjen. Frankfurterisch: wääịjě (Rauh, 1921a, §113.1, S. 120: Mhd. æ wird langes geschlossenes E).
  • weinen. Mhd. weinen. Frankfurterisch: wåině (Rauh, 1921a, §122.2, S. 128: Der Schriftsprache entnommen).
  • weiß. Frankfurterisch: wais (Rauh, 1921a, §122.2, S. 128: Der Schriftsprache entnommen).
  • weisen. Frankfurterisch: waisě (Rauh, 1921a, §122.2, S. 128). → gewiesen (Part. Prät.). Mhd. gewisen. Frankfurterisch: gěwissě (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • weit. Mhd. wît. Frankfurterisch: wait (Rauh, 1921a, §67, S. 76: Fortis im Auslaut).
  • welgen. Mhd. welgen. Den Teig mit einem Holz glätten. Frankfurterisch: wẹlljän (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).
  • wem. Mhd. wëme. Frankfurterisch: wẹẹm (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • wenig. Mhd. wênic. Frankfurterisch: wẹẹnisch (Rauh, 1921a, §125.1, S. 132: Mhd. Ê erscheint als langes E).
  • wenn. → wenn du. Frankfurterisch: wẹnndsdě (Rauh, 1921a, §219.1.d, S. 263: Schwächung des DU Pronomens). → wenn er. Frankfurterisch: wẹnnä (Rauh, 1921a, §219.1.b, S. 263: Schwächung des ER Pronomens).
  • wer (betont). Frankfurterisch: wȁȁǎ (Rauh, 1921a, §213, S. 246). → wer (unbetont). Frankfurterisch: (Rauh, 1921a, §213, S. 246).
  • werfen. Mhd. wërfen. Frankfurterisch: wȁrǎvvě (Rauh, 1921a, §100.2, S. 106: Germanisches Ë vor R, kurz geblieben). → er wirft. Mhd. wirft. Frankfurterisch: wȁǎfft (Rauh, 1921a, §101.2, S. 108: Mhd. I, gedehnt). → geworfen. Frankfurterisch: gěwoǎvvě.
  • Werk. Mhd. wërak. Frankfurterisch: wȁǎsch (Rauh, 1921a, §207, S. 240: Kurzer Stammvokal vor synkopiertem Endsilbenvokal).
  • Wert. Mhd. wërt. Frankfurterisch: wȁȁǎt (Rauh, 1921a, §100.2, S. 106: Germanisches Ë vor R, gedehnt).
  • Wetter. Mhd. wëter. Frankfurterisch: wäddä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER).
  • Wetterau. Mhd. wederouwe. Frankfurterisch: wädděraa (Rauh, 1921a, §127, S. 133: Nebentoniges Mhd. OU erscheint als langes A).
  • wickeln. Mhd. wickelen. Frankfurterisch: wiggělě (Rauh, 1921a, §216.11, S. 255: Alte Endung -ELEN).
  • wieder. Mhd. wider. Frankfurterisch: widdä (Rauh, 1921a, §204.2.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -ER).
  • wider. Mhd. wider. Frankfurterisch: wẹdaä (Rauh, 1921a, §101.3, S. 109: Mhd. I).
  • wie. Mhd. wie. Frankfurterisch: wii (Rauh, 1921a, §132.1, S. 138: Mhd. IE gekürzt zu I). → wieviel. Frankfurterisch: wivvl (Rauh, 1921a, §132.1, S. 138: Mhd. IE gekürzt zu I).
  • Wiese. → Wiesen (Plural). Mhd. wisen. Frankfurterisch: wissě (Rauh, 1921a, §205, S. 239: Kurzer bzw. gekürzter Vokal von -EN).
  • Wiesel. Mhd. wisel. Frankfurterisch: wissl (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 236: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • Wimper. Mhd. wintbrâ. Frankfurterisch: wimmbä (Rauh, 1921a, §218.2, S. 262).
  • windeln. Mhd. windelen. Frankfurterisch: winnělě (Rauh, 1921a, §216.11, S. 255: Alte Endung -ELEN).
  • Wirbel. Mhd. wirbel. Frankfurterisch: wȁȁǎwl (Rauh, 1921a, §211.1, S. 243: In der Regel Vokaldehnung vor W, J und M).
  • Wirsing. Mhd. wirsing. Frankfurterisch: wȁǎsching (Rauh, 1921a, §101.2, S. 108: Mhd. I, gedehnt).
  • Wirt. Mhd. wirt. Frankfurterisch: wȁǎtt (Rauh, 1921a, §211.2.b, S. 245: Bewahrte alte Kürze vor R plus Konsonant). → Wirtschaft. Frankfurterisch: wȁrǎttschafft (Rauh, 1921a, §217.7, S. 258: Alte Endung und -SCHAFT).
  • wischen. Frankfurterisch: wischě (Rauh, 1921a, §202, S. 235).
  • wissen. → ich oder er weiß. Mhd. wei𝔷. Frankfurterisch: waas (Rauh, 1921a, §122.1, S. 128: Mhd. EI erscheint als langes A).
  • wohnen. Mhd. wonen. Frankfurterisch: wooně (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • wollen. → wir wollen. Frankfurterisch: mě wollě (Rauh, 1921a, §219.1.b, S. 263: Schwächung des WIR Pronomens).
  • Wolle. → wollen. Mhd. wollîn. Aus Wolle. Frankfurterisch: wollě (Rauh, 1921a, §217.5, S. 257: Alte Adjektivsuffixe -ÎN und -IN).
  • Wort. Mhd. wort. Frankfurterisch: wǫǎtt (Rauh, 1921a, §103.4, S. 111: Mhd. O vor R und Konsonant, kurz geblieben). → Wörter (Plural). Frankfurterisch: wȁǎddä (Rauh, 1921a, §105.2, S. 112: Mhd. Ö vor R, kurz geblieben).
  • Wucher. Mhd. wuocher. Frankfurterisch: wuchä (Rauh, 1921a, §214.1.a, S. 248: Kürzung von alten UO vor CH, SCH, G, K).
  • wuehlen. ⊙Sachsenhausen: Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: woilě (Rauh, 1921a, §118.Anm., S. 126: Mhd. ÜE gekürzt als kurzes geschlossenes I).
  • Wunder. → bewundern. Frankfurterisch: běwunnän (Rauh, 1921a, §215.1.a, S. 252: Vorsilbe BE-).
  • Wurm. Mhd. wurm. Frankfurterisch: wǫǎmm (Rauh, 1921a, §106.4, S. 115: Mhd. U vor r plus Konsonant als kurzes offenes O). → Wüermer (Plural). Mhd. würme. Frankfurterisch: wȁǎmm (Rauh, 1921a, §108.3, S. 117: Mhd. Ü vor R erscheint als kurzes Ä).
  • Würfel. Mhd. würfel. Frankfurterisch: wȁǎvvl (Rauh, 1921a, §217.17, S. 260: Alte Endung -EL).
  • Wurst. Mhd. wurst. Frankfurterisch: wǫǎschtt (Rauh, 1921a, §106.4, S. 114: Mhd. U vor r plus Konsonant als kurzes offenes O). Ab etwa 1925 zunehmend dann: wạschtt (Rauh, 1921a, §106.4, Anm. 3, S. 115: Mhd. U vor r plus Konsonant als helles A).
  • wuselig. Lebhaft flink in der Bewegung. Frankfurterisch: wussělisch (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 237: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • Wut. Mhd. wuot. Frankfurterisch: wuut (Rauh, 1921a, §117, S. 124: Mhd. UO erscheint als langes U).

Z

  • zahlen. Mhd. zalen. Frankfurterisch: tsåålě (Rauh, 1921a, §203, S. 235: Dehnung altkurzer Vokale).
  • zäh. Mhd. zæhe. Frankfurterisch: tsẹẹ (Rauh, 1921a, §113.1, S. 120: Mhd. æ wird langes geschlossenes E).
  • Zahn. Mhd. zan. Frankfurterisch: tsaañ (Rauh, 1921a, §90.3, S. 98: Mhd. A ist verdunkelt in Dehnung). → Zähne (Plural). Mhd. zene. Frankfurterisch: tsẹẹ; auch: tseeñ (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, gedehnt). Ab etwa 1925 zunehmend dann: tsääñ (Rauh, 1921a, §97.Anm. 2, S. 104: Halbmundart).
  • Zapfen. Mhd. zapfen. Frankfurterisch: tsabbě (Rauh, 1921a, §68.1, S. 76: Verschlusslaute als Lenis zwischen Vokalen).
  • zart. Mhd. zart. Frankfurterisch: tsååt (Rauh, 1921a, §211.2.a, S. 244: In der Regel Dehnung altkurzer Vokale vor altem A und R plus Konsonant).
  • Zaum. Mhd. zûm. Frankfurterisch: tsauñ; auch: tsaum (Rauh, 1921a, §119, S. 127: Mhd. Û erscheint als AU).
  • Zaun. → Zäune. Frankfurterisch: tsoin (Rauh, 1921a, §121.1, S. 128: Mhd. IU erscheint als OI).
  • Zehe. Mhd. zêhe. Frankfurterisch: tsẹẹ (Rauh, 1921a, §125.1, S. 132: Mhd. Ê erscheint als langes E).
  • zeichnen. Frankfurterisch: tsaaschěně (Rauh, 1921a, §216.12, S. 256: Alte Endung -ENEN).
  • Zeile. Mhd. zile. Genauso in der Frankfurter Einkaufsstraße. Frankfurterisch: tsail (Rauh, 1921a, §217.21.a, S. 260: Auslautendes altes -E).
  • Zeitung. Mhd. zîtunge. Frankfurterisch: tsaidung (Rauh, 1921a, §216.4, S. 254: Alte Endung -UNG).
  • Zeug. Mhd. ziuc. Frankfurterisch: tsoisch (Rauh, 1921a, §133.1, S. 138: Mhd. IU erscheint als OI).
  • zeugen. → Zeugnis. Frankfurterisch: tsoischniss (Rauh, 1921a, §216.2, S. 254: Alte Endung -NISSE).
  • Ziegel. Mhd. ziegel. Frankfurterisch: tsischll (Rauh, 1921a, §114, S. 122).
  • ziehen. Mhd. ziehen. Frankfurterisch: tsiiịjě (Rauh, 1921a, §132.1, S. 137: Mhd. IE erscheint als langes I).
  • Zipfel. Mhd. zipfel. Frankfurterisch: tsibbl (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Verschlusslaut vor Reibelaut als Fortes).
  • Zimt. Mhd. zimënt. Frankfurterisch: tsimmt (Rauh, 1921a, §67, S. 76: Fortis im Auslaut).
  • zirka. Aus lateinisch circa. ungefähr. Frankfurterisch: tsȁǎggåå (Rauh, 1921a, §101.2, Anm. 2, S. 108: I in Fremnwörtern).
  • Zirkel. Aus lateinisch circulus. Frankfurterisch: tsȁǎggl (Rauh, 1921a, §101.2, Anm. 2, S. 108: I in Fremnwörtern).
  • zirkulieren. Aus lateinisch circulare. Frankfurterisch: tsȁǎggěliiǎn (Rauh, 1921a, §101.2, Anm. 2, S. 108: I in Fremnwörtern).
  • Zirkus. Aus lateinisch circus. Frankfurterisch: tsȁǎggus (Rauh, 1921a, §101.2, Anm. 2, S. 108: I in Fremnwörtern).
  • Zorn. Mhd. zorn. Frankfurterisch: tsǫǎnn (Rauh, 1921a, §103.4, S. 111: Mhd. O vor R und Konsonant, kurz geblieben).
  • Zuber. Mhd. zuber. Frankfurterisch: tsuwwä (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, kurz geblieben).
  • Zug. Mhd. zuc. Frankfurterisch: tsuuch (Rauh, 1921a, §106.1, S. 113: Mhd. U, gedehnt). Etwa von 1875 bis 1900 bzw. um 1920 nur noch von den Älteren so gesprochen: tsukk (Wülcker, 1877, S. 34).
  • Zügel. Mhd. zügel. Frankfurterisch: tsischll (Rauh, 1921a, §204.1.a, S. 236: In der Regel kurzer bzw. gekürzter Vokal vor -EL).
  • zufrieden. Mhd. aus: vride. Frankfurterisch: tsěfriddě (Rauh, 1921a, §101.1, S. 108: Mhd. I, kurz geblieben).
  • zupfen. Frankfurterisch: tsobbě; auch: tsobběllě (Rauh, 1921a, §106.3, S. 114: Mhd. U als O).
  • zwanzig. Mhd. zweinzec. Frankfurterisch: tswannsisch (Rauh, 1921a, §214.2, S. 249).
  • zwei. Frankfurterisch: tswaa. → zweit. Frankfurterisch: tswatt (Rauh, 1921a, §122.1, S. 129: Mhd. EI erscheint verkürzt als A). → zweitens. Frankfurterisch: tswaddnds; auch: tswwat oder: tswaadnds (Rauh, 1921a, §122.1, S. 129: Mhd. EI erscheint verkürzt als A).
  • Zwetschge. Frankfurterisch: kwẹttsch (Rauh, 1921a, §66.2.b, S. 75: Halbfortis vor L, R, M, N und W).
  • Zwiebel. Mhd. zwibolle. Frankfurterisch: tswiwwl (Rauh, 1921a, §218.2, S. 262).
  • Zwirn. Mhd. zwirn. Frankfurterisch: tswȁǎnn (Rauh, 1921a, §101.2, S. 108: Mhd. I, gedehnt).
  • zwölf. Mhd. 𝔷welf. Frankfurterisch: tswẹllf (Rauh, 1921a, §97.1, S. 103: Mhd. E, kurz geblieben).

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Das wissenschaftliche Buch zum Frankfurter Stadtdialekt: Der VokalJäger (Deutsche Dialektgeographie, Band 122)